Tockenes Resümee eines Co's

  • Liebe Dagmar,
    ich denke, du hast recht mit der These: Da wo ich meine Fähigkeiten habe liegen seine Manko-Seiten. Kann diese Ergänzung uns als Paar zusammengeschweisst haben, um nach außen einen vermeintlich soliden und stabilen Eindruck zu vermitteln?
    Bei uns war es sicher so. Ich sehe es aber erst seit ein paar Monaten, seit ich allein bin. Mein Ex hat uns immer angetrieben zu Höchstleistungen. Egal ob schulisch oder beruflich. Wir haben alles brav befolgt. Bis ich dahinterkam, daß er uns so hingerichtet hat, wie er es für sich gerne gehabt hätte. Die Kinder sind alle erfolgreich im Beruf und ich habe eine Firma aus dem Boden rausgeholt und habe sie immer noch. Mit Erfolg. Und bei offiziellen Veranstaltungen oder Familienfeiern erzählte er dann immer mit Stolz, was seine Familie so alles schafft und natürlich half er immer überall ein wenig mit, daß der Anschein kam, er ist die Hauptperson. Ohne ihn geht gar nichts. Ich bemerkte nur lange nicht, daß er von uns in den Hintergrund gedrückt wurde duch unsere Erkenntnis, er ist Alkoholiker. So hat er sich halt angehängt und den Ruhm und die Lorbeeren mitgenossen. Nur irgendwann einmal war bei uns die Kraft aus. Da fingen wir an, auf ihn konzentrierter zu schauen. Und wir bemerkten, daß er immer mehr trank. Wir hatten auch Angst, nicht mehr als tolle Familien dazustehen, wenn einer davon entfernt wird. Doch heute sehen wir es ganz positiv. Es kommt für uns klar herüber, was wir im Einzelnen leisten und können und auch wollen. Und unsere Kunden haben es uns nicht übel genommen, daß wir die heile Welt mit dem tollen, lustigen Mann und Vater verlassen haben. Bis auf einige, doch um die tut es uns nicht leid. Ich habe auch geglaubt, es wird nach der Trennung für mich ein beruflicher Rückschlag kommen, wer hilft mir oder wenden sich die Kunden ab. Doch nichts ist passiert, es geht sogar noch besser, da ich konzentrierter und motivierter arbeiten kann. Habe auch sofort Ersatzpersonal gefunden, auf die ich mich voll verlassen kann.
    Ich hoffe, ich konnte dir auf die geistigen Sprünge helfen. So was Irres ist tatsächlich möglich.
    Wir waren zwei Schwache, und jetzt ist nur mehr einer schwach. Und das ist er.

    Liebe Grüße
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Boah, das ist verrückt, liebe Renate. Und für mich persönlich auch beängstigend, weil da viele Gedanken, die am Anfang noch unsortiert waren und die einfach nicht in ein Handlungsgefüge passten nun plötzlich ganz andere Dimensionen annehmen.

    Gerade dieses "ich habe das und das beigetragen", wobei das im Regelfall oft verschwindend gering war. Darauf komme ich weil Du von Dingen schreibst, die in der Öffentlichkeit vollzogen werden, Firma und Familienfeiern.

    Da ich ein verrücktes Huhn bin mit den Katzen und selber privat viel auf die Reihe gebracht habe nebst der Vermittlung von vielen Tieren von Wiesbaden bis Worms war ich häufig in Rundfunkt und Presse. Während das auf der einen Seite uninteressant war, so wurde das doch nach außen anders verkauft. Und erstaunlicherweise wurden die Tiere in der Zeit der Trennung schlecht behandelt (was zuvor nicht sein Stil war) und mir wurde urplötzlich vorgeworfen wieviel Strom ich verbraucht habe um die Tiere durch den Winter zu bringen.

    Als quasi diese Dinge wirkten wie etwas von ihm, so wurde das dann plötzlich (als ich meinen Zweck nicht mehr erfüllte) verurteilt, zerstört und die Lebewesen getreten. Etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte.

    Irre fand ich dass ich nunmehr (nach dem Polizeieinsatz hier wieder Licht im Haus habe und mich weniger verstecke, wohingegen im alten Haus nun alles verbarikadiert ist. Gerade so, als hätten sich die Fronten verändert. Gerade so, als hätte mein Herauswachsen aus der Angst bei ihm eine Angst ausgelöst.

    Es wirkt mit Abstand gerade so, als je mehr ich mich aus Abhängigkeit und Angst löse, desto ängstlicher wird er. Ob das dieses "fallen lassen" ist. Dieses nicht mehr Kraft vom anderen abzapfen zu können, dieses nicht mehr das Deckmäntelchen um sich geworfen zu wissen.

    Das scheint ja ähnlich mit Eurer Geschichte zu sein. Ab dem Moment, wo man/frau Farbe bekennt ist das Umfeld gezwungen zu reagieren. Egal wie, das kann auch mit Egalsein sein, aber es könnte ja auch so oder so sein, also einfach auch gegen den Suchtkranken. Jetzt scheinen nämlich genau solche Ängste an den Tag zu treten, die vielleicht die Sucht mit verursacht haben. Ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren, aber es kommt mir gerade vor wie ein Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel. Dadurch, dass ich die Polizei zu Rate holte machte ich das Problem öffentlich, nicht nur das, meine Angst war wohl für diesen Schritt nicht groß genug meinte er (na stimmt nicht, gerade weil die Angst eben so groß war holte ich die Polizei) denn er weiß in allen den Jahren war meine Prämisse immer so etwas selber zu lösen und niemanden in die Pfanne zu hauen.

    Boahh, das ist wirklich krank, wenn ich mir überlege, was wir da gemeinsam getrieben haben. Denn wenn ich erhlich bin, dann muss ich feststellen, bei mir gab es Jobverlust, dem folgte Burnout (nun Arbeitslosigkeit, genial) und bei ihm wohl eine Suchtfolge. Also haben wir uns beide tiefer runter gerissen durch diese gegenseitige Symbiose, die Deckung und Verschleierung für uns beide nach außen darstellte.

    Ich denke Renate, dass das Umfeld Achtung vor Menschen hat, die ehrlich mit Situationen umgehen, egal, welche das sind. In einem solchen Moment ist man/frau ehrlich und der/die anderen haben einfach das Gefühl es mit Menschen zu tun zu haben. Denn wieviele der Umstehenden haben schon lange vor uns Angehörigen begreifen müssen was abgeht??

    Klasse, dass Ihr es hinbekommen habt Euch selber zu entdecken und ihm seine fremden Federn wieder abnehmen konntet :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,
    deine Zeilen bringen noch mehr Gedanken in mir hoch.
    Es kommt mir zum Bewußtsein, daß mein Ex noch mehr zu trinken begonnen hat, wie ich mich von ihm losgelöst habe. Also den Kampf oder die heile Scheinwelt aufgegeben habe. Am Anfang hatte ich fürchterliche Gewissensbisse und es wurde mir auch sehr eingeredet, das kannst du doch nicht, was wird aus ihm usw.
    Doch irgendwann stieg meine Kraft wie in die eines Löwen, bin auch im Sternzeichen eine, und ich zog meinen Weg rigoros durch. Habe zwar ein Jahr lang einen Rückzieher immer wieder gemacht, um andere zu schonen. Meine Mam war zum Sterben und seine auch. Die wollte ich nicht hineinziehen, daß sie sich noch Sorgen machen mußten. Doch als beide tot waren, ging es sehr schnell. Dann ließ ich nicht mehr los und ich hatte nur mehr ein Ziel vor Augen: WEG!
    Und ich habs geschafft. Jetzt muß ich zwar wieder einige Schritte zurückgehen, da ich es noch nicht geschafft habe, komplett den Umgang zu unterbinden. Bis vor einem Monat hätte ich gar nicht geglaubt, daß ich nichts mehr von ihm sehen und hören möchte. Doch heute weiß ich, daß es mir riesig gut tut, wenn er in keinster Form mit mir Kontakt hat. Und dafür werde ich wieder kämpfen. Vorwärts und nicht rückwärts.
    Und das mit dem Umfeld trifft auch bei mir zu. Arbeitskollegen meines Ex gehen jetzt auf mich zu, vorher überhaupt nicht, und sprechen mich an. Sie erzählen mir jetzt, wie es in seiner Firma zugeht und daß dort regelmäßig getrunken wird. Vorher wurde das alles verschwiegen oder hinter dem Rücken geredet. Und vor allem für mich sehr interessant. Sie gratulieren mir ehrlich zu meinem Entschluß. Ich wußte gar nicht, wie nett diese Leute sein können. Diese wurden vom Ex immer wieder negativ beschrieben. Aber ist schon klar, sie haben ihn durchschaut. Und wenn man nicht der gleichen Ansicht wie ein Alki ist, so ist man fehl am Platz.
    Auch das habe ich erkannt.
    Es ist schön mit dir zu schreiben, da läßt sich vieles anders betrachten.
    Liebe Grüße
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Ja, liebe Renate,
    ist schon ganz komisch, wenn man über den eigenen Horizont hinaussehen muss und versucht es "wertfrei(er)" zu betrachten.

    In meiner ersten Zeit der Trennung gelang mir das nicht weil ich voller Wut und Enttäuschung war. Ich konnte weder erkennen was "Loslassen" sein soll, noch wie es helfen kann. Das es mir selber dient um einfach wieder laufen zu lernen habe ich spät begriffen. Das diese Rückgabe der Verantwortung auf mich erleichternd wirken könnte, auf die Idee kam ich nicht, weil alles mein Leben lang selbstverständlich so geregelt wurde. In gesunden Partnerschaften auch richtig, wenn einer dem anderen etwas abnimmt. Nur war ich vor lauter eigener "Huch, was passiert heute wieder"-Verfassung nicht mehr in der Lage einfach mal inne zu halten und mich selber zu befragen.

    Der Burnout und Arbeitsplatzverlust gefährdet zwar meine Existenz, aber er war so nötig um das alles ans Tageslicht zu bringen, was ich 8 Jahre überschatten wollte. Zwar wird alles für mich ein harter Kampf werden, aber einer, bei dem ich etwas erreichen kann.

    Ohne Burnout, Psychotherapie und dem totalen Zusammenbruch wäre ich nicht da angekommen wo ich jetzt bin.

    Genau das, was Du verspürst mit nach Deinem Weggang uns sich bei mir zu kristallisieren scheint ist wohl genau dieses "Loslassen" Verantwortung überlassen um einem Suchtkranken (wie uns auch) klar zu machen wo wir stehen. Während es einigen von uns Co's gelingt mit Hilfe der SHG (wenn bei mir nur in Form dieses Forums), der Psychotherapeutin und guten Freunden gelingt sich selber und seine Verhaltensweisen aufzurollen, so sind unsere ehemaligen Partner noch in Ihrer Sucht gefangen. Während wir die Chance wahr nehmen uns zu beleuchten müssen sie zwangsläufig den ursprünglich eingeschlagenen Weg weitergehen.

    Eine Freundin sagte mal zu mir: es war klar, wenn Du weg gehst, dass der Konsum höher wird. Nicht deshalb, weil er dich liebte und weniger trank, nein, er wollte nicht zu auffällig sein. Das alles fällt nun weg wenn Du nicht mehr dort lebst. Genau so scheint es zu sein. Während mein Tiefpunkt (so wie Deiner wie es sich bei Dir liest) erreicht war, so musste ich handeln und quasi Hand anlegen um zu überleben. Nun, wer eben noch nicht am Tiefpunkt ist, der führt sein Leben weiter wie gekannt und gewohnt.

    Ich kann mir vorstellen, vielen, die auf dem Weg sind wie wir geht es nicht immer leicht. Meine Handgelenke sind geprellt weil ich es nicht begreifen wollte dass 2 x 35 kg Briketts einfach mit einem Hieb zu schwer sind. Nun gut, dann muss ich eben im Angebot Holzbriketts kaufen, die weigen dann jeweils nur 10 kg.

    Ich habe zwischen gestern und heute morgen 4 m Holz gestapelt, die Handgelenke sind im Eimer und ich schmiere mit Schmerzsalbe. Aber ich habe es geschafft. All die Jahre zuvor holte ich auch die Briketts oder bettelte darum, dass Holz gemacht wird.
    In diesem Jahr habe ich es an anderem Wohnort gekauft, Preise verglichen, mich informiert und einen guten Deal abgeschlossen, schönes Holz habe ich gestapelt und heize im Winter im Kaminofen. Ein ewiger Traum von mir.

    Dinge, die nicht einfach sind, dennoch jedes geschaffte Teil scheint mich stärker zu machen. Jede neue Aufgabe oder Mutprobe macht mir Angst und stärkt wenn ich sie geschafft habe. Mit jedem dieser Schritte schwindet sein Bild vor meinen Augen.

    Während ich früher sehr darauf achtete was er an hatte, wie er wirkte und aussah, so viel mir bei den Drohbesuchen auf, dass ich nicht einmal seine Kleidung in Erinnerung behalten habe. Ich weiß nicht einmal, ob ich sie betrachtet habe. Dieses frühere "was macht er, wie macht er was" ist nun in einer unpersönlichen Region angekommen.

    Diese Wehmut und Trauer, die ich empfand war oftmals aus Angst vor Aufgaben, von denen ich dachte sie nicht bewältigen zu können.

    Komischerweise scheint es aber ganz genau so zu sein, dass ich mich aus der Opferrolle heraus bewege und dadurch weniger leicht angreifbar bin. Im Gegenzug dazu scheint (und das verstehe ich so über den Kopf nicht ganz) bei meinem Ex-Partner die Panik auszubrechen. Haus ist verbarikadiert, alle Rolläden unten, er verlässt scheinbar über Tage das Haus nicht und alles an Tageslicht geht über ein Zimmer auf drei Etagen und einen Spalt.
    Gerade so, als habe er zuvor seine Angst auf mich übertragen können und seit dem Polizeieinsatz schien sich das umgekehrt zu haben. Dieser wird nicht der alleinige Grund gewesen sein, aber vielleicht einer von vielen. Ein Punkt, in dem ein Mensch Grenzen setzte. Vielleicht haben noch andere Menschen diesem Kranken Grenzen aufgezeigt. Vielleicht hat er für sich die Chance irgendwann zu begreifen dass man/frau sich nicht immer aus der Verantwortung stehlen kann.

    Ich glaube, diese langsam fortschreitende Sucht, die unauffällig sein kann, die kann jahrzehnte in ein Menschenleben eingreifen und keinen sofort sichtbaren Schaden anrichten. Aber die schleichenden Begleiterscheinungen müssen zwangsläufig den Betroffenen irgendwann einmal überholen.
    Ebenso, wie es mir als Co ging!

    Das, was bei mir Burnout war, war bei dir der Sterbeprozess Deiner (Schwieger-)Mam kann ich mir vorstellen. Da kommt so viel Trauer und Schmerz und so viele Dinge im Leben werden hinterfragt - und auch die eigenen Wünsche neu betrachtet.

    Gerade dann, wenn man die Mutter verliert, die einen auf die Welt gebracht hat, dann fragt man sich vielleicht "hat sie mich glücklich gesehen" oder hatte sie vielleicht Angst zu gehen und Angst um mich. Jetzt alles hypothetisch, aber ich will damit sagen, durch solche tiefgreifenden Geschehnisse beginnt man/frau anders zu denken.

    Bei dir ganz sicher in eine sehr richtige Einstellung, die ein schönes Leben ermöglichen kann, ein autonomes und selbstverantwortliches!

    In diesem Sinne,
    viel Power auf Deinem Weg von einem Schützen
    gewünscht
    Dagmar


    ***Feuerzeichen haben halt Power****
    wenn sie sich mal aus der Sucht rauaarbeiten :)

  • Wie sich doch vieles gleicht.
    Ich habe auch am Wochenende 4m Buchenholz verräumt. Allein. Aber ich habs geschafft. Ex hat mir doch noch 2 Wochen vorher Holz versprochen, aber nicht geliefert. Heute fragte er, ob ich es noch brauche. Nein, die Antwort. Er bemerkte nur, daß er es aber irgendwo abholen müsse und er auch keinen Platz dafür hätte. Wenn ich gewartet hätte, wäre ich schon erfroren. Genau so wie ich im Herzen erfroren bin vor lauter Warten auf meine Hoffnungen und Träume. Auch das mit der Kleidung ist bei mir dasselbe. Heute fällt mir nur auf, wenn er mal was Neues anhätte. Aber er bleibt beim Alten, das genügt für ihn, sagt er. Er gibt sich in Mitleidsmasche. So arm wie er ist. Und das mit meiner Mam stimmt sicher. Sie ging, als sie wußte, ich habe die Kraft und schaffe meinen Weg. Und sie hat mir noch in den letzten Lebenstagen einen Satz mitgegeben: "Mach was aus deinem Leben, nur daß es dir gutgeht." Und das nehme ich für mich an. Bin dankbar dafür, daß sie mir freigelassen hat, für mich zu entscheiden. Deshalb bin ich auch noch ganz innig mit ihr verbunden. Und mein Ex weint ihr sehr viel nach, weil er damit die letzte Stütze verloren hat, denn solange sie war, konnte er sicher sein, daß ich mich nicht trenne. Doch die Vorzeichen waren schon vorher da. Und er wußte es, hat mich nur nie ernst genommen. Und jetzt kommt er mir vor, als ob er alles das erste Mal hört. Für ihn wäre es sicher besser gewesen, geschieden zu werden, wenn er eine andere hätte, dann wäre der Männerego wieder rausgekommen. Aber so muß er auch mit der Tatsache leben, daß viele wissen, daß er den Mist gebaut hat und keine Heldentat war. Das ist tief demprimierend für ihn.
    Und ein Satz ist bei ihm ganz tief drinnen: Entschuldigen ist ein Zeichen von Schwäche. Deshalb hab ich bis heute nicht die kleinste Entschuldigung von ihm gehört. Dafür eben die Schuldzuweisungen. Aber mir tuts nichts mehr.
    Ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben.
    Da kann ich irrsinnig viel aufarbeiten. Kann das aber auch zur Sucht führen? Ich hätte noch so viel Arbeit zu erledigen und was tu ich hier? Ich schreibe und schreibe und schreibe. Aber wahrscheinlich muß das sein. Dann ist es nachher leichter und die Arbeit geht ev. schneller von der Hand.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Gleich ein neues Unterforum aufmachen ;) Internetabhängigkeit :)

    Im Prinzip schon richtig, liebe Renate. Noch vor 10 Jahren hat man/frau gelacht als der erste Internetabhängige in Holland vor einer Drogenberatung stand. Nunmehr ist das nicht mehr selten.

    Mir geht es ebenso wie Dir, viel lesen, viel schreiben und vieles andere bleibt liegen. Ich stelle bei mir fest, es gibt intensivere Aufenthalte hier und kürzere. Je nachdem, was sich bei mir im Köpfchen für Hallo-wach-Schalter betätigen.

    Da der Baum der Erkenntnis bei mir nur langsam Früchte trägt wird sich wohl erst mal das, was ich nun vermute, manifestieren und dann ist auch wieder etwas sinnvolles im Haushalt angesagt.

    Aber wir haben ja beide schon gehörig was getan mit unseren 4 m Holz. Ich denke, in Sachen Entschuldigung kommt vieles zusammen: a) Erziehung b) Unrechtsbewußtsein und c) die Sucht.
    Geht mir ebenso, es gab nie eine Entschuldigung oder gar die Möglichkeit der Schuld bei meinem Expartner.

    Wobei mir das egal ist weil ich froh bin über meine Fähigkeit Fehler einzugestehen, mich zu entschuldigen und auch zu falschen Entscheidungen zu stehen, sie aber revidieren zu können. Ich denke mal, derjenige selber der keine Entschuldigung über seine Lippen bringen kann, der ist am meisten gestraft.

    Kann ich bei anderen entschuldigen, dann kann ich es bei mir vielleicht auch. Wenn ich aber einem anderen ewig böse nachsinne, dann wird es auch in mir selber etwas böser aussehen.

    So schlimm vieles war, so viele Chancen können wir nun versuchen für uns wahr zu nehmen. Wer weiß, wo wir mal in 12 Monaten stehen. Vielleicht können wir dann mit viel Nachsicht auf diese Zeit zurücksehen und uns über ein anderes Leben freuen und sagen dieser Abschnitt war nicht schön, aber wichtig.

    Lieben Gruß und
    Gut's Nächtle
    Dagmar

  • Zitat

    Fehlt nun aber der Co, der es ermöglicht dass sich der Suchtkrnke über dessen Ängste stellt so sind die eigenen Ängste näher an der Person, kann das sein? Kann es tatsächlich sein, dass solche irren Kombinationen und Anziehungsmöglichkeiten von Co's und Süchtigen sich in solchen Relationen oder Reaktionen auswirken?

    Kann es tatsächlich sein, dass zwei ängstliche Menschen aufeinander trafen, die sich gegenseitig die Angst des anderen kompensierten und dadurch gegenseitig das Gefühl verstärkten "es ist doch alles nicht so schlimm, ich (wir) haben es im Griff.

    Hallo Dagmar,

    natürlich ist sowas möglich.
    Ich denke sogar, das nicht wenige Ehen diese Grundlage haben, wo niemand suchterkrankt ist.
    Ich kenne eine Ehe, in der sich die Partner VÖLLIG voneinander abhängig gemacht haben, beide von Jugend an mit einem schwachen Selbstbewußtsein ausgestattet durch ein übertrieben strenges Elternhaus. Ich würde beinah sagen, sie sind ohne einander nicht mehr lebensfähig und mir grauts davor, daran zu denken, wenn da mal einer nicht mehr ist.

    Dann passiert meist entweder-oder… (alles schon miterlebt…) entweder der Verbliebene stellt sich allein dem Leben, der Überlebenstrieb ist stärker und er nimmt sein Leben wieder in seine eigenen Hände, wird wieder unternehmenslustig, nimmt wieder am Leben und der GEMEINSCHAFT teil und verspürt nach einiger Zeit unglaubliche Erleichterung und fragt sich, warum das so ist, meist kommt er wohl von allein drauf… :wink:
    Oder, der Verbliebene stirbt selbst in kürzester Zeit, nachdem der Partner ging, sowas erlebte ich schon 3x :( . Auch für mich ein beinah unerklärliches Phänomen… okay, der eine verbliebene Partner war schon alt, bei den beiden anderen Paaren war es aber nicht so.
    Man sagt im Volksmund, da starb jemand an „gebrochenem Herzen“, so ist dann dann wohl ?
    Diese Beziehungen beruhten also auf reiner Abhängigkeit.

    Tja, man kann in sowas halt irgendwie reinrutschen und eine Ehe ist sicher auch dazu gedacht, sich gegenseitig zu ergänzen, so sehe ich das jedenfalls. Das jeder seinen Stärken und Schwächen entsprechend Aufgaben übernimmt, für mich ist sowas auch okay. Warum sollte ich Winterreifen wechseln, was ich nicht gut kann, allein weil ich die doofen Radmuttern nich abkrieg, während der Partner Marmelade kocht und dabei die ganze Küche verwüstet ? Verstehste, so mein ich.
    Man macht sich aber auch ein bisi abhängig davon.
    Auch das habe ich widerum selbst erlebt, nach der Trennung von meinem ersten Mann stand ich wie n Dussel in der Bank und wollte eine Überweisung tätigen, wußte aber nicht mal, wie das geht, weil er das vorher übernommen hatte, nicht aus Böswiligkeit, war einfach so, also mußte ich das erst lernen. Ebenso wird ein Mann es lernen, Marmelade zu kochen, wenn er das will und gerne welche isst.

    Kommt immer drauf an, in welchem Grad man sich voneinander abhängig macht, dies waren eher Kleinigkeiten, aber macht man sich auch geistig völlig voneinander abhängig, wird das alles schwerwiegender ausgehen, denk ich mal ?

    In CO/bzw. Alkoholabhängigkeit potenziert sich das natürlich alles noch erheblich, man macht sich ja noch viel mehr voneinander abhängig. Und mein Beispiel zeigt auch auf, das CO-Abhängigkeit gelebt werden kann, ohne das jemand suchterkrankt ist, der andere muß nur ebenfalls erhebliche Defizite aufweisen, also auch CO+CO gesellt sich gern, auch zu sehen bei almacya hier.
    Und tatsächlich, zu zweit ist doch auch alles nicht „so schlimm“, geteiltes Leid, halbes Leid. Das kann positive Auswirkungen haben, aber auch sehr negative.

    Es heißt ja „In guten wie in schlechten Zeiten…“ und man verspricht sich, in BEIDEN zusammenzuhalten. Sich dann gegenseitig beizustehen, wenn bei dem anderen gerade „schlechte Zeiten“ sind oder gar bei einem Trauerfall, wovon Beide betroffen sind, aber danach heißt das Zauberwort „wieder loslassen“. Ein CO wird aber die temporäre Schwäche des anderen wahrscheinlich ausnutzen und versuchen, ihn ganz eng an sich zu binden, denn nun wird er eeeendlich gebraucht. HERRLICH, bezieht er doch sein Selbstbewußtsein darüber und er wird versuchen, dafür zu sorgen, das bei dem anderen erst garnich wieder „gute Zeiten“ beginnen können. Ebenso der Alkie, der „braucht“ auch seine CO, die für ihn lügt und ihn deckt, auch er wird nicht loslassen wollen.
    Beide können sich aber so aus der Sucht nicht lösen und somit auch nicht voneinander.

    Nun ja, so jedenfalls die Lilly-Gedanken dazu, mag sich bösartig anhören, aber es IST auch ein böses Spiel, und sicher läuft das alles auch zum großen Teil unterbewußt ab. Denn ich möchte niemanden unterstellen, das er bewußt so grausam ist und einen Menschen absichtlich so abhängig von sich machen will.

    LG
    Lilly

  • Hey Ihr Lieben,
    hallo Lilly,
    für mich ist es nicht ganz einfach, diese "Aha"-Momente gefühlsmässig zu verarbeiten, auch der Kopf macht noch ein bischen "hoppala".

    Auf der einen Seite erleichternd zu wissen, hallo, Du als Co hast NULL mit dem Verhalten des anderen zu tun. Charakterumschwünge sind die Person, die nunmehr fremdbestimmt ist.

    Es erschwert es zu wissen jahrelang neben einem Partner gelebt zu haben, den man nicht kannte. Ja, ich für mich empfinde es so, als wäre dieser Mensch mir fremd. Das Gefühl hatte ich schon als er hier vor dem Haus stand und tobte. Ich fühlte nicht die Sehnsucht oder die Wut sondern eine Fremdheit. Mir fällt es auch immer schwerer, mich an das Gesicht zu erinnern. Natürlich weiß ich wie er aussah ;) aber in meiner Vorstellung ist damit ein leeres Gesicht verbunden, ohne Emotionen - ohne Erlebnisse.

    Schwer ist es tatsächlich 8 Jahre Leere und nichtssagen und nichtsverstehen auf die Reihe zu bringen. Ich denke, er tat das wovon er meinte ich erwarte es um im Gegenzug meine Hilfe anzubieten oder zu leisten. Einfach nur ein Deal - nicht mehr und nicht weniger. Alle Liebesbekundungen bezogen sich auf die Leistungen des Deals.

    Was mir ehrlich gesagt Angst macht ist zu erfahren wie das nun bei ihm umschlägt. Denn ich stelle mir gerade vor was wäre, wenn ich nicht gegangen wäre.

    Ich ging, packte die Ärmel hoch und versuchte für mich verantwortlich zu sein. Mit allen Angsterlebnissen und allen geprellten Handgelenken. Ich versuche Bodenkontakt zu erreichen.

    Mein Gegenstück hat das Haus abisoliert, nur durch einen kleinen Lichtschlitz kann er hinaussehen und das nur in einem Zimmer. Alle Rolläden sind hinunter gelassen, das Auto wurde über Tage nicht bewegt und die Nachbarn zogen in Erwägung dass etwas passiert sei. Urlaub? Kündigung? Der anstehende Umzug scheint nicht in die Puschen zu kommen, sondern nur die Wutlieferungen bei mir.

    So, nun wäre ich aber nicht ausgestiegen, wäre ich dann diejenige, die sich verbarikadiert? Wäre meine Angst noch mehr über mich gekommen, so wie Lilly mal ansprach dass es keine Neurose werden solle?? Haben sich hier tatsächlich zwei Ängste aneinander geklammert, die jeder für sich noch versteckt einen Plus und Minus-Pol hatten. Hatte ich das unsagbare Glück und habe den Pool in meiner Persönlichkeit, der Bodenhaftung ermöglicht?

    Es ist nicht mein Thema, was rund um ihn passiert, aber es ist für mich der Horror derzeit eine Symbiose zu sehen, die quasi fast beide Menschen vernichtet hätte.

    Beim Lesen im Alkoholikerforum, wo dann auch die Partnerin/Partner mittrank wurde mir bewußt, welches Glück ich doch habe, dass die Spielchen des Servierens von Glühwein im Herbst, Baccardi-Cola an einer lauen Sommernacht nicht hängen bleiben. Ein Drink aus! Ein Glühwein im Vierteljahr, aus! Mein Gott und nie verstand ich, dass ein Erlebnis mir erzählt wurde wie verklärt: wir waren damals auf einem Bikertreffen im Allgäu und ich mochte diese Menschen. Nett, natürlich und pur. Dort habe erst- oder einmalig auch etwas getrunken. Nicht viel aber etwas - was für mich ungewöhnlich ist. Das wurde immer so als "besonders" dargestellt. Als ein so tolles Erlebniss.
    Für mich war es so unwichtig. Es passte an dem Tag, die Menschen waren toll und aus. Was aber wäre gewesen, wäre mein Körper anders gebaut und hätte anders reagiert auf dieses Suchtmittel. Was wäre gewesen hätte ich während der Trennungszeit dem Gedanken nachgegeben, mich "wegzubeamen" um dem Schmerz durch Alk zu entgehen?

    Wäre es mir dann überhaupt noch gelungen einen Umzug durchzuführen? Hätte ich überhaupt noch die ganzen Verwaltungsschritte tätigen können. Denn es war schon viel mit Telefon/Strom/Auto und anderen Dingen verbunden, gerade auch weil die Wohnung noch zu renovieren war. Wäre es mir dann überhaupt noch möglich gewesen, Veränderungen herbeizuführen. Als ängstlicher Mensch hat man/frau - ich - ja Angst vor allem Neuen. Und einfach war und ist es nicht (auch jetzt noch nicht, wie gesagt Spüle Fehlt, Couchen seit 14 Wochen bestellt und bezahlt, Kamin immer noch provisorisch ect.)

    Hätte ich mich vielleicht wie er jetzt im alten Haus verschanzt, würde vielleicht auch nur noch bei Nacht und Nebel das Haus verlassen? Hätte ich mir gar in einem Moment des Bewußtseins meines Lebens überdrüssig gefühlt mit dem Bewußtsein jetzt auch noch selber abzurutschen. Meine Ängste wurden ja mit den Jahren größer, das hätte doch bei mir mit Sicherheit noch eine weitere Steigerung gegeben.....

    Es geht mir hier nicht um "was wäre wenn" sondern mir wird ganz, ganz langsam eine Gefahr bewußt, die ich vor körperlicher Angst und den sexuellen Übergriffen gar nicht wahr genommen habe. Diese Gefahr war so nah. Das aber sehe ich erst mit dem Blick auf diese Partnerschaft und mit dem, was mir vom alten Ort erzählt wird.

    Auf der einen Seite will ich es nicht wissen, auf der anderen Seite zeigt es mir, wie wenig ich über den realen Zustand innerhalb unsere Beziehung wohl wirklich wusste. Nämlich nichts! Weder über mich noch über ihn....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    tja, schwer zu sagen, wieviel oder welchen Teil Du nun wirklich von ihm kanntest, denn der Alk verändert ein Wesen ja nicht schlagartig, sondern über Jahre. Das muß man alles relativ sehen. Und man will auch immer das sehen, was man sehen will. Andere nehmen noch ganz andere Seiten wahr, die einem selbst verborgen bleiben.
    Im Grunde ist das nun aber egal, denn Du hast Dich ja getrennt, äußerlich zumindest.
    Innerlich spüre ich aber das noch nicht so ganz.
    Warum ?

    Zitat

    Mein Gegenstück hat das Haus abisoliert, nur durch einen kleinen Lichtschlitz kann er hinaussehen und das nur in einem Zimmer. Alle Rolläden sind hinunter gelassen, das Auto wurde über Tage nicht bewegt und die Nachbarn zogen in Erwägung dass etwas passiert sei. Urlaub? Kündigung? Der anstehende Umzug scheint nicht in die Puschen zu kommen, sondern nur die Wutlieferungen bei mir.

    Woher weißt Du das alles ?
    Ich will jetzt nicht hören, der und der hat mir das erzählt … es geht darum, DAS Du es weißt, ich gehe davon aus, das Du es auch WISSEN WOLLTEST.
    Was geht’s Dich an, ob ihm gekündigt wurde oder ob er in Urlaub ist ?
    Also sind Deine Gedanken immer noch stark an ihn gebunden.
    Und es kann ja einen CO auch eine gewisse Genugtuung bereiten, zu sehen, das der andere schlecht klar kommt. Andersrum, kommt er widerum zu gut klar, is auch wieder nicht recht. :wink:
    Alles wird immer wieder auf die eigene Person bezogen…

    Ich kann Dir aber sagen, warum es bei mir im nassen Stadium wohl ebenso ausgesehen hätte, hätte mich mein Partner verlassen. Ich hätte mich tage/wochenlang abgeschossen, nu erst recht, kann ich ja endlich saufen, soviel ich will… und natürlich auch, um den Schmerz zu betäuben.
    Und dabei hätte ich Helligkeit schonma gar nich ertragen können und sehen soll mich auch niemand, also hätte ich mich auch komplett isoliert.
    Und wenn ich breit genug gewesen wäre, hätte ich wohl evtl. meinen Partner angerufen und rumgeprollt, aber damit hätte es sich dann sicher auch gehabt. Irgendwann wäre der sicher nich mehr ans Telefon gegangen und damit hätts sich dann gehabt.

    Die Aggressionen Deines Ex sind schon heftig, ich kenne zwar Drohungen von anderen nassen Alkies, die aber nicht in die Tat umgesetzt wurden. Es blieb meist bei Drohungen. So ganz „normal“ is das wohl nicht, gelle ? Nicht mal für nen nassen Alkie. Aber gewalttätige gibt’s auch widerum. Die meisten Straftaten gegen Frauen wurden von eifersüchtigen und alkoholisierten Männern begangen, aber sowas wird natürlich in der Presse immer mehr beachtet als Drohungen, die nie wahr gemacht wurden, auch klar.
    Und ich weiß auch nix, was Du noch dagegen unternehmen kannst… hast ja schon einiges getan.
    Bin da auch ratlos…

    Ich kann eigentlich nur zu noch mehr innerer Abgrenzung raten, denn die scheint mir noch lange nicht da zu sein, denn dann würde einiges auch mehr an Dir abbprallen. Und gegen Sachbeschädigungen würde auch die Polizei einschreiten, aber dazu kam es noch nicht, oder ?
    Und für Stalking fehlen leider oft aussagekräftige Beweise, hat man die, ist es aber durchaus eine Straftat und hat Folgen, z.B. das Verbot, sich Dir zu nähern. Hält er sich nicht dran, gibt’s richtig Ärger. Vielleicht kannst Du sowas noch erwirken ?
    Frage ist nur, willst Du das auch, denn dann erfährst Du noch weniger über ihn :wink: …. Mußt Du mal ehrlich in Dich reinschauen….

    LG
    Lilly

  • Dagmar, es erschreckt mich sehr wie sich deine Gedanken in den tiefsten Tief und weit verteilt um Ihn drehen. Du bist doch äußerlich gegangen. Jetzt versuch doch das Innen mal nachzuholen und einfach BEI DIR zu sein. An DICH zu denken. UND DICH MIT DIR zu beschäftigen... es hilft DIr nicht weiter wenn Du seine Situation sein Sein analysierst. Du bist auch nicht sein Arzt oder Therapeut oder Suchtberater...und er is auch nicht deine andere Hälfte. Jetzt ehrlich ma.... Dir gehts doch damit nicht gut. Ich empfinde es als wärst Du schon mal an einer anderen Stelle gwesen....wo viel mehr Dagmar war... vielleicht will er mit seinen Aktionen deine Aufmerksamkeit...und Du steigst voll drauf ein und gibst Sie Ihm. So wie es hier klingt 24 Stunden am Tag... HALLO? Schalte doch mal deinen Selbstschutz und deine Selbstliebe wieder ein. Wer ist der Chef in deinem LEBEN?????? Antwort:(DIE DAGMAR!!!!)

    Gruß Karotte...

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Zitat von Karotte

    Ich empfinde es als wärst Du schon mal an einer anderen Stelle gwesen....wo viel mehr Dagmar war... vielleicht will er mit seinen Aktionen deine Aufmerksamkeit...und Du steigst voll drauf ein und gibst Sie Ihm. [/size]
    Gruß Karotte...

    Mh, also wo Karotte das grad so schreibt, so empfinde ich das auch, sie nimmt mir beinah die Worte aus dem Mund. :shock::lol:
    Du beschäftigst Dich noch viel zu viel mit SEINER Sucht, sie ist ja in Deinen Gedanken allgegenwärtig. Du willst alles auch über seine Sucht verstehen, um Deine eigene zu verstehen, aber ich denke, dieser Ansatz ist nicht zielführend. Er dient evtl. einem gewissen Erkenntnisprozess.
    Und weißt Du was, als ich Dir vorhin erklärte, warum Dein Ex sich evtl. verbarrikadiert, hatte ich kein gutes Gefühl dabei, denn mir war auch so, als liefere ich Dir damit neues „Gedanken-Futter“. Da ich aber weiß, das man es sich woanders holt, wenn man es hier nicht bekommt, schrieb ich Dir halt trotzdem, weil ich die Sucht nu ma am eigenen Körper erlebte. Gern tat ich es aber nicht. Mh, verstehst, wie ich meine ?

    Hoffentlich findet die Dagmar bald wieder zu sich SELBST zurück, aber Rückfälle gehören zum Bild eines Süchtigen, ich verbuche das also mal als leichten CO-Rückfall… :wink:
    Und was tut man am Besten bei Rückfällen ?
    Schnell wieder aufstehen und wieder auf die eigenen Beine kommen, sich dazu auch wieder Hilfe suchen, in seiner SHG. Deine ist hier, wir sind da, also…

    LG
    Lilly

  • Hallo Dagmar,

    Du lässt die Partnerschaft und die letzten acht Jahre revue passieren und siehst Details und Situationen in neuem Licht und mit einer ganz neuen Sichtweise.

    Aber in einem muss ich recht geben, besser ist es gar nichts zu wissen, was jetzt, wie ist in seiner Situation. Es nützt ja auch nix.
    "Loslassen" auch das.

    Ich vermeide tunlichst alles um Informationen zu erhalten, gehts ihm gut schlecht, was macht er,..... aus dem einfachen Grund, weil es MIR nicht gut tun würde und das Gedankenkarussel automatisch anspringt.
    Also besser nichts und es ist für andere Gedanken genug Platz.

    Was ich eher bei dir raushöre, ist das du melancholische bis depressive
    Schreibweise im Moment hast...... nicht zu vergessen auch in Bezug auf das geliebte Katerle...

    aber zieh dich nicht auch mit solchen schweren Ex-Gedanken noch weiter runter, du malst dir aus wie es hätte noch schlimmer für dich ausgehen können, egal.....du bist weg da...... gib deiner Angst und deiner Vorstellungskraft was alles hätte noch passieren können.... keinen weiteren Nährboden... du bist weg...du hast es geschafft....nur das zählt.
    Halte dich nicht mit Theorien auf was wäre, wenn, hätte....

    Versuche dir wieder etwas Licht zu schaffen....

    LG
    Verflixt.

  • Hey Ihr Lieben,
    hallo Lilly,
    und wie die Polizei hier war :) und gleich weitergflogen ins alte Haus (wo nicht geöffnet wurde) es gabe 30 Minuten Polizeieinsatz, Gespräch mit dem Staatsanwalt und wie mir die Beamten sagten weitere Besuche bei ihm.

    Stalking ist schwierig nachzuweisen, da die Anrufe der letzten Wochen (weil ich ja bei sichtbarer Rufnummer nicht rangehe) mit unterdrückter Rufnummer ankommen. Dafür liegen die Papiere jedoch seit letzter Woche beim Rechtsanwalt, der mal sichtet ob das bisher vorhandene Material genügt. Wir sind verblieben, dass jeder Besuch an die Polizei weitergeht.

    Mit dem zuständigen Beamten von örtlichen Revier (der nachts nicht erreichbar ist) wurde vereinbart, dass auf gar keinen Fall persönlicher Kontakt erfolgt. Ich soll mich verbarikadieren und sofort anrufen.

    Tja, die Infos kommen von der Schwester des Vermieters, da diese davon ausgeht dass er bei Nacht und Nebel verschwindet und ziemlich Angst hat was noch an weiteren Schäden ist. Hier benötige ich leider die Adresse der Vermieterin da ich die Schlüssel an diese senden möchte. Mein Rechtsanwalt hat empfohlen, den nicht per EBF abgeholten Brief direkt an den Vermieter (der mir namentlich nicht bekannt ist) zu senden da der Verwalter im Regelfall keine Schlüsselbefugnis hat. Ich hoffe in den nächsten Tagen also die schriftliche Adresse zu bekommen, dass ich dieses letzte Teil versenden kann.

    Wieso aufstehen :) Ich gehe jetzt Spateln hacken. Mein Anzündeholz :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Erfolgserlebniss: ich bin gerade dabei meine Holzspachtel zu machen, damit ich das Buchenholz besser zum Brennen bringe.

    Nachdem die ersten Versuche recht kraftraubend und wenig effektiv waren, so arbeite ich nun zusammen mit der Holzmaserung und die Spachtel sind langsam auch das was sie sein sollten :)

    Morgens gleich mal eine Runde zum ladyliken Hackebeil, tut recht gut (nicht meinem Handgelenkt, das nimmt mir noch 2 x 35 kg Briketts und 4 m Holz übel). Aber es ist herrlich, nun richtiges Brennholz im Haus zu haben und selber für das notwendige Drumherum gesorgt zu haben.

    Die nächsten Tagen sollten dann wieder Unmengen von Bewerbungen dienen. Nicht, dass ich in Hartz 4 falle und genau das Hexenhäuschen verliere. Mit meinen 47 bin ich nun nicht gerade die Mega-Frau auf dem Arbeitsmarkt. Aber ich denke mal, ich habe so viel geschafft, bisher, dass auch das noch klappen wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,
    du wirst sehen, du wirst alles schaffen. Schritt für Schritt. Zuerst wird das Häuschen warm und macht keine Sorgen mehr. Dann schaut man als nächstes um Arbeit um. Wir sind ja für uns selbst zuständig. Ist das nicht schön?
    Auch ich habe heute schon die Grenzen beim Holzhacken erlebt. Dann muß man halt kleinere nehmen.
    So wie es im Leben ist. Ist etwas zu groß, so fängt man kleiner an und dann sind auf einmal die großen auch entsorgt. Probleme und Co meine ich.

    einen wunderschönen Tag mit viel Energie.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Aber weißt du was, liebe Renate? Es macht mich unendlich stolz, mein eigenes Holz hier zu haben, mir die Gelenke durch Briketts verbogen zu haben und auch noch 80 kg Holzbriketts hier zu haben. Endlich habe ich alles beinander, was zu einem wohligen Winter gehört. Jede Menge Körbe mal mit Anzündeholz, mal mit Birke/Buche ect. Mal ein Korb grosses Holz, mal kleines - genau so, wie ein Holzanfänger wie ich es braucht. Komischerweise macht mir die Schlepperei hier nichts aus, weil nur ich alleine bin und für meine Wärme verantwortlich.

    Ich habe auch früher mit Holz geheizt, aber ich nicht immer um die Beschaffung gekümmert. Jetzt, wo ich selber verantwortlich bin, da ist alles da (ich friere ungern). Und im Gegensatz zu früher belastet es mich nicht mehr nachts Holz in den Ofen zu legen. Im Gegenteil: die warmen Flammen der Glut und dieser Kaminofen, geben mir Wärme und das Wissen einen meiner langgehegten Wünsche erfüllt zu haben.

    Jetzt gerade backe ich mir ein Brot - ich muss doch wieder mehr selber machen, das gekaufte schimmelt einfach super schnell. Ist ärgerlich!

    Von meinem Vermieter habe ich Äpfel bekommen, die "müssen" weg. Also gibt es morgen den Versuch eines Apfelstrudels im Holzofen. Die Hälfte wird eingefroren, ist genial, wenn Besuch kommt.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ach Dagmar,
    das klingt ja ganz gemütlich. Freut mich, dass es Dir gelingt, es für Dich schön zu machen!

    Und Dein XXL schaut Dir sicherlich von oben zu und ist froh, das alles hinter sich gebracht zu haben.

    LG Jule

  • Ja, liebe Jule, ich glaube, wenn ich so einschlafen könnte wie er, dann ist es das kleine Glück im Tod. Wenn ich morgens und abends an seinem Grab vorbei gehe, so denke ich an ihn und schicke ein paar Gedanken an ihn. Er fehlt mir. Aber ich weiß, dass es das einzig richtige war. Und ich weiß, dass er Glück kennenlernen durfte. Viele Tiere oder Menschen haben dieses "Glück" nicht.

    Gemütlich ist es, zu meinem Glück fehlt wohl noch etwas, aber ich bastle daran :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Alixx,
    ich denke, Du solltest versuchen es nicht als persönlichen Angriff zu sehen sondern als Hinweise etwas zu überdenken. In wie weit du übereinstimmst oder nicht ist dann Dein Gedankengang. Aber ich bin mir sicher, es will Dich niemand verletzen sondern "Dir auf die Sprünge helfen" Schau Alixx, es geht manchmal wirklich um unser Leben. Harte Worte treffen, sollen aber aufwecken, so glaube ich!

    Es gibt zuweilen Aussagen, die bekomme ich repräsentiert, mit denen kann und will ich mich nicht anfreunden weil diese einfach aus einer unterschiedlichen gegenseitigen Betrachtungseise kommen. Zuweilen möchte ich thematisch eine ganz andere Antwort, als sie mir gegeben wird. Sprich ich wollte nichts über meinen Bezug zum Ex hören sondern etwas ohne Bezug zu mir, das kommt aber innerhalb der schreibenden Form zuweilen nicht rüber.
    Das Medium Internet und schreiben ist schwerer als sich gegenüber zu sitzen. Aber ich lasse dann die Aussagen stehen, kann sie für mich überdenken und für mich als richtig oder falsch einstufen.

    Es ist Deine Entscheidung - Opferrolle - Umgangsform oder was auch immer. Wohl kann ich Dich verstehen, dennoch musst Du für Dich überdenken, ob Du dich nicht selber einer Möglichkeit beraubst....

    Ich kann Dich gut verstehen, dass will ich nicht in Frage stellen, weil gerade die Verletzlichkeit in diesem Thema auch bei mir groß ist. Aber genau da merke ich für mich wenn ich verletzt werde oder mich so fühle, das ich leider, leider, leider genau in dem Punkt an mir arbeiten muss. Ich für mich muss leider bekennen, wenn ich verletzt bin, dann hat der andere zumindest eine Nervenfaser erwischt, die bei mir noch krank ist.

    Halt Dich wacker liebe Alixx und geh Deinen Weg, pass vor allen Dingen auf dich auf!!!!

    lieben Gruß von Dagmar

  • Holz machen, Äpfel verarbeiten auf backende Art und Weise und einfrieren, Bewerbungen schreiben und nun gleich iiigiiit bügeln.

    Mir läuft gerade die Zeit davon. Mein Freundeskreis beschäftigt mich ziemlich, was mir fast zu viel ist, weil ich noch nicht ganz bei Kräften bin und zuweilen gerne alleine wäre. Aber ich denke, es tut dennoch gut, weil sich so kein Gefühl des "alleinseins" oder einer "Minderwertigkeit" oder des "nicht gewollt werdens" einstellt.

    Heute nacht war ich mit einem Bekannten unterwegs um sein neues Künstler-Atelier, Ausstellfläche in Miniformat anzusehen. Einfach nur süß, aber ruckzuck war es 0.00 Uhr und ich war einfach nur fertig.

    So nebenbei hat er mir einen großen Fernseher mitgebracht ich habe nur ein Minimodell, bei welchem die Augen schmerzen. Hat zwar am oberen Bildschirmrand eine Macke, wo ein wenig sichtbarer Strich läuft, aber besser als mein Mini.

    Dann hatte er eine Mikrowelle, die einfach nur laut sei. Nun gut, bisher hatte ich für Mikrowelle nichts übrig. Aber wenn er sie wegwirft, so könnte ich das auch - also testen ;)

    In diesem Sinne auf ein fröhliches Bügeln :)

    Dagmar

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