Beiträge von AngelT

    Hallo Lilly, hallo Stefka

    sorry, das ich mich in einmische, aber kann ich von Dir, liebe Lilly, auch mal so einen Tritt vors Schienenbein verpasst bekommen? Bitte, ich will endlich aufwachen und spüren, dass es weh getan hat.

    Seit 15 Jahren bin ich mit meinem Alkoholiker zusammen, mit allen Höhen und Tiefen. Immer wenn ich dachte, jetzt schafft ich es aber WIRKLICH nicht mehr, und versucht habe, Eigeninitiative zu entwickeln und mein eigenes Leben aufzubauen, entschloss er sich zu einer Entgiftung, machmal mit kurzer Therapie, manchmal ist er auch schon während der Entgiftung wieder abgehauen. Immer mit dem Versprechen, „habe noch nie jemanden so geliebt wie Dich, mit Dir will ich alt werden“ usw.

    Ich geriet immer weiter in den Strudel der Co-Abhängigkeit und habe gehofft (geglaubt?), das diesmal alles anders wird. Habe mich selber und ich fürchte fast auch meinen Sohn vollkommen aus den Augen verloren.

    Mein Mann hat gerade seine ich-weiß-nicht-wievielte Entgiftung mit Thera hinter sich gebracht. Hat sich nebenbei um eine eigene Wohnung gekümmert - weil ER ja jetzt sein eigenes Leben führen will und muss - und auch direkt um eine neue Frau. Bei der er dann auch direkt das ganze Wochenende verbracht hat. Hallo? Träum ich oder was? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

    Eigentlich hätte ich´s wissen müssen, seine Ex hat er für mich verlassen, auf die gleiche Weise, nur als nasser Alki. Und ich, was mache ich? Sitze rum, heule mir die Augen aus, kann nix mehr essen und warte und hoffe weiter, dass irgendwann alles gut wird und ihn doch bestimmt hundertmal besser verstehe als die neue und das das ja bestimmt nicht lange hält und er reumütig zurückkommt. Bescheuert, oder? Kann mich bitte mal jemand aufwecken?

    Noch mal Entschuldigung für „Dazwischenquatschen“, javascript:emoticon(':oops:')aber das musste jetzt einfach raus!
    LG

    Angel

    :oops: :oops:

    hallo, lupus

    danke der Nachfrage, aber gar nix ist in Ordnung. Ich hatte gedacht, es kann nicht mehr schlimmer werden, aber weit gefehlt. Sei mir nicht böse, aber mir fehlt im Moment jeglicher Antrieb und auch die Kraft, diese „Veranstaltung“ beim Schreiben noch mal zu durchleben. Vielleicht in ein paar Tagen. Aber lese gerne bei Dir weiter und versuche hilfreiche Denkanstöße zu geben.

    Danke für Dein Verständnis und Alles Gute für Dich

    Angel

    Hallo lupus

    verzeihe bitte, dass ich mich gestern abend nicht mehr gemeldet habe. Ich habe dich zwar noch gelesen, aber keine Kraft mehr gehabt zu antworten.

    Da hatte ich gerade gedacht, es könnte doch noch alles gut werden und mit der neuen Situation gewinnen wir einen gewissen Abstand von der Vergangenheit und wagen einen neuen Blick in die Zukunft. Mit Freude und Zuversicht habe ich meinen Mann erwartet, der gegen 15 Uhr hier sein wollte. Dummerweise war kurz vorher noch ein Mitarbeiter hier aufgetaucht, so dass die Begrüssung sozusagen zwischen Tür und Angel stattfand. Ich habe glaube ich noch nicht erwähnt, dass selbst die flüchtigen Begrüßungs- und Abschiedsküsse nicht mehr stattfinden , mein Mann bezeichnet das als „krampfhaftes Festhalten an einem Ritual“.

    Na ja, jedenfalls kam dann der erste Hammer für mich -als er sein Laptop hochfuhr, erschien als erstes ein Foto von einer mir unbekannten Frau als Hintergrundbild. Auf meine Frage wer das denn sei, kam nur die lapidare Antwort „das ist ein Foto“. Als ich sagte, dass das keine Antwort auf meine Frage sei, meinte er, eine Mitpatientin, er hätte ein paar Fotos gemacht (an sich nix schlimmes, schliesslich ist er Fotograf!), komisch kam mir das schon vor, zumal er knallrot im Gesicht wurde.

    Später gab er auf investigatives Nachfragen meinerseits zu, dass er in der Klinik eine Frau kennengelernt hat, die ihm „sehr sympatisch ist“ und das wohl auf Gegenseitigkeit beruht!

    Hallo, geht´s noch? Da erscheinen mir die anderen Pläne doch in einem ganz anderen Licht! Jetzt bin ich so verzweifelt, traurig wütend, enttäuscht abgewiesen und was es noch an schlechten Gefühlen gibt.
    Er allerdings meint, dass das Eine (Auszug, eigenes Leben führen usw. mit dem Anderen (neue Frau) nichts zu tun hat. Angeblich kam die Sympathie nach dem Entschluß. Fühle mich so verletzt traurig und absolut hoffnungslos! Muss jetzt mal schluss machen, kann vor lauter Tränen nichts mehr sehen.

    Wünsche Dir für heute nachmittag ganz viel Kraft!

    LG Angel

    Hallo lupus

    oje, dass ist aber eine harte Nummer! So ganz plötzlich, oder hat sie schon vorher davon gesprochen?

    Also, wenn ich jetzt im Moment diese Situation durchstehen müsste, würde ich spontan sagen, ich will dabei sein. Viele andere Betroffene hier im Forum würden bestimmt das Gegenteil raten, aber was wäre für Dich richtiger? Stelle Dir Situation doch wirklich bildlich vor und was sagt Dein Kopf dazu? Kannst Du das ertragen, ohne in Tränen auszubrechen und sie davon abzuhalten, zu packen? Wie soll das denn eigentlich aussehen? Wo geht sie hin? Hat sie eine Bleibe? Ist die Thera damit für sie beendet? Wenn ich das richtig verstanden habe, wohnt ihr zusammen, oder? Ist es Deine Wohnung/Haus?

    Kann es sein, dass sie mit Ihrer Ankündigung eine Reaktion von Dir provozieren will? Und wenn ja, welche? Will sie evtl.zurückhehalten werden, oder reden?

    Wenn Ihr Entschluss allerdings wohl überlegt ist, und sie für sich einen konkreten Plan hat, würde ich sie den auch alleine durchziehen lassen. Und mich verdünnisieren. Seine Sachen packen, kann ja alles mögliche heißen... Mit Möbeln und allem drum und dran, das macht man ja nicht mal eben...

    Leider habe ich keine Zeit mehr, melde mich heute abend nochmal

    LG Angel

    Hallo lupus,

    habe leider nicht viel Zeit, weil ich noch einiges erledigen muss... aber das ist eine andere Geschichte.
    Wünsche Dir ganz viel Kraft und eine erholsame Nacht. Melde mich morgen wieder.

    Liebe Grüsse

    Angel

    Hallo lupus

    ich bin schon wieder eine ganze Weile auf den Seiten im Forum unterwegs, um neue Erkenntnisse zu erlangen. Ich ertappe mich bei dem Gedanken: So schlimm war meine Situation doch gar nicht. Es lese Schicksale von Menschen, die ich gar nicht kenne, die einem wirklich eine Gänsehaut verschaffen und die Tränen in die Augen treiben. Wir hatten nie die Polizei im Haus, keine finanziellen Nöte, keine Prügeleien, keine wie auch immer gearteten Messer-, Scheren- oder andere tätliche Angriffe....Fast bin ich geneigt zu sagen „eigentlich habe ich richtiges Glück mit meinem Alki gehabt, soooooo schlimm war das doch eigentlich nicht.

    Gott sei Dank kommt mit jetzt beim Schreiben die Erleuchtung, dass bis vor kurzen, als mein Mann noch trank, Dinge geschehen sind, die ich in meinem ganzen Leben nie, nie, niemals vergessen will und darf. Ich bin wirklich eine wahre Meisterin im Verdrängen - ich kann halbwegs gescheit mit meinem Mann reden und alles wird gut? Nee, so kann das nicht gehen, das ich Co-Anhängigkeit pur, oder?

    Wobei sich die Lage bei mir im Moment etwas anders darstellt als bei den meisten hier im Forum, weil mein Mann die Initiative ergriffen hat und weil ich wirklich und ehrlich das Gefühl habe, bei ihm hat es endlich klick im Kopf gemacht. Er war auf seinem persönlichen absoluten Tiefpunkt, hat selber Initiative ergriffen, sich (ohne Scham und Stolz) zum wievielten Mal in die Klinik fahren lassen ( nicht von mir), hat entgiftet, 6 Wochen Thera, geht 2 x die Woche zu AA und hat einen Therapeuten zu dem er 1x in der Woche geht. Paradebeispiel, oder?

    Dumm ist nur, dass ich bei dem „neuen Mann“ offensichtlich keine grosse Rolle mehr spiele (zumindest im Moment nicht). Egoismus (abgesehen vom Alkohol-Konsum) gehörte nie zu seinen Charakterzügen. Und trennen wollte er sich auch nie von mir und unserem Kind.

    Ich glaube, ich nutze aber diese Chance nun mal um in mich hineinzuhorchen, und zu fühlen, wie das eigentlich ist, etwas für mich zu tun. Für langfristige Prognosen ist einfach noch zu früh, aber ich sehe ein kleines Licht am Ende des Tunnels! Mir geht es im Moment wirklich erstaunlich gut, und das freut mich sehr. Es ist ein gutes Gefühl.

    Auch mein Therapeut, zu dem ich mit einigen Unterbrechungen bereits seit 1 1/2 Jahren gehe, meint, dass es jetzt an der Zeit ist nicht mehr zu klammern, sondern die Situation als meine persönliche Neuorientierung zu nutzen. Wobei ich nicht ausschliesse, dass wir wieder zueinander finden können.

    Puh, jetzt hab ich aber viel gequatscht. Ich hoffe sehr für Dich, lieber lupus, dass Du auch Deine persönlichen Glücksmomente erlebst und sie vor allen Dingen geniessen kannst.

    Liebe Grüsse

    Angel

    lieber Lupus

    danke für die lieben Worte. Leider ist mein Tag gestern nicht so gut gelaufen. Als mein Mann am Nachmittag nach Hause kam, sah es zuerst ganz gut aus. Aber nur kurze Zeit später bahnte sich schon die erste Krise an. Eigentlich eine Kleinigkeit, aber in der momentanen Stimmung wuchs es sich fast zur Katastrophe aus. Danach war nicht mehr bereit in seine AA-Gruppe zu gehen, wegen der er ja eigentlich gekommen war. Als sich die Wogen wieder halbwegs geglättet hatten waren wir in der Stadt, shoppen. Soweit so gut. Beim anschliessenden Restaurant-Besuch warf er, fast nebenbei, wieder die Frage ein, wie ich mir denn unsere Zukunft vorstelle. Ich habe doch keine Ahnung! Plötzlich war ich emotional wieder so überfordert, dass die Tränen nur so flossen, sehr peinlich! Wider Erwarten stand er aber nicht auf und ging, wie ich erwartet hätte, sondern blieb ruhig und mit traurigem Gesicht sitzen.

    Später haben wir noch geredet, aber ich glaube ich muss einsehen, das unsere Beziehung wahrscheinlich nicht mehr zu retten ist. Zugunsten seiner Trockenheit und meiner Co-Abhängigkeit. Zusammen ziehen wir uns nur immer tiefer hinunter und klammern uns an Wünsche und Träume mit der Realität nicht vereinbar sind und es wahrscheinlich, „nüchtern betrachtet“ nie waren.

    Ich hoffe, Dir ist es besser ergangen und Du konntest etwas zur Ruhe kommen, nach den sms-Attacken.

    Liebe Grüsse

    Angel

    Hallo mUPFEL hallo dagmar007, hallo skybird

    stimmt, ich kenne die Umstände nicht, unter denen es zur Verschreibung welcher Tabletten auch immer gekommen ist. Ich denke halt einfach, dass Dein Mann, liebe mUPFEL, noch mehr tun muß um zu der Erkenntnis zu kommen, dass er eine lebensbedrohliche Krankheit hat und „Werkzeuge“ an die Hand bekommt, ein zufriedenes Leben ohne Alkohol lebenswert meistern zu können.

    Bei der ersten (und stationären) Entgiftung meines Mannes (vielleicht muss man hier aber auch berücksichtigen, dass dies in einer sündhaft teuren Privatklinik stattfand!) sagten die Therapeuten, dass es falsch sei, dem Patienten nur Tabletten zu geben und dann wird alles gut. Zu einer Entgiftung gehören meiner Meinung nach therapeutische Begleitung und Gespräche mit anderen Abhängigen. Ich kenne leider niemanden, der es ohne Therapie und Gruppe geschafft hat, dauerhaft abstinent zu leben.

    Ich entschuldige mich für die drastische Aussage über mUPFELs Arzt. Ich hatte halt einfach bei „unserem“ Arzt das Gefühl, er bagatellisiert das Alkoholproblem, nach dem Motto das wird schon wieder. Sicher hängt der Behandlungsansatz aber auch entscheidend davon ab, wie man dem Arzt seine Probleme darstellt.

    Vielleicht sollte ich meine Meinung lieber für mich behalten, ich habe (wie auch im richtigen Leben) immer das Gefühl, ich sage das falsche und zur falschen Zeit. Muss noch viel lernen!javascript:emoticon(':oops:')

    Liebe Grüsse
    Angel

    Hallo, mUPFEL
    ich bin auch noch neu im Forum, lebe allerdings bereits seit 15 Jahren mit einem Alkoholabhängigen zusammen. Ich habe meine Co-Abhängigkeit noch lange nicht im Griff, im Gegenteil, stehe noch ganz am Anfang der Erkenntnis.

    Durch die langjährige Beziehung (wir haben vor 11 Jahren geheiratet, da war ich schwanger) denke ich allerdings zumindest eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Alkohlikern und deren Denkweise zu haben. Und der Hausarzt, der Deinem Mann Tabletten verschreibt, hat meiner Ansicht nach überhaupt keine Ahnung und nix kapiert! Dieses Erlebnis hatte ich auch vor einigen Jahren, mein Mann bekam bei seinem ersten Arztbesuch Benzodazepine verschrieben, die für den Moment sicher helfen mögen weniger (im Idealfall gar keinen) Alk zu trinken. So war es bei meinem Mann. Er war sehr motiviert, hat die Benzos 4 Wochen nach Anweisung geschluckt und dabei keinen Tropfen Alkohol getrunken. Getrunken hat er danach auch 6 Monate nix. Dann dachte er, na also geht doch, und steigerte sich langsam von einem Glas Wein am Abend bis auf zu 2 Flaschen über die nächsten Monate.

    Weil er nämlich seine Krankheit nicht erkannt, geschweige denn akzeptiert hat. Das Problem ist auch, das Suchtpatienten mit Änderung des Substanzmittels (von Alk zu Tabletten) nicht selten von einer Sucht in die nächste fallen.

    Für uns Angehörige ist das zunächst sicher die erträglichere Lösung, Tablettensucht hat gegenüber der Alkoholsucht einige „Vorteile“: stinkt nicht, ist nicht so schwer zu tragen, fällt nicht so auf und verändert das Wesen nicht in dem Maße wie Alkohol. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Suchtabhängige eine qualifizierte, unter ärztlicher Aufsicht durchgeführte Entgiftung mit anschließender Entwöhnung zur Einsicht der Krankheit benötigen.

    Liebe crevette, ich hoffe ich habe mich nicht wieder missverständlich ausgedrückt, sonst schnell Bescheid sagen!

    Liebe Grüsse, Kopf hoch und tut was für Euch

    AngelT

    Kann mir mal bitte jemand sagen, wie das mit den smileys geht? Bei mir kommt immer nur das javascript:emoticon(':lol:'). Danke!

    Hallo, crevette, hallo nane

    sorry, war vielleicht nicht ganz so glücklich formuliert. Nane, was ich sagen wollte ist, das es wichtig und richtig wäre, erst mal herauszufinden, ob Dein Partner alkoholabhängig ist - in wieweit er auf Deine Wünsche und Sorgen eingehen will und überhaupt kann.

    Meine Formulierungen sind noch nicht so ganz geschliffen und vielleicht denke ich beim nächsten Mal erst noch mal nach bevor ich etwas losschicke. Lieben Dank für den Hinweis.

    Euch einen stressfreien und erholsamen Restabend

    Gruß AngelT

    Hallo Nane,

    herzlich willkommen!

    Ich bin zwar selber noch neu hier im Forum, habe aber im Bezug auf Kinder und trinkende Väter schon viel erlebt. Wie alt ist denn Euer Kind? Mein Sohn ist jetzt 10 und bis vor einiger Zeit habe ich gedacht, er bekommt nicht wirklich mit, wie es um seinen Vater steht. Meistens hatte mein Mann sich so weit im Griff, dass er tagsüber nicht sichtbar (also die Bierflasche um Büro-Schrank versteckt) trank, und erst abends, wenn unser Sohn im Bett war richtig losgelegt hat. Völliger Trugschluss!

    Als wir ihn vor einer Weile im Bezug auf Vaters Krankheit aufgeklärt haben, hat er uns eröffnet, dass er schon längst mit Oma über die für ihn nicht erklärbaren Stimmungsschwankungen von Papa gesprochen hat. Da die Bescheid weiß, konnte sie nicht umhin, ihm einige Dinge zu erzählen. Erklären konnte sie ihm das alles abernicht wirklich, weil sie sich nicht wirklich mit dem Thema Alkoholismus auseinandersetzt.

    Ich habe mir solche Vorwürfe gemacht, dass ich die Seelennöte von meinem eigenen Kind nicht selber erkannt habe und ihm zur Seite gestanden habe! Ich war so blind und habe meinen Mann immer in Schutz genommen „sei bitte nicht so laut, dem Papa geht es heute nicht so gut“ usw. Aber das ist die uns eigene Denkweise „es ist nicht, was nicht sein darf“. Aber wie die anderen schon gesagt haben, wichtig ist wie Du Dich fühlst und inwieweit Dein Partner noch bereit ist, das Trinken für Dich und Euer Kind aufzugeben oder auf ein für dich erträgliches Maß zu reduzieren.

    Auf jeden Fall bist Du hier richtig, ob zum ausheulen oder Erfahrungen austauschen.

    Auch von mir ein virtuelles Taschentuch und Kopf hoch!javascript:emoticon(':wink:')

    Liebe Grüsse

    AngelT

    Hallo Lupus54

    genau das ist der Fehler, den viele von uns machen, das eigene Leben in den Hintergrund zu stellen und alles zu tun, um den Partner (vermeintlich) glücklich zu machen. Ich habe es jetzt hier schon soooo oft gelesen, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Du auch für Dich!

    Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg! Allerdings ist das im Moment einfach, weil ich ja zur Zeit niemanden habe, den ich kontrollieren muß! Mal sehen, wie das wird, wenn er wieder da ist. Ich hoffe, dass ich dann ich noch so stark bin.

    Gerade ertappe ich mich dabei, wie ich in ein typisches co-Verhalten verfalle. Habe gerade mit meiner Mama telefoniert. In dem Gespräch ging es darum, dass mein sohn in der nächsten Woche abgeholt werden will. Mein Gedankengang war folgender - Mann ist wieder zuhause - Kind muss abgeholt werden - Mann alleine zu Hause - kann nicht über Nacht wegbleiben, weil Mann dann alleine - also Mama sagen, hole Kind am Montag ab und fahre direkt wieder nach Hause, damit Mann nicht alleine ist...so ein Quatsch! Ich denke noch mal in Ruhe drüber nach, bevor ich entscheide, wann und wie lange ich an der Nordsee bleibe!

    Liebe Grüsse und mein Spruch des Tages

    „Es gibt bereits alle guten Vorsätze, wir brauchen sie nur anzuwenden“.

    Ganz liebe Grüsse und denk an Dich

    AngelT

    Hallo, lupus54

    schön, von Dir zu lesen. Danke der Nachfrage, die Nächte sind bei mir immer ganz ok, will heißen ich schlafe viel ruhiger als mit einer „Alk-Leiche“ neben mir, bei der ich immer Angst haben musst, er bekommt keine Luft mehr und erstickt vor lauter schnarchen.

    Gestern war ich, genau wie heute, bei unserem Lieblings-Ceylonesen (deutsche Küche!) um die Ecke. Mein Mann hat am Vormittag mehrmals angerufen, wir hatten ein paar berufliche Dinge zu klären. Bei 3. Telefonat merkte ich, wie mir die Anweisungen, was ich noch alles tun sollte und auf keinen Fall vergessen sollte langsam auf die Nerven gingen. Das hat er wohl gemerkt und meinte nur, ob ich knatschig wäre! Hab nur nee gesagt und mich artig verabschiedet.

    Morgen kommt er nach Hause, um Abends in die Gruppe zu gehen und am Mittwoch zum Therapeuten (zum 2. mal) und dann wieder in die klinik zu fahren. Wenn ich das richtig verstanden habe, will er am Freitag dort die Zelte abbrechen und nach Hause kommen. Mal sehen, ob das gut geht!

    Wie lange will (oder sollte) Deine Partnerin denn noch in der Klinik bleiben? Wie war denn das bei Euch nach den Entgiftungen/Therapien? Hattest Du auch immer das Gefühl, sie in Watte packen zu müssen, damit sie nur ja nicht wieder rückfällig wird? Das fand ich immer so anstrengend, dass ich dachte, immer jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen, bevor ich es gefahrlos aussprechen kann! Hast Du denn auf die sms geantwortet?

    Ausser uns beiden redet ja hier eh keiner mehr mit, meine mails kann mein Mann auch lesen, zumindest die Antworten, ich weiß nicht ob ich das im Moment so angebracht finde, wenn er alles liest.

    Beim nochmaligen Durchlesen merke ich, dass meine Gedankensprünge etwas chaotisch sind, aber so bin ich. Ich schicks trotzdem ab!

    Ganz liebe Grüsse und bleib stark!

    AngelT

    Hallo, lupus

    ja, war ok, allerdings hat meine Lieblings-Pommes um die Ecke Betriebsferien, da musste ich mich noch mal ausgehfein machen und mit dem Auto zum nächsten Restaurant fahren. Habe nämlich nix gescheites zu Essen im Haus. Aber auch die Freiheit nehme ich mir, die Frage nach „was essen wir denn heute“ lösst im Allgemeinen immer Diskussionen aus. Also wieder so ein Trotz-Reaktion.

    Meinen Text für ein eventuelles Gespräch mit ihm habe ich mir auch schon ausgedacht. Wenn er fragt, warum ich mich nicht melde, sage ich einfach, Du wirst Dich doch melden, wenn Du mit mir sprechen willst. Und ich werde auch sagen, dass ich mal angetestet habe wie sich ein neues Leben anfühlen könnte.

    Normalerweise bin ich auch ein Tatort-Fan, aber dieser war mit der neuen Komissarin, oder? Mein Lieblings-Tatort-Team war ja Ehrlicher und Kain.

    Danke noch mal für Deine Unterstützung und lass Dich auch nicht unterkriegen - wir müssen unseren eigenen Weg gehen!

    LG

    AngelT

    Hallo lupus

    fernsehen steht im Moment auf meiner Beliebtheitsskala nicht so ganz weit oben, ich gehe mal mit dem Hund raus und besorge mir etwas zu essen. Und warte trotz allem und wahrscheinlich vergebens auf ein Lebenszeichen von meinem Mann.

    Danke für alles liebe Grüsse und bis bald

    AngelT

    Hallo Lupus54

    ja, genau so ist es bei mir auch. Vor dem zu-Bett-gehen, nach-dem-Aufstehen, es gab immer einen Grund eine sms zu schreiben. Die HDL und ILD unter den sms haben von jetzt auf gleich von seiner Seite aus gänzlich aufgehört und irgendwann war mir das auch zu doof. Jetzt ist es allenfalls ein Hallo und LG.

    Es tut mir unglaublich gut zu lesen, dass es mir nicht alleine so geht und das die „kältere Stimmung“ wohl dazugehört. Danke für die aufmunternden Worte. LG
    AngelT

    Hallo, Lupus

    bisher haben wir uns, wenn er in der Klinik oder beruflich unterwegs war, mindestens 1 mal am Tag gesprochen und/oder ge.sms-st. Wenn ich mich nicht bei ihm melde, kommt im Moment von ihm auch nichts, gehört das wohl auch zu seiner Selbstfindung? Und heißt es nicht nacher, ich kümmerte mich nicht mehr um ihn?

    Ich habe ja jetzt schon ein schlechtes Gewissen wegen der Dinge, die ich in den letzten beiden Tagen gemacht habe - mit dem Hund ausgedehnte Spaziergänge machen, shoppen, Essen gehen, mich bei Euch anmelden - alles Aktionen, die ich vorher nie und nimmer alleine gemacht hätte! Immer mit dem Gedanken, er siehts ja nicht und es scheint ihn auch nicht zu interessieren was ich den ganzen lieben Tag so mache. Unser Sohn ist zur Zeit bei meinen Eltern in Urlaub, deshalb kann ich wirklich machen, was ich will.

    Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass das von mir eine Trotz-Reaktion ist. Denn so richtig Spaß macht das nicht!

    LG AngelT

    Hallo, Lupus54

    danke für Deine Antwort. Ich weiß aber wirklich nicht, wie ich mich im Moment ihm gegenüber verhalten soll.

    Gerade gestern hatte ich wieder so eine Situation, in der ich wieder nix kapiert habe. Er kam nach Hause, nach 2 Stunden Fahrt aus der Klinik, war dann in seiner Gruppe und wollte wieder zurück in die Klinik. Die Gruppe geht bis 21.30 Uhr, danach wieder 2 Stunden Fahrt, also erst um 23.30 in der Klinik. Als ich mir das noch mal durch den Kopf gehen ließ, fiel mir ein, dass in der Klinik normalerweise um 22.30 Uhr Bettruhe befohlen ist. Also habe ich ihm eine SMS geschickt, mit der Frage, ob er denn überhaupt da noch reinkommt. Kurz drauf rief er an und meinte, sein Therapeut hätte gesagt, dass er mir bei solchen ”Kontrollen“ die gelbe Karte zeigen soll, und ich mir nicht immer seinen Kopf zerbrechen soll. Und so geht das dauernd, ich frage oder sage etwas und er fühlt sich gleich kontrolliert. So weit zu meiner Frage nach dem Zusammenleben...

    Ich merke aber schon, dass es mir besser geht, wenn ich über meine sorgen rede, bzw. schreibe. Danke an alle, die antworten.

    Gruss AngelT