Hallo IhaveConfidence!
Herzlich willkommen hier in unserem Forum. Ich bin auch eine Angehörige und schon lange hier. Ich versuche mal auf deine Fragen einzugehen:
- Ist die Trennung denn der einzige Weg aus einer Co-Abhängigkeit heraus?
Wenn der Partner keine Einsicht zeigt und sich nicht um eine Trockenheit bemüht ist das oft der einzige Weg. Denn auf Dauer hält es kein Mensch aus neben so einem Partner zu leben ohne an seine Grenzen zu kommen und keinen Schaden zu nehmen. Du schreibst ja selber daß du keine Kraft mehr hast für alle die Verantwortung zu tragen was ich vollkommen verstehen kann.
Wenn dein Mann nicht von sich aus den Hebel umsetzt und aufhört zu trinken wird sich an der Situation nichts ändern. Du kannst nur für dich etwas ändern damit es dir wieder besser geht aber du wirst es nicht schaffen "ihn trocken zu legen" wenn er das nicht will, oft ist die Sucht einfach stärker.
- Gibt es Erfahrungsberichte über einen erfolgreichen "gemeinsamen Weg"?
Ja das gibt es, leider sehr selten. Wie gesagt es geht nur wenn er trocken wird und wenn beide gemeinsam an der Beziehung arbeiten.
- Muss ein Abhängiger immer komplett abstinent leben oder kann er auch kontrolliertes Trinken "lernen"?
Er muß immer abstinent leben, für einen Abhängigen gibt es kein kontrolliertes Trinken, man kann die Sucht nur stoppen aber nicht heilen.
Leider hatte ich gerade den Eindruck, als gäbe es nur Schwarz (=bleiben und leiden) oder Weiß (=gehen und alles neu sortieren).
Ja meistens ist das so, sehr viele Beziehungen gehen in die Brüche, es ist oft die einzige Möglichkeit eine Verbesserung der eigenen Lebensumstände zu erreichen.
Ich bin auch nach vielen Jahren ausgestiegen, mich hat die Beziehung regelrecht krank gemacht, und jegliche Mühe ihn dazu zu bewegen daß er aufhört war vergeblich.