Beiträge von Dante

    Hallo MaxJahn & Willkommen Im Forum! :D

    Die Frage, die sich mir aufdrängt ist die nach eurem Alltag in der WG.
    Da fallen ja Gemeinschaftsarbeiten an. Wie beteiligt er sich?
    Dann sind da vielleicht noch so Sachen wie gemeinsam kochen oder der Einkauf.

    Worauf ich hinaus will? Es wäre wichtig für dich, nicht seine Alltagaufgaben zu übernehmen, ihm womöglich noch den Sprit zu beschaffen & das Leergut zu entsorgen. Das bringt dir erhebliche zeitliche & nervliche Belastung, macht ihm aber seine Sauferei bequem. "Wozu etwas ändern? Klappt ja alles."

    Gefärbtes Zuckerwasser, nur weil die kleinen dreieckigen Fläschchen italienischer Provenienz so beim träumen vor einem Sonnenuntergang im Garten so rührselige Erinnerungen auslösen?

    Naja, immerhin trinkst du ja nichts. (Tust du ja wohl auch nicht.)

    Aber ich glaube, du solltest wieder des Öfteren hier ins Forum gucken.

    Hallo Peter & Willkommen im Forum! :D

    Es könnte sich lohnen, eine nahe gelegene Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Grundsätzlich entscheidet der Kostenträger, welche Klinik besucht werden soll, ist in aller Regel aber für eigene Vorschläge des Klienten offen. Die Therapieanbieter wiederum sind an einer möglichst guten Belegung ihrer Einrichtungen interessiert & haben oftmals Eingangs/Vorbereitungstherapeuten, die so etwas koordinieren.
    Allerdings muss man die möglichen Einrichtungen in deiner Nähe erst 1x kennen, & da kommt die Suchtberatung ins Spiel.

    Die Therapieeinrichtungen sind in ihrer Vorgehensweise recht unterschiedlich. Was für einen Klienten passend ist, kann für den nächsten ein Schuss nach hinten sein. Ich persönlich habe da auch meine Erfahrungen gemacht.

    Auch die Art der Therapie ist nicht unwichtig. Stationär, ambulant oder ganztägig ambulant - da gibt es einigen Spielraum, den ein Fachmensch einschätzen muss. Die Kranken- oder Rentenkasse entscheidet am Schreibtisch.

    Ein zusätzliches Problem: Krankenkassen tun sich schwer mit der Bewilligung. Auch da ist eine Suchtberatungsstelle hilfreich.

    Hallo Woko & Willkommen im Forum! :D

    Der einleitende Beitrag zu deinem Thread ist für mich etwas schwer verständlich.

    Erzähl doch bitte einfach mal deinen Werdegang, den finde ich schwer nachzuvollziehen.

    Was deine Ziele anbelangt, reichen für den Anfang zwei aus, wobei eines ist, trocken zu bleiben.
    Dieses Ziel dient gewissermaßen als gesunde Basis für alle weiteren Ziele.

    Genau das vermute ich, liebe Mel.

    Stimmungsschwankungen sind für uns Alkoholiker typisch, das hat etwas mit dem Hormonhaushalt zu tun, den wir uns gewissermaßen krumm gesoffen haben.
    Das Suchtgedächtnis tut dann schnell das übrige hinzu. 1x wieder getrunken, schon ist man wieder auf der alten gedanklichen Schiene. Eingefahrene Bahnen zu verlassen ist für alle Menschen schon recht schwierig & schnell ist man in kritischen Situationen auf sie zurück geworfen; Sucht ist da ein Katalysator.

    Ich finde, du solltest ihm unzweideutig klar machen, dass du es nicht tolerieren wirst, wenn er weiter trinkt, egal ob mit Pausen dazwischen oder nicht.

    Ein gutes viertel Jahr ist mein letzter Eintrag her, nichts & alles hat sich gewandelt.
    Derzeit laufe ich mit einem argen Paket kleiner & großer Kümmernisse umher, was mich auch ziemlich auslaugt.

    Aber der Schlußpunkt gestern nach fast Stunden Grübelei nach dem Bettgang:
    Ich trinke nicht. Kurz danach war ich eingeschlafen. ;)

    Ich vermute mal, dein Bruder hat sich der Nachbarin anvertraut, weil er Gesprächsbedarf & niemand anderen hatte.
    Mir zeigt das auf, dass er sich sehr große Sorgen um dich macht.

    Dass er dich nicht vorher konsultierte, wundert mich nicht. Er war sich vorher darüber im klaren, dass du ihm keine Hilfe sein würdest - bei deinen eigenen Angelegenheiten! Voll der Co, gewissermaßen.

    Vieles hat natürlich auch damit zu tun, wie deine Familie interagiert.

    Wahrscheinlich sorgt der näher rückende Scheidungstermin für das Gedankenkarussell.
    Schließlich habt ihr ja ein solides Stück gemeinsamen Lebens miteinander verbracht, auch wenn sein Unbehagen in der Kinderfrage deutlich aufzeigt, dass ihr, oder zumindest du, da einer Traumvorstellung hinterher gelaufen seid.

    Das ändert aber nichts, die Trennung ist für alle Beteiligten besser, ganz unabhängig von der Sauferei.

    Ich beantworte deine Fragen mal nach deinen Punkten.

    1:
    4 oder 5 Bier über den Abend ist das, was du mit bekommst. Ich wurde auch nach einigen Bier kommunikativer. Das werden aber die meisten. Aus diesem Grund gibt es auch den Sekt vor dem Date & ähnliches. Die Stimmung heben. Das hat etwas mit dem Hormonhaushalt zu tun, der durch Drogen (also auch Alkohol) gezielt in eine vom Konsumenten gewünschte Richtung verändert wird.
    Die Redseligkeit ist also kein Zeichen für Alkoholismus, dass man ihm den Konsum nicht anmerkt allerdings viel eher.
    So etwas nennt man Steigerungstrinken - Um den gewünschten Effekt zu erhalten muss bei dichten, regelmäßigen Konsum mehr vom Suchtstoff konsumiert werden. Darum auch mein erster Satz in dieser Antwort.

    2:
    Ja, aber das bekommt man erst beim Entzug mit. Der kann allerdings auch schon beim aufstehen vorhanden sein: zittrige Hände, "Trockenkotzen", der allbekannte "Kater" ist genau genommen ein Zeichen körperlichen Entzugs.
    Richtig heftige Entzugssymptome sind allerdings ein eindeutiges Zeichen für eine körperliche Abhängigkeit. Alkoholentzug kann sogar tödlich enden, weshalb man nie ohne ärztliche Aufsicht entziehen sollte.
    Bei mir waren die Entzugssymptome recht harmlos: Am Anfang konnte ich schlecht schlafen & ich hatte in den ersten Wochen ständig kalt-schwitzige Hände, was mir am Anfang nicht so auffiel, weil gerade eine recht heiße Wetterlage ablief.

    3:
    Ganz eindeutig ja! Dauerhafter Alkoholabusus verändert das psychische Gesamtbefinden nachhaltig. & es dauert auch sehr lange, bis sich das wieder reguliert. & auch darüber hinaus gilt: Der trockene Alkoholiker ist niemals mehr der Mensch, der er vor seinem Alkoholismus war. Dazwischen liegt eine vieljährige Krankheitsgeschichte.

    4:
    Auch hier eindeutig ja! Gerade Abends, zu Bierchentrinkzeit gereizt & genervt sein - da liegt etwas sehr nahe. Stimmungsschwankungen überhaupt sind ein Zeichen für eine psychische Abhängigkeit, genauer, können das sein. Es gibt ja auch natürlich stimmungslabile Personen.
    Das hat etwas mit den von mir anfänglich erwähnten Hormonhaushalt zu tun, der gewissermaßen krumm gesoffen, jedenfalls aus dem natürlichen Rhythmus heraus ist.
    Die versteckte Bierflasche jedenfalls ist ein alkoholikertypisches Verhalten. Ein normal konsumierender Mensch hält es nicht für nötig, seine Flaschen vor dem Partner zu verstecken.

    Die Suchtfibel ist gut, aber ich habe beim lesen gemerkt, dass es recht nützlich ist, sich vorher schon mit der Materie beschäftigt zu haben.
    Bei mir selbst war die Suchtfibel das dritte Buch, "Alk" von Simon Borowiak kam erst später. "Lieber schlau als Blau" ist in übersichtlichen Kapiteln aufgegliedert & behandelt in diesen sehr anschaulich die Aspekte der Sucht, allerdings immer mit Bezug zur Therapie.

    Wenn du gerne liest, dann nimm doch einfach alle drei. Lohnen tut sich die Ausgabe allemal.

    Bei dir sehe ich die Anfangssituation nämlich genau umgekehrt wie zu Carmen:
    Tolle Familie, guter Job, gute Ausbildung, läuft auch ohne Alkohol ganz prima.
    Schnell schleicht sich der Gedanke ein, dass, weil so alles in Butter ist, man ja vielleicht doch nur übertrieben hat & sich doch mal ein Gläschen gönnen könnte.

    Dem wirkt tägliche Beschäftigung mit der Materie entgegen. ;)