Hallo Ihr Lieben,
da habt ihr mir ja 'ne Menge zum Nachdenken gegeben. Ich will versuchen der Reihe nach zu antworten, denn es das bringt alles viel in mir hoch und ich weiß nicht ob ich in der Lage sein werde, mich verständlich auszudrücken.
Hallo silberkralle,
danke für Deine kurzen, aber wirkungsvollen Statements. Will versuchen, sie zu beherzigen.
Huhu Aurora,
es ist schön, Deine Zeilen zu lesen, sie geben Mut. Meine Gefühle und Gedanken für mich als richtig zu akzeptieren fällt mir noch sehr schwer. Über die Jahre haben mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewußtsein doch sehr gelitten. Mein größtes Problem ist, dass ich denke, es nicht oft genug und deutlich genug ihm gegenüber ausgesprochen zu haben. Ich habe ja erst jetzt entdeckt, was für ein Problem ich/wir habe/n und weiß aber, dass es schon lange existiert - mir nur nicht bewusst war. Bin ich zu voreilig, lass ich ihm keine Chance? Weiterhin fällt es mir schwer, seine Sucht (die für ihn nicht vorhanden ist) als Krankheit zu akzeptieren. Es ist für mich schwierig, das Thema mit ihm zu besprechen, ohne dass ich ihm das Gefühl gebe, er sei schuldig. Gut, bei ihm bin ich schuld und mach dies und jenes und alles falsch. Aber ich kann da noch nicht wirklich drüber stehen, weil ich sicher auch Fehler mache und gemacht habe. Dann kommen wieder Phrasen von ihm wie z.B.: "ich mach ja eh alles falsch und keiner hat mich mehr lieb.... " Ich weiß nicht, wie ich angemessen darauf reagieren soll. Da liegt noch einiges bei mir im Argen. Aber wenn ich ein bisschen Geduld mit mir / uns? habe wird das schon. Im Moment denke ich von Tag zu Tag und schau, was er bringt.
liebe Grüße aus dem hohen Norden
Lütte
Hallo Zimttee,
du hast mir ganz viel aus Sicht des Kindes/der Jugendlichen geschrieben. Bei uns war es ähnlich. Meine Tochter kann ihrem Vater auch einfach nichts recht machen und Schuld ist sie auch an allem, obwohl sie nicht mehr hier wohnt. Sie wartet seit Jahren, dass er sie einfach mal in die Arme nimmt und ihr sagt, dass er stolz auf sie ist. Ob sie diese Hoffnung immer noch hat, weiß ich nicht. Ich denke, ich konnte als Mutter einiges, was durch meinen Mann schief gelaufen ist, kompensieren, ihr den Rücken stärken und ihr helfen, sich zu einer selbstbewussten jungen Frau zu entwickeln - ja, ich bin stolz auf sie. Für mich hatte ich immer folgendes Bild - der eine schwarz, der andere weiß und ich das Grau in der Mitte. Es hat mich viel Kraft gekostet, zwischen den beiden zu vermitteln und zu beschwichtigen. Und viel von mir ist bei diesem "Kampf" auf der Strecke geblieben. Aber es war immer für mich klar, dass mein Kind ein Kind ist und nichts dafür kann. So hatte er immer das Gefühl es stehen 2 gegen ihn (auch schon ein kranker Gedanke oder?)
Die Sache mit seinem Arztbesuch werde ich auf sich beruhen lassen. Ich will nicht kontrollieren und über sein Leben bestimmen. Wie schon gesagt, er war bisher immer ehrlich zu mir, hat bisher auch nicht heimlich getrunken (musste er ja auch nicht) und ich konnte ihm immer vertrauen.
Das macht die Sache bestimmt nicht leichter.
Ich werde nächste Woche wieder zur Suchtberatung gehen, aber für mich. Will sehen wie es läuft und dann weiter entscheiden. So wie ich das aber im Moment sehe, komme ich ohne Hilfe nicht mit mir und der Situation zurecht. Ist ein doofer Zeitpunkt, weil jetzt bei uns die Saison losgeht und ich echt lange arbeiten muss. Dafür mach ich dann im Winter frei. Ich lass es auf mich zukommen.
Ich bin ganz schön wütend, dass Dir das mit dem 1. Arzt passiert ist. Im nachhinein jammern hilft nicht, aber ein anderer hätte dir viel früher helfen können
.
So, ich glaub ich muss erst mal 'ne Pause machen, da kommt doch wieder 'ne ganze Menge hoch.
Ich träum schon mal vom Strand.
Liebe Grüße
Lütte