Beiträge von lütte69

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Hallo Diego,

    Kann es sein dass ein Alkoholiker gar nicht versteht dass alles kaputt geht durch sein trinken?

    Leider ist es so. Die Probleme mit dem Alkohol haben die Angehörigen, nicht der Alkoholiker. Die gleichen Dinge wurden mir und bestimmt noch 1000 anderen genau so an den Kopf geworfen. Aber wir haben die Wahl. Wir können aussteigen auch wenn das enorm schwer fällt.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Lolo,


    ich habe es damals so gesehen: Wir sind beide krank - er alkoholsüchtig und ich süchtig nach Harmonie, nach ihm, nach einer heilen Welt, nicht in der Lage, für mich einzustehen. Ich war an dem Punkt angelangt, wo mir klar war, dass ich nicht mehr kann, dass mein "ich" verschwindet, wenn es so weiter geht. Ich habe dieses Forum gefunden, als ich auf der Suche nach Hilfe für ihn war. Das war ein großer Baustein unserer "Rettung". Hier durfte ich lernen, dass nicht mein Mann mein Problem war, sondern ich. Ich habe meinen Mann geliebt, aber am Ende hab ich auch meine Komfortzone geliebt und wollte, dass alles so bleibt, nur er sollte nicht mehr trinken und ich bin sein rettender Engel. Heute weiß ich, dass ich nur mein rettender Engel sein kann. Ich bin für mein Leben verantwortlich. Und ich durfte die Erfahrung machen, dass, wenn ich mein Leben wieder an meinen Bedürfnissen orientiere, ich ein zufriedenes Leben lebe. Liebe hat meiner Meinung nach in der Sucht keinen Platz. In der Sucht geht es um Manipulation (von beiden Seiten) damit alles beim Alten bleibt.


    Das sind so meine Erfahrungen. Es ist wahnsinnig schwer, jemanden loszulassen, den man liebt und wo man denkt, dass man weiß, wie ihm zu helfen ist. Leider funktioniert das in der Sucht nicht. Ich konnte mich nur auf den Weg machen, mich selbst zu retten.


    Wie lange geht das denn mit seiner Sucht schon? Was hast Du schon alles unternommen um ihm zu helfen und was hat es gebracht? Wie lange kannst du das noch durchhalten? Das sind so Fragen, deren Beantwortung mir auf meinem Weg geholfen hat.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Fee,


    ich hab vor fast 10 Jahren mit dem Rauchen aufgehört, kurz bevor ich gegangen bin. Ich meinem Mann immer das Saufen vorgeworfen und er mir das Rauchen :roll: . Also hab ich beschlossen - damit er keine Angriffsfläche mehr hat - mit dem Rauchen aufzuhören. Eine sehr gute Entscheidung. Danach ging das ganze Drama los und ich hab das Rauchen echt vergessen :lol: .


    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich möchte auch nicht in der Sucht stecken bleiben. Und wenn ich hier alles lese und über viele Dinge nachdenke, dann ist das irgendwie die Wahrheit, die mein Verstand schwer glauben kann.

    Liebe Lolo,


    das ist ja das Dilemma, in dem wir uns als Angehörige - Co-Abhängige - befinden. Das Herz und der Verstand sind sich nicht einig. Dieses Gefühl konnte ich damals nur sehr schwer aushalten. Ich konnte so gut verstehen, dass er trinken musste und ich fühlte mich so schlecht dabei, wenn er getrunken hatte. Als ich nicht mehr konnte, habe ich versucht, das Herz auszuschalten und nur noch auf meinen Kopf zu hören. Das war nicht leicht, aber es war mein Weg. Wichtig ist auch, sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse wieder zu sehen. Für mich ging das alles nicht in häuslicher Gemeinschaft und daher bin ich nach über 20 Jahren Ehe ausgezogen. So konnte ich wieder zu mir finden.


    Ich lese aus deinen Beiträgen heraus, dass sich für Dich alles um ihn dreht, du ihn verstehen willst, um ihm zu helfen. So ging es mir vor 10 Jahren auch. Heute weiß ich, dass ich eine Verantwortung übernommen hatte, die nicht meine ist. In der damaligen Zeit haben mich 2 Sprüche begleitet, die mir sehr geholfen haben.

    "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ", aber mich selbst liebte ich damals nicht, denn ich fühlte mich ja kaum noch


    "wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt" - er ist erwachsen und es ist seine Aufgabe für sich zu sorgen, so wie es Deine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass es Dir gut geht. Wie wäre es mit einem kleinen Vorsatz für das neue Jahr, einfach jeden Tag eine Kleinigkeit zu finden, damit es dir gut geht?


    Ich wünsch Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Fabienne,


    ich mag ja den Spruch "alles hat seine Zeit". Vielleicht ist jetzt die Zeit für Dich, bei Dir selbst anzukommen. Das war für mich ganz wichtig, meine Selbstsicherheit wieder zu gewinnen. Alles andere kommt dann schon.


    Du bist mit Deinem Auszug schon so einen enormen Schritt gegangen. Lass das in Ruhe sacken und mach es Dir mit Deinen Kiddies gemütlich.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Catalina,


    ich kann deine Argumentation verstehen. Mir ging es damals genauso. Ich hab die Begründungen meines Mannes geschluckt und konnte ihn so gut verstehen und mir selber ging es immer beschissener. Trotzdem wollte ich ihm weiterhin helfen. Heute weiß ich, dass ich da in einem total kranken System steckte. Warst Du bei all den Hürden, die du beschreibst, dabei oder sind das nur seine Berichte, denn dann wäre ich sehr vorsichtig, dem Glauben zu schenken. Wir wollen helfen, suchen nach Lösungen und stehen damit dem Alkoholiker nur im Weg, denn es läuft doch alles super für ihn. Für den Alkoholiker gilt das, was Cadda schreibt "wer will findet Lösungen" und für uns Co's "in Liebe loslassen". Sie sind erwachsen und für sich verantwortlich.


    Wie wäre es, wenn Du die ganze Kraft und Energie, die Du an ihn verschleuderst, für Dich nutzt?


    sonnige Grüße

    Lütte

    Halli Fee,

    das hört sich prima an. Dieses befreite Gefühl ist doch Gold wert. Deine Strategien, Dich vor ihm zu schützen finde ich gut. Ich hab damals auch kurz vor dem großen Knall aufgehört zu rauchen und bin jetzt fast 10 Jahre "trocken". Du schaffst das.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich kann jetzt nicht so richtig nachvollziehen, wie der Gedanke der "Rache" hier rein kommt. Für mich war es ein Bild, wie ich mich gesehen habe. So empfinde ich die Bierkiste auch eher als Bild. Aber die Idee mit der Pizza finde ich super.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Schließe mich den Daumendrückern an und die Kiste Bier ist gut. Ich hab mein Foto hinter alle angefangenen Schnapsflaschen gestellt und meinen Abschiedsbrief davor. Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für Freitag.

    Liebe Fabienne,


    ich nehm Dich mal in den Arm, drück Dich ganz fest und dann setzen wir uns beide an den Strand, die Füße im warmen Sand und schauen auf's Meer. Es ist so beschi**en was der Alkohol auch mit uns macht, die wir ihn gar nicht trinken. Für einen Säufer wirst Du nie gut genug sein, weil es ihm so richtig in den Kram passt, wenn Du am Boden bist und alle Schuld auf dich nimmst, dann kann er in Ruhe weiter saufen. Es hat lange gedauert, bis ich das bis ich das durchschaut hatte. Ich dachte, so kann doch keiner ticken, aber die Sucht hat so viele Gesichter. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es mit der Zeit besser wird. Je mehr ich mich von ihm distanziert habe und den Fokus auf mich gerichtet habe, wurde es Schritt für Schritt erträglicher. Ich konnte meine Sorgen hier schreiben und habe ganz viele Bücher zu dem Thema verschlungen, habe eine Therapie für mich angefangen, alte Hobbies ausgegraben und mich mit Freundinnen getroffen. Mit der Zeit ging es mir immer besser. Das sind die Dinge, die mir geholfen haben, vielleicht ist ja was für dich dabei.


    herzliche Grüße

    Lütte

    Hallo Fabienne,


    Morgen muss ich Nachmittag mit irgendeinem Vorwand los, um meinen Mietvertrag zu unterschreiben. Ich hab wahnsinnig Angst, die ich aber nicht zuordnen kann... Irgendwie Angst, dass mir mein Leben dann plötzlich so "leer" erscheint, ohne diesen ganzen Stress....Also klar, Stress werde ich weiterhin haben, ich schreibe im Mai/Juni meine Abschlussprüfung..

    Ich kenne diese Wahnsinnige Angst, diese Bauchschmerzen. Ich wünsche Dir Glück für diesen Nachmittag. Ich habe auch alles heimlich hinter dem Rücken meines Mannes damals gemacht. Er war auf Montage und als er zurück kam, war ich einfach nicht mehr da, hatte nur einen Brief da gelassen. Anders hätte ich das nicht geschafft. Glaub mir, das schlechte Gewissen hat mich auf Schritt und Tritt verfolgt. In dem Moment, als ich meinen Koffer aufmachte zum Packen, rief er an. Ich hatte voll die Panik in dem Moment. Aber die ging vorbei und ich hab es durchgezogen.


    Klar wirst Du immer irgendwie Stress haben, aber keine Angst mehr und dieses Scheißgefühl von Bierfahne. So war es bei uns auch. Am Ende hab ich nicht einmal am Tag einen Kuss bekommen, der nicht nach Bier schmeckte. Gruselig.


    Ich drücke Dir ganz doll die Daumen

    sonnige Grüße

    Lütte

    Guten Morgen Tami,


    ein toller Anfang - das eigene Girokonto war auch mein 1. Schritt ;) . Und glaub mir das schlechte Gewissen hat mich stets und ständig begleitet. Heute weiß ich, dass es Selbstfürsorge war. Ich habe mich um mich gekümmert und zwar ausschließlich (mein Kind war erwachsen). Natürlich wurde ich im Nachhinein dafür beschimpft und als hinterlistig, kalt und herzlos hingestellt und das hat mir sehr zugesetzt, aber ich habe es überstanden und würde es genau so wieder machen. Es ist mein Weg und nur ich weiß, wie er sich richtig anfühlt.


    Weiter so

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Nannie,


    ich kenne Deinen Mann nicht, aber könnte vielleicht auch Scham hinter seinem Verhalten stehen. Dass ihm in der Therapie klar geworden ist, wie das Leben für euch war und er mit dieser Erkenntnis nicht umgehen kann? Da zieht er vielleicht lieber einen Schlussstrich als sich auseinandersetzen zu müssen? Ist nur ne Vermutung.


    Sicher ist es ein gewaltiger Schritt für dich und die Kinder in eine neue Umgebung zu ziehen, aber so eine Veränderung kann doch auch immer eine Chance sein.

    Ich vermisse wohl jemanden, den es nicht mehr gibt. 😣😢

    Das sieht leider so aus. Ich möchte dich so gerne trösten und dir Mut für die Zukunft machen. Vielleicht versuchst du es mal mit Trotz - wenn er nicht will, hat er Pech gehabt, dann mach ich mir eben das leben alleine schön - naja, irgendwie in der Art.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Tami,


    mir ging es vor 10 Jahren ähnlich wie Dir. Als ich das erste Mal eine Reaktion auf mein "Geschreibsel" erhalten habe und mit meinen Sorgen und Ängsten ernst genommen wurde, konnte ich es kaum glauben. Ich muss sagen, dass ich meinen Auszug damals heimlich geplant habe. Ich hatte keine Angst, dass er mir körperliche Gewalt antut, aber ich hatte Angst, immer und immer wieder einzuknicken. Wir waren zu dem Zeitpunkt schon über 20 Jahre verheiratet und ich konnte ihn immer so gut verstehen. Bei seinen Problemen blieb ihm ja keine andere Wahl als zu trinken - Ironie aus. Ich hatte nur noch dass Gefühl, dass ich eingehe, wenn ich nichts ändere. Die Erkenntnis war für mich enorm wichtig, weil sie mir den Mut und die Kraft gab, mein Leben zu ändern. Beides brauchte ich und die große Hilfe hier aus dem Forum, denn es war ein schwerer Weg, sich von dem zu trennen, was vertraut - wenn auch zerstörerisch - war.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Nannie,


    Blume hat es sehr gut ausgedrückt, was mir bei Deinem Post in den Sinn kam. Es ist traurig, dass Du so leidest und nachvollziehbar, dass Du das Verlassen werden nicht verstehst. Ich würde Dich gern in den Arm nehmen und Dir sagen, dass alles wieder gut wird. Das wird es bestimmt auch, aber nicht so, wie Du es dir gerade jetzt vorstellst und wünschst. Es wird anders gut, denn das Leben bietet ja so viele Möglichkeiten, die Du momentan leider noch nicht sehen kannst. Lass allem seine Zeit, sei traurig und wütend, nur verlier dich darin nicht.


    Ich wünsche Dir Mut, Geduld und Kraft für Deinen Weg

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Fee,

    Es gibt doch Familien, die es geschafft haben. Wo der Partner trocken geworden ist und die Familien wieder ein normales Leben führen.

    Und dann denke ich. Vielleicht kann es bei mir auch so enden?

    Die gibt es, aber das hat erstmal gar nix mit Dir zu tun. Dein Fall ist ähnlich und doch so ganz anders - eben individuell. Du gestaltest jetzt Dein Leben ohne ihn und das ist in meinen Augen ganz wichtig. Dein Fokus sollte auf Dir und Deinen Kindern liegen. Dafür brauchst du deine ganze Kraft. Lass ihn mal machen - er ist erwachsen und für sich verantwortlich. Zum Glück hat keiner die berühmte Glaskugel. Wer weiß, wer oder was Dir auf deinem Weg begegnet. Das Leben ist bunt und die Möglichkeiten so vielfältig. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass auch Deine Wunschweg nicht einfach ist. Wir sind beide erstmal getrennte Wege gegangen, um gesund zu werden und über bestimmte Dinge in Ruhe nachzudenken. Wir haben uns beide verändert und es hat noch gepasst, aber das muss nicht zwangsläufig so sein. Als sehr schwer empfinde ich es z.B. die alten Muster in unserer Beziehung in mir zu überschreiben. Ich weiß nicht so richtig, wie ich das erklären soll, aber bestimmte Gesten oder Mimiken bedeuten heute was anderes als ich es aus der Saufzeit gewohnt war und ich kann sie nicht immer der neuen Situation zuordnen sondern die alten Muster drücken durch. Da muss ich dann ganz doll auf mich aufpassen, was nicht immer gelingt. Also Vorsicht mit den Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen. Ich will damit nur sagen, dass kein Weg einfach ist. Das sollte man immer auf dem Schirm haben.


    Du hast so viel in so kurzer Zeit geschafft, halte daran fest.


    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Schmetterling,


    ich bin nach 21 Jahren Ehe ausgezogen. Mir war egal, was daraus wird. Ich sah nur 2 Möglichkeiten - entweder ich geh ein oder ich geh einen neuen Weg. Zu gehen war die richtige Entscheidung. Wir hatten beide Zeit und Ruhe über unser Leben nachzudenken und herauszufinden, was wir beide wollen. Mein Mann hat sich verändert und ich habe mich verändert und es hat trotzdem noch gepasst. Ich weiß, dass das die große Ausnahme ist und bin dankbar dafür. Ich habe aber gelernt, dass nur ich dafür sorgen kann, dass ich mein Leben zufrieden lebe.

    Die Angst ist da, eine falsche Entscheidung zu treffen, falls sich mein Mann tatsächlich verändert...Das klingt wahrscheinlich total dämlich

    Ich kenne diese Angst/Unsicherheit eine Entscheidung zu treffen. Für mich hat es sich als gut erwiesen ins Handeln zu kommen - unabhängig von meinem Mann. Das ist die Gefahr, die ich bei Dir sehe. Du machst Deine Entscheidungen/Dein Leben wieder von deinem Mann abhängig und das finde ich nicht gut.


    Gib ihm und Dir die Chance unabhängig von einander gesund zu werden. Dann wirst du sehen, wie es weiter geht. Es gibt doch 1000 Möglichkeiten - das Leben ist bunt.


    sonnige Grüße

    Lütte