Beiträge von lütte69

    Hallo Trinkula,

    ich finde die beiden letzten Abschnitte von Sunshine sehr wichtig. Das war es auch was mir immer so Probleme bereitet hat. Ich wollte ihn verstehen, aber das ging nicht, weil ich selbst keine Suchterfahrung habe. Und was hätte es mir am Ende auch gebracht? Ich musste meinen Weg gehen und schauen, wohin er führt. Was morgen ist, können wir nicht wissen, aber wir können unser Heute gestalten. Lass doch die Zeit entscheiden, was wird. Mir war erst mal alles egal, aber mit meinem Auszug hab ich uns die Chance gegeben, unser Leben neu zu ordnen. Hab ich damals nicht so gesehen, aber heute fühlt es sich so für mich an. Erst musste jeder wieder zu sich selbst finden und dann hatten wir auch wieder gemeinsam eine Chance (was auch anders enden kann), aber wer sagt, dass nicht noch eine gesunde, glückliche Beziehung auf Dich wartet.

    Sorge dafür, dass es Dir gut geht.
    Sonnige Grüße
    Elke

    Hallo Trinkula,

    auch die ersten kleinen Schritte kosteten mich ganz viel Überwindung. Wie schon vorhin geschrieben, würde ich nicht viel Worte machen, sondern Taten sprechen lassen. Ich denke, dass ist die Sprache, die auch Dein Partner verstehen wird. Ich kann natürlich nicht für alle hier sprechen, aber ich denke dieses Gefühlschaos ist völlig normal. Jedenfalls kenne ich das so von mir. Hier im Forum oder nach Gesprächen war ich voll Mut und Hoffnung und dann wieder die Angst nach Hause zu fahren. Dann stand ich ihm gegenüber und oft genug war die Hoffnung und der Mut dahin. Aber irgendwie konnte ich dann doch kleine Dinge für mich verändern, mal "nein" sagen, mal gehen. Und das macht Mut für die größeren Projekte.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Trinkula,

    ich glaube, es ist für uns Co's ganz wichtig, dass wir nur das androhen, was wir auch wirklich konsequent umsetzen. Ansonsten werden wir unglaubwürdig und der Partner nimmt unsere Ansagen nicht mehr ernst. Ich würde vielleicht nicht großartig reden, sondern eine knappe Ansage machen "Wenn Du trinkst, ziehe ich mich in ein anderes Zimmer zurück" Fertig. Das dann natürlich auch umsetzen. Ich konnte immer nicht mit meinem Mann reden. Ich war viel zu tief verstrickt, ich konnte seine Argumente so gut nachvollziehen und ihn verstehen. Das war echt gruselig. Deshalb bin ich weg, als er auf Montage war und hab einen Brief da gelassen. Ich wusste, dass ich anders keine Chance habe.

    Vielleicht gibt es in eine neue Wohnung mit kleinem Garten.

    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Trinkula,

    ich hab ja auch keinen Alkoholiker geheiratet. Es hat sich alles nach und nach entwickelt und fühlte sich normal an. Mein Kind hat mir die Augen geöffnet. Ich kenne das auch, dass ich bei ihr um Verständnis für den Papa gebeten habe. Heute kann ich nur noch den Kopf darüber schütteln, damals war es in Ordnung. Es ist vieles aus heutiger Sicht falsch gelaufen. Ich kann es nicht ändern. Ich hab mit unserem Kind (heute erwachsen) viel darüber gesprochen. Heute ist sie stolz auf uns, wie wir das gemeistert haben. Wie gesagt, denke ich, dass jeder sich wieder finden muss, seine Wünsche und Bedürfnisse erkunden, seinen Plan vom Leben haben. Dann kann man schauen ob es noch passt. Bei den meisten hier funktioniert es ja nicht, aber wenn das Ergebnis der Trennung ein zufriedenes Leben ist, ist das doch viel wert.

    Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn Du Dich für Dich änderst, dann wird sich auch für Dich was ändern.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo liebe LG,

    ich kann nachvollziehen, dass Du diese Fragen hast - ich hatte sie auch, aber sie halten Dich davon ab, an wichtigere Dinge zu denken - an Dich. Was hast Du davon, wenn er Dir die Fragen beantwortet? Ändert es was in Deinem Leben? Wie gesagt, mir ging es mal genauso. Heute weiß ich mit Herz und Verstand, dass ich die Sucht nicht verstehen kann, weil ich sie nicht erlebt habe. So lange Dir diese Fragen auf den Nägeln brennen, bist Du bei ihm und nicht bei Dir. Wer kümmert sich in dieser Zeit um Dich? Irgendwo stand mal: "Wenn sich jeder um sich sorgt, ist für jeden gesorgt". Das ist mein Motto geworden. Du bist deswegen nicht egoistisch oder arrogant (was mir dann vorgeworfen wurde).

    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Trinkula,

    auch ich hab mir jahrelang Gründe geschaffen, warum ich mich nicht trennen kann, Kind zu klein, Hausbelastung zu hoch, zu wenig eigenes Einkommen .... Dann kam der Tag, an dem es mir alles egal war. Ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten und bin meine ersten Schritte gegangen. Ob die Trennung nur vorübergehend oder für immer war, war mir völlig Banane, darüber hab ich mir keine Gedanken mehr gemacht. Ich hab es zu Hause nicht mehr ausgehalten. Ich musste weg oder ich wär vor die Hunde gegangen. Zum Glück hat meine Geschichte ein Happy End, aber das hat sie nur, weil uns unsere Beziehung wichtig war und weil sich jeder selbst auf eine Reise zu sich gemacht hat. Den Alkoholikern wird hier geraten, immer nur die nächsten 24 Stunden trocken zu bleiben. Ich glaube, ähnlich ging es mir auch. Immer nur in kleinen Abschnitten denken und kleine Schritte tun auf meinem Weg.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Guten Morgen lg,

    ich hoffe, Du konntest einigermaßen schlafen und schaust ein bisschen positiver in den neuen Tag.

    Zitat

    Klar hab ich Leute mit denen ich reden kann, aber die haben alle selbst Familie und ich mag niemandem damit auf die Nerven gehen


    Dieses Gefühl kenne ich zu gut. Meiner besten Freundin gegenüber habe ich diese Bedenken auch mal geäußert. Sie meinte, dass sie mir ja sagen kann, wenn es bei ihr nicht passt oder sie was nervt. Da war ich erst mal ein wenig geschockt, weil ich ja bis dato immer für alle und jeden da war, auch über meine Grenzen hinaus. Ich musste und muss lernen "nein" zu sagen, wenn es für mich nicht passt. Deswegen mag ich den anderen trotzdem. Für mich gab es immer diese Assoziation "nein = Ablehnung" und dieses Gefühl wollte ich meinem Gegenüber ja nicht vermitteln.

    Ich finde die Idee von Aurora gut, einfach zu schauen, mit was Du Dir eine Freude machen kannst. Die Gedanken an XY gehen so schnell nicht aus dem Kopf, aber sie werden bestimmt weniger.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo leergebrannt,

    Du hörst Dich verletzt an. Ich kann Dir nur sagen, dass mich auch einige Worte beim Lesen hier verletzt haben. Mir ging es doch wirklich beschi**en genug und dann muss ich solche Sätze lesen. Ich war fix auf der Palme. In einer ruhigen Minute, hab ich mir die Dinge, die da gesagt wurden, mal durch den Kopf gehen lassen. Auch wenn es weh tat, gerade das, was mich am meisten aufgebracht hat, kam der Wahrheit schon sehr nahe. Das fühlte sich nicht gut für mich an, weil ich so ja nicht sein wollte und mich so nicht gesehen habe. Das alles ist ein längerer Prozess gewesen, aber ich weiß, dass es sich für mich lohnt, bei Dingen die pieken mal genauer hin zu schauen.

    Zitat

    das einzige was ich mir vielleicht zum vorwurf machen kann, wäre, dass ich jemanden der eh schon am boden liegt nicht noch einen tritt verpasse. wenn das ein fehler ist, dann soll es bitteschön so sein.


    Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen am Boden liegen und am Boden liegen. Ich bin auch die letzte, die nicht hilft. Musste aber die Erfahrung machen, dass ich dem Alki nur helfen kann, wenn er Hilfe möchte und diese auch annehmen kann und ich dabei nicht verletzt werde. Für mich bin ich erst mal im Fokus. Wenn ich dafür sorge, dass es mir gut geht, kann ich anderen auch Hilfe und Stütze sein in meinem Rahmen.

    Liebe leergebrannt, es will und kann Dir hier niemand vorschreiben was Du tun sollst und wie Du sein sollst. Hier gibt es Lebensgeschichten und Erfahrungen aus denen Du Dir das raussuchen kannst, was sich für Dich richtig anfühlt.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld auf Deinem Weg.
    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Elisa,

    als ich damals gegangen bin, war mir am Ende egal, wie er sich entscheidet, hatte im Hinterkopf auch eine endgültige Trennung einkalkuliert. Aber wichtig war erst mal raus da. Was ich durch das Forum gelernt habe, ist auch zu sortieren, was für mich richtig ist. Hier sind erst mal so viele Infos auf mich eingeprasselt und ich wollte am Anfang alles beherzigen und umsetzen. Bis ich gemerkt habe, dass mich das stresst. Ich musste lernen zu entscheiden, was gut für mich ist und ich musste meinen Weg gehen.

    Wünsche Dir viel Geduld und Kraft für Deinen Weg.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Elisa,

    es ist völlig egal, wieviel er trinkt und ob er sich als Alkoholiker bezeichnet oder nicht. Du fühlst Dich in dieser Situation und an seiner Seite nicht mehr wohl und das sollte Dir zu denken geben. Mein Mann hat damals auch "nur" zu Hause getrunken. Wir hatten / haben Haus und Hof und jeder einen Job. Nach außen hin alles "normal". Aber hinter den Kulissen war ich unglücklich. Ich hab ja Jahre lang nicht gewusst, warum ich nicht glücklich war. Alles hatte sich schleichend entwickelt und war normal für mich. Als mir durch ein Gespräch klar wurde, dass Alkohol in meinem Leben eine große Rolle spielt, hab ich erst mal tagelang recherchiert und mir wurde bewusst, dass ich auch echte Co-Strukturen habe. Ich hatte die Wahl zwischen unglücklich bleiben oder einen neuen Weg zu gehen. Wichtig war erst mal wieder zu lernen, mir und meinen Wahrnehmungen zu vertrauen, mich ernst zu nehmen und raus zu finden, wie ich leben möchte. Dann kam der schwere Schritt, konsequent sein und Theorien in die Tat umsetzen. Nachdem ich ins Handeln kam und konsequent war, bewegte sich auch meine Mann. Nicht in der Art und Weise, wie ich es erhofft hatte, aber er trinkt seit 4 Jahren nicht mehr und wir sind wieder zusammen (hatten gerade Silberhochzeit). Wir haben uns beide verändert und wir wollten beide zusammen bleiben. Wir leben glücklich und zufrieden zusammen. Wir können wieder miteinander reden und lachen. Ich weiß, dass diese Entwicklung nicht so oft vorkommt und bin sehr dankbar dafür.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo ihr zwei,

    die Hoffnung, dass sich mein Leben zum Besseren wendet, wenn er nicht mehr trinkt, hatte ich auch. Dann zog ich aus, weil ich dachte dann hört er auf und macht eine Therapie. Dann war's soweit, er machte keine Therapie, aber er trank nicht mehr und mein Leben wurde nicht wirklich besser :shock: . Es lag an mir, ich machte meine Gefühlslage von seiner abhängig, wollte ihn immer aufmuntern, denn ich brauchte ja Harmonie um mich herum. Bis zu dem Tag, als in meinem Gefühl ankam, dass es egal ist, wie ich drauf bin, was ich tue, ich bin nicht für sein Leben, seine Stimmungen verantwortlich. Ich bin für mich verantwortlich und muss Entscheidungen treffen, die sich für mich als gut und richtig anfühlen. Ich muss dafür sorgen, dass es mir und meinem Kind gut geht. Er ist erwachsen und muss für sich sorgen. Diese Veränderung muss wohl für ihn auch spürbar gewesen sein. Unsere Beziehung hat sich zum Positiven entwickelt, was hier aber wohl eher die Ausnahme ist.

    Ich möchte euch Mut machen, zu schauen, was euch gut tut und auch danach zu handeln. Auch ich habe lange versucht, ihn zu verstehen, zu entschuldigen .... - meine Gedanken kreisten ständig um ihn. Bis ich mich daraus befreien konnte und den Fokus auf mich richtete. Das ist alles ein langer und tränenreicher Prozess gewesen, der sich aber gelohnt hat. Wenn ich heute merke, dass ich eine Gedankenspirale rutsche, aus der ich nicht rauskomme, fang ich an zu singen, dann kann ich nicht weiter nachdenken :wink: .

    Lasst sie reden, schaut euch ihre Taten an. Wer will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe. Hat sich bei mir immer wieder bestätigt. Wir sind keine "eiskalten Monster" (O-Ton eines nassen Alkis) wenn wir uns um uns kümmern.

    Viel Kraft und Geduld für euren Weg.

    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo leergebrannt,

    auch wenn's gerade viel nicht hilft, es wird leichter. Vielleicht nicht auf die Art und Weise, wie Du es Dir vorstellst und erhoffst, aber auf andere gute Art und Weise. Ich hab in der ersten Zeit hier im geschlossenen Bereich ganz viel gelesen und geschrieben, hab Ratgeber verschlungen und versucht, alles umzusetzen, aber mein Leben änderte sich nicht. Ich war unglücklich und verzweifelt. Nach ca. 1,5 Jahren konnte ich die Veränderungen spüren. Sie waren leise gekommen, aber dieser Moment, in dem ich fühlte, dass es egal ist, was ich mache - wenn er nicht will, kann ich ihn nicht erreichen - war genial, eine Last war von mir gefallen. Und dann hab ich an vielen kleinen Dingen im Alltag gemerkt, dass ich mich doch verändert hatte.
    Hab ein bisschen Geduld mit Dir und schaff Dir kleine Highlights.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo

    hab jetzt mal Staub gewischt in diesem Fädchen. Ist ja ewig her, dass ich zuletzt hier geschrieben habe. Der Beitrag von Tautropfen bezüglich der Co-Fallen hat mich inspiriert mal zu schreiben. Ich denke, es gibt ja verschiedene Typen und der eine kümmert sich mehr und der andere weniger um sein Umfeld (was keine Wertung sein soll). Ich muss nur aufpassen, dass das Kümmern nicht auf meine Kosten geht. Da heißt es eben lernen, auch mal nein zu sagen. Keine leichte Übung, aber es wird besser.

    Was ist sonst so passiert in meinem Leben. Ich lebe zufrieden mit meinem abstinenten Mann zusammen. Wir feiern im nächsten Monat Silberhochzeit. Vor 4 Jahren war das außerhalb meiner Vorstellungskraft. Unser Leben hat sich schon verändert. Wir haben neue Hobbies entdeckt, denen wir allein oder gemeinsam nachgehen. Wir können wieder mit einander auf Augenhöhe reden. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber wir sind in der Lage, Probleme gemeinsam zu lösen. Ich weiß, dass das alles nicht selbstverständlich ist und ich bin sehr dankbar für das, was ich jetzt habe.

    Ich wünsche allen einen schönen Sommer
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Mone,

    herzlich willkommen hier im Forum. Vielleicht ist es besser, Du eröffnest ein eigenes Thema, wo Du dann auch schneller eine Antwort bekommst.

    Dein Partner ist doch ein schlauer Typ. Du willst dass er nix mehr trinkt und nervst die ganze Zeit rum. Gut, dann trinkt er eben heimlich. Auch nicht richtig? Na dann eben anders. Machen wir Mone mal ein bisschen Druck in dem wir mit Suizid drohen. Fein, jetzt ist sie wieder in der Spur. Sarkasmus aus.

    Liebe Mone, Dein Partner tut alles um seine Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Er will dich, weil Du ja alles so schön rundherum machst und er will/muss saufen. Mir hat damals der Vergleich Alkohol=Geliebte sehr weiter geholfen. Wenn Du Dir den Alk als eine andere Frau vorstellst, wärst Du noch bei ihm? Du bist nicht für sein Leben verantwortlich. Als ich diese Erkenntnis wirklich spüre konnte, wurde mein Leben leichter und ich konnte loslassen.

    Zitat

    Aber, es muss sich was ändern

    Versuch doch mal bitte "was" zu definieren oder durch etwas anderes er/ich zu ersetzen. Kannst Du Dir nach allem, was passiert ist, vorstellen, dass Du ihn ändern kannst? Bliebe noch die Möglichkeit, Dich zu ändern. Ich denke, das ist der Ansatz. Ich hatte damals auch große Unterstützung durch meinen Vater. Das hat mir vieles erleichtert, aber die Entscheidungen musste ich treffen und ich musste meinen Weg gehen.

    Wie erklärst Du Deinem Kind, dass es einen saufenden Vater hat und Du das Kind in diesem Umfeld belässt mit allen eventuellen Folgen?

    Liebe Mone, ich kann mir vorstellen, dass Dein Innerstes Karussell fährt im Moment und Du hin- und hergerissen bist. Aber schau auf Dich und Dein Kind, was für Euch beide das Beste ist. Er ist erwachsen und muss seine eigenen Entscheidungen treffen, für die Du keine Verantwortung trägst.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo gibteshoffnung,

    herzlich willkommen auch von mir.

    Zitat

    Die Angst, dass er Rückfällig wird, wird aber denke ich bleiben, nur vielleicht weniger werden.


    Irgendwann gab es in meinem Leben den Punkt von dem an diese Angst nicht mehr für mich existierte, weil sein Rückfall nicht in meiner Macht liegt und dieses Wissen in meinem Gefühl angekommen ist. Du kannst Dir 1000 Szenarien für einen Rückfall mit allen "wenn" und "aber" überlegen und durchspielen. Sollte der Rückfall eintreten, wird er sicher anders ablaufen, als alles was Du Dir dazu gedacht hast. Für mich ist damals eine große Last abgefallen. Ich spürte, dass ich nicht für seine Abstinenz verantwortlich bin, sondern nur er allein. Sicher unterstütze ich ihn in seinem trockenen Leben, aber mehr kann ich nicht tun. Ich sorge dafür, dass es mir gut geht - das ist meine Priorität. Auch diese Erkenntnis ist erst langsam in mir gereift. Ich lebe heute zufrieden mit meinem abstinenten Mann zusammen. Der Weg dahin war mit vielen Tränen, Selbstzweifeln, Wut und Ängsten gepflastert, aber wir haben es geschafft. Alles braucht seine Zeit, auch Dein Mann muss seinen Kampf kämpfen und seinen Weg gehen so wie Du und ich auch.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem Geduld mit ihm und mit Dir selbst.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Irene,

    ich denke, mein Mann war zu dem Zeitpunkt nicht wirklich trocken. Er hat keinen Alk mehr konsumiert, aber weil ich es ja so wollte und ihn unter Druck gesetzt habe. Das hab ich auch noch lange nach meinem Einzug gespürt und es war für mich ein riesiges Problem. Ich hab nix großartig verkündet, wegen Ende oder so. Mir ging es seelisch total mies ... hab keinen anderen Ausweg gesehen, als weg da. Über die Konsequenzen wie Trennung/Scheidung hab ich nicht nachgedacht, ich wollte nur raus. Er hat das natürlich nicht so hingenommen, wollte unbedingt, dass ich zurück komme. Es hat lange gedauert, bis er eine 4-wöchige Kontaktsperre akzeptiert hat. Da konnte ich dann auch ein bisschen zur Ruhe kommen, weil ich nicht ständig darüber nachdenken musste, was er gesagt hat und kam auch von den Gedanken weg, wie es ihm geht, was er macht .... . Ich musste mein Leben auf die Reihe kriegen. Ich hab mir professionelle Hilfe gesucht, hab viele Ratgeber gelesen und hier im geschlossenen Bereich im Forum geschrieben. Der Anfang war gemacht, aber bis sich in meinem Inneren die Veränderungen einstellten hat das echt lange gedauert. Hab selbst meine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Ich hatte genug mit mir zu tun, da war kein Platz für einen anderen Mann und er war immer noch meine Nr. 1. Dann gab es eine sehr schwere Situation in meiner Herkunftsfamilie und da war er bedingungslos an meiner Seite. Und ich hab ihn in meinem Kämmerlein schon sehr vermisst. Also bin ich dann zurück, weil ich uns die eine Chance geben wollte. Ich kann Dir gern sagen, was mein Hauptproblem war, er war für mich trocken und nicht für sich. Ich fühlte mich schuldig, weil sein Leben jetzt so langweilig und ohne Freunde war. Ich hatte meinen Willen, er trank nicht mehr und doch war es nicht gut. Und dann kam diese magische Erkenntnis - dass es egal ist, ob ich ihm die Welt zu Füßen lege, wenn er unglücklich sein will, dann kann ich das nicht ändern - in meinem Gefühl an. Das war für mich enorm wichtig. Ich bin nicht für ihn und seine Stimmungen verantwortlich. Da konnte ich loslassen und wollte mich endgültig trennen. Da ich ihn ja immer noch liebe, will ich nicht, dass er an meiner Seite unglücklich ist. Das alles ist ja eine Entwicklung von Monaten. Ich hatte meine Hobbies wieder aufleben lassen und ging zum Psychotherapeuten. Er trank weiterhin nicht und hat sich ein Hobby gesucht, bei dem er auch seinen Gedanken freien Lauf lassen konnte. Irgendwann wollte er für sich trocken sein und wir kamen ins Reden, so richtig auf Augenhöhe über uns. Das war so der Neubeginn unserer Beziehung. Mein Fazit, sich selbst und seine Bedürfnisse wichtig nehmen, den anderen nicht verändern wollen, miteinander reden.

    Ich gebe sunshine recht, Du weißt nicht, wie sich die Beziehung entwickelt. Ich war eher pragmatisch, die Zeit wird zeigen, ob es funktioniert. Was kommt, kannst Du nicht wissen, aber Du kannst im Hier und Jetzt leben. Das Leben ist so voller Überraschungen und Wendungen, das kannst Du alles nicht planen und einkalkulieren. Aber Du kannst ein Leben führen, dass sich für Dich gut anfühlt und in so einem Leben hat ein nasser Alki kein Platz.

    Weißt Du, als ich hier im Forum aufgeschlagen bin, hab ich tagelang nur gelesen und alles aufgesogen. Ich dachte immer: 'so mach ich das auch und dann ist alles gut'. Dann hab ich die Ratgeber verschlungen und ich dachte wieder: 'so mach ich das auch und dann ist alles gut'. Hat beides nicht funktioniert. Trotzdem hab ich durch das Forum und die Bücher viel gelernt, aber umsetzen musste ich auf meine Art und Weise und daraus ist mein Weg entstanden. Ich bin in meiner "alten" Beziehung glücklich, andere in einer "neuen" und wieder andere sind zufriedene Single. Du musst Deinen Weg gehen. Gehen! und nicht auf die Entscheidungen eines nassen Alkis warten.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Geduld.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Irene,

    herzlich willkommen im Forum.

    Aus Deinem Post lese ich, dass es Dir nicht gut geht in Deiner Beziehung. Als ich hier vor 4 Jahren ankam, hab ich irgendwo folgendes gelesen: "Wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt." Man kann "sorgen" auch gut durch "kümmern" ersetzen. Wenn Du Dich derzeit so viel um Deinen Lebensgefährten sorgst und kümmerst, wer kümmert sich in der Zeit um Dich? Ich kann mir vorstellen, dass Dein Partner nicht dazu in der Lage ist. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Du gegen eine Wand läufst, solange er nicht trocken werden will. Für mich hieß das damals konsequent sein. Ich bin ausgezogen und hab mich um mich gekümmert. Das war eine echt harte Zeit. Vom Verstand her war mir klar, dass es nur so geht, aber mein Gefühl rebellierte total. Ich war in Gedanken viel zu viel bei ihm und innerlich völlig zerrissen. Dazu kamen natürlich seine Bemühungen, mich mit allen Mitteln zur Rückkehr zu bewegen. Er hat aufgehört zu trinken (meinetwegen) und nach 4 Monaten bin ich wieder zurück gegangen. Es hat noch mal ca. 1,5 Jahre gedauert, bis es wirklich wieder funktioniert hat mit uns beiden. Ich hab viel gelernt in dieser Zeit, vor allem, dass jeder für sein Leben verantwortlich ist. Das hat lange gedauert, bis dieser Gedanke auch wirklich im Gefühl angekommen ist, aber ab da an wurde es für mich leichter. Ich konnte eine große Last, die ich mir ja selbst aufgebürdet hatte, abgeben.


    Zitat

    was ich tun kann um das durchzuhalten?

    Meine Fragen an Dich: Warum willst Du das durchhalten und wie lange? Was ist, wenn nichts passiert, wenn er sich dazu entschließt, bis zu seinem Tode zu trinken? Es ist sein Leben, er entscheidet. Willst Du daneben stehen, zusehen und daran mit zu Grunde gehen? Liebe Irene, es ist Dein Leben und Du kannst darüber entscheiden ob Du glücklich wirst.

    Mein Tipp, kümmere Dich erst mal um Dich.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.

    sonnige Grüße
    Lütte