Hallo Tami!
Ich bin aus unserem gemeinsamen Haus ausgezogen, ich habe das aber recht gut geplant. Ich habe ihm ein halbes Jahr vorher eine letzte Chance eingeräumt und ihm deutlich zu verstehen gegeben dass er etwas gegen seine Sucht tun soll. Er hat mich natürlich nicht ernstgenommen ich hatte ihm ja schon öfters gedroht ihn zu verlassen. Seltsamerweise wurde er als ich so entschlossen reagiert habe viel netter zu mir aber für mich war der Zug abgefahren. Ich liebte ihn auch nicht mehr, seine Sucht und sein Benehmen mir gegenüber hat oft Hassgefühle in mir ausgelöst.
Ich hatte aber schon länger vorher nach einem passenden Wohnraum gesucht und da fand ich dieses Häuschen im Internet. Es wurde saniert und dann bin ich hier eingezogen. Vorher lebte ich im gemeinsamen Haus getrennt von Tisch und Bett das war wohl recht schwierig und anstrengend. Am Anfang habe ich das neue Heim so sehr genossen, die Ruhe war einfach himmlisch, kein Alkoholgestank und keine Streitereien mehr das war herrlich.
Ich habe dann bis zur Rente weitergearbeitet und jetzt geniesse ich mein Rentnerleben und habe einige Träume die ich viele Jahre hatte ausgelebt. Mit ihm wäre davon nichts wahrgeworden da er nur sich und seinen Suff sah, meine Person mit ihren Wünschen und Träumen hat er gar nicht wahrgenommen. Ich hatte noch Kontakt zu ihm auch wegen den gemeinsamen Kindern, er ist dann in sein Selbstmitleid versunken und hat nur gejammert. Solche Gespräche habe ich schnell abgeblockt ich konnte es nicht mehr hören.
Der erste Schritt war schwer aber es wurde immer leichter weil eben meine Lebensqualität enorm zugenommen hat. Hier zu lesen hat mich sehr weitergebracht und mein schlechtes Gewissen ihm gegenüber ist auf ein Minimum gesunken.
Vorhin kam er wieder an und hat geschworen, dass er es schaffen wird.
Wenn ich für jeden Schwur und jedes Versprechen das er gemacht und nicht eingehalten hat Geld bekommen hätte wäre ich jetzt eine reiche Frau. ![]()
LG Marie