Beiträge von Vince

    Hallo,

    aus aktuellem Anlass mal ein Thema, welches mich interessiert.

    Ich bin heute Mittag mit meinem Freund und seiner Familie zum Chinesen gegangen. Das essen war toll, keine Frage; Aber...
    bereits als wir uns an den Tisch setzen standen 4 Aperetifs vor uns. Die wirklich jedem Gast, egal in welchem Alter vorgelegt wurden.

    Meine Frage ob dort Alkohol drin sei wurde mit einem lässigen: "Ja, aber nur 3%, den trinken sogar Kinder" abgetan. Ich muss sagen ich war schockiert :shock:

    Auch beim Griechen der obligatorische Ouzo. :?

    Wie geht ihr denn mit so etwas um?
    Vermeidet ihr von vorneherein Restaurantbesuche oder sagt ihr dem Kellner sofort das ihr Alkoholiker seid?

    Gruß
    Vince

    Hallo ihr,

    ist ein wenig länger her das ich schrieb aber ich hatte sooo viel um die Ohren. War nicht immer leicht, aber dank meines tollen Partners bin ich stark geblieben.

    Ich gebe mal eine Zusammenfassung was sich seit meinem letzten Eintrag getan hat:

    - Wir haben uns die Wohnung hier echt schön gemacht und mit einigen Freunden schon häufiger zusammen gegrillt und gekocht. Alles Abstinenzler. Ich lebe sehr gerne hier und fühle mich wohl.

    - Ich habe einen Job gefunden, der wirklich zu mir passt bei freier Zeiteinteilung und wirklich nicht sehr stressig. Außerdem ganz gut bezahlt.

    - Mit dem Abitur bin ich fast durch, nächstes Jahr halte ich den Schein in den Händen und dann geht es auf die Uni. Lehramt für Gymnasien: Mathematik und Geschichte =)

    So, aber natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein, wie so selten im Leben.
    Ich habe einen neuen Arzt hier gefunden mit dem ich echt super zurecht komme, der hat mich auch an einen Therapeuten überwiesen.

    Nun, die Gespräche sind häufig sehr ernüchternd. Es sind sehr viele Dinge die dabei herauskommen, die mich einfach nur wütend, traurig oder ähnliches machen.

    Besonders traurig finde ich das es mir unheimlich gut tut soweit von meiner Familie weg zu sein, die wohl 60 % meines Stresses damals verursachte.
    Klar ich sollte mich freuen, das es mir jetzt gut geht aber zu dem Preis?! :cry:

    Ich lese das Forum nach wie vor täglich, nur häufig weiß ich nicht ob ich was schreiben will oder nicht.

    LG
    Vince

    Hallo Pittchen

    Ja, es ist schon alles erledigt. Ich bin ja nicht zum ersten Mal hier, habe schon häufiger mehrere Wochen bis Monate hier verbracht. Sogar einen Hausarzt und Zahnarzt habe ich hier schon.

    Da uns von anfang an klar war, dass wir uns hier niederlassen, war der ganze Umzug hierher eher eine Kleinigkeit die bedeutet: "Ich fahre nicht mehr". Ohne Stress, umräumen, möbel oder so. Ich habe eh kaum eigene Möbel und die Sachen wo ich dran gehangen habe sind dabei (Außerdem wollte ich ja weg aus meinem alten Umfeld, da war es sinnvoll möglichst wenig Altlasten mitzunehmen)

    LG
    Vince

    Einen schönen guten Abend.

    So, alles noch sehr unsicher bei mir. Der viele Stress mit dem Geld und der Entfernung zum Partner usw. ist zwar weg, aber... es trat ein ganz anderer Stress auf den ich bisher kaum kannte: Langeweile!

    Ehrlich, ich bin auf Jobsuche und meine Abituraufgaben habe ich meist schon vor 9 Uhr morgens erledigt. Ich habe auf einmal soooo viel Zeit. Das ist gefährlich... denn dann kommt das schleichende Verlangen... "Es ist kein Stress mehr da, gönn dir doch was zum Genuss".

    Ich gehe wieder meinen Hobbys nach und mache einiges mit meinem Freund aber ich habe auf einmal ca. 10 Stunden mehr Zeit am Tag und die müssen gefüllt werden, nur nicht mit Alkohol!!!

    Naja, ich werde sehen was ich tun kann.

    LG
    Vince

    Guten Morgen.

    Ja ich war ein paar Tage abgelenkt, aber aus einem tollen Grund: Ich bin zu meinem Freund gezogen!!! :D
    Wir haben den Schritt einfach gewagt, zumal ich jetzt auch aus meinem Trinkumfeld raus und fast 200 KM weit weg davon bin. Zurzeit bin ich noch auf Jobsuche und bleibe weiter nüchtern.

    Natürlich habe ich eine gehörige Grundskepsis im Bezug auf das zusammen leben (schlechte Erfahrungen, wie ihr wisst...) aber diese Unsicherheit legt sich hoffentlich bald.

    LG
    Vince

    Hallo linde

    Wir führen eine Fernbeziehung, ich glaube noch mehr Abstand als sich nur alle zwei Wochen sehen und unterhalb der Woche maximal eine Stunde am Tag telefonieren/chatten verträgt keine Partnerschaft.

    Wir brauchen uns jetzt auch nicht im eigentlichen Sinne, ist falsch ausgedrückt gewesen. Wir wollen einander halt nur so unglaublich gerne beistehen

    Hallo ihr,

    das Wochenende war sehr schön aber der gestrige Tag ist ziemlich bescheiden gewesen.
    Mein Partner und ich haben zurzeit ziemliche Differenzen...
    Wir haben beide Stress (Er: Schulstress/Abschluss, Fahrprüfungen, unerwarteter Todesfall, Ich: Alkohol, ebenfalls Abistress und Geldprobleme). Das heißt wir brauchen uns eigentlich gerade gegenseitig, haben aber kaum die Kraft für uns selber da zu sein. Das führt dann zum Gegenteil, wir fangen an uns gegenseitig als Ventil zu benutzen.

    Wir wollen uns gerne gegenseitig beistehen weil wir beide das Gefühl haben es nicht alleine zu schaffen aber die Kraft für beides: unsere eigenen Probleme und die des anderen übersteigt zurzeit einfach unsere Möglichkeiten.

    Ich bin ziemlich durcheinander was ich da nun tun soll ohne gleich zur Flasche zu greifen. Ruhig reden versuchen wir schon immer, aber da wir beide so überfordert sind und unter Druck stehen, gehen irgendwann Vorwürfe und Selbstvorwürfe los.

    LG
    Vince

    Hallo ihr lieben.

    Eine halbe Woche ist um und ich bin immer noch nüchtern und bleibe es auch!
    Hierzu eine kurze Zwischenfrage, heute gab es Grillfleisch mit Tzaziki und dort war Branntweinessig drin. Muss ich mir da jetzt Sorgen machen?

    Ansonsten geht es mir gut, Ruhe habe ich mir gegönnt (besten Dank für den Rat) und den Tag mit meinem liebsten im Bett verbracht.
    Und für mich ein ganz persönlicher Erfolg: Ich konnte 2-3 Stunden abschalten und in Fantasy-Welten tauchen!!! :)

    LG
    Vince

    Ende Tag 3.

    Die Fahrt zu meinem Freund war extrem nervig. Habt ihr eine Ahnung was heute für ein Verkehr war?!.
    Habe ihn eingeweiht und seine absolute Unterstützung. Nun bin ich noch überzeugter dass ich das alles schaffe.

    Werde gleich noch ganz mutig sein und versuchen mit ihm zusammen ein Hobby zu reaktivieren.

    LG
    Vince

    Hallo Linde,

    Ich gehe nicht mehr zur Schule. Ich mache mein Abitur über Fernkurs nach. Hier in der Gegend gibt es leider nichts dergleichen. Ich wohne in einem kleinen Ort der kaum 100 Einwohner fasst. Zumindest hat es den Vorteil das wir hier keinen Kiosk oder sonst eine Einkaufsmöglichkeit für Alkohol haben.

    In weiter entfernten Städten (25 km +) gibt es sowas sicherlich, aber da sind wieder Benzinkosten und meistens Mitgliedsbeiträge usw. Das erscheint mir noch! unschaffbar und würde mich gleich wieder überfordern.
    Ihr habt mir geraten ich solle kleine Schritte machen und das wäre für mich zunächst einmal für mich alleine in meiner vertrauten Umgebung erstmal wieder spielen zu können. Bevor ich das dann weiter ausweite

    Guten Morgen

    Der 3. Tag ist angebrochen und ich fühle mich noch gut.
    Nach allem was ihr erzählt habt, will ich mein Rollenspiel-Hobby gerne wieder reaktivieren.

    Habt ir dazu Tipps, wie ich das machen sollte bzw. schaffen kann?
    Ich habe es gestern und heute versucht aber nach spätestens 10 Minuten musste ich abbrechen. Der Kopf wurde zu übermächtig: "Du machst was schlechtes und verbotenes!", "Statt hier rumzuhängen solltest du lieber Geld besorgen (egal wie...)". "Lern weiter, dein Abitur macht sich nicht von alleine!".
    Bei den Gedanken die dann überhand nehmen ist es sehr schwer mich noch ganz entspannt auf mein Spiel zu konzentrieren :?

    Hallo ihr lieben.

    Ich fühle mich schon jetzt bei euch unglaublich gut aufgehoben. Stimmt mich aber zu gleich auch etwas traurig, dass ich erst bei so einer schwerwiegenden Sache wie einer Suchtkrankeit. Akzeptanz und Zugehörigkeit finde.

    Sport mache ich bereits: Joggen und Bauchmuskeltraining (Mein Freund findet das so toll :wink: )

    Zu den Hobbys: Ja, im Bezug auf Rollenspiele. Die waren vor dem Alkohol immer meine Zuflucht bei denen ich wunderbar abschalten konnte bzw. immer noch kann. Aber inzwischen habe ich da ganz furchtbare Hemmungen... Liegt zum einen an meinen Eltern die mir immer einredeten dass so etwas schlecht ist ("Du verlierst den Realitätsbezug", "Du musst rausgehen". "Du musst mit anderen! in deinem Alter! ((die nicht hochbegabt sind...)) was machen") Zum anderen machte mir Freund immer ein schlechtes Gewissen wenn ich sie spielte solange er weg ist (Er muss arbeiten und ich mich amüsieren?) und war er da wollte er meine ganze Aufmerksamkeit.
    Ich vermisse diese Abenteuer in anderen Welten, ob nun im Buch, auf einer Konsole oder Live ist ja egal...
    Aber jedesmal wenn ich es versuche kriecht da dieser Gedanke hoch: "Du machst etwas schlechtes und verbotenes!"

    Hallo Horatio,

    ich werde mir deinen Ratschlag mal durch den Kopf gehen lassen. Aber zunächst muss ich den für mich nächsten, wichtigen Schritt machen und meinen Freund mit ins Boot holen. Das ist mein Ziel für dieses Wochenende (Er war eine Woche auf Klassenfahrt, darum weiß er noch nichts davon dass ich nun endlich aufhöre.)

    @all:
    Bisher geht es mir immer noch gut, klar ich habe erst den 2 Tag (letzter Schluck Dienstag morgen um 10) und weiß da kann noch einiges kommen. Ich bin ab und zu ein wenig euphorisch, aber traue dieser nicht so ganz. Halte ich für einen ganz ausgeklügelten Trick meines Gehirns mir vorzutäuschen: "Hey, dir geht es doch gut, also hast du gar kein Alkoholproblem".

    Werde mir heute noch einen gemütlichen Abend mit einer Flasche Cola machen. Ich wusste gar nicht mehr wie diese pur schmeckt...
    Nur eine Beschäftigung muss ich noch finden. Ich weiß nicht ob es an der plötzlichen Nüchternheit liegt, aber mir geht das Fernsehprogramm plötzlich sowas von auf den Keks. Eiskalt abgeschaltet.

    Statt Fernsehen und Bier, gibt es jetzt halt Cola und Buch oder so.
    Habe ein wenig Angst, durch nun mangelnde Beschäftigung in Versuchung zu kommen aber ich werde widerstehen!

    Gruß Vince

    Hallo, ihr alle.

    Danke für eure herzlichen Willkommensgrüße

    hoppegarten : Ich war schon sehr oft in Therapie und nahm zwischendurch auch immer mal Antidepressiva. Jedoch kann mir kein Psychologe der Welt meine Hochbegabung, wegen der ich ja so depressiv wurde, nehmen. Ich weiß wie ich damit umgehen sollte... Aber es fällt oft so schwer, zumal ich immer noch Probleme habe diese zu akzeptieren (Sie machte mich zum Außenseiter, meine Eltern lehnten mich deswegen ab, Meine komplette Kindheit versucht normal zu sein und meinen Kopf zu unterdrücken). Wenn ich getrunken habe, war ich zumindest auf einer Ebene mit allen anderen...

    @Ultra_Violet: Ich wollte keinesfalls in eine Klinik! Das war mein eigener Wunsch. Ich war bereits einmal in einer wegen Depressionen und das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich träume noch heute davon und schrecke hoch... Ich werde panisch wenn ich nur daran denke. Darum gibt mir mein Arzt erstmal die Möglichkeit es so zu versuchen. Sollte ich scheitern werde ich natürlich nicht drum herum kommen aber ich bin fest entschlossen.

    Liebe Grüße
    Vince

    Hallo erstmal.

    Ich bin 20 Jahre alt und Alkoholiker.
    Allein das zu schreiben kostet bereits viel Kraft.
    Ich bin homosexuell, lebe in einer glücklichen Beziehung (leider auf Entfernung) und mache zurzeit mein Abitur über einen Fernkurs nach. Ich möchte später Lehramt studieren.
    Meine Hobbys sind lesen und Rollenspiele (Auf Konsole oder live auf Mittelaltermärkten).
    Vom Sternzeichen bin ich Zwilling und meine Familie ist, mehr oder weniger, intakt.


    Ich fing erst sehr spät mit dem Alkohol an. Erst mit Mitte 18 Jahre.
    Zuvor gab es nur einmal einen Rausch auf der Party eines Freundes als ich 14 war. Den wirklichen Ausschlag gab mein Ex... Aber zuvor eine Vorgeschichte um alles verstehen zu können:

    Ich bin seit meinem 13. Lebensjahr depressiv gewesen und mehrmals von zuhause weggelaufen, erst mit 17 als ich meine Realschule und 1 Jahr BBS beendet hatte, wagte ich es mich einzuweisen. Dort fand man den Grund für meine Depressionen heraus: Hochbegabung und die ständige Unterforderung dadurch (IQ:167...Mehr Fluch als Segen...)
    Als ich aus der Psychatrie entlassen wurde auf Ausbildungssuche gewesen, bis heute nichts gefunden... Ich machte meinen Führerschein und fand einen 400 € - Job in einem Traumbetrieb.
    Wohlgemerkt habe ich zu der Zeit nicht einen Tropfen getrunken, ich lehnte Alkohol ab.

    Doch wie das Leben so spielt, wo die Liebe hinfällt. Ich lernte einen zu der Zeit wahnsinnig tollen Mann kennen. Erfolgreich, lebenslustig und zu meinem Leidwesen im nachhinein: Weinkenner...
    Nach nur 1 Monat hatte er mich überredet gehabt meinen Job aufzugeben (den ich geliebt habe... aber er verdiente ja genug...) und zu ihm zu ziehen.
    Zwischendurch gab es zu der Zeit immer mal einen Weißwein aber da noch zum Genuss.
    Als dann der Zusammenzug gekommen war, wurde ich sehr bald mit der bitteren Realität konfrontiert: Er war ein Workaholic und ich saß ca. 12 Stunden täglich (auch am WE, da Einzelhandel) alleine in einer Wohnung die mir nicht gefiel, in einer Stadt die ich nicht mochte; ohne ein Auto fest. Arbeitslos und ohne Beschäftigung. Der Alkohol der ständig da war, wurde schon verlockender und ab und zu genehmigte ich mir ein wenig. Ansonsten versuchte ich mich mit Hobbys abzulenken...
    Daraus wurde nichts! Mein ehemaliger Traummann fing an mir dauernd ein schlechtes Gewissen einzureden wenn ich mich denen widmete solange er arbeiten ist und war er Zuhause wollte er meine vollste Aufmerksamkeit.
    Ich war unglücklich und einsam... bis auf meinen jetzigen Freund (den ich schon damals vor! meinem Ex kannte), der zumindest virtuell bei mir war.


    Nach einigen Monaten bekam mein Ex-Freund ein Burn-Out und kündigte in Folge dessen seinen Job. Nun trank er sehr viel aus Frust und ich wurde Co-abhängig. Ich wollte ihm halt beistehen, doch das misslang gründlich...
    Er überredete mich (aufgrund unserer schlechten Finanzlage) virtuell mit ihm zu "strichen"...Cam-Sex... ich wollte ihn nicht alleine lassen in seinem Frust und im Nachhinein wusste ich, ich hätte da schon längst die Notbremse ziehen müssen!!
    Doch ich tat es nicht und um mich zu überwinden betrank ich mich, damit ich die Hemmungen verlor...
    Wir stritten immer mehr und mehr und ich verliebte mich anderweitig und als ich ihm das sagte warf er mir nur vor, dass ich sein Leben ruiniert habe.

    Der Auszug zurück zu meinen Eltern folgte kurz darauf, aber in einer eigenen Wohnung und ohne Job (suche seitdem) fehlten mir auch die Mittel. Zumal ich nun eine Fernbeziehung führte. Also machte ich mit dem "strichen" weiter (Mein jetziger Freund weiß nur das ich "gechattet" habe um an Geld zu kommen, was genau leider nicht).
    Neben diesem Finanzdruck, bemühe ich mich mein Abitur in Eigenregie zu machen (Staatliche Schulen nahmen mich nicht mehr da ich zu lange raus war und Abendschulen fordern abgeschlossene Ausbildung), mit der Sehnsucht der Fernbeziehung fertig zu werden, mit der Vergangenheit abzuschließen und meine Gedanken unter Kontrolle zu halten (durch die Begabung werde ich schnell depressiv wenn ich mich langweile).
    Da blieb einfach keine Zeit mehr für Hobbys und richtige Entspannung, also blieb nur die "flüssige" und ich brauchte mehr Entspannung, weil der Stress mehr wurde...

    Noch heute ist die Situation unverändert, nur das ich einen liebevollen Partner habe (der glücklicherweise Alkohol abolut ablehnt) und mit dem "strichen" aufgehört habe. Heißt allerdings dass die Finanzlage noch viel angespannter ist. Ich kann mir 1 Mahlzeit am Tag leisten, der Rest von dem bisschen was ich habe (200 €) geht für meine Zukunftspläne (studium) und meine Beziehung (190 Km) drauf.

    Ich habe nun während der letzten Wochen gemerkt der Alkohol ist einfach zu stark geworden. Ich trinke teilweise morgens um 10 damit ich mich nicht mit allem überfordert fühle und das Gefühl bekomme allem gewachsen zu sein. Morgens, Mittags, Abends, Nachts... Es gibt immer Gründe.
    Ich versuchte schon mehrmals auf eigenen und auch auf Wunsch meines Partners (dem die Abhängigkeit als erstes auffiel) mit dem Trinken aufzuhören. Erfolglos... Nach spätestens 7 Tagen fang ich wieder an, weil dieser gefährliche Glaube: "Ich habe kein Problem, habs doch eine Woche ohne Probleme geschafft, also keine Sorge" vorhanden ist.

    Wein, Wodka, Bier... hauptsache ich habe diese "flüssige" Entspannung die mir das Gefühl vermittelt: Ich schaffe das alles schon irgendwie!

    DAMIT IST JETZT SCHLUSS!

    Ich will nicht mehr diesem Nervengift unterliegen, ich will leben, meinen Partner richtig spüren und die Welt wieder nüchtern sehen!
    Darum bin ich jetzt hier und hoffe hier gut aufgenommen zu werden.

    Heute war ich dann beim Arzt,

    hatte vorher echt Herzklopfen was er wohl sagen wird. Die Sprechstundenhilfe war jedenfalls sehr unhöflich und beinahe genervt "Sie haben keinen Termin? Dann werden Sie warten müssen! 10 € Bitte!". In der Tonlage eines Feldwebels...

    Nun, nach ca. 30 Minuten konnte er mich zwischen schieben und ich erzählte ihm das gleiche wie euch. Er nickte meist und hörte zu, ab und zu ein paar Zwischenfragen wiw "Wieviel trinken sie so am Tag?", "Haben Sie schonmal Black-Outs gehabt?", "Trinken Leute in ihrem Umfeld?".

    Hinterher dann Blutabnahme, Blutdruck messen usw. Die Werte liegen heute Nachmittag vor.
    Und ich brauche nicht in die Klinik, aber soll mich zumindest eine Woche lang mind. alle 2 Tage bei ihm zeigen zum Werte messen.

    Ich fragte ihn auch zum Delirium, er meint "sehr unwahrscheinlich, da sie so gut wie noch nie über einen Liter am Tag tranken aber möglich!". Wow, damit hatte ich nicht gerechnet das dass möglich ist...

    Er gab mir noch die Telefonnummer des Notdienstes für das Wochenende und die Adresse einer SHG in der Nähe. Außerdem bekam ich den Rat möglichst viel in Gesellschaft zu sein (möglichst keine Trinkende) die notfalls schnell den Notarzt rufen können und ich soll Auto fahren möglichst eine Woche lang vermeiden.
    Bei Bedarf könnte er mir ein Medikament rausschicken aber das zahlt die Kasse wohl nicht. Demnach nur bei Bedarf.

    Ich hoffe hier bei euch nun gut aufgehoben zu sein und die Sucht zu besiegen

    Vince