Beiträge von lütte69

    Liebe Siri,

    ich finde, du bist auf einem guten Weg, du kümmerst Dich um dich, passt auf dich auf und du hilfst deiner Mutter so, wie es dir möglich ist. Und ja, du darfst lachen, tanzen, weinen, Spaß haben am Leben, es ist deine Verantwortung, dein Leben. Deine Mutter hat es nicht geschafft, ihre Verantwortung zu übernehmen und dir ein ordentliches Paket mit auf den Weg gegeben. Das ist nicht deine Schuld, aber ich denke, das weißt du. Ich bin kein EKA und kann leider wenig Schlaues dazu sagen, ich möchte dich aber auf deinem Weg unterstützen und ich finde es gut, wie du mit dir und deiner Mutter umgehst. Ich wünsche dir dafür viel Kraft und Geduld.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich kenne euch (schratte und renoo) nicht im realen Leben und ihr mich nicht und daher ich finde die obigen Aussagen schon sehr heftig. Meine Motivation hier zu schreiben ist die, dass mir damals mit den Beiträgern der User wirklich geholfen wurde. Es waren Beiträge dabei, die mich auf die Palme gebracht haben, die ich absolut nicht verstanden bzw. missverstanden habe. Meine Einstellung war die, mit meinem Latein bin ich am Ende, ich brauche Hilfe, also probier ich mal etwas von dem aus, was andere zu einem zufriedenen Leben geführt hat. Einiges hat sich bewährt, anderes nicht - so ist das Leben. Ich möchte mit meinem Weg, meinen Erfahrungen was zurück geben. Es ist ein Angebot, dass angenommen oder abgelehnt werden kann. Ich brauche dieses Forum nicht für meinen Seelenfrieden. Mein zufriedenes Leben führe ich abseits dieses Forums und ich brauch dieses Forum sicherlich nicht zur Selbstdarstellung.

    Wenn ihr doch wisst, wo es lang geht und diese Beiträge für euch nur ein Podium für die Selbstdarstellung der User ist, was ist dann eure Motivation hier zu schreiben?

    Lütte

    Hallo Merline,

    ich war damals bei einer Angehörigengruppe, die der evangelischen Kirche angegliedert ist. Ich wohne auf dem platten Land und da ist die Auswahl nicht so groß. Für mich war diese Gruppe für den Anfang richtig gut. Mit Hilfe dieser Gruppe und des Forums konnte ich meinen Weg gehen. Begleitend hab ich auch ein Therapie gemacht, aber die ging erst nach meinem Auszug zu Hause los.

    Hast du die Möglichkeit, dir in dem Haus ein eigenes kleines Reich zu schaffen, so dass du ihn nicht ständig sehen musst?

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Sie,

    vielleicht brauchst du auch erstmal ein bisschen Zeit mit dir und für dich. Ein bisschen Zeit, um dich von deinem Mann innerlich zu verabschieden, ihn los zu lassen, Zeit um wieder zu dir zu finden, herauszubekommen, was du möchtest, welche Wünsche und Träume du hast.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Da empfinde ich einen Ratschlag wie "in Ruhe friedlich weitertrinken lassen" als völlig absurd, geradezu lächerlich und total daneben. Er disqualifiziert denjenigen/diejenige, der/die ihn gegeben hat.

    Aber genau da geht es meiner Meinung nach lang. In Liebe los lassen, akzeptieren, dass es ihre Entscheidung ist zu trinken und ihre Verantwortung für ihr Leben bei ihr lassen. Ich bin da durch gegangen, ich hab mich wie du mit Händen und Füßen gegen diesen "absurden" Vorschlag gewährt und heute weiß ich, dass es das einzige war, was ich in Bezug auf ihn tun konnte. In Bezug auf mich bin ich viel flexibler. Für mich kann ich Entscheidungen treffen, die mir ein zufriedenes Leben ermöglichen. Mir ging es sukzessive besser, als ich meinen Fokus von ihm und seinem Alkoholkonsum nahm und auf mich richtete, meine Möglichkeiten auslotete und für mich ins Handeln kam.

    Ich kenne dich nicht persönlich, lese das, was Du hier schreibst, durch meine Brille und da ergibt sich für mich die Frage, was du vom Forum hier erwartest. Du bist für mein Empfinden viel zu sehr bei ihr und in der Rechtfertigung. Das wird dich aus meiner Erfahrung heraus, aber nicht zu einer Lösung für ihr Problem bringen. Du kannst nur dein Problem, deine Empfindungen bei ihrem Konsum, lösen, aber nicht ihr Trinken beenden.

    Ich wünsche Dir für deinen Weg Kraft und Ausdauer.

    sonnige Grüße

    Lütte

    P.S. Vielleicht sind manche Fragen auch rhetorisch gemeint, sollen zum Nachdenken anregen und müssen gar nicht in aller Ausführlichkeit beantwortet werden.

    Was kannst du heute für dich tun, damit es dir heute gut geht und du zufrieden bist? Gestaltest du dein Leben so, dass es dir gut geht oder dreht sich alles um deine Frau? Damit hab ich damals nämlich angefangen. Ich habe ein altes Hobby ausgegraben, ich bin viel mehr in der Natur unterwegs, ich verabrede mich mit Freunden. Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Das empfinde ich als wichtig, die Dinge zu nutzen, die möglich sind, damit es mir gut geht und meine Zufriedenheit nicht von anderen Personen abhängig zu machen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    PS: Das hast du gerade bei FvJ geschrieben

    Ich finde, dass es eine menschlich grausame Entscheidung ist, entweder die Verantwortung für eine/n fast unheilbar Kranke/n zu übernehmen oder die Verantwortung für sich selbst.

    ... und das ist genau das, was ich meine. Du hast keine Verantwortung für deine Frau, sie ist nicht entmündigt und du bist nicht ihr Vormund. Also kann die Entscheidung nur lauten Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Stell dir mal vor, deine Frau würde von dir verlangen, dass du mit säufst und dich damit ständig konfrontieren, weil sie denkt, so muss dein Leben aussehen.

    Ich war auch mal so unterwegs, dass ich meinen Mann retten wollte, aber das funktioniert einfach nicht - so meine Erfahrungen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Schratte,

    das hier ist mir ins Auge gesprungen

    Tja, weiß ich nicht - Deine Meinung, meine nicht. Wenn sie ein Recht darauf hat, zu trinken bis zum Alkoholismus, habe ich jedenfalls ein Recht darauf, zu versuchen, das zu ändern.

    Auf jeden Fall hat sie das Recht in Deutschland. Du kannst nichts daran ändern. Und selbstverständlich hast du ein Recht zu versuchen, das zu ändern, aber nur insoweit es Deine Person angeht. Und damit sind wir wieder da, wo für mich der Hund begraben liegt, bei den eigenen Veränderungen. Jeder muss Entscheidungen für sein Leben treffen. Sie hat entschieden zu saufen, Du kannst entscheiden, dass nicht mehr mitzumachen. Du kannst dich für deine Freiheit entscheiden. Ich brauchte damals räumlichen Abstand für diese Entscheidung, denn ich war im Grunde genommen genauso krank wie mein Mann. Mit diesem räumlichen Abstand hab ich uns beide die Chance für einen Neuanfang gegeben. Zumindest war das bei uns das Ergebnis. Wenn es nur ein Neuanfang für mich gewesen wäre, wäre das genauso gut gewesen. Ich habe die Verantwortung für mich.

    Was kannst du also für dich tun?

    Wie stellst du dir dein Leben vor?

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Schratte,

    so eine Eskalation ist natürlich furchtbar. Immer schwierig, da von Außen was zu sagen.

    Ich glaube, es ist für dich erstmal eine Erleichterung, das Thema Alk angesprochen zu haben. Du bist ja schon länger hier im Forum unterwegs und hast dich umfassend informiert. Wie lautet dein Plan? Wie soll es für Dich weiter gehen?

    Ich wünsche Dir Mut, Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Volka,

    zum einen geht es um Dich, Du kannst für dich entscheiden, was du ertragen kannst und wie du leben willst. Zum anderen sind da deine Kinder. Mein Kind ist mit einem Vater aufgewachsen, der viel getrunken hat, weil ich das nicht wirklich wahr genommen und das Leben an seiner Seite ausgehalten habe. Aus heutiger Sicht war das ein großer Fehler von mir. Bist du dir wirklich sicher, dass deine Kinder mit einer konsumierenden Mutter besser dran sind, als wenn Du die Konsequenz ziehst und dir mit ihnen ein eigenes Leben aufbaust? Was sie dann macht, ist nicht voraus zu sehen und auch in meinen Augen vorerst nicht relevant. Denn Du wärst ein verlässlicher Papa für deine Kinder. Ihre Mutter hingegen ist unberechenbar, wenn sie trinkt. Die Kinder merken das und reagieren darauf. Sie bekommen damit ein ordentliches Päckchen aufgeladen. Dir geht es nicht gut, wenn Du bestimmte Geräusche, die mit ihrem Konsum zu haben, hörst. Was meinst du, wie es deinen Kindern geht? Hast du mal mit deinen Mädchen über diese Krankheit gesprochen? Oft haben die Kinder das Gefühl, dass sie Schuld an den Dingen, die passieren, tragen. Hast du ihnen erklärt, dass das nicht so ist?

    Ich wünsche euch ein entspanntes Wochenende.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Volka,

    wie geht es dir mit ihrem Konsum? Wo ist deine Grenze? Du kontrollierst ziemlich stark. Traust du deiner Wahrnehmung nicht? Traust du ihr nicht?

    Für meine Beziehung war es damals gut und richtig, dass wir ein paar Monate getrennt von Tisch und Bett waren. Als ich auszog, war mir völlig egal, was aus unserer Ehe (immerhin 21 Jahre) wird. Ich wusste nur, dass ich so nicht weiter leben konnte. Wir hatten aber mit meinem Auszug die Chance, jeder für sich zu schauen, was wichtig ist in unserem Leben. Ich konnte nur mit dem räumlichen Abstand zur Ruhe kommen. Sonst wäre es mir weiterhin wie dir gegangen, ich hätte gezählt und diskutiert - völlig umsonst.

    Gut, dass du auf Arbeit Unterstützung erfährst. Ich hoffe, Du kannst sie für dich nutzen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Volka,

    Ich fürchte fast, meine Frau ist noch nicht tief genug, damit es eben diesen "Klick" machen kann.

    Was ist, wenn sie diesen Tiefpunkt nie erreicht? Hoffen und Harren ......? Du darfst für dein Leben entscheiden. Du darfst dafür sorgen, dass es Dir und den Kindern gut geht. Du darfst erstmal auf dich schauen. Deine Frau wird immer Gründe für das Trinken finden. Das kann die schwere Kindheit/Jugend sein (die ich ihr nicht absprechen will), der doofe Arbeitgeber, du, die Kinder, das Wetter, die Fliege .... . Als mir das damals bewusst wurde - ich meine, dass es egal ist, was ich tue, wenn er trinken will, trinkt er - wurden die Entscheidungen für mich leichter. Ich bin damals auch hier aufgeschlagen, weil ich Hilfe für ihn suchte. Ich habe Hilfe für mich gefunden und das war der ausschlaggebende Punkt. Kümmere dich um dich und deine Kinder. Wenn deine Frau aufhören will, findet sich auch ausreichend Hilfe. Das Angebot für Alkoholiker ist wesentlich größer als das für die Angehörigen. Ich hab damals einen Spruch gelesen, der für mich den Nagel auf den Kopf getroffen hat: "Wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt".

    Ich wünsche Dir Kraft, Mut und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich habe mein altes Fädchen hoch geholt um die Frage "nach dem guten Ende" - soll heißen, wir sind noch zusammen, mal aus meiner Sicht zu beantworten. Mein Mann und ich sind noch zusammen, hatten inzwischen Silberhochzeit und sind Großeltern. So schön sich das auch anhört, es war ein hartes Stück Arbeit bis hierher. Allen Angehörigen, die hier aufschlagen und ihre Beziehung retten wollen, kann ich nur sagen, das "Beziehung-Retten" ist erstmal nicht wichtig. Wichtig ist, dass ihr euch selbst rettet. Ich habe gebraucht bis zu dieser Erkenntnis, aber darauf lief alles hinaus. Jeder kann nur sich selbst retten und was die Beziehung angeht, denke ich, dass die Zeit der große Faktor ist, der euch zeigt, ob es noch funktionieren kann. Ich hatte durch meinen Auszug die Möglichkeit, mich auf den Weg zu mir selbst zu machen. Das wäre mir in der Nähe meines Mannes nicht gelungen. Er wiederum hatte die Möglichkeit in aller Ruhe für sich zu entscheiden, was er möchte. Wir beide haben noch viel füreinander empfunden und haben einen Neuanfang gewagt. Für mich war das ebenso eine Herausforderung, als wenn wir uns getrennt hätten. Es müssen Dinge in der Beziehung neu gelernt werden und alte Muster überschrieben werden. Das war nicht leicht für mich, denn das Gesicht des Partners hat sich ja nicht verändert und die Mimik und Gestik ist ja die Selbe, haben aber jetzt nicht die gleiche Bedeutung wie zu nassen Zeiten. Zumindest ist das meine Erfahrung. Nehmt euch die Zeit, mit euch ins Reine zu kommen, findet heraus, was ihr möchtet, welche Träume und Wünsche ihr habt - unabhängig von eurem Partner und dann lebt euer Leben.

    Ich wünsche euch ganz viel Kraft, Mut und Geduld dafür

    Lütte

    Ja, das ist Wahnsinn. Mir ging es genau so. Mit der räumlichen Trennung konnte ich zur Ruhe kommen und auch er hatte die Chance, darüber nachzudenken, wie sein Leben für ihn weiter gehen soll. Er konnte Taten sprechen lassen. Nur das allein zählte für mich.