Beiträge von Linde66

    Gäbe es denn sonst so viele trockene Alkoholiker?

    Hier im Forum gibt es im Verhältnis sehr viele trockene Alkoholiker. In "freier Wildbahn" ist die Rückfallquote sehr hoch. Von daher kann der Eindruck beim Lesen hier täuschen, daß alles locker flockig easy ist.

    Aber diejenigen, die es wirklich gemeinsam geschafft haben, tummeln sich in keinem Forum mehr weil sie es nicht mehr benötigen.

    Wie kommst du denn auf diese Aussage? Wir haben hier User, die sich teils 15 und mehr Jahre regelmäßig austauschen, auch Paare.

    "geschafft haben" ist so eine Sache. Es ist nie geschafft. Einmal süchtig immer süchtig. Nach der Entgiftung fängt die Trockenheitsarbeit an und die wandelt sich über die Jahre. Aber "geschafft", das halte ich für eine Illusion.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Smartie,

    es war ziemlich absehbar, daß er mit Blümchen und lieben Worten ankommt. Hat ja die ganze Zeit auch schon funktioniert. Es ist für einen Alkoholiker einfacher, seine bewährte Co-Abhängige zu reaktivieren, als sich eine neue Co-Abhängige zu suchen.

    Du kannst dich jetzt wieder einlullen lassen, denn so paar Zärtlichkeiten am Arbeitsplatz scheinen ja irgendwie auch gut zu tun. Scheinbar reicht's dir noch nicht, oder doch?

    Ich wünsche dir gute Entscheidungen. Spätestens dann bei seinem nächsten Absturz.

    Es ist echt prima, daß du vor Ort gute Ansprechpartner hast und dich besprichst. :thumbup:

    Viele liebe Grüße, Linde

    Zitat

    Gleichzeitig dann natürlich das schlechte Gewissen ihn alleine zu lassen.

    Wer hat hier wen allein gelassen?

    Er ist der Papa. Ein Papa sollte für seine Tochter da sein, denn auch eine erwachsene Tochter braucht ab und zu mal ihren Papa. Finde ich.

    Leider drehen sich in Alkoholikerfamilien die Verantwortlichkeiten um. Plötzlich fühlen sich die Kinder in der Pflicht. Der vollkommen normale Werdegang das Elternhaus zu verlassen und sein eigenes Leben zu leben, wird durch das "schlechte Gewissen" gestoppt. Als EKA lebt man nicht sein eigenes Leben, sondern erledigt die unerledigten Dinge der Eltern. Irgendwer muß ja die Verantwortung übernehmen und das sind dann die Kinder.

    Teilweise fängt das so früh an! Ich weiß noch, wie wir Kinder täglich den besoffenen Opa aus der Wirtschaft heimschleppen mussten. Das war unser Job. Wir waren in der Grundschule. Wenn ich heute sowas auf der Straße sehen würde, würde ich die Polizei rufen, damit die das Jugendamt einschaltet. Aber für uns war das jahrelang unsere Kindheit. Wir sind extrem früh mit dem "schlechten Gewissen" dressiert worden. Wenn du den Opa nicht abholst, dann stürzt er bestimmt und du bist Schuld. Und als Grundschulkind hat man keine Wahl.

    Als es aber an der Zeit war zu gehen, fing er jedes Mal eine Diskussion an, dass es mir ja total egal wäre, wenn er stirbt. Ich würde ihn hier alleine lassen, obwohl ich wüsste wie elendig es ihm geht etc. - ich weiß mittlerweile nichts mehr auf solche Aussagen zu antworten

    Ein Alkoholiker ist wie ein Schwarzes Loch. Es hockt in der Mitte, dreht sich nur um sich selbst und zieht die komplette Energie des Umfeldes in sich hinein.

    Es frisst dich auf.

    Ich frage mich, wie lange du diesen Zirkus noch mitmachst. Du gehtst kaputt dabei. Er hört nie auf. Du kannst ihm geben was er will, was du kannst, was dir einfällt... es ist völlig wurscht. Es ist nie genug, es ist immer das falsche, es reicht nie.

    Aber das liegt nicht an dir, sondern an seiner verdrehten Denke. Leider macht Alkohol das Gehirn kaputt. Manche sterben schon mit 45, leider ist das so. Ich habe es für mich so verarbeitet, daß ich die kranken Entscheidungen meiner Mutter akzeptiere. Jeder von uns stirbt mal. Manche früher, manche später. Manche so. Leider. Es ist ihre Entscheidung. Von außen kann man nichts erreichen.

    Wie wäre die Vorstellung, ihm die Verantwortung für sein Wohl und Wehe zu überreichen und zu gehen? So richtig.

    Du kannst guten Gewissens dir selber und jedem anderen gegenüber sagen, daß du ALLES versucht hast und nur noch Profis helfen können - wenn er denn will. Will er aber nicht. Also bist du raus aus der Nummer.

    Alles blocken, mal wirklich konsequent, so richtig konsequent.

    Du kannst es als etwas ansehen, was du in all den Jahren noch nicht ausprobiert hast. Vielleicht bewirkt es etwas bei ihm, das würdest du erfahren. Einfach mal ein halbes Jahr oder Jahr wegbleiben. Du kannst dich erholen. Er kann trocken werden oder noch tiefer im Sumpf landen. Aber das würde er auch, wenn du dich ausnutzen lässt .

    LG, Linde (EKA)

    Hallo Ava,

    ein Mann, der Traktor fährt und immer einen Bierkasten im Vorratsraum stehen hat, glaubst wirklich, daß der Briefe liest...?? Ich nicht.

    Zitat

    Die Wohnung ist ein typischer Haushalt mit Gläsern für Alkohol in der Vitrine, Weinflaschen in der Küche an der Wand, Sixpack-Geschenk zum 50. im Flur. Bierkasten im Haushaltsraum.

    Such dir jemand anderen.

    Also für mich wäre das k.o.-Kriterium, egal was für ein kerniger Bursche das ist.

    Wie sieht irgendwann mal der Alltag aus? Ich habe es noch im Ohr von früher: "Frau, bring mir mal ein Bier!" <X Während ihr Mann vorm Fernseher hing, hat meine Oma sklavenähnlich ihn von vorne bis hinten bedient und wenn sie das nicht gemacht hat, bekam sie die Bier- oder Weinflaschen übergezogen.

    LG, Linde

    Ich finde es gesellschaftlich aktuell noch ganz schwierig, dass der Coabhängige als Opfer des Alkoholikers gesehen wird. Nein der Co hat eine eigene Krankheit und begeht verheerende eigene Taten. Z.B. dass er seine eigenen Kinder einem seelischen Missbrauch aussetzt.

    Ein gesunder klar denkender Mensch würde sein Kind sofort aus dieser Situation holen und sich zumindest räumlich trennen.

    Das kann ich 1 : 1 unterschreiben, weil ich EKA bin und das alles selber erlebt habe.

    Als Kind saugt man die Familienstrukturen auf wie ein Schwamm. Was ja auch wichtig und richtig ist. Nur, wenn man als Kind in einer Suchtstruktur aufwächst umgeben von Suchtkranken und Co-Abhängigen, wie bitte soll man sich als Kind davon abgrenzen und später gesund leben? Keine Chance.

    Klar, es gibt resiliente Menschen, an denen alles Negative abzuperlen scheint. Doch je früher und je länger ein Kind Suchtstrukturen ausgesetzt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß es diese verinnerlicht und später selber anwendet werden bzw. in einem potentiellen Partner als vertrautes Muster wiedererkennt. So landen die EKA's selber bei irgendeiner Sucht bzw. "suchen" sich suchtkranke Partner, vor denen sie ihr gesamtes Umfeld vergeblich warnt...

    Ich sehe Co-Abhängige auch nicht als Opfer, schließlich sind es erwachsene Menschen. Die Kinder wiederum, die sind die Opfer. Sie werden zu gut funktionierenden Co's und Süchtigen heranwachsen lassen. Es sei denn, die Eltern bzw. ein Elternteil wacht endlich auf und übernimmt Verantwortung.

    Liebe Grüße, Linde (EKA)

    Er wünscht sich sein/ein Leben zurück

    Hm, ist er auch bereit dafür etwas zu tun? Und wenn ja: Was genau tut er dafür?

    Oder wartet er darauf, daß sein besseres Leben ihm auf dem Silbertablett serviert wird?

    Er sagt er hat doch niemanden mehr.

    Mit Selbstmitleid kommt er nicht weiter.

    Solche Sprüche bringen die Angehörigen dazu, immer und immer weiter um den nassen Alkoholiker zu kreisen. Während der Alkoholiker rumjammert und säuft und die Co-Knöpfchen drückt, gehen die Angehörigen kaputt.

    EKA werden von klein auf so manipuliert, daß sie sich für das Wohl und Wehe der Eltern verantwortlich fühlen. Dabei sollte es doch umgekehrt sein, oder nicht?

    Ich freue mich für jeden, der den Absprung aus dem kranken Familiensystem packt.

    Nicht-Hilfe ist eine wirklich sinnvolle echte Hilfe bei Suchtkrankheiten. Am Tiefpunkt angelangt kann das evtl. zum Wendepunkt werden, nämlich dann, wenn er endlich von sich aus professionelle Hilfe in Anspruch nimmt.

    Indem die Angehörigen mit solchen Sprüchen manipuliert werden, hält der Alkoholiker das kranke Familiensystem über Jahre/Jahrzehnte aufrecht.

    Liebe Grüße, Linde (EKA)

    Das Forenteam
    5. Januar 2022 um 17:09

    Hallo Stoepf,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe.

    Ich habe dir oben etwas zum Thema verlinkt.

    Dein Gedankenkarussel kann ich sehr gut verstehen. Komme erst mal in Ruhe hier an.

    Liebe Grüße, Linde

    Wow, die ersten Schritte sind gemacht! :thumbup:

    Per Telefon hat man ja quasi Sicherheitsabstand. Wenn ihr euch über den Weg läuft, wäre gut, vorher schon einen Plan zu haben, wie du dann handelst.

    Zitat

    Er meinte dann noch resigniert, das er es ja schon kenne, von allen verlassen zu werden.

    Sein Selbstmitleid bringt ihn nicht weiter. Es ist nur ein Manipulationsversuch, mehr nicht.

    Außerdem: Wenn er wirklich ein Traumprinz wäre, würden ihn nicht reihenweise die Frauen verlassen. Also hat das was mit IHM zu tun und nicht mit dir oder deinen Vorgängerinnen.

    Er hat vor Ort zig Ansprechpartner, du aber auch. Mach dir mal keinen Kopp, daß er sich was antut. Seine Sauferei ist schlimm genug. Die wenigsten tun sich was an. Sie drohen nur damit oder machen so Andeutungen, um die Partnerin weich zu klopfen.

    Hast du vor Ort Betreuer oder Ansprechpartner, die du mit ins Boot holen kannst?

    LG, Linde

    Zitat

    Wie kann ich den Zweifel, den Eiertanz beenden, ich will ehrlich sein und ich denke, das ist besser, als einfach zu sagen, ja ich bin Alkoholiker, ohne dabei zu Zweifeln. Oder?

    Indem du es "offiziell" machst, also zum Hausarzt gehst und dich mit ihm über konkrete Dinge besprichst.

    Nägel mit Köpfen machen, wird hier öfters geschrieben. Wenn du einen Schritt nach dem anderen machst, dann wird deine Frau merken, wie ernst dir deine Trockenheit - diesmal - ist. Angehörige haben manchmal einfach die Hoffnung aufgegeben, weil das alles schon gefühlt ewig so geht.

    Liebe Grüße, Linde

    Bist du mit Alkoholikern aufgewachsen?

    Denn das ist manchmal des Rätsels Lösung, warum man später Partner "aussucht", die eine Suchtkrankheit haben. Man sucht die sicherlich nicht absichtlich, aber das Verhalten von Alkoholikern ist einem so vertraut, daß keine Alarmglocken klingeln.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Smartie,

    so ganz klar ist mir nicht, was du hier von uns hören möchtest. Denn vermutlich ist es völlig egal, selbst wenn 20 Leute dir schreiben: Such dir jemand anderen. Dann bist du ja nach wie vor in ihn verliebt...

    Ich weiß auch nicht ob es in dem Fall besser ist, auf dein Gefühl zu hören oder einfach mal den Verstand einzuschalten.

    Wieso dockst du bei jemandem an, vor dem dich vermutlich alle deine Freundinnen warnen würden?

    Ich wünsche dir gute Entscheidungen.

    Lieber Gruß, Linde