Beiträge von dagmar007

    Hallo Ihr beiden,
    beim Lesen Eurer derzeitigen Geschichten fällt mir ganz viel ein :) Na klar, alles habe ich gemacht wie Ihr .... Doofe Nr. 3 also :)

    Mailbox
    Handyanrufe in Abwesenheit
    (ich wäre zwar nicht drangegangen, aber mein Ego wäre ja doch geschmeichelt gewesen, wäre mir mein Suchtmittel nachgekrochen).

    Oh Mann, da erzählt einer im Bekanntenkreis wie gut es ihm geht und wie toll und wie froh er ist, dass er sich nun gefunden habe und nun geht sein Leben aufwärts. Ja, toll, aber sicher, das stimmt auch ganz, ganz sicher ;)

    In manchen Fällen ist es schlichtweg so, dass über einen Dritten eine Botschaft gesendet wird um den anderen "zu drücken" und ihn vielleicht dadurch zum Handeln zu bewegen. Wenn aber nicht zum Handeln, dann zumindest dazu zu zeigen, es geht einem super, "Man(n)/Frau" hat alles im Griff.

    Heute liebt er, morgen vergisst er und übermorgen hasst er vielleicht. Klar, bestimmt von der Sucht, dem Konsum oder dem jeweiligen Zweck, den ein Co gerade zu erfüllen hat, kann das sein? Je nach den Mustern, die in der Vergangenheit von Erfolg gekrönt waren.

    Gespräche .... nun, da mögt Ihr mir bitte verzeihen, die waren bei mir immer ein Witz in Dosen. Denn auch hier wurde mir das präsentiert, was ich hören wollte und was für meine Co-Funktion bzw. deren Aufrechthaltung nützlich sein konnte.

    Boahhh... wie oft habe ich gefragt "Warum wirfst Du alles hin?" Wie oft kam die Antwort "ich weiss es nicht" "ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht" blablabla und Heissluft....

    Was in der akuten Situation förderlich war, das wurde in Worte gepackt auf die ich auch lange Jahre reagiert habe. Brav wie ein dressiertes Hündchen :? Platz - Sitz -

    Nunmehr habe ich beschlossen meine "gute Erziehung" zu vergessen und mich gedanklich "in den Arsch zu treten" (Entschuldigung - musste einfach sein ;) um ganz weit weg aus dem erzieherischen Umfeld zu kommen.

    Lieben Grujß von Dagmar

    Den Tip mit dem Arzt finde ich sehr gut, mir hat das imens geholfen. Ich habe Medis bekommen, dadurch wurde ich in mir ruhiger, stabiler und meine Zukunftsangst war nur noch auf die realen Geschnisse konzentriert.

    Mely, es gibt ganz viele Hilfemöglichkeiten. Die können wir wahrnehmen. Eine jede von ihnen, die wir annehmen, ist ein Schritt raus aus einer kranken Beziehung.

    Ich spreche mit Hausarzt oder Psychotherapeutin, ich spreche mit Rechtsanwalt oder Polizei. Ich spreche und dadurch bekenne ich dass ich in einer schlechten Beziehung bin und raus will. Ich verstecke mich nicht mehr sondern nehme wieder am Leben teil.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Aber weißt du was, liebe Renate? Es macht mich unendlich stolz, mein eigenes Holz hier zu haben, mir die Gelenke durch Briketts verbogen zu haben und auch noch 80 kg Holzbriketts hier zu haben. Endlich habe ich alles beinander, was zu einem wohligen Winter gehört. Jede Menge Körbe mal mit Anzündeholz, mal mit Birke/Buche ect. Mal ein Korb grosses Holz, mal kleines - genau so, wie ein Holzanfänger wie ich es braucht. Komischerweise macht mir die Schlepperei hier nichts aus, weil nur ich alleine bin und für meine Wärme verantwortlich.

    Ich habe auch früher mit Holz geheizt, aber ich nicht immer um die Beschaffung gekümmert. Jetzt, wo ich selber verantwortlich bin, da ist alles da (ich friere ungern). Und im Gegensatz zu früher belastet es mich nicht mehr nachts Holz in den Ofen zu legen. Im Gegenteil: die warmen Flammen der Glut und dieser Kaminofen, geben mir Wärme und das Wissen einen meiner langgehegten Wünsche erfüllt zu haben.

    Jetzt gerade backe ich mir ein Brot - ich muss doch wieder mehr selber machen, das gekaufte schimmelt einfach super schnell. Ist ärgerlich!

    Von meinem Vermieter habe ich Äpfel bekommen, die "müssen" weg. Also gibt es morgen den Versuch eines Apfelstrudels im Holzofen. Die Hälfte wird eingefroren, ist genial, wenn Besuch kommt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Melly,
    stell Dir mal vor, Du hättest so ein kleines Hexenhäuschen wie ich. Morgens hole ich das Spülwasser vom Trinkwasserbrunnen, welches auf einem alten Beistellherd erhitzt wird (ich könnte Dir aber auch das normale heisse Wasser aus dem Wasserhahn und einen Beistellherd bieten). Brot wird im Holzofen gebacken, wenn ich Zeit und Laune habe.

    Meine Tiere turnen durch die Weltgeschichte. Vor kurzem hatte ich eine Gänsebelagerung (mein Besuch hatte panische Angst vor Gänsen durfte also nicht zum Auto gehen, weil da die Gänse waren).

    Ich spalte Holz damit der Kaminofen schön sichtbar Wärme geben kann.

    Träume, die ich mir erfüllt habe, die einem Alptraum folgten. Auch ich kämpfe - wie Du - Schritt für Schritt. Aber ich lebe wieder mein Leben. Mit meinen Tieren, meinem gebackenen Brot für meine Gäste, die mich achten und mit Respekt behandeln.

    Deine Knie gehören Dir und sollten nicht für Unterwürfigkeitsgesten missbraucht werden! Das hast Du nicht nötig. Geh mit den Kiddies einfach mal zum Laternelaufen mit - und halte Dich fest an dem Licht der Laternen: immer etwas vor Dir aber immer in Greifweite :) So wie es Dein eigenes Leben sein kann.

    Auch bei mir läuft nicht alles geradeaus. Auch mich haut manches um - und dennoch: ganz aus den Latschen kippe ich nicht wegen der Sucht eines anderen. Für meine eigene Sucht und das Holz spalten ziehe ich eben Boots an :) Im Notfall folgen die Arbeitsschuhe.

    Aber muss ein Mensch auf der Welt sich den Schuh anziehen respektlos behandelt zu werden? Als Sandsack für eigenen Frust zu dienen? Diskussionen, auf die ich früher eingestiegen war, dienten keinesfalls einer sachlichen Klärung sondern sollten Schuldzuweisungen sein oder Erklärungsversuche zu Lasten anderer.

    Ich sag Dir was: es ist schön, seinen Haushalt für sich selber zu machen (in meinem Fall für meine Katzen - bei Dir wäre es für Deine Kinder) und selber verantwortlich zu sein. Nur das wegräumen zu müssen, was selber verursacht wurde. Sich so einzurichten, dass es einem selber gefällt und last not least so zu wirtschaften, wie es den eigenen Verhältnissen nach möglich und verantwortlich ist.

    In Zeiten von kräfteraubenden Diskuskussionen und den vermeintlichen Versuchen Harmonie herzustellen habe ich alle meine Prinzipien gehörig links liegen lassen, die für meine Alltagsbewältigung wichtig sind. Dadurch war ich doch recht unzufrieden mit mir und habe Zweifel an mir selber entwickelt. Nichts, aber auch gar nichts, hätte mich schon damals gehindert so zu leben wie ich es jetzt tue - selbstverantwortlich.

    Rauf von den Knien,
    hinein in die Hocke und mit einem Sprung nach oben:
    DU kannst aufrecht gehn
    DU kannst aufrecht stehn
    und vielleicht mit Deinen Kindern zusammen in ein glücklicheres Leben gehn!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Erfolgserlebniss: ich bin gerade dabei meine Holzspachtel zu machen, damit ich das Buchenholz besser zum Brennen bringe.

    Nachdem die ersten Versuche recht kraftraubend und wenig effektiv waren, so arbeite ich nun zusammen mit der Holzmaserung und die Spachtel sind langsam auch das was sie sein sollten :)

    Morgens gleich mal eine Runde zum ladyliken Hackebeil, tut recht gut (nicht meinem Handgelenkt, das nimmt mir noch 2 x 35 kg Briketts und 4 m Holz übel). Aber es ist herrlich, nun richtiges Brennholz im Haus zu haben und selber für das notwendige Drumherum gesorgt zu haben.

    Die nächsten Tagen sollten dann wieder Unmengen von Bewerbungen dienen. Nicht, dass ich in Hartz 4 falle und genau das Hexenhäuschen verliere. Mit meinen 47 bin ich nun nicht gerade die Mega-Frau auf dem Arbeitsmarkt. Aber ich denke mal, ich habe so viel geschafft, bisher, dass auch das noch klappen wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ladies,
    schön, wenn Mitleidsmaschen nicht mehr ziehen. Das gilt ja nicht nur bei Suchtkranken sondern auch bei Menschen, für die es bequemer ist weiter zu leiden statt etwas zu verändern. Denn klar: jede Änderung bringt Unsicherheit und bei mir persönlich auch Ängste es nicht zu schaffen.

    Ich denke Schuldzuweisungen sind eh "für die Katz", denn ändern tut sich dadurch ja nichts. Lediglich wird der Ball namens Schuld von einem zum anderen geworfen, bis er irgendwann mal auf den Boden fällt, weil er nicht mehr gefangen wurde.

    Ich für mich merke, wie gut mir mein Freundeskreis tut, wie verlässlich diese Freunde sind und wie beständig. Eigentlich das, was ich im Leben immer hatte und mir wertvoll war. Wisst Ihr, ich stelle für mich fest wie schön es ist nur noch die Schäden des selbstverbocken beseitigen zu müssen ;)

    In diesem Sinne gehe ich wieder zu meinem Holz :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    hallo Lilly,
    und wie die Polizei hier war :) und gleich weitergflogen ins alte Haus (wo nicht geöffnet wurde) es gabe 30 Minuten Polizeieinsatz, Gespräch mit dem Staatsanwalt und wie mir die Beamten sagten weitere Besuche bei ihm.

    Stalking ist schwierig nachzuweisen, da die Anrufe der letzten Wochen (weil ich ja bei sichtbarer Rufnummer nicht rangehe) mit unterdrückter Rufnummer ankommen. Dafür liegen die Papiere jedoch seit letzter Woche beim Rechtsanwalt, der mal sichtet ob das bisher vorhandene Material genügt. Wir sind verblieben, dass jeder Besuch an die Polizei weitergeht.

    Mit dem zuständigen Beamten von örtlichen Revier (der nachts nicht erreichbar ist) wurde vereinbart, dass auf gar keinen Fall persönlicher Kontakt erfolgt. Ich soll mich verbarikadieren und sofort anrufen.

    Tja, die Infos kommen von der Schwester des Vermieters, da diese davon ausgeht dass er bei Nacht und Nebel verschwindet und ziemlich Angst hat was noch an weiteren Schäden ist. Hier benötige ich leider die Adresse der Vermieterin da ich die Schlüssel an diese senden möchte. Mein Rechtsanwalt hat empfohlen, den nicht per EBF abgeholten Brief direkt an den Vermieter (der mir namentlich nicht bekannt ist) zu senden da der Verwalter im Regelfall keine Schlüsselbefugnis hat. Ich hoffe in den nächsten Tagen also die schriftliche Adresse zu bekommen, dass ich dieses letzte Teil versenden kann.

    Wieso aufstehen :) Ich gehe jetzt Spateln hacken. Mein Anzündeholz :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    hallo Lilly,
    für mich ist es nicht ganz einfach, diese "Aha"-Momente gefühlsmässig zu verarbeiten, auch der Kopf macht noch ein bischen "hoppala".

    Auf der einen Seite erleichternd zu wissen, hallo, Du als Co hast NULL mit dem Verhalten des anderen zu tun. Charakterumschwünge sind die Person, die nunmehr fremdbestimmt ist.

    Es erschwert es zu wissen jahrelang neben einem Partner gelebt zu haben, den man nicht kannte. Ja, ich für mich empfinde es so, als wäre dieser Mensch mir fremd. Das Gefühl hatte ich schon als er hier vor dem Haus stand und tobte. Ich fühlte nicht die Sehnsucht oder die Wut sondern eine Fremdheit. Mir fällt es auch immer schwerer, mich an das Gesicht zu erinnern. Natürlich weiß ich wie er aussah ;) aber in meiner Vorstellung ist damit ein leeres Gesicht verbunden, ohne Emotionen - ohne Erlebnisse.

    Schwer ist es tatsächlich 8 Jahre Leere und nichtssagen und nichtsverstehen auf die Reihe zu bringen. Ich denke, er tat das wovon er meinte ich erwarte es um im Gegenzug meine Hilfe anzubieten oder zu leisten. Einfach nur ein Deal - nicht mehr und nicht weniger. Alle Liebesbekundungen bezogen sich auf die Leistungen des Deals.

    Was mir ehrlich gesagt Angst macht ist zu erfahren wie das nun bei ihm umschlägt. Denn ich stelle mir gerade vor was wäre, wenn ich nicht gegangen wäre.

    Ich ging, packte die Ärmel hoch und versuchte für mich verantwortlich zu sein. Mit allen Angsterlebnissen und allen geprellten Handgelenken. Ich versuche Bodenkontakt zu erreichen.

    Mein Gegenstück hat das Haus abisoliert, nur durch einen kleinen Lichtschlitz kann er hinaussehen und das nur in einem Zimmer. Alle Rolläden sind hinunter gelassen, das Auto wurde über Tage nicht bewegt und die Nachbarn zogen in Erwägung dass etwas passiert sei. Urlaub? Kündigung? Der anstehende Umzug scheint nicht in die Puschen zu kommen, sondern nur die Wutlieferungen bei mir.

    So, nun wäre ich aber nicht ausgestiegen, wäre ich dann diejenige, die sich verbarikadiert? Wäre meine Angst noch mehr über mich gekommen, so wie Lilly mal ansprach dass es keine Neurose werden solle?? Haben sich hier tatsächlich zwei Ängste aneinander geklammert, die jeder für sich noch versteckt einen Plus und Minus-Pol hatten. Hatte ich das unsagbare Glück und habe den Pool in meiner Persönlichkeit, der Bodenhaftung ermöglicht?

    Es ist nicht mein Thema, was rund um ihn passiert, aber es ist für mich der Horror derzeit eine Symbiose zu sehen, die quasi fast beide Menschen vernichtet hätte.

    Beim Lesen im Alkoholikerforum, wo dann auch die Partnerin/Partner mittrank wurde mir bewußt, welches Glück ich doch habe, dass die Spielchen des Servierens von Glühwein im Herbst, Baccardi-Cola an einer lauen Sommernacht nicht hängen bleiben. Ein Drink aus! Ein Glühwein im Vierteljahr, aus! Mein Gott und nie verstand ich, dass ein Erlebnis mir erzählt wurde wie verklärt: wir waren damals auf einem Bikertreffen im Allgäu und ich mochte diese Menschen. Nett, natürlich und pur. Dort habe erst- oder einmalig auch etwas getrunken. Nicht viel aber etwas - was für mich ungewöhnlich ist. Das wurde immer so als "besonders" dargestellt. Als ein so tolles Erlebniss.
    Für mich war es so unwichtig. Es passte an dem Tag, die Menschen waren toll und aus. Was aber wäre gewesen, wäre mein Körper anders gebaut und hätte anders reagiert auf dieses Suchtmittel. Was wäre gewesen hätte ich während der Trennungszeit dem Gedanken nachgegeben, mich "wegzubeamen" um dem Schmerz durch Alk zu entgehen?

    Wäre es mir dann überhaupt noch gelungen einen Umzug durchzuführen? Hätte ich überhaupt noch die ganzen Verwaltungsschritte tätigen können. Denn es war schon viel mit Telefon/Strom/Auto und anderen Dingen verbunden, gerade auch weil die Wohnung noch zu renovieren war. Wäre es mir dann überhaupt noch möglich gewesen, Veränderungen herbeizuführen. Als ängstlicher Mensch hat man/frau - ich - ja Angst vor allem Neuen. Und einfach war und ist es nicht (auch jetzt noch nicht, wie gesagt Spüle Fehlt, Couchen seit 14 Wochen bestellt und bezahlt, Kamin immer noch provisorisch ect.)

    Hätte ich mich vielleicht wie er jetzt im alten Haus verschanzt, würde vielleicht auch nur noch bei Nacht und Nebel das Haus verlassen? Hätte ich mir gar in einem Moment des Bewußtseins meines Lebens überdrüssig gefühlt mit dem Bewußtsein jetzt auch noch selber abzurutschen. Meine Ängste wurden ja mit den Jahren größer, das hätte doch bei mir mit Sicherheit noch eine weitere Steigerung gegeben.....

    Es geht mir hier nicht um "was wäre wenn" sondern mir wird ganz, ganz langsam eine Gefahr bewußt, die ich vor körperlicher Angst und den sexuellen Übergriffen gar nicht wahr genommen habe. Diese Gefahr war so nah. Das aber sehe ich erst mit dem Blick auf diese Partnerschaft und mit dem, was mir vom alten Ort erzählt wird.

    Auf der einen Seite will ich es nicht wissen, auf der anderen Seite zeigt es mir, wie wenig ich über den realen Zustand innerhalb unsere Beziehung wohl wirklich wusste. Nämlich nichts! Weder über mich noch über ihn....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Gleich ein neues Unterforum aufmachen ;) Internetabhängigkeit :)

    Im Prinzip schon richtig, liebe Renate. Noch vor 10 Jahren hat man/frau gelacht als der erste Internetabhängige in Holland vor einer Drogenberatung stand. Nunmehr ist das nicht mehr selten.

    Mir geht es ebenso wie Dir, viel lesen, viel schreiben und vieles andere bleibt liegen. Ich stelle bei mir fest, es gibt intensivere Aufenthalte hier und kürzere. Je nachdem, was sich bei mir im Köpfchen für Hallo-wach-Schalter betätigen.

    Da der Baum der Erkenntnis bei mir nur langsam Früchte trägt wird sich wohl erst mal das, was ich nun vermute, manifestieren und dann ist auch wieder etwas sinnvolles im Haushalt angesagt.

    Aber wir haben ja beide schon gehörig was getan mit unseren 4 m Holz. Ich denke, in Sachen Entschuldigung kommt vieles zusammen: a) Erziehung b) Unrechtsbewußtsein und c) die Sucht.
    Geht mir ebenso, es gab nie eine Entschuldigung oder gar die Möglichkeit der Schuld bei meinem Expartner.

    Wobei mir das egal ist weil ich froh bin über meine Fähigkeit Fehler einzugestehen, mich zu entschuldigen und auch zu falschen Entscheidungen zu stehen, sie aber revidieren zu können. Ich denke mal, derjenige selber der keine Entschuldigung über seine Lippen bringen kann, der ist am meisten gestraft.

    Kann ich bei anderen entschuldigen, dann kann ich es bei mir vielleicht auch. Wenn ich aber einem anderen ewig böse nachsinne, dann wird es auch in mir selber etwas böser aussehen.

    So schlimm vieles war, so viele Chancen können wir nun versuchen für uns wahr zu nehmen. Wer weiß, wo wir mal in 12 Monaten stehen. Vielleicht können wir dann mit viel Nachsicht auf diese Zeit zurücksehen und uns über ein anderes Leben freuen und sagen dieser Abschnitt war nicht schön, aber wichtig.

    Lieben Gruß und
    Gut's Nächtle
    Dagmar

    Ich greife Lilly mal kurz vor, bin aber sicher, sie erklärt Euch ihre Sichtweise!
    Ich darf doch Lilly ;)

    Ich bin Co - ich habe mir selber die Hölle auf Erden bereitet, ich hatte das absolute Tief - tiefer geht es nicht.

    Dadurch durfte ich erkennen, dass etwas mit mir grundsätzlich nicht stimmt. Ich selber kein Vertrauen zu mir habe, wo meine Ängste liegen und und und.

    Ich musste lernen mich aus einer coabhängigen Beziehung zu lösen und mich allen meinen Ängsten zu stellen. Viele der Ängste sind nun nicht mehr verbunden mit (falscher) Angst sondern mit einfachen Bewältigungsstrategien. Logisch, machbar und realisierbar.

    Ich habe die Gabe erhalten zu lernen was mir gut tut! Ich habe die Chance bekommen, mein Leben wieder zu einem Leben zu machen und nicht mehr eine Marionette meiner Beziehungssucht zu sein. Ein Spielzeug der Sucht ...

    Sodele, nun mache ich Platz für Lilly :)

    Dagmar

    Ach Smile,

    Mir ist klar, das er gegangen ist weil ich an ihm rumgemeckert habe, und ich war die Einzige die das getan hat. Deshalb wurde ich abgeschafft, um keinen Störfaktor mehr darzustellen damit er seinen Pegel halten konnte.

    Er ist - meiner Meinung nach - gegangen weil er keine Lust hatte sich mit sich selber auseinander zu setzen. Weißt Du, er hätte ja auch offen über das Thema sprechen können (wenn es kein Problem in seinen Augen wäre).

    Natürlich war ich auch traurig ohne Ende, ich dachte mein Leben ist sinnlos, aus, vorbei, warum leben - wie alles überstehen was auf mich zukommt - warum und wieso wenn ich diesen Mann nicht mehr um mich habe, wegen dem ich Mutter und Freunde 120 km verlassen habe.

    Warum eigentlich habe ich alles an ihm festgemacht? Warum eigentlich habe ich mich damals nicht fragen können wie es mir überhaupt in der Nähe meines "Traummannes" geht.

    Warum wohl hatte ich Alpträume ohne Ende, konnte schlecht schlafen? Vielleicht weil ich gar nicht mehr abschalten konnte? Vielleicht weil die Angst sich schon einen 24-Stunden-Kämmerchen in mein Hirn eingebrannt hatte???

    Ich habe kleine Schritte gemacht. Und ich machte Schritte, die für manche anderen nicht nachvollziehbar waren. Es waren meine Schritte, mein Weg und mein Zeitlimit, welches ich von mir maximal verlangen konnte, durfte und wollte.

    Du schreibst "Du hast ihn lieb". Ich spürte das auch lange Zeit so, oder dachte es ist Liebe. Was wir beide jedoch am Ende der Beziehung aus dieser Liebe "gemacht hatten" ist auf keinen Fall Liebe, Zuneigung oder Achtung! Es ist die Beziehung zwischen zwei Abhängigen.

    Wenn zwei Abhängige separat von einenander gesunden wollen, dann können sie sich auch wieder treffen und gemeinsam den Weg vielleicht weitergehen. Zwei Kranke aber, die kommen zwangsläufig wohl irgendwann ins Krankenhaus ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Renate,
    ist schon ganz komisch, wenn man über den eigenen Horizont hinaussehen muss und versucht es "wertfrei(er)" zu betrachten.

    In meiner ersten Zeit der Trennung gelang mir das nicht weil ich voller Wut und Enttäuschung war. Ich konnte weder erkennen was "Loslassen" sein soll, noch wie es helfen kann. Das es mir selber dient um einfach wieder laufen zu lernen habe ich spät begriffen. Das diese Rückgabe der Verantwortung auf mich erleichternd wirken könnte, auf die Idee kam ich nicht, weil alles mein Leben lang selbstverständlich so geregelt wurde. In gesunden Partnerschaften auch richtig, wenn einer dem anderen etwas abnimmt. Nur war ich vor lauter eigener "Huch, was passiert heute wieder"-Verfassung nicht mehr in der Lage einfach mal inne zu halten und mich selber zu befragen.

    Der Burnout und Arbeitsplatzverlust gefährdet zwar meine Existenz, aber er war so nötig um das alles ans Tageslicht zu bringen, was ich 8 Jahre überschatten wollte. Zwar wird alles für mich ein harter Kampf werden, aber einer, bei dem ich etwas erreichen kann.

    Ohne Burnout, Psychotherapie und dem totalen Zusammenbruch wäre ich nicht da angekommen wo ich jetzt bin.

    Genau das, was Du verspürst mit nach Deinem Weggang uns sich bei mir zu kristallisieren scheint ist wohl genau dieses "Loslassen" Verantwortung überlassen um einem Suchtkranken (wie uns auch) klar zu machen wo wir stehen. Während es einigen von uns Co's gelingt mit Hilfe der SHG (wenn bei mir nur in Form dieses Forums), der Psychotherapeutin und guten Freunden gelingt sich selber und seine Verhaltensweisen aufzurollen, so sind unsere ehemaligen Partner noch in Ihrer Sucht gefangen. Während wir die Chance wahr nehmen uns zu beleuchten müssen sie zwangsläufig den ursprünglich eingeschlagenen Weg weitergehen.

    Eine Freundin sagte mal zu mir: es war klar, wenn Du weg gehst, dass der Konsum höher wird. Nicht deshalb, weil er dich liebte und weniger trank, nein, er wollte nicht zu auffällig sein. Das alles fällt nun weg wenn Du nicht mehr dort lebst. Genau so scheint es zu sein. Während mein Tiefpunkt (so wie Deiner wie es sich bei Dir liest) erreicht war, so musste ich handeln und quasi Hand anlegen um zu überleben. Nun, wer eben noch nicht am Tiefpunkt ist, der führt sein Leben weiter wie gekannt und gewohnt.

    Ich kann mir vorstellen, vielen, die auf dem Weg sind wie wir geht es nicht immer leicht. Meine Handgelenke sind geprellt weil ich es nicht begreifen wollte dass 2 x 35 kg Briketts einfach mit einem Hieb zu schwer sind. Nun gut, dann muss ich eben im Angebot Holzbriketts kaufen, die weigen dann jeweils nur 10 kg.

    Ich habe zwischen gestern und heute morgen 4 m Holz gestapelt, die Handgelenke sind im Eimer und ich schmiere mit Schmerzsalbe. Aber ich habe es geschafft. All die Jahre zuvor holte ich auch die Briketts oder bettelte darum, dass Holz gemacht wird.
    In diesem Jahr habe ich es an anderem Wohnort gekauft, Preise verglichen, mich informiert und einen guten Deal abgeschlossen, schönes Holz habe ich gestapelt und heize im Winter im Kaminofen. Ein ewiger Traum von mir.

    Dinge, die nicht einfach sind, dennoch jedes geschaffte Teil scheint mich stärker zu machen. Jede neue Aufgabe oder Mutprobe macht mir Angst und stärkt wenn ich sie geschafft habe. Mit jedem dieser Schritte schwindet sein Bild vor meinen Augen.

    Während ich früher sehr darauf achtete was er an hatte, wie er wirkte und aussah, so viel mir bei den Drohbesuchen auf, dass ich nicht einmal seine Kleidung in Erinnerung behalten habe. Ich weiß nicht einmal, ob ich sie betrachtet habe. Dieses frühere "was macht er, wie macht er was" ist nun in einer unpersönlichen Region angekommen.

    Diese Wehmut und Trauer, die ich empfand war oftmals aus Angst vor Aufgaben, von denen ich dachte sie nicht bewältigen zu können.

    Komischerweise scheint es aber ganz genau so zu sein, dass ich mich aus der Opferrolle heraus bewege und dadurch weniger leicht angreifbar bin. Im Gegenzug dazu scheint (und das verstehe ich so über den Kopf nicht ganz) bei meinem Ex-Partner die Panik auszubrechen. Haus ist verbarikadiert, alle Rolläden unten, er verlässt scheinbar über Tage das Haus nicht und alles an Tageslicht geht über ein Zimmer auf drei Etagen und einen Spalt.
    Gerade so, als habe er zuvor seine Angst auf mich übertragen können und seit dem Polizeieinsatz schien sich das umgekehrt zu haben. Dieser wird nicht der alleinige Grund gewesen sein, aber vielleicht einer von vielen. Ein Punkt, in dem ein Mensch Grenzen setzte. Vielleicht haben noch andere Menschen diesem Kranken Grenzen aufgezeigt. Vielleicht hat er für sich die Chance irgendwann zu begreifen dass man/frau sich nicht immer aus der Verantwortung stehlen kann.

    Ich glaube, diese langsam fortschreitende Sucht, die unauffällig sein kann, die kann jahrzehnte in ein Menschenleben eingreifen und keinen sofort sichtbaren Schaden anrichten. Aber die schleichenden Begleiterscheinungen müssen zwangsläufig den Betroffenen irgendwann einmal überholen.
    Ebenso, wie es mir als Co ging!

    Das, was bei mir Burnout war, war bei dir der Sterbeprozess Deiner (Schwieger-)Mam kann ich mir vorstellen. Da kommt so viel Trauer und Schmerz und so viele Dinge im Leben werden hinterfragt - und auch die eigenen Wünsche neu betrachtet.

    Gerade dann, wenn man die Mutter verliert, die einen auf die Welt gebracht hat, dann fragt man sich vielleicht "hat sie mich glücklich gesehen" oder hatte sie vielleicht Angst zu gehen und Angst um mich. Jetzt alles hypothetisch, aber ich will damit sagen, durch solche tiefgreifenden Geschehnisse beginnt man/frau anders zu denken.

    Bei dir ganz sicher in eine sehr richtige Einstellung, die ein schönes Leben ermöglichen kann, ein autonomes und selbstverantwortliches!

    In diesem Sinne,
    viel Power auf Deinem Weg von einem Schützen
    gewünscht
    Dagmar


    ***Feuerzeichen haben halt Power****
    wenn sie sich mal aus der Sucht rauaarbeiten :)

    Boah, das ist verrückt, liebe Renate. Und für mich persönlich auch beängstigend, weil da viele Gedanken, die am Anfang noch unsortiert waren und die einfach nicht in ein Handlungsgefüge passten nun plötzlich ganz andere Dimensionen annehmen.

    Gerade dieses "ich habe das und das beigetragen", wobei das im Regelfall oft verschwindend gering war. Darauf komme ich weil Du von Dingen schreibst, die in der Öffentlichkeit vollzogen werden, Firma und Familienfeiern.

    Da ich ein verrücktes Huhn bin mit den Katzen und selber privat viel auf die Reihe gebracht habe nebst der Vermittlung von vielen Tieren von Wiesbaden bis Worms war ich häufig in Rundfunkt und Presse. Während das auf der einen Seite uninteressant war, so wurde das doch nach außen anders verkauft. Und erstaunlicherweise wurden die Tiere in der Zeit der Trennung schlecht behandelt (was zuvor nicht sein Stil war) und mir wurde urplötzlich vorgeworfen wieviel Strom ich verbraucht habe um die Tiere durch den Winter zu bringen.

    Als quasi diese Dinge wirkten wie etwas von ihm, so wurde das dann plötzlich (als ich meinen Zweck nicht mehr erfüllte) verurteilt, zerstört und die Lebewesen getreten. Etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte.

    Irre fand ich dass ich nunmehr (nach dem Polizeieinsatz hier wieder Licht im Haus habe und mich weniger verstecke, wohingegen im alten Haus nun alles verbarikadiert ist. Gerade so, als hätten sich die Fronten verändert. Gerade so, als hätte mein Herauswachsen aus der Angst bei ihm eine Angst ausgelöst.

    Es wirkt mit Abstand gerade so, als je mehr ich mich aus Abhängigkeit und Angst löse, desto ängstlicher wird er. Ob das dieses "fallen lassen" ist. Dieses nicht mehr Kraft vom anderen abzapfen zu können, dieses nicht mehr das Deckmäntelchen um sich geworfen zu wissen.

    Das scheint ja ähnlich mit Eurer Geschichte zu sein. Ab dem Moment, wo man/frau Farbe bekennt ist das Umfeld gezwungen zu reagieren. Egal wie, das kann auch mit Egalsein sein, aber es könnte ja auch so oder so sein, also einfach auch gegen den Suchtkranken. Jetzt scheinen nämlich genau solche Ängste an den Tag zu treten, die vielleicht die Sucht mit verursacht haben. Ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren, aber es kommt mir gerade vor wie ein Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel. Dadurch, dass ich die Polizei zu Rate holte machte ich das Problem öffentlich, nicht nur das, meine Angst war wohl für diesen Schritt nicht groß genug meinte er (na stimmt nicht, gerade weil die Angst eben so groß war holte ich die Polizei) denn er weiß in allen den Jahren war meine Prämisse immer so etwas selber zu lösen und niemanden in die Pfanne zu hauen.

    Boahh, das ist wirklich krank, wenn ich mir überlege, was wir da gemeinsam getrieben haben. Denn wenn ich erhlich bin, dann muss ich feststellen, bei mir gab es Jobverlust, dem folgte Burnout (nun Arbeitslosigkeit, genial) und bei ihm wohl eine Suchtfolge. Also haben wir uns beide tiefer runter gerissen durch diese gegenseitige Symbiose, die Deckung und Verschleierung für uns beide nach außen darstellte.

    Ich denke Renate, dass das Umfeld Achtung vor Menschen hat, die ehrlich mit Situationen umgehen, egal, welche das sind. In einem solchen Moment ist man/frau ehrlich und der/die anderen haben einfach das Gefühl es mit Menschen zu tun zu haben. Denn wieviele der Umstehenden haben schon lange vor uns Angehörigen begreifen müssen was abgeht??

    Klasse, dass Ihr es hinbekommen habt Euch selber zu entdecken und ihm seine fremden Federn wieder abnehmen konntet :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Artep,
    ist er Alk oder nicht? Ist das wirklich die Frage??? Bei mir war sie es - eine bombige Ausrede für mich mich nicht trennen zu müssen.

    Für mich war es aber unerträglich, dass er tagtäglich nach Alk roch. Ich konnte das Geschnarche vor dem Fernseher nicht ertragen, wenn er vollalkoholisiert einschlief. Die Fernbedienung und der Fernseher im Schlafzimmer war nie mein Fall - aber dann sturzbetrunken einschlafen und die Fernbedienung unter sich begraben, damit ich auch nicht schlafen kann, einfach nur geil. Kein Willkommenskuss, man hätte ja riechen können, dass da ausser Pfefferminz noch was war.

    Sich zu schämen, wegen einem Vollrausch auf dem Weihnachtsmarkt, ein geniales Gefühl.

    Nein, bei Dir ist das noch nciht so schlimm? Herzlichen Glückwunsch! War es bei mir auch bis zum Dezember 2007 nicht.

    Mir hätte es so was von egal sein sollen ob er Alkoholiker ist oder nicht - ein Zusammenleben war nicht möglich. Lag es am Alk? An mir? An ihm? Nach 7 Jahren war es bei mir eben so.

    Nicht nach 6 Monaten - nicht nach 6 Jahren

    aber nach 7 !

    Auch ich habe gegrübelt, ich tue es noch - ich brauche es um zu verstehen, zu ver- und bearbeiten. Auch ich war verletzt. Nun beginne ich meine Wunden zu versorgen und zu pflegen. Ich meine - nicht mehr seine!!!!!

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    ****Herr Gott, ich wünsche jedem, dass es Euch nicht so geht wie mir, und dennoch, fast alle Geschichten der anderen Partnern von Suchtkranken lesen sich ebenso wie meine.***

    Überlegt Euch gut was IHR EUCH wert seid!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ähem, Artep,
    sorry, aber ich erlebte recht selten in allen den Jahren einen Vollrausch! Von einen Moment auf den nächsten änderte sich das in tägliches Spiegeltrinken und 2 - 3 x Vollrausch pro Woche.
    Schneller, als ich es raffen konnte waren Dinge da, an die ich nie hätte denken können.....

    Und mein Ex war über Jahre nicht einmal abends betrunken.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Ihr Lieben,
    seid mir nicht böse, aber ich stelle mittlerweile für mich in Frage, jemals wirklich mich in den Menschen verliebt zu haben, den ich kennengelernt hatte. Ich für meinen Teil befürchte, der Alk hatte ihn damals schon in den "Griffeln".

    Jetzt zumindest hat er ihn mit Haut und Haar - nun gut, wenn er sich einnehmen lässt, so kann ich leider nichts daran ändern. Aber ich für mich muss versuchen mich von der Traumvorstellung des Traummannes zu lösen, der ich jahrelang hinterher rannte.

    Ich habe Wut erlebt im nassen Zustand, die nicht zu beschreiben ist. Das ist so meilenweit entfernt von dem Menschen, den ich dachte zu lieben dass ich ganz klar sagen muss: hallo, nein diesen Menschen, den es jetzt gibt, mit dem verbindet mich nichts mehr.

    Ich habe den Alk verantwortlich gemacht, die Mittrinker, auch mich, weil ich war ja an allem schuld. Aber eines habe ich nie getan - und das vermisse ich gerade bei Euch - die Grenze zu ziehen um zu fragen "was tut mir gut, was schadet mir und wie soll ich selber glücklich werden". Nicht böse sein, aber wenn Eure Geschichten nur 20% mit meiner gemeinsam haben sollten, dann ist sehr fraglich was noch auf Euch zu kommt.

    Ich hoffe nicht, dass Ihr in meine Fehler einsteigt, ich hoffe, Ihr verlasst diesen Teufelskreis früher als ich - auch im Interesse EURER Partner! Denn nur wenn diesen Männern klar werden sollte dass sie sich und ihr Leben nicht mehr steuern können, sind sie vielleicht bereit das Ruder namens Alk durch ein anderes zu ersetzen.

    Der Alkohol ist stärker als die Liebe - ganz sicher. Nur stellt sich mir die Frage, ob ein Suchtkranker "lieben" kann?! Er ist ja gedämpft und somit wenig von Gefühlen erreichbar. Er wird viel tun, damit wir das Gefühl haben er ist uns nah. Klar, denn nur so spielte ich das Spiel mit, für das ich klug eingespannt wurde. So klug, dass ich erst jetzt (nach 2 Monaten räumlicher Trennung) beginne zu begreifen welche krankhafte Symbiose wir gemeinsam bildeten.

    EinWeib, mal ganz ehrlich: wieviel schönes gibt es, bzw. wie lange liegt das zurück und wieviel schlimmes gab es in den letzten Monaten. Du bist bestimmt nicht hier, weil Du so glücklich mit ihm warst oder? Ich denke, Du und Aura, Ihr habt genau begriffen um was es geht und was mit Euch passiert, aber die Hoffnung und die Erinnerung (mit der ich mir immer selber weh tat) verhindern ein loslassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Artep,
    als Lüge möchte ich es in der Form nicht bezeichnen.

    Ich denke mal, da ist ein Mensch, der seit Teenagerzeiten getrunken hat (warum, wieso, weshlab lassen wir einfach dahingestellt). Somit konnte er sich nicht so entwickeln, wie es bei anderen Menschen geschieht, die sich mit dem Leben und darin befindlichen Situationen entwickeln. Im Falle meines Ex kommt noch hinzu, dass der allmächtige und tyrannische Vater alle Verantwortung abnahm und im Notfall auch mal Schmiergeld bezahlte damit der Führerschein nicht abgenommen wurde. Vielleicht musste er als Gegenleistung "still" sein? Nach all dem was ich von ihm weiß hat er schon damals nicht Verantwortung für sein Handeln übernommen, musste es nicht lernen, da Elterns Hädchen bis jetzt 43 noch immer die größten Schäden abwenden.

    Dieser Mensch also musste (damit ihm die Verantwortung abgenommen wird) eine Rolle spielen. Wie soll er sich also selber finden? Wie soll er sich entwickeln? Wie soll er mir gegenüber anders sein als gegenüber den Eltern: Tauschgeschäft - Hol mich aus der Patsche, und ich spreche von "Liebe".

    Das könnte so gewesen sein: nicht aus Böswilligkeit, nicht aus Lieblosigkeit - einfach weil nichts anderes bisher gekannt war.

    Der Alk seit Teenagertagen verändert ganz sicherlich das Gehirn, die Denkfunktion und die Aufnahmebereitschaft - vom Stoffwechsel mal ganz abgesehen.

    Mein Herz sehnte sich während der Zeit auch nach ganz viel, aber zu viel was für uns beide möglich war. Wir waren wohl zwei ängstliche Menschen, die dachten sich ergänzen zu können. Ich musste mich schon immer durchboxen, da könnte ich doch auch ihn durchboxen? Ich war nie aggressiv, wurde anders erzogen, er aber zu viel. Somit glichen wir uns hier auch wieder aus. Ich trank nie - er häufig, auch hier kommen wir dann wieder auf den Pro-Kopf-Durchschnittsbedarf.

    Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es zum Lachen. Ich denke, bei uns haben ein Blinder und ein Tauber sich gefunden. Der Taube konnte nie verstehen was der Blinde schildert während der der Blinde nicht sehen konnte was der Taube sah.

    Grausames Resümee....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ob eine Beziehung Zweck hat? Wenn sie so ist wie meine ganz sicher nicht! Wenn du genau weißt, was Du für Dein Leben willst oder nicht willst, wenn Du mit Dir im Reinen bist kannst Du darauf hinarbeiten, aber wie oder wie tief Ihr beide verstrickt seid kann ich nicht sagen. Mir selber fallen meine Verstrickungen erst jetzt nach rund 2 Monaten Kontaktabbruch und getrenntem Leben auf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich muss mich hier Jenny anschließen. Davon einmal ganz abgesehen, dass der Betreffende im Regelfall nur mit Wut/Abstreiten ect. reagiert wird wohl selten Einsicht zu finden sein.

    Diejenigen, denen das alles zu viel wird, die machen sich aus dem Staub. Diejenigen, die dersleben Liebe angehören, die bleiben freudig wenn etwas Stoff rausspringt.

    Wenn der Betreffende nicht merken will oder kann dass auch im Freundeskreis etwas nicht stimmt oder Freunde eben keine Freunde sind, dann mag es auch am Betreffenden selber liegen. Ist er/sie kritikfähig? Ist er/sie überhaupt selber ein Freund?

    Meine Freunde waren in den harten Tagen da. Sie haben mich beim Umzug unterstützt wo es ging. Beim Tode von XXL war Hilfe da - aber ich war in der Lage zu sagen "ich kann nicht mehr, bitte helft". Ebenso war ich in der Lage zu sagen, ich muss aus der Beziehung raus, bitte helft mir bei der Realisierung."

    Diese Hilfe kann ich nur bekommen, wenn ich sage "ich will Hilfe". Diese Hilfe kann ich nur bekommen, wenn ich den Ansatz liefere und die Grundlagen, damit mir geholfen werden kann.

    Ich habe lange, lange eine Wut auf die Mitsäufer gehabt. Aber warum sollten die eine Einladung ablehnen? Sie wissen alle was Sache ist! Aber es ist niemand von ihnen dafür zuständig was ein andere trinkt oder ob er später Auto fährt oder oder oder....

    Ich sah die Schuld der Mittrinker, die Schuld desjenigen, der mich mit einer Fahne anlallte - aber war nicht in der Lage aus dem Dunstkreis des Alkoholgeruches zu gehen! Wäre doch schon über Jahre hinweg gegangen, oder?

    Oh, auch ich habe mehr als deutlich gesagt was Sache ist - ohne Ultimatum - einfach nur dass ich mir das nicht mehr antue. Jetzt bin ich selbstverständlich die Böse, Unfaire und der Verursacher. Pech, damit muss ich leben! Nur wage ich von mir sagen zu dürfen ich habe das ausgesprochen gegenüber dem Betreffenden, worüber andere tuscheln. Ob er es realisiert oder nicht geht mich nichts mehr an.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich würde mich freuen, liebe Lilly oder Spedi, wenn Du/Ihr bei mir weiterliest und mich berichtigt, korrigierst oder (aber bitte nur im Notfall ;) kritisierst. Natürlich auch von Seitens der anderen nunmehr trockenen Leidensgenossen, denen es so geht wie mir, die immer mehr die Zusammenhänge von Sucht und die Gemeinsamkeiten beginnen zu begreifen.

    Ich habe hier nämlich durch Zufall - und den Beginn der Geschichte die wahre Persönlichkeit des Partners nie gekannt zu haben ein grausames Aha-Erlebnis.

    XXL starb, es war der Horror, ich beerdigte xxl an einer schönen Stelle und begleitete seinen Tod. Ich hatte viele Jahre Angst vor genau einem solchen Moment.
    Ich zog um, hatte Angst ob alles klappt - nun vieles klappte, manches ist immer noch im Argen. Noch immer keine Couch, Spüle ect. Davor hatte ich lange Jahre Angst, aber ich habe es überlebt.
    Mein gutes, altes Fahrzeug kann reparaturbedrüftig werden, davor hatte ich Angst im Alleinsein keine Lösung zu finden oder finanzieren zu können. Nun gibt es hier einen Nachbarn, der recht günstig die Reparaturen tätigt.

    Manche meiner Ängste musste ich real bewältigen, die am meisten gefürchtetsten Reaktionen traten ein, aber ich schaffte es mit ihnen umzugehen.

    Der Polizeieinsatz, war für mich das schlimmst denkbare überhaupt, nie, nie, nie wollte ich so etwas einem Menschen antun, aber mir wollte ich Ruhe gönnen und Grenzen, die im Notfall durch die Justiz geschützt werden.

    Während ich mich scheinbar nun mit meinen Ängsten auseinandersetzen musste, so hatte ich in den Jahren zuvor einen "Partner" dem ich meine Ängste mitteilte, die er lapidar vom Tisch wischen konnte und sagen "erledige ich". Ungern, mit gemurre, aber eine Bestätigung, dass er Dinge bewältigt, das Leben und mich kontrolliert.

    Nun aber gehe ich selber mit diesen Dingen um, änngstlich, aber ich schaffe es. Im Gegenzug wurde mir erzählt, dass er sich im Hause verbarikadiert und es wohl nicht mehr häufig verlässt, entweder Urlaub habe (sein angekündigter Umzug müsste ja bereits im Laufen sein) und wenig Bewegung zu spüren sei, nur kleine Schlitze würden Tageslicht in dieses Geisterhaus lassen.

    Mir stellte sich nun die Frage, ob meine Ängste auf ein Gegenüber reflektiert, diese Person (von der ich weiß, dass sie "eigentlich" selber sehr ängstlich ist) gestärkt haben? Schwer das in Worte zu fassen. Meine Angst vor vielen Dingen war groß, dadurch ist es sicherlich möglich, für denjenigen der vor diesen Dingen keine Angst hat, sich ein Gefühl der Stärke zu erlauben, noch nicht einmal im bösen Sinne.

    Fehlt nun aber der Co, der es ermöglicht dass sich der Suchtkrnke über dessen Ängste stellt so sind die eigenen Ängste näher an der Person, kann das sein? Kann es tatsächlich sein, dass solche irren Kombinationen und Anziehungsmöglichkeiten von Co's und Süchtigen sich in solchen Relationen oder Reaktionen auswirken?

    Kann es tatsächlich sein, dass zwei ängstliche Menschen aufeinander trafen, die sich gegenseitig die Angst des anderen kompensierten und dadurch gegenseitig das Gefühl verstärkten "es ist doch alles nicht so schlimm, ich (wir) haben es im Griff.

    Da wo ich meine Fähigkeiten habe liegen seine Manko-Seiten. Kann diese Ergänzung uns als Paar zusammengeschweisst haben, um nach außen einen vermeintlich soliden und stabilen Eindruck zu vermitteln?

    Ich bin ehrlich gesagt recht geschockt über diesen Gedanken, von dem ich nicht weiß, ob er realistisch ist oder nur von mir eine Ansammlung von Vermutungen ist. Keine Ahnung! Aber es wirkt gerade so - auch wenn ich so die letzten Jahre überlege. Die Angststituationen - die dann auch zuweilen in Wut ausarteten - da sind genau diese Gegensätzlichkeiten im Spiel.

    Boahh, helft mir mal auf die geistigen Sprünge ob so was irres tatsächlich möglich sein kann....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das "wachrütteln" der "bösen Lilly" ist auch ganz wichtig weil ich selber beispielsweise noch nie einen Rausch hatte. Ich kenne also nicht dieses weiche Wattegefühl, welches mich so in wohlige Gefühle pudert dass man/frau es immer wieder will.

    Ich dachte über Alkohol aufgeklärt zu sein. Witz, Witz, Gelächter .... Der Spiegeltrinker, der unauaffällig sein Leben zu meistern scheint, der war mir doch glatt im Bewußtsein untergegangen.

    Die Veränderungen, die Auswirkungen von jahrelangem Missbrauch (der vielleicht noch keine Sucht war) der auf den Körper einwirkte, den wusste ich nicht, kannte ich nicht und hätte ihn mir in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen können.

    Nein, wenn jemand Moral hat, dann hat er sie! Blödsinn, Irrwitz, irgendwann geht es um das Überleben mit der Droge, dann wird alle Moral ausgeschaltet - als Überlebenstrieb und Drang.

    Sexualtität, eigentlich das NonplusUltra bei Menschen, die sich achten und lieben. Auch hier finden Wandlungen in fielfältiger Form statt. Anstatt aber genau zu hinterfragen schiebt man/frau es auf langjährige Beziehungen, die eben vom Alltag überrollt werden.

    "Brauche dringend Hilfe" ist richtig! Für sich selber - aber das konnte ich überhaupt nicht realisieren. Erst als es mir ans "Leder ging" erst da musste ich aufwachen. Ich wollte nicht, nein ich hätte noch weiter geträumt wäre nicht von heute auf morgen ein Drama inszeniert worden.

    Hätte mich jemand in der Form gewarnt, so hätte ich gesagt - bei anderen ja, bei meinem Partner doch nicht! Ja, ja, ich wollte Hilfe ! Ich wollte ihm helfen.... Das ich schon lange ausgebrannt war, psychisch fertig und gar nicht mehr helfen konnte (egal wem und egal bei was!) das hatte ich schon lange selber nicht mehr realisiert.

    Bei neuen Postings, bei denen um Hilfe gefragt wird, würde ich so gerne schreien und schütteln "Tut Euch das nicht an, was ich mir angetan habe".

    Aber auch Ihr werdet sagen "bei jedem anderen, aber nicht bei meinem Partner kann das passieren"....

    Lieben Gruß von Dagmar