Hallo Anno,
herzlich Willkommen hier.
Entzüge und Therapie und Selbsthilfegruppen sind keine Garantie, daß jemand trocken bleibt. Dazu braucht es viel mehr. Aber das liegt nicht im Drumherum, sondern an der Einstellung des Alkoholikers selbst. Was ist er bereit zu tun? Wie konsequent verändert er seinen Alltag?
Beim Lesen dachte ich, bzw. fragte mich, ob er euch damit unter Druck setzen will oder beeinflussen will? Aber alle Mutmaßungen über sein Verhalten bringen nichts. Ihr habt es nicht in der Hand. Niemand hat das. Nur er selber. Und offensichtlich zieht er es nicht konsequent durch, sonst würde er nicht so reden.
Wir raten im Forum zur sogenannten 'Hilfe durch Nicht-Hilfe'. Das bedeutet, daß sich die Angehörigen aus sämtlichen Entscheidungen des Alkoholikers heraushalten - und wenn einem dabei die Haare zu Berge stehen.
Dann ist es wichtig, den Abstand zu verändern, also sich abzugrenzen. Sicher nicht einfach für Mutter und Bruder. Aber sieh es mal so: Ein Tiefpunkt könnte für ihn zum Wendepunkt werden und er nimmt seine Suchterkrankung endlich ernst und handelt.
Wenn ihr ihm "helft", verzögert das oft nur, daß der Alkoholiker seinen Tiefpunkt erreicht.
Ohne jetzt in identifizierbare Details zu gehen, wie eng wohnt ihr zusammen? Kannst du bzw. kann eure Mutter räumlichen Abstand halten? Das wäre wichtig. Evtl. eine klare Ansage, daß ihr den Mist nicht hören wollt. Soll er trinken oder nicht, das ist seine Entscheidung.
Lieber Gruß, Linde