Beiträge von ayki79

    Zitat von Kopfmensch

    meiner Meinung nach verwendest Du zuviele Worte, verfällst in Erklärungen, schaffst Nebenschauplätze für etwas, das mit Ja oder Nein zu beantworten ist. Hattest Du einen Rückfall - Ja oder Nein? Beantworten kannst/ musst Du das nur Dir selbst. Ebenso die Konsequenzen, die Du daraus ziehst.

    Ich denke nicht.

    Zitat von Kopfmensch

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für ein emotionales Loslassen u.a. Abstand ein wichtiger Schritt ist.

    Richtig!

    Zitat von Melinak

    nun durch das sich wandeln habe ich auch bei mir kurzzeitig gespürt das ich ihm gegenüber auch wieder offenheit zeigte. ich habe mit ihm wesendlich mehr geredet, freundlicher,und spürte dabei, das es zwar für meine kinder gut ist, das wir miteinander reden können, doch auch das ich da vorsichtig sein muss, um nicht wieder ins co zu fallen. auch den kindern habe ich klar gesagt, das ein zurrück, sei ich noch so nett zum vater nicht mehr will. denn die spüren diese veränderung und hegen meisst grosse hoffnungen.


    Das haben wir mit den Kindern ja durchgesprochen! Damit die sich erst gar keine Hoffnungen machen.

    Zitat von Melinak


    respektvollen umgang miteinander sollten kinder auch vorgelebt werden und ich weiss wie schwierig das ist. da versteh ich dich auch sehr in deinen aussagen. sie sind ja schliesslich die väter der kinder und so einfach ist es leider nicht, die kinder vom vater fern zu halten.selbst wenn deren einfluss auch die kinder möglicherweise kein positiver ist.


    Ich hatte nie vor, die Kinder vom Vater fernzuhalten, weil ich denke, sie haben ein Recht, ihn zu sehen, solange er ihnen nicht schadet! Bei uns ist es zur Zeit positiver Einfluss, so etwas spürt man doch auch!

    LG Ayki

    Zitat von Melinak

    wenn du zu deinem suchtmittel ex mann wieder ein en inniglichen kontakt pflegst, von dem du geschrieben hattest, das du ihn verlassen hast aber noch liebst?


    Ich liebe ihn nicht mehr! Ich hatte geschrieben, dass ich mich damals nicht getrennt habe, weil ich ihn nicht mehr nicht geliebt habe, sondern weil es nicht mehr ging. Es sind Jahre vergangen seitdem. Und es hat sich vieles verändert!

    Hartmut
    Ich hab das eingesehen und habe mir ja den Abstand auch sofort wieder genommen, als ich gemerkt habe, dass das alles einfach nicht zeitlich begrenzt sein kann ;) Es geht mir auch schon viel besser als gestern oder vorgestern!

    Mit emotional loslassen meine ich meine Gefühle... nicht die Co-Abhängigkeit! Ich bin beim Loslassen schon sehr viel weitergekommen in den letzten Wochen, aber ich habe auch gemerkt, so richtig durch bin ich damit noch nicht! Denke, das hat viel damit zu tun, dass man - selbst bei Abstand - immer noch hier und da Kontakt durch die Kinder hat! Das ist kein "Deckmäntelchen". Mir ist es einfach wichtig, dass dieser Kontakt auf einer respektvollen und freundlichen Weise abläuft! Nicht mehr und nicht weniger.

    LG Ayki

    Melinak
    Du musst überhaupt nicht eingeschnappt sein, weil ich die Sache anders sehe als du! Die Thematik mit den Kindern wird in vielen anderen Threads diskutiert und da kann ja auch jeder gerne drauf eingehen, wenn er möchte! Darum geht es hier, in meinem Thread für mich aber nicht.

    Ich möchte euch einfach bitten, wieder aufs eigentliche Thema zurück zu kommen, das für mich vordergründig heißt: Emotional Loslassen!! Hierüber möchte ich mich mit euch austauschen! Das ist der Sinn für mich, wieder hier im Forum zu sein!! :)

    Melinak

    Ich kann dir nur das Gleiche antworten, was ich gerade Spedi geschrieben habe:

    Zitat von ayki79

    Was dir in deiner Vergangenheit passiert ist tut mir leid, aber man kann auch nicht alles miteinander auf eine Stufe stellen! Das Thema hatten wir hier schon desöfteren. :roll: Und ich möchte auch gar nicht näher drauf eingehen, weil das nur jeder selbst für seine Situation beurteilen kann. Ich weiß, dass ich für uns richtig gehandelt habe!

    LG Ayki

    @Spedi

    Zitat von Spedi

    Was bei Dir passiert ist, dass Du in den Kindern eine Hoffnung weckst, alles könnte "wieder gut" werden. Wohl wissend, dass dies nicht passieren wird, weil er weiterhin trinkt. Sorry, aber das ist den Kindern gegenüber nicht fair. Sie haben ein Recht darauf, ihr Kinderleben unbekümmert erleben zu dürfen. Da muss Dein Recht auf Träume von einer Partnerschaft, die es augenscheinlich nie war und wohl auch nie werden wird, einfach mal hinten an stehen!

    Die Kinder sind selbst schutzlos, sie können sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Misere befreien, sie sind nun mal auf Dich angewiesen. Also gib ihnen verdammt noch mal die Chance auf ein menschenwürdiges Leben! Das Leben in direktem Kontakt zu einem saufenden Angehörigen ist unwürdig und muss nicht sein!


    Ich habe in den Kindern keine Hoffnung geweckt, denn wir haben beide mit ihnen geredet, dass es sich in den Ferien mit den zusätzlichen Treffen um Ausnahmen gehandelt hat! Desweiteren wissen die Kinder über seine Krankheit bescheid. Ich hab mit ihnen die Thematik schon mehrere Male besprochen und auch in Büchern angeschaut! Ihnen tut es auf jeden Fall gut zu sehen, dass ihre Eltern wenigstens wieder miteinander reden und auch Spaß haben können! Ich kann aus meiner Sicht nur sagen, dass dies die Kinder gestärkt hat und es ihnen auch besser geht als vorher! Und das ist für mich keineswegs eine Misere!

    Der Umgang der Kinder mit dem Vater findet eingeschränkt statt (verkürzt), und der Vater ist damit auch einverstanden! Die Kinder haben ein sehr gutes Leben, auch an den Umgangstagen! Sie unternehmen viel, gehen schwimmen, spielen Fußball usw. Natürlich ohne Alkohol! Wenn sie sich beim Vater nicht wohl fühlen würden, sähe die Situation ganz anders aus!!! Was dir in deiner Vergangenheit passiert ist tut mir leid, aber man kann auch nicht alles miteinander auf eine Stufe stellen! Das Thema hatten wir hier schon desöfteren. :roll: Und ich möchte auch gar nicht näher drauf eingehen, weil das nur jeder selbst für seine Situation beurteilen kann. Ich weiß, dass ich für uns richtig gehandelt habe!

    LG Ayki

    Kopfmensch
    Als einen Rückfall sehe ich das eigentlich wirklich nicht. Dann würde ich mich komplett anders verhalten, oder? Ich hab mich echt völlig von diesen ganzen Dingen distanziert und halte sie mir gut vom Leib...

    @Spedi
    Kann es nicht auch mal einfach passieren, dass einen die Gefühle überrollen? Ich hab mich schließlich damals nicht getrennt, weil ich meinen Ex-Mann nicht geliebt habe, sondern weil der Kopf eingesehen hat, dass es nicht mehr geht und keinen Sinn hat...

    Nicht ganz losgelassen würde ich das auch eher nennen. Aber eigentlich doch den "Menschen" selbst nicht losgelassen und nicht mein Suchtmittel den Abhängigen - finde ich jedenfalls. Am Loslassen bin ich nach wie vor dran... Wie gesagt, die Wunden aus der Vergangenheit loszulassen hat mich ein ganzes Stück weitergebracht, somit bin ich meine Wut losgeworden! Ich höre aber auch schön fleißig jeden Abend meine Meditations-CD, weil ich das schon selbst gesehen habe, dass ich da noch nicht mit durch bin... mit dem kompletten Loslassen. Vielleicht waren ja auch die letzten Wochen einfach dafür notwendig, um weiterzukommen? Es ist doch schöner, seinen Weg in Frieden zu gehen als im Streit, oder? Für mich war das jedenfalls sehr wichtig! Denn die letzten Jahre waren dadurch oft sehr mühselig und anstrengend für mich!

    Nee - unter dem "Deckmäntelchen" des Kindeswohls - das teile ich so überhaupt nicht! Es ist doch klar, dass man sich Sorgen um die eigenen Kinder macht und sich freuen würde, wenn der Vater endlich ein Leben ohne Alkohol leben würde. Ich finde nicht, dass das was mit der Co-Abhängigkeit zu tun hat. Das muss man schon trennen!

    LG, Ayki

    Zitat von Laurina5

    Ich befürchte, es ist so herübergekommen, dass ich Dich belehren und aufklären wollte, das war nicht mein Ansinnen.


    Dafür bin ich doch hier – um mir die Meinungen der anderen durchzulesen und darüber nachzudenken ;)

    Zitat von Laurina5

    nur war da lange Zeit eine Differenz zwischen meinem Verstand und meinem Bauchgefühl, d.h. ich hatte schon die Entscheidung getroffen, ich will das so alles nicht mehr, aber es waren noch ganz intensive Gefühle vorhanden, von daher bin ich noch einige Male gekippt und habe es versucht. Es ging immer für ein paar Tage gut, dann hatte ich genug und spürte, das will ich doch nicht mehr. So eierte ich lange Zeit herum und brauchte meine Zeit, bis ich mir eingestehen konnte, ich liebe diesen Menschen zwar, diese Liebe ist aber nicht lebbar, sie reicht heute nicht mehr, um meine Bedürfnisse zu stillen, ich bin anspruchsvoller geworden und weiß, was ich leben will. Von daher glaube ich mitfühlen zu können, wie es Dir heute geht.


    Das habe ich damals – vor der Trennung von meinem Ex-Mann auch alles durchlebt! Als ich es erkannt habe und zu viel davon hatte, habe ich die Scheidung eingereicht... Zur Zeit fühlt es sich anders an... Wie gesagt, einordnen kann ich es nicht so richtig...

    Zitat von Laurina5

    Mein Ex ist nicht therapiebereit, und wenn er mal nüchtern ist, ist er mir fremd, völlig wortkarg, abwesend und kann keine Nähe zulassen. Von daher ging meine Hoffnung ins Leere. Heute ist es für mich nicht mehr wichtig, ob er etwas unternimmt oder so weitermacht, ich konnte mich davon disstanzieren und sehe für uns auch keine Chance, sollte er tatsächlich nüchtern werden. Das mag natürlich bei Euch anders laufen und eine Chance könnte drin sein.


    Das ist ja bei uns in den letzten Wochen völlig anders gewesen. Wir haben viel gelacht, hatten Spaß miteinander und haben uns wirklich gut unterhalten. Dass so etwas überhaupt irgendwann noch mal möglich ist, hat mich echt gefreut! Aber ich sehe da für „uns“ überhaupt keine Chance, will nicht zurück und bin auch nie davon ausgegangen, dass es so kommen wird!

    Zitat von Laurina5

    Ich habe aufgegeben und losgelassen, es ist sein Leben, und er hat das Recht es nach seinen Bedürfnissen zu leben. Meine Gefühle kommen bei diesen Themen immer noch mal wieder in Wallung, aber ich hege keinen Groll mehr und wünsche ihm nichts Schlechtes.


    Ja, das sehe ich genauso! Es ist sein Leben. Aber es ist auch (zum Teil) das Leben seiner Kinder. Und das macht es für mich nicht einfacher... Zur Zeit klappt alles noch super, aber wer weiß wie lange... Und auch das macht mich traurig. Aus den Augen aus dem Sinn – das geht beim Vater der eigenen Kinder nicht einfach so...

    Naja, ich gehe meinen Weg für mich weiter. Halt ich an, bleib ich nur stehen - und ich muss an ihm vorübergehen ;) Oder wie ging das Lied von Rosenstolz noch mal :lol:

    LG Ayki

    Laurina5

    Ich weiß das alles wirklich selbst - hab mich jahrelang damit auseinandergesetzt, Suchtberatungsstellen aufgesucht, viele Bücher gelesen und mich informiert. Das ist mir alles klar!

    Was ich für mich mache? Ich denke, da sprichst du genau den richtigen Punkt an. Ich muss wieder MEHR für mich tun! Das wurde mir in den letzten Wochen auch sehr bewusst! Ich habe eine Therapie (mit den Kindern) hinter mir. Ansonsten treffe ich mich hier und da mit Freunden, gehe auf Konzerte, tu mir selbst Gutes, z. B. mal ne Massage, lese Bücher, genieße meine (kinderfreie) Zeit. Aber das ist in der letzten Zeit alles etwas zu kurz gekommen.

    Vor allem merke ich aber auch, dass es mir gut tut, mich hier mal wieder auszutauschen ;) Ich darf es nur nicht übertreiben, möchte nicht wieder nur über Probleme nachdenken... Es gibt Schöneres im Leben ;) Aber ab und zu ist es einfach nötig, um weiterzukommen...

    LG Ayki

    Laurina5

    Zitat von Laurina5

    Wie sieht es mit Deinen Erwartungen aus, was fühlst Du dabei und die Wut, ist sie weg oder lodert sie noch, wie auch Deine Gefühle, die theoretisch nicht abstellbar sind.


    Außer Zuverlässigkeit und einem freundlichen und respektvollen Ton habe ich habe keine Erwartungen, weil ich weiß, dass diese eh nichts bringen würden!
    Die Wut ist weg – sie lodert glaube ich nicht – das hat sie all die Jahre gemacht und kam immer mal wieder zum Vorschein. Zur Zeit fühlt es sich anders an, entspannter irgendwie.
    Tja, die lieben Gefühle – hier bin ich mir nicht sicher und muss das noch herausfinden.

    Zitat von Laurina5

    Solange sie nass sind, besteht die Gefahr, beim nächsten Konflikt zu kippen, das sollte einem bewusst sein, wenn man sich erneut und hoffnungsvoll einlässt. Wenn keine Hoffnung mehr wäre, würde man dies wohl nicht tun. Man muss sich klar werden, was man wirklich will und ob man bereit ist, den Weg mitzugehen, gleich wo er hinführt. Ein Entzug und die Zeit danach ist auch nicht gleich nur rosig, es steht viel Arbeit an, und zwar auf beiden Seiten.


    Falls es bei ihm zu einer Therapie kommen sollte (wovon ich nicht ausgehe!), werde ich diesen Weg unter gar keinen Umständen mit ihm gemeinsam gehen. Das muss er schon selbst tun. Vor einigen Jahren wäre ich dazu noch bereit gewesen, jetzt nicht mehr!

    Zitat von Laurina5

    Theoretisch kann man auch mit einem nassen Alkoholiker weiter im Kontakt sein, wenn man ihn wirklich so annehmen kann und selbst bereits eine gestandene Persönlichkeit ist ohne Hoffnung und Erwartung.


    Hoffnung... das ist ein guter Ansatz. Vielleicht hab ich in der letzten Zeit wirklich gehofft, dass er endlich die Kurve kratzt?! Ich glaube, das hat mich traurig gestimmt. Anzusehen, wie ein Mensch, der einem eine Menge bedeutet, sich sein Leben nach wie vor durch den Alkohol zerstört!

    Nici

    Zitat von n i c i

    Täglich telefonieren...sei mir nicht böse, aber das hat für mich was von "nippen am Weinglas" für einen Trockenen.
    Genieße den respektvollen Umgang mit ihm, ja, schon allein der Kinder wegen. Aber im angebrachten Rahmen, sprich wenn was wegen der Kinder zu regeln ist, wenn was ansteht. Aber nicht täglich.


    Ich hab mir gestern noch viele Gedanken gemacht und genau DAS, was du schreibst beschlossen und ihm auch mitgeteilt!

    Zitat von n i c i

    Ich wünsche Dir, dass Du so weit gefestigt bist, dass ich Unrecht habe.
    Aber das kannst nur Du beantworten.


    Du hast das glaube ich schon ganz richtig gesehen ;)

    LG Ayki

    Hallo Aurora,

    Zitat von Aurora

    Und sonst? Mir geht es gut! Ich werde im April Dante heiraten :D . Hätt ich nicht gedacht, dass ich als Oma nochmal heirate :roll: . Cool, oder :lol: . Für mich hat sich gelohnt, mich auf den Weg zu machen und so viele Veränderungen zu machen in meinem Leben, auch wenn es nicht immer einfach war.


    Das freut mich zu hören!!! Ich wünsche euch viel Glück für die Zukunft!

    Zitat von Aurora

    Und siehst dich nun auf gemeinsamer Ebene mit deinem Ex. Ganz in Ruhe.


    Naja, so ganz "in Ruhe" ist das ja nicht, weil ich mir schon wieder so viele Gedanken mache und es mir auch desöfteren deshalb schlecht geht. Dieses schlechte Gefühl geht zwar zwischendurch immer mal wieder weg, aber es kommt auch immer wieder. Und so fühle ich mich auch nicht richtig wohl! Aber natürlich geht's mir besser, weil man wieder miteinander klar kommt, was wirklich sehr lange nicht der Fall war. Dass das durch seine Abhängigkeit immer mal wieder ins Schwanken geraten kann, darüber bin ich mir bewusst...

    Ich merke aber auch ganz klar, dass das emotional irgendwie noch nicht für mich abgeschlossen ist. Hier muss ich noch dran arbeiten, aber das klappt natürlich auch nicht, wenn man täglich telefoniert ;)

    Ich denke, ich sollte den Kontakt wieder "ein wenig" einschränken... Mal sehen...

    LG Ayki

    Hallo,
    mein 1. Thread, der mich sehr dabei unterstützt hat, mich mit zwei kleinen Kindern von meinem alkoholabhängigen Ehe-Mann (jetzt Ex-Mann) zu trennen:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic3880-0.html

    Mein 2. Thread, in dem ich meine Wut hinterfragt und aufgearbeitet:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…pic16992-0.html

    Und nun folgt der 3 Thread. Ich möchte euch gerne daran teilhaben lassen, wie es mir geht und mich auch hier und da mit euch austauschen, um mich selbst zu reflektieren.

    In dem letzten Jahr habe ich den Kontakt zum Vater meiner Kinder in jeder privaten Hinsicht geblockt. Nur so konnte ich den für mich nötigen Abstand gewinnen, den ich im letzten Jahr brauchte. Habe konsequent gehandelt und auch vor rechtlichen Schritten bin ich nicht zurück geschreckt, weil ich einiges so nicht dulden konnte! So richtig wohl gefühlt habe ich mich dabei nie, obwohl ich weiß, dass ich richtig gehandelt habe, denn dadurch hat sich einiges getan und vieles zum Guten gewendet!

    Auch ohne diesen privaten Kontakt hatte ich durch die Kinder immer alle 2 Wochen Kontakt zu ihm und konnte nicht ganz loslassen, habe mich irgendwie nicht frei gefühlt, obwohl ich es ja schon seit 4 Jahren sein sollte... In dieser Zeit hatte ich auch psychosomatische Störungen - alles immer von immenser Wut auf ihn begleitet! Im Nachhinein weiß ich, dass das meine eigene Enttäuschung war, die ich noch nicht verarbeitet hatte! Ich konnte ihm nicht verzeihen, es ging einfach nicht, zu tief waren die Wunden....

    Ich habe mich all die Jahre sehr viel mit der Sucht und der Co-Abhängigkeit auseinandergesetzt, mich mit mir selbst befasst und mich auf mein Leben und das meiner Kinder konzentriert. Das hat – bis auf diese Wut – auch eigentlich ganz gut funktioniert. Vor Weihnachten hat sich das Blatt allerdings gewendet:

    Ich habe zum ersten Mal seit Jahren „respektvollen“ Kontakt zu ihm aufgenommen, um die Vergangenheit für mich aufzuarbeiten, sie loslassen zu können und ihm die Dinge, die in der Beziehung/Ehe geschehen sind, ein für alle Mal zu verzeihen! Dabei wurde mir bewusst, dass auch er viel nachgedacht hat, obwohl er nach wie vor nass ist! Er hat einige Therapien hinter sich (nur keine Alkoholtherapie), damit hat er sich anscheinend in anderen Punkten weiterentwickelt. Ich kann mit ihm über viele Dinge reden, über die ich vor 4, 2, 1 Jahr(en) nicht mit ihm hätte reden können. Wir hatten lange, tiefe und offene Gespräche – ich glaube, so offen war er in den letzten 15 Jahren nicht zu mir... Diese Gespräche haben uns beiden sehr gut getan, denn die letzten Jahre – vor allem dieser unfreundliche Umgang miteinander – haben uns beide sehr belastet! Jeder ist einen Schritt auf den anderen zugegangen, und ich hatte das erste Mal seit Jahren wirklich das Gefühl, dass es mir dadurch besser geht und mir der Kontakt nicht – wie sonst immer – schadet! Denn wenn man durch die Kinder ständig Kontakt hat, dann muss man das andere auch irgendwie auf die Reihe kriegen, um nicht immer das Gefühl zu haben, zu kämpfen!

    Auch ich habe meine Fehler aus der Vergangenheit in diesen Gesprächen zugegeben, denn sie sind mit mehr als bewusst: Kontrolle, kommandieren, emotionale Erpressung, Abhängigkeit, in die Ecke drängen, ständig Veränderung verlangen, jahrelang nicht konsequent gewesen etc.

    Wir haben in den Weihnachtsferien öfter Zeit mit und ohne Kinder verbracht (natürlich immer ohne Alkohol, was anderes kommt für mich überhaupt nicht in Frage), möchten für uns eine neue, respektvolle Basis aufbauen. Das alles tut auch den Kindern sehr gut – es hat sie gestärkt, dass sie gesehen haben, dass ihre Eltern wieder nett zueinander sind und Spaß miteinander haben können. Zur Zeit funktioniert das wirklich alles sehr gut, und auch die Kinder und er haben an den Umgangswochenenden immer eine sehr schöne Zeit miteinander und unternehmen viel! Es freut mich sehr für die Kinder, dass sie ihm sehr wichtig sind und er sieht, dass er auch sehr wichtig für sie ist!

    Alles andere ist sein Ding! Ich habe absolut keine Erwartungen, übe keinen Druck aus. Er hat erkannt, dass er ein Alkoholproblem hat und möchte für sich etwas dafür tun, um trocken zu leben. Er ist zur Zeit mal wieder dabei, eine erneute Therapie zu beginnen, aber ich häng mich da überaupt nicht rein! Das hatten wir ja schon so oft... Er kümmert sich selbst! Ich weiß wenig, frage auch nicht nach! Ich kann nicht leugnen, dass ich mich nicht freuen würde, sollte es mit einer Therapie klappen, aber ich setzte darin 0 Hoffnung, weil ich diese Sache ganz bei ihm lasse! Wenn er wirklich etwas unternehmen will, dann macht er es, wenn nicht, dann nicht. Ich akzeptiere ihn so, wie er ist. Ich denke, so sollte man mit allen Menschen umgehen. Und wenn man mit irgend etwas nicht leben kann, dann muss man sich von diesen Menschen fern halten. Ändern kann man eh nur sich selbst!

    Er weiß, dass ich nur den Kontakt zu ihm halte, wenn er freundlich und respektvoll mit mir umgeht! Tut er das nicht, ersticke ich die Spannung im Keim und halte mich davon fern! Das habe ich alles hinter mir und so ein Verhalten hat in meinem Leben nichts mehr zu suchen!

    Über seine ganzen Baustellen möchte ich mit ihm nicht großartig reden – das weiß er. Davon will ich nichts mehr mitkriegen. Ich freue mich einfach darüber, dass wir nach all den Jahren wieder freundlich und respektvoll und vor allem auch wirklich spaßig miteinander umgehen können.

    Soweit, so gut, jetzt aber zu meinem „Problem“:
    Wir sind uns in den letzten Wochen auch wieder näher gekommen, telefonieren täglich. Mir war von Anfang an klar, auf was ich mich da einlasse. Aber irgendwie komm ich damit doch nicht so gut klar, wie ich dachte. Ich bin öfter ziemlich traurig darüber, dass es mit uns früher nicht funktioniert hat. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass da trotz der langen Zeit noch immer Gefühle mit im Spiel sind. Kann das aber irgendwie nicht für mich einordnen. Ich fühle mich unwohl dabei, weil ich natürlich weiß, dass das alles aussichtslos ist! Keinen Sinn hat. Ich weiß auch 100%ig, dass ich nicht zurück will, mir weder eine Beziehung noch ein Zusammenleben vorstellen kann. Aber was will ich dann? Habe ich einen Rückfall? (Ich denke nicht, sonst würde ich doch anders handeln, oder?) Denke ich schon wieder zu viel nach? Sollte ich die Zeit nicht einfach mal genießen?

    Diandra, Aurora, wie geht’s euch? Was meint ihr dazu? Ihr habt mir in der Vergangenheit oft die Augen geöffnet, vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen ;) Aber natürlich sind hier auch alle anderen angesprochen...

    LG Ayki