Beiträge von Roa

    Liebe Steffi,

    als ich jünger war, habe ich meine Mutter immer angekeift, was sie sich so kindisch benehmen würde. sie hat nie eingesehen was ich damit meinte. aber ich hab ihr die verantwortung zurück gegeben, sie entscheidet wie sie sich verhalten will.

    Zitat von Steffi1301

    Die Sache zu ernst zu nehmen, das wär sie einfach nicht wert. Er ist nun mal krank und ich weiß ja, dass das, was er sagt, einfach nicht stimmt.


    ja genau, es ist es nicht wert. dein wohlergehen ist es nicht wert immer wieder mit all diesen dingen belastet zu werden.

    Zitat

    Ich will einfach nichts mehr hören. Wenn meine Mutter wiederkommen will, bitte, dann soll sie das tun, aber ich will dann auch wirklich GAR NICHTS mehr hören. Ich vertrau meinem Vater nun mal nicht und basta, das ist die einzige Ebene, auf der ich mit ihm umgehen kann.

    das kenn ich irgendwoher ;). es sind ihre entscheidungen, ihre verantwortung. das kann ich mir nicht oft genug sagen.

    Zitat

    Ich brauch einfach mal wieder ein bisschen Ruhe und Zeit für mich. [..] so kann ich heute wenigstens ausruhen und muss mich nicht hetzen. Schade um die Ausstellung, aber ich kann ja auch nicht alles.

    so gelassen möchte ich das auch öfter mal sehen, das nehme ich mir zum vorbild. übertriebene pünklichkeit und eine relativ hohe verlässlichkeit, sind nicht bloß schlechte eigenschaften, die Erbe meiner Kindheit sind. Wichtig sollte aber sein, auch mal loslassen zu können. In der Schule mal ne Stunde schwänzen, das bedeutete für mich z.B. unheimlich stress und unruhe, da ging es mir richtig schlecht.

    ich hoffe du hattest deinen schönen, ruhigen Sonntag und konntest etwas entspannen, lieber Gruß, Roa

    Hallo Manfred,

    ich möchte nur Linde rasch beipflichten:

    Zitat von Linde66


    Ich weiß nicht, woran genau ich es festmachen sollte, aber ich habe den Eindruck, daß du in dir stabiler geworden bist, das dringt durch deine Zeilen.


    Mein Eindruck ist ähnlich.

    Ich wünsche dir, dass du jetzt die Kraft, den Mut und die Ruhe in dir drinne findest um das alles zu meistern, dass sie da ist, da bin ich mir sicher ;)

    Schönen Abend!! Roa

    Hallo Shamathy,

    toll, dass du die Mauer des Schweigens einreißen musst. Ich kann dir da nur von meinen eigenen Erfahrungen erzählen. Die erste Freundin mit der ich sprach, das war als ich ungefähr 13,14 war, die konnte mir ziemlich wenig sagen und ich habe auch immer versucht herunterzuspielen wie schlimm meine probleme ihren gegenüber waren (vorwiegend geldsorgen).

    ABER es hat mir trotzdem unheimlich geholfen, zu wissen jemand von außerhalb weiß bescheid. und später dann habe ich freundinnen getroffen, bei denen ich von vornherein gespürt habe, dass da auch einiges kaputt ist in den familien und mit denen viel es mir dann sehr viel leichter zu reden. Aber manchmal erfährt man erst wie durcheinander es bei jemand anderen drin aussieht, wenn man sich selbst zuerst öffnet.

    Schlechte Erfahrungen habe ich jedenfalls nie gemacht. Eine Freundin weiß einfach nur Bescheid, geredet haben wir trotzdem nicht viel drüber. Aber allgemein muss ich sagen, wissen es ziemlich wenige.
    Doch die die es wissen, denen kann ich auch wirklich alles zu dem thema sagen und das tut unglaublich gut.

    Lieber Gruß, Roa

    hallo!

    okay, das klingt wirklich nicht schön mit deiner schwester, oje.

    ich nehme an bei der anderen schwester handelt es sich dann um eine jüngere?

    was den arzt betrifft, es kommt natürlich immer auf die situation an, aber grundsätzlich, vor allem beim hausarzt oder so, würde ich offen darüber sprechen. ist natürlich deine entscheidung, ich denke bloß es macht es leichter für den arzt zu unterscheiden zwischen symptomen physischer und psychischer art wenn er überhaupt mal weiß, dass gründe für psychische überhaupt vorliegen.

    Schönen abend wünsch ich dir, Roa

    Hallo Steffi,

    Zitat von Steffi1301

    Wichtig ist nur eins: Ich werde auch heute auf mich achten und bei mir bleiben und zu mir gut sein!

    DAS hört man gerne. Was denn rest betrifft, tut mir leid für dich. Immer diese Erwachsenen die sich wie kinder aufführen, da hab ich auch genug davon.

    Hoffe du findest den richtigen Weg damit umzugehen, oder einen auszuziehen oder sowas.

    und du triffst sicher die richtige entscheidung für dich was das ausgehen am abend betrifft.

    liebe grüße, Roa

    Hallo Bookfriend!

    Ich kann Karo da nur zustimmen:

    Ersteinmal:

    Zitat von bookfriend

    Z.B. arbeite ich in einem Umfeld mit vielen Studenten und studierten Leuten und ich fühle mich da so anderster weil ich was ich bis jetzt so gehört habe solche Leute aus geordneten Verhältnissen kommen.


    ich kann dir versichern, dass es nicht der fall. ich stamme aus einer Ärztefamilie, so gut wie meine ganze verwandtschaft hat studiert, bzw. studiert jetzt. Alle sehr gebildet, sehr akademisch. Vor der Alkoholsucht meiner Mutter hat uns das mit Sicherheit nicht bewahrt.
    Häufig ist es aber gerade bei Familien dieser 'Schicht' ein besonders stark ausgeprägter teil der krankheit das 'den schein nach außen hin wahren'

    Meist erfährt man erst von den Problemen der anderen, wenn man selbst darüber spricht, dann fasst auch der gesprächspartner mut. und ganz schnell hast du auf einmal einen haufen kinder aus disfunktionalen familien um dich.
    das ist jetzt ein wenig überspitzt, aber gerade alkoholismus ist eine familienkrankheit mit sehr hoher dunkelziffer.

    Das Gefühl als einziger keinen Partner abzubekommen, dass kenn ich auch ganz gut. ich bin zwar noch nicht in dem alter, wo es um eine eigene familie gründen geht. aber, dass ich bisher "noch nicht mal einen freund abbekommen hab" das belastet mich auch. Ist natürlich nicht leicht sich da sein Selbswertgefühl, was die alkoholkranken eltern schon zur genüge mit füßen getrampelt haben, aufrechtzuerhalten.

    Liebe Grüße, Roa

    Hallo Rehab!

    Ersteinmal, auch wenns ja schon lange her ist, tut mir leid mit deiner Mutter, das war sicher schwer für dich.

    Zitat von Rehab

    als ich dann 14 war zog meine Schwester aus (weil wir uns nicht leiden konnten)


    hattest du wirklich so ein schlechtes verhältnis zu deiner schwester, meinst du nicht der Alkoholismus deines auch noch alleinerziehenden Vaters könnte entscheidend zu ihrem Entschluss beigetragen haben?
    ich weiß natürlich rein gar nichts von eurem verhältnis, aber wenn meine schwester vor mir ausgezogen wär, hätte ich das mit sicherheit niemals auf mich sondern auf meine eltern bezogen.


    Zitat

    habe mich nämlich nie (ok bis ich 12 war) mit meinem Vater verstanden...hab mir gedacht soll er sich doch zu lufen lassen...so seit einem Jahr seit dem ich 18 bin belastet es mich...

    Kinder von Alkoholikern werden immer von dieser Krankheit beeinflusst und belastet, ganz egal wie schlecht das verhältnis zu dem betroffenen elternteil ist, denke ich. schon allein weil der elternteil keine verantwortung mehr übernehmen kann

    Zitat

    er mein kinder/Halbweisengeld versäuft....


    wie sollte dich sowas z.B. nicht belasten...
    besteht denn für dich die möglichkeit auszuziehen und das kinder und halbweisengeld für dich zu beanspruchen? im allerschlimmsten falle auch durch rechtliche schritte...

    Zitat

    kann evtl auch an was anderem liegen aber der arzt findet nichts!


    weiß dein arzt von der alkoholsucht deines Vaters?

    ich denke in jedem fall es wird dir weiter helfen können hier zu schreiben und zu lesen, wir alle haben ähnliche erfahrungen gemacht, und die bereitschaft hier "romane" zu lesen ist meiner erfahrung nach sehr hoch ;)

    lieber gruß, Roa

    Hallo Manfred,

    Zitat von Manfredsch


    Diese Familie ist hochgradig zerstörerisch und ich habe so lange geglaubt, dass dieses Böse, das ich dort erlebte, das Leben und die Wahrheit über mich ist.

    Es ist nie zu spät zu erkennen und sich zu ändern! Klar die lange Zeit der Gewohnheit an diese Gefühle macht es nicht leichter, aber vertrau in dich und deine Kräfte. Du kannst das schaffen, sag dir das vielleicht ganz bewusst in solche depressiven Momenten. Oder noch besser schreib es dir auf, hängs dir an den Spiegel...die üblichen Psychotricks, sie wirken!

    Lieber Gruß, Roa

    Liebe Steffi,

    freut mich, dass es dir besser geht. Und das klärende Gespräch mit deinem Vater, das klingt wirklich gut. Außerdem ist es wahrscheinlich wirklich gut, dass deine Mutter endlich mal einen Schritt gemacht hat.

    Hoffe es geht weiter bergauf ;) lieber gruß, roa

    Hallo Caro,

    manchmal habe ich das Gefühl bei dem was du schreibst, dass du etwas zu streng zu dir bist. Von dem was du hier erzählt hast habe ich mitbekommen, dass du wirklich unheimlich weit gekommen ist. Vielleicht musst du ein wenig öfter innehalten und dir das klar machen, STOLZ AUF DICH SEIN.

    Was die Gefühle deiner Mutter gegenüber betrifft. Geht es bei "unserem Gesundwerden" nicht viel mehr darum Gefühle zu erkennen, zu interpretieren, einzuordnen, damit umzugehen? Denn ich denke nicht, dass sie jemals absolut 100% verschwinden und ich denke auch nicht, dass das unser vorrangiges Ziel sein sollte.

    Es geht schließlich darum die eigene Vergangenheit anzunehmen, so wie sie is mit all den guten und schlechten Gefühlen und wenn sie einmal wieder kommen die schlechten, dann nehme ich das als Erinnerung um mir der Sachen wieder bewusst zu werden und vielleicht als Mahnung nicht aus den Augen zu verlieren auf welchem Weg ich bin.

    Sie werden ab und zu an einer Wegeskreuzung stehen und mir einladend zu winken und ich werde ihre nähe spüren und mich abwenden und weitergehen.

    einen schönen Abend wünsch ich euch, Roa

    Liebe Weitsicht,

    Zitat von Weitsicht

    LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST, kommt von ihm.

    Das "wie dich selbst" wurde leider nie uns Kindern im Religionsunterricht oder in der Kirche beigebracht.

    danke fürs da drauf aufmerksam machen, ich habe den satz noch nie unter diesem Aspekt betrachtet.
    Der Freudsche Ansatz: es ist nicht selbstverständlich und natürlich seinen nächsten zu lieben ersteinmal steht man in von der natur gegebener konkurrenz zueinander geht ja in eine etwas andere richtung.

    und du hast recht die betonung liegt stehts auf liebe deinen nächsten


    Ich denke viele deiner Vorstellungen ähneln meinen, nur dass ich sie auf keine Person beziehe oder beziehen möchte (also Jesus).

    Aber das finde ich das schöne an Glauben und das weniger schöne an Kirche, die meist der Meinung ist den einzig wahren Glauben für sich gepachtet zu haben.

    Einen schönen Abend, Roa

    Hallo Aldalas,

    es stimmt zwar, dass der absolute Absturz und Tiefpunkt, also evtl. auch physischer art, ein auslöser sein kann für den alkoholiker seine sucht bekämpfen zu wollen. muss aber nicht. versuch dir keine zu großen hoffnungen zu machen, meist wird man eben doch enttäuscht. lerne lieber trotz allem glücklich zu leben als nur in hoffnung glücklich zu sein.

    ich hoffe du verstehst was ich damit sagen will, gruß Roa

    Liebe Karo,

    was du da beschreibst

    Zitat von Schnuddel

    Ja...das mit dem "um sich selbst kümmern" ist so eine Sache bei mir...eigentlich hab mich mich immer mehr um die Sorgen und Nöte von anderen bemüht, Menschen die mir nahe stehen und die ich gern hab. Ich hab ein offenes Ohr für die Problemchen meiner Lieben und es macht mir auch nichts aus, so manche Träne zu trocknen oder die Schulter zum Anlehen zu sein, im Gegenteil, tu das sehr gerne, es gibt mir das Gefühl gebraucht zu werden.

    das ist sehr typisch für uns Kinder von Alkoholikern. Wir haben gelernt uns wohl zu fühlen in der Rolle des Helfenden und beschützenden, denn das haben wir ja schließlich häufig für unsere Eltern getan. Darum geht es uns auch gut, wenn wir diesen Zustand unserer Kindheit immer wieder inszenieren, das ist das gewohnte, altbekannte, damit können wir umgehen, das haben wir ja früh gelernt

    was wir lernen müssen ist uns um uns selbst zu kümmern

    Zitat

    Naja und genau das ist wohl auch der Punkt, wenn man über die Sorgen anderer nachdenkt, muß man es über die eigenen nicht tun.

    das hast du ja auch schon selber erkannt. klar macht es angst, es ist kein leichter weg, aber der bei dem du am meisten über dich selbst lernen kannst und am ende die ausgeglichenste und glücklichste version deiner selbst sein kann, naja, das glaube ich zumindest, dass man vergangenes aufarbeiten muss und damit abschließen (insbesondere die kindheit) um zu vermeiden, dass es einen irgendwann von inneren heraus kaputt macht. ich könnte mir vorstellen, dass das das ist was du in dir schlummern spürst.

    Zitat

    Bin ständig auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung, geb sehr schnell mein letztes Hemd für Menschen her (auch einige, die es nicht verdient haben)

    Hier bist du nicht anders, hier sind wir uns alle irgendwie ein wenig ähnlich, denn auch das ein typisches EKA merkmal ;)

    und was heißt schon "normal". bei all dem leid, das mir meine eltern mit auf den weg gegeben haben, manchmal finde ich die vorstellung befriedend, dass ich dadurch auch eigenschaften und stärken entwickelt habe auf die ich stolz bin.

    liebe grüße und einen angenehmen rest"abend"

    Roa

    Liebe Gabriele,

    was deine Angst vor einem Rückfall betrifft, schreib doch vielleicht mal in dem Teil des Forums wo auch andere trockene Alkoholiker schreiben, die können dir da sicher noch mehr sagen.

    Meiner Meinung nach kannst du aber wahrscheinlich durch entlastung, zeit für dich, hobbys, dinge die dir freude machen und deinem leben für dich noch einen anderen sinn geben als bloß die erziehung der kinder, da dagegen steuern.

    Und ja das ist richtig, wenn du glücklich bist, dann wirkt sich das auch auf die Kinder aus, viel mehr als wenn du stattdessen rund um die uhr für sie zeit hast und dafür keine für dich.

    Lieber Gruß,roa

    woran denk ich am abend? ich bete, zu gott, ironischerweise auch wenn ich im grunde nicht an ihn glaube wie gesagt. ist ein ritual meiner kindheit.
    jeden abend betete ich das vater unser und, dass alles gut wird, meine mutter aufhört zu trinken, mein vater stolz auf mich ist. naja inzwischen ist es nur, dass alles gut werden möge. irgendwie kann ich mich nicht von dieser gewohnheit lösen.

    sehr interessant womit ihr euren tag enden lasst, bei mir ist es das absolute gegenteil ich denke an die zukunft, was ich vorhabe, was die woche bringt oder ich träume von irgendwelchen schönen dingen, die vielleicht eines tages eintreffen (allerdings nie in bezug auf meine eltern)

    und manchmal lasse ich abends all die traurigkeit raus, die sich so angestaut hat.

    euch beiden eine angenehme, erholsame nacht.

    Roa

    Zitat von Weitsicht

    Ich glaube nicht, dass wir Menschen bedingungslos lieben können. Und sich selbst aufzugeben hat auch nichts mit Liebe zu tun.

    Zitat

    Menschen haben meistens Bedingungen und Forderungen an ihre Lieben, ist menschlich aber nicht liebevoll, besonders wenn eigene Bedürfnisse dadurch befriedigt werden sollen.

    sehr wahre worte schreibst du da.
    ich glaube, aber für mich, dass ich durch die aufarbeitung meiner vergangenheit lerne sehr viel selbstloser lieben zu können. das wichtigste dafür ist meiner meinung nach dafür die vorraussetzung sich selbst zu lieben. Wenn das eigene Wohlbefinden nicht abhängig von anderen ist, dann kann man diese auch unabhängig davon, was sie einem geben, lieben.
    Dann wiederum bedeutet liebe auch geben und nehmen, irgendwo. Und einander lieben wir menschen uns wohl nie völlig selbstlos.

    aber sich selbst bedingungslos lieben vielleicht geht das.

    und was gott betrifft, ich glaube nicht an gott und noch weniger an die kirche, aber unsere welt zu lieben, wertzuschätzen, die menschen, tiere und wunder unsrer welt, die riesigen zusammenhänge und einzusehen, dass unheimlich vieles weit über meinem verständnis liegt, das bedeutet für mich glauben.

    naja, ich dachte ich lasse mal ein paar gedanken zu eurem gespräch hier, sollte aber mal lieber weiter arbeiten ;)