Hallo riona,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Ich bin selber EK, meine Mutter trinkt "heimlich" seit Jahrzehnten. Jeder weiß es und sie lügt sich und den anderen die offensichtlichen Tatsachen schön. Das ist eines der Symptome bei Alkoholismus.
In der alkoholkranken Familie spielt jeder seinen Part. Die Angehörigen kreisen in der Umlaufbahn um den Alkoholiker. Man rutscht unmerklich in eine Co-Abhängigkeit hinein, die nichts anderes macht, als den Status Quo zu erhalten. Zum Beispiel: schweigen, verheimlichen, vertuschen, decken, schönreden, verharmlosen usw.
Es legt sich ein Schweigegelübde über die Familie, nur damit "es" nicht herauskommt.
Ich bin da herausgekommen. Abstand hat mir geholfen. Abstand halten fiel mir sehr viel leichter als reden. Das konnte ich erst sehr viel später, so "gut" habe ich das Redeverbot verinnerlicht.
Wir dürfen gehen, wir dürfen reden. Den Co-Abhängigen, der um den Alkoholiker kreist, den können wir auch nicht "retten". Jeder ist ja selbst für sich verantwortlich. Und genau so, wie der Alkoholiker selbst trocken werden muß aus innerer Einsicht, so muß der/die Co auch selber eine Veränderung für sich und das eigene Leben beginnen. Wir Kinder sind da nicht zuständig! Wir meinen nur, jemanden retten zu können und gehen bei dieser Kraftanstrengung schier kaputt.
Du brauchst nicht unbedingt mit ihnen zu reden, wenn dich das überfordert. Du kannst einfach gehen. Aber du darfst das Schweigen brechen, damit es endlich mal aus dir draußen ist.
Appelle an Alkoholiker und Co verhallen meist im Nebel des nicht Wahrhabenwollens. Leider ist das so. Wenn du redest, dann tu es für dich und nicht in der Hoffnung, daß sie sich plötzlich ändern.
Du kannst dich im real life bei einer Suchtberatungsstelle beraten lassen, auch hinsichtlich deiner Schwester.
Bis denn, Linde