Ich drück dir die Daumen liebe Momo und es wird alles gut.
Beiträge von lütte69
-
-
Heute ist es 3 Jahre her, dass meine Familie einen Menschen an die Alkoholkrankheit verloren hat. Wir haben gelernt damit zu leben. Ich bin nicht mehr fassungslos oder wütend. Es ist Trauer in mir darüber, dass es für diesen Menschen keinen Weg gab trocken zu werden. Es hat sich viel in meinem Leben und der Welt verändert seither und trotzdem ist einiges gleich geblieben. Jeder Alkoholiker kann nur für sich selbst trocken werden und für die meisten Alkoholiker ist das kein leichter Weg. Und wir Angehörigen können den Alkoholiker in unserem Leben nicht trocken lieben. Für beide Seiten gilt aber, es gibt Hilfe. Ich fühle mich hier in diesem Forum gut aufgehoben, ich kann Fragen stellen, von meinem Weg erzählen. Ich bekomme Antworten - nicht immer die, die ich hören will - und ich kann über diese Antworten nachdenken und für mich handeln. Ohne das Forum wäre mein Weg ein anderer gewesen. Ich bin dankbar für die Menschen, die dieses Forum mit Leben füllen und mir so viel geholfen haben.
sonnige Grüße Lütte
-
Guten Morgen Sundancer,
Single oder Paartermin ... eure Erfahrungen
... diese Frage hätte ich mir damals auch gestellt. Heute gibt es für mich nur eine Antwort. Geh allein. Es geht um dich, du bist unglücklich mit der Situation, du allein hast die Chance, dein Leben zu ändern und du allein hast die Verantwortung für dein Leben. So wie deine Frau die Verantwortung für ihr Leben hat. So einfach und so schwer ist es.
sonnige Grüße Lütte
-
Hallo ihr Zwei,
ich hatte ja den Vorteil im Mai ausgezogen zu sein. Ich war im Sommer viel unterwegs und hab mir auch die Wochenenden richtig voll gepackt. Jetzt hab ich mich an meine Wohnung ein bisschen gewöhnt und es fällt nicht ganz so schwer mal ein Wochenende zu Hause zu sein. Auch wenn der Blues manchmal kommt - er gehört dazu. Es gab ja auch die schönen glücklichen Momente, einen zufriedenen Alltag und es war das Gewohnte. Das alles ist uns vertraut und das neue muss erst seinen Platz in uns finden, wir müssen neue Routinen entwickeln, neu ins uns reinhören, was sich gut an fühlt und was wir lieber lassen sollten. Ich finde das ist eine spannende Reise und bisher habe ich es nicht bereut, diese Reise gebucht zu haben.
sonnige Grüße Lütte
-
Danke liebe Cadda für die Erläuterungen. Da stimme ich dir zu.
-
Cadda - irgendwie stehe ich auf dem Schlauch bei deinem Post. Empfindest du es als co-abhängig, wenn User den Tipp geben, sich an den sozialen Dienst zu wenden, damit sich Mine eben nicht zu Hause aufopfert? Ich für meinen Teil empfinde das als gerechtfertigt, als gute Alternative und absolut nicht co. Wenn meine Freundin überlegen würde, ob sie ihre krebskranke Mutter mit sehr intensiven Pflegeaufwand zu Hause pflegen soll/kann, würde ich den gleichen Tipp geben. Ist jetzt nur ein Beispiel. Ich habe das so aufgefasst, dass mit dem sozialen Dienst geschaut werden soll, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit als die häusliche Unterbringung gibt. Vielleicht lesen wir die Beiträge auch nur unterschiedlich. Ich fand den Tipp jedenfalls voll in Ordnung.
sonnige Grüße
-
Hoffen und Harren hält manchen zum Narren. Ich glaube, das trifft besonders auf die Angehörigen von Süchtigen zu. Bei mir jedenfalls war es so. Dieses Hoffen, ab jetzt wird es anders, ich halte noch dieses eine Mal aus, ich sage nichts, er weiß es ja. Die Hoffnung, wir sind die große Ausnahme, wir beide schaffen das, wir lieben uns doch so und er ist so ein toller Mensch. Warten und Hoffen waren meine Begleiter über viele Jahre. Ich habe fast alles gegeben für diese Beziehung, doch als ich merkte, dass das, was mich ausmacht, am Verschwinden ist, musste ich die Reißleine ziehen und gehen. Ein sehr schmerzhafter Schritt, der mit vielen Zweifeln und Ängsten verbunden war/ist. Jetzt nach über 3 Monaten Trennung, viel innerer Arbeit und gutem Abstand geht es mir besser. Ich habe einen Alltag gefunden und ich schmiede Pläne.
Was ich gelernt habe: nicht warten, bis es zu spät ist. Kümmere dich erst um dich (wie im Flugzeug) und dann um den Partner. Nur wenn beide den Absprung von Abhängigkeit oder Co-Abhängigkeit schaffen, dann hat die Liebe meiner Meinung nach eventuell noch eine Chance. Bei mir ist es jedenfalls so.
sonnige Grüße Lütte
-
Meine Daumen sind auch gedrückt.
-
Okay, dann hast du ja schon ne Vorstellung und weißt, dass es mit ihr nicht geht.
Ich habe gelernt, dass ich meinen Weg gehen muss. Meine Familienplanung ist abgeschlossen. Ich darf für mich schauen, was sich gut und richtig anfühlt. Ich bin dabei dafür zu sorgen, dass ich wieder gesunde an Körper und Seele. Das ist in meinen Augen eine Mammutaufgabe. Mein Mann hat ja die gleiche Chance. Ob er sie nutzt, ist nicht mehr länger mein Problem. Ich weiß für mich, dass ich in dieser Beziehung nicht gesund werden kann. Also hab ich meine Konsequenzen daraus gezogen. Das Schwere für mich ist auch, seine Interaktion nicht mehr so stark an mich ran zu lassen. Er möchte das System erhalten, ich möchte da raus. Er möchte mich weiterhin für sein Leben und sein Glück verantwortlich machen, ich möchte das alles hinter mir lassen. Das ist schon eine enorme Herausforderung.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du Hobbys, kannst du gut mit dir allein sein?
LG und ein sonniges Wochenende Lütte
-
Hallo m65,
willkommen im Forum. Ich bin im Mai nach fast 33 Ehejahren ausgezogen. Auch bei meinem Mann gibt es keinerlei Krankheitseinsicht. Ich habe für mich beschlossen, dass ich dieses Versteckspiel nicht mehr mitmachen möchte. Darüber, was aus unserem Haus und unserer Ehe wird, hab ich noch nicht ernsthaft nach gedacht. Diese Trennung war schon ein gewaltiger Schritt für mich. Ich merke aber, je länger ich von zu Hause fort bin, desto klarer wird mir, dass ich nicht mehr zurück gehen werde. Ich habe sehr viel aufgegeben und noch ist meine neue Umgebung nicht das, was ich mir vorstelle und wünsche, aber ich bin mein eigener Herr. Das fühlt sich gut an. Diesen Gullideckel im Bauch hatte ich das letzte Jahr, als wir noch unter einem Dach wohnten. Der ist auch da, wenn ich an ihn denke, aber es wird weniger. Mein Mann ist kein schlechter Mensch und wir hatten wirklich tolle Zeiten. Das hat mich auch so lange in dieser Beziehung verharren lassen.
Wie stellst Du dir dein zukünftiges Leben vor? Was erwartest Du und wäre das mit deiner Frau an deiner Seite möglich? Ich denke, dass es für das materielle immer eine Lösung gibt. Mein Mann wohnt auch weiterhin in unserem Haus, aber irgendwann werden wir es wohl verkaufen, damit beide noch mal frei starten können.
sonnige Grüße Lütte
-
Hallo Siri,
das Problem habe ich auch, ganz zu schweigen von Komplimenten. Aber ich denke, da ist die Wiederholung der Schlüssel. Auf jeden Fall die positiven Erfahrungen aufschreiben, als sich über die negativen zu ärgern.
Du bekommst das hin!
sonnige Grüße Lütte
-
Liebe Sunshine,
mein Beileid zu Deinem Verlust. Ich kann diese Fassungslosigkeit, dass es nichts auf der Welt gab, den Angehörigen vom Alk weg zu bringen, leider nur zu gut verstehen.
Ich wünsche Dir Trost und Kraft für die kommende Zeit.
Lütte
-
Mein Auszug ist heute auf den Tag 3 Monate her. Mir geht es Schritt für Schritt besser. Es gibt weiterhin die dunklen Stunden, in denen ich alles in Frage stelle. Wenn ich mir aber dann die Alternative vorstelle - sprich wieder mit ihm zusammen zu wohnen - weiß zumindest mein Verstand, dass das nicht geht. Ich lerne viel über mich und ich lerne, mir zu vergeben. Ich lerne, dass es mein Leben ist. Ich bestimme, mit wem ich meine Zeit wie verbringen will - zumindest lerne ich das. Was sich in über 50 Jahren eingebrannt hat, ist nicht so einfach zu überschreiben, aber mit jedem neuen Tag werden alte Muster gelöscht und neue geformt.
-
Gute Besserung und alles Stück für Stück.
-
Das freut mich sehr liebe Gedankenkarusell. Ich wünsche Dir einen fantastischen Start in dein neues Leben.
-
Hallo Gedankenkarusell,
meine Forumsdaumen für die Wohnung sind gedrückt
-
So, inzwischen lebe ich seit 11 Wochen in meinem neuen Zuhause. Der Anfang war sehr holprig. Hab mich schwer getan, dort anzukommen. Es gab einige äußere Umstände, aber ich denke die eigene Unsicherheit, die Selbstzweifel, Angst vor dem Neuen, Trauer oder Kontrollverlust haben mein Ankommen viel mehr blockiert. Oft hab ich abends auf dem Bett gesessen, Rotz und Wasser geheult und mich gefragt, was ich hier eigentlich tue. Dass es im alten Zuhause nicht weiter gehen konnte, war klar, aber das Neue war nicht viel besser. Aus der festen, wenn auch dysfunktionalen, Beziehung heraus sah die Freiheit besser aus, als sie sich in den ersten Wochen anfühlte. So langsam geht es mir aber besser. Ich gestalte mein neues Leben aktiv, habe viel für meine mentale Gesundheit getan und das zahlt sich nun Schritt für Schritt aus. Ich schau positiv in meine Zukunft.
-
Hallo Gedankenkarusell,
ich freue mich für dich über die Wohnungszusage. Auf in dein neues Leben!
Ich bin jetzt seit 10 Wochen ausgezogen und die ersten 8 Wochen waren sehr herausfordernd. Zweifel, Ängste, innere Unsicherheiten haben mir das Ankommen sehr schwer gemacht. Seit einer Woche aber merke ich, dass es wirklich bergauf geht. Der Abstand tut mir richtig gut. Ich muss nur aufpassen, dass ich das Gewesene nicht bagatellisiere. Denn manchmal schleicht sich der Gedanke ein, dass es doch nicht so schlimm war.
Viel Spaß beim Planen, Shoppen, Einrichten und Ankommen
sonnige Grüße Lütte
-
Liebe Mine,
es ist so unfassbar, was du durchmachst. Leider hab ich eine ähnliche Erfahrung machen müssen. Denk an Dich und deine Kinder, dafür brauchst du deine Kraft. Nimm alle Hilfe, die du bekommen kannst, an.
Liebe Grüße lütte
-
Das hört sich richtig gut an, liebe Jump. Und iss gern ein Eis für mich mit
