Beiträge von Paco

    Danke für eure Antworten, das tut wirklich gut! :)

    @natalie
    Das kenne ich auch, alles zu entschuldigen und sich selber die Schuld zu geben, aber manchmal merke ich, wie sich das Gefühl verändert, also wenn ich weiß ich bin NICHT Schuld. Dann versuche ich dem zu wiedersprechen, auch wenn ich zugeben muss, das sich das mit Unwohlsein, leichter Aufgeregtheit und zittern bemerkbar macht. Das scheint ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein, da ich mich nie getraut habe etwas gegen die Mutter zu sagen und auch sonst eher nicht. Was allerdings auffällt, so habe ich in der Schule meistens randaliert, wenn ich mit Mitschülern aneinander geraten bin. Da flog schon mal ein Stuhl oder Tisch durchs Klassenzimmer oder jemand bekam eine Ohrfeige von mir, aber dann war ich immer schnell geflüchtet. Wenn man mich kennt, würde man mir das im leben nicht zutrauen und stolz bin ich da auch nicht drauf. In jedem Zwischenzeignis stand dann so ein Tadel. Tja....
    @ ringelblume
    Für mich ist das in sofern besser, weil ich den Eindruck hatte nicht voranzukommen. Wir haben jede Station im leben besprochen, geschaut was es in mir auslöst und versucht es anzunehmen. Schön und gut. Jedoch musste ich irgendwann feststellen, das es mich nicht weiterbringt/weitergebracht hat. Dadurch hat sich mein verhalten nicht verändert, nur die Sichtweise . Und das reicht mir nicht, ich muss mit etwas "arbeiten" können. Nach den Gesprächen war ich meistens sehr aufgewühlt, aber fühlte mich gerade dann sehr allein gelassen vor. Mit der neuen Therapie habe ich das Gefühl auch etwas tun zu können, etwas was mir fehlte und fehlt. Tips zu bekommen, Schritte zu machen und neu zu lernen. Das kann nur ich und das WILL ich auch. Wenn meine Eltern das schon nicht konnten, dann wenigstens ich. Was aber im Endeffekt für einen am besten ist, muss wohl jeder für sich selbst rausfinden. Ich hatte auch ganz schön Bammel, der alten Therapeutin zu sagen, das ich gerne abbrechen/wechseln möchte. Wieder das gleiche Schema. Aber: ich hab's geschafft:-)
    Marion
    Ich stimme die zu: die Wut muss wohl raus, fragt ist wohl wirklich, wie. Ich möchte niemanden verletzten, doch manchmal frage ich mich, wie manch andere das sehen, die wie ein Elefant im Porzellanladen agieren oder einfach ihre Meinung/ Haltung rausprusten, ohne vorher mal nachzudenken . Da könnte ich ausflippen.... Naja, könnte;-)
    Man man, wir haben echt mehr als ein Päckchen zu tragen, aber irgendwann Laden wie die ab, das wünsch ich mir für uns.

    Schön das es euch alle hier im Forum gibt!!:-)

    Hallo zusammen!

    Ich bin mal wieder im forum gelandet und ich muss sagen, es fühlt sich anders an als zuletzt. Ich habe nun endlich meine Therapie gewechselt ( Tiefenpsychologisch zu Verhaltenstherapie ) und kann sagen, es lohnt sich für mich. Auch wenn ich nur kleinste Schritte mache, ich habe endlich das Gefühl verstanden zu werden und wirkliche Zusammenhänge zu erkennen. Zwischen dem damals geschehenem und den heutigen Geschehnissen. Was mir nur etwas zu schaffen macht ist die Tatsache, das ich unendlich wütend auf meine Mutter bin, bzw. auch auf meinen Vater, der sich nen Scheiß gekümmert hat. Diese Wut fühlt sich erstmalig "richtig" an, obwohl ich mich sonst nie getraut hätte, so zu fühlen. Doch ja, es IST so.
    Hat von euch auch wer die Probleme Wut zuzulassen bzw. unterdrückt ihr sie? Oder lasst ihr der Wut Raum ?
    Lieben Gruß von paco

    Hallo zusammen!

    Erstmal DANKE für eure Beiträge. Ich muss mich wohl auch entschuldigen, da ich jetzt länger nicht hier war... :(

    Ich hab es ehrlich gesagt etwas verdrängt, das kann ich ne Zeitlang nämlich ganz gut.....

    @Janine:Ich lebe schon im Hier und Jetzt, was mir so Schwierigkeiten bereitet, sind meine Gefühle. Sie übermannen einen. Einfach so....

    @Schnuffig:Ich wollte nicht sagen, ich will ein Arschloch werden, sondern damit nur ausdrücken, das ich mich einfach mal akzeptieren kann. Und auch das was ich tue, oder eben auch nicht tue. Und von wem ich mir was am meisten wünsche? Na von wem wohl, nur von mir selbst. Puh....

    @Goethefaust:Das mit dem Kind was nicht erwachsen werden will, kommt mir bekannt vor. Ich frage mich oft: Bin ich wirklich Erwachsen? Ich fühl mich immernoch wie, ja, wie ein heranwachsender. Hört sich vielleicht lustig an, ist es aber rein gar nicht....


    Denn als Erwachsener handelt man ja auch Erwachsen. Und da kommt es auch mal vor, das ich zwischen erwachsenen Menschen bin und die einfach nur bewunder, wie die Ihr Leben leben und es auf die Reihe bekommen. Dann schau ich zu mir und sehe nur eine Seifenblase. Die jeden Moment platzen kann. Dann mache ich ne neue.
    Ich schäme mich schon wieder und mir kommen die Tränen......
    Wie sagt man: Wir sind hier nicht bei wünsch dir was, sondern bei so isses.....Und das weiß ich auch. Aber die Realität ist manchmal ein A........

    Danke fürs lesen....

    Gruß Paco

    Hallo zusammen,

    Ich möchte ja ehrlich sein. Ein Bewusstsein hab ich, ja. Bin auch kein Zombie. Jedoch ist es wahrscheinlich so schwer ehrlich zu sein. Ich fühle mich dadurch sofort als nicht dazu gehörig. Anders. Am Rand.

    Wenn ich mich auf Bildern sehe, dann finde ich mich oft nicht. Wer bin ich? Der da? Aha. Hm....sehen mich die anderen auch so? Wahrscheinlich nicht. So gezwungen, im Versuch unauffällig zu wirken. Ich kann mich zeitweise nicht akzeptieren, weder äußerlich, noch innerlich. Obwohl ich es so gern möchte. Ich möchte den Mittelfinger ausstrecken können und sagen, Hey, ihr könnt mich alle mal. An all diejenigen die meinen, sie wären vielleicht was besseres. Ich bin ich und gut. Das wäre schön.
    Aber warum? Weil ich zuhause nie gesehen wurde? Weil man keinen Respekt und Anerkennung bekam? Was hat man sich abgestrampelt um gut zu sein, geliebt zu werden.das alles und noch viel mehr, macht mich in meiner Hilflosigkeit nur wütend. In all den Geschichten , die ich hier so gelesen habe, es ist der reine Wahnsinn und fast gar nicht zu glauben. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das das geschehene irgendwann keine Macht mehr über mich hat und ich Frage mich jeden verdammten Tag:wie?????

    Gruß paco

    Guten morgen schnuffig !

    Ich habe deine Antwort nun mindestens 5-6 x gelesen. Ich mag es sehr, was du schreibst und wie du schreibst. Du scheinst dir deiner Sache wirklich bewusst. Ich hingegen vermute langsam, das meine Innerstes, meine Seele oder nennen wir es inneres Kind, so verletzt und verängstigt ist, das der ganze Dreck zwar vorhanden ist, es aber nicht rauskommen kann bzw. will. Bloß nichts zugeben. Alleine mit der Scheiße fertig werden. Sich Hilfe suchen. Und ja, Angst zu haben das man stirbt, so KANN es sich manchmal anfühlen. Also fühle ich ja doch.

    Und ja, ich finde es gut und schön, wenn man wirklich auf meiner Seite steht, wenigstens hier. Ist ein gutes Gefühl. Ich habe ganz schnell das Gefühl abgelehnt zu sein. Dabei möchte ich doch einfach nur ich sein, wie ich nunmal bin...

    Ein freies Leben führen können, da braucht es viel Mut zu und Bewusstsein für das eigene selbst, ja wo ist es denn, mein Bewusstsein ?

    Liebe grüße ausm Norden

    Hallo schnuffig ,

    Wie meinst du das, den Anfang suchen? Den Anfang kenn ich ja, allerdings seh ich wohl in diesem Moment den Wald vor lauter Bäumen nicht.....

    Ich denke , ihr verhalten, unter Alkohol, beeinflusst mich noch heute, obwohl sie nun schon 8 Jahre tot ist. Diese ganzen Grausamkeiten , die einem als Kind , jugendlicher und junger erwachsener angetan wurden.... Ich denke, ich spreche vielen aus der Seele .......

    Lg
    Paco

    Hallo zusammen !

    Nun kann ich schon die dritte Nacht nicht einschlafen, das gibts bei mir sonst nicht, denke viel nach. Viel über die Menschen in meiner Umgebung, wie sie auf mich wirken und wie ich wohl auf sie wirken mag. Leichtigkeit, einfach"sein". Hm.... Wie denn, wenn man immer darauf bedacht ist, wie man rüberkommt. Man nicht anecken will oder manchmal auch gerade das doch, um zu schauen was passiert oder eben nicht. Ja es ist mir unheimlich zu wissen, die Gedanken sind frei. Das macht mir immer wieder Angst . Angst vor Ablehnung , was denkt der andere über mich? Das kann auch ganz banal an der Kasse , in irgendeinem x-beliebigen Geschäft sein. Oder der Nachbar . Ich bin immernoch das Opfer . Das Opfer meiner Gefühle . Und das macht mich in manchen momenten ganz wahnsinnig.ich hoffe ich finde bald einen weg da raus.

    So, nun hab ich meine Gedanken mal raus gelassen.

    Lg und gute nacht

    Hallo goethefaust!

    Schön das auch du hier her gefunden hast:-)

    Es hört sich so an, als hättest du aber aktuell eine Arbeitsstelle ?
    So wie du deine Situation schilderst, haben wir wirklich etwas gemeinsam. Darf ich fragen wie sich das bei dir äußert? Was kannst du gegen diese Angst tun? Bei mir war/ist es Augen zu und durch, was langfristig natürlich nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.
    Mein Selbstwert ist arg angeknackst, mein ICH schleust mir immer wieder fiese Gedanken in den Kopf. Ich kann mich gut fühlen, aber die anderen da draußen können mich von 100 auf fast null "runterbrechen". Dabei können andere ja nichts für mein Problem und wissen auch nichts davon...

    Erstmal bis hier hin, danke fürs einbringen!

    Lieben gruß

    Paco

    Hey schnuffig,

    du schreibst wirklich Dinge, die mich zum Nachdenken anregen, danke , das tut gut!

    Das einzige was mich umhaut und ich irgendwie nicht begreifen will oder kann, ist dein letzter Absatz:

    Zu sehen, dass man früher als Kind ein Opfer war, das zu durschauen und nicht mehr so zu tun, als hätte man das alles nicht gemerkt und schon gar nicht gespürt, macht, dass sich die ganze Ekelsuppe aus Gewalt und verleugnen müssen der eigenen Person nicht wiederholt.

    Mir wird klar, das ich genau das tue. Ich will es nicht wahrhaben. Aber ich MUSS.... wie????

    lg Paco

    Hallo schnuffig,

    deine Worte tun gut. Ich danke dir dafür.... Ich kann es mir noch nicht vorstellen, doch denke ich es könnte vielleicht klappen, hier mit dir, mit euch.

    Hast du dich denn nur nüchtern allein oder/und einsam gefühlt? Also unter Alkohol nicht? Ich denke unter Alkohol ist man doch zwangsläufig irgendwie 'lockerer'. Aber toll das du mit dem Trinken aufgehört hast!

    Opfer.

    Ein wirklich häßliches Wort! Ich kann dir nur Recht geben. Ein schlimmes Wort irgendwie. Was mich jetzt gerade stutzig macht, ich weiß ich BIN auch eins, aber ich will das NICHT! Ich hatte es glaub ich schon mal erwähnt, aber ich wollte/will immer alles wieder sofort in den Ursprung versetzen. Zumindest so tun als ob.

    Opfer.

    Ich kann es nicht zulassen. Ich fühle dazu nur Ablehnung. Ich bin schon genug Opfer, mache mich wohl selbst zu einem. Schrecklich. Wahrscheinlich halte ich das mit aller Gewalt unter Verschluß. Genau, wie ich mir meine Homosexualtität doch lieber wegwünschen möchte, außer ich könnte mich wirklich so annehmen und zu mir stehen. Nicht das ich das nicht tue, aber als Hetero Mann wäre es um einiges einfacher bzw. wenn ich mich trauen würde anders damit umzugehen, wäre mein Leben vielleicht auch entspannter, wären da nicht die 'anderen'....

    Die MACHEN einem (nicht nur mir) das Leben nicht immer einfach und als wenn man nicht schon genug gestraft ist fürs Leben, dann kam auch noch DAS dazu.

    Ich WÜNSCHE mir das ich auch irgendwann wie Du aus dieser Rolle rauskomme, ein Opfer zu sein. Ich muss es wohl erst annehmen und das ist verdammt schwer.

    Danke fürs lesen und kommentieren !

    Lieben Gruß!

    Hey Schnuffig!

    Danke für deine Worte, du scheinst Dinge besser benennen zu können als ich.

    Ich kann sehr schwer andere weglassen, ich kann es gar nicht so genau erklären, fühle mich oft einsam und allein. Weil ich wohl so 'anders' bin. Selbst in Freundschaften ist es manchmal so, ich weiß manchmal gar nicht wo die Grenzen sind, es verschwimmt einfach. Und ja ich ich bin wer, stimmt schon. Ich komme aber sehr schnell ins Straucheln. Dann halt ich mich wieder an die anderen. Um 'Ordnung' zu haben, dazu zu gehören, ins System zu passen.

    Wie sieht es aus wenn man sich auf sich konzentrieren soll? Dann wäre ich wahrscheinlich nicht mehr immer der liebe, ich würde wohl ins andere extrem gehen, das kann ich mir gar nicht vorstellen.

    Mein Weg war ja ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach gesagt, vorhersehbar irgendwie. Und das wissen was ich heute habe, hätte ich gerne schon 10 jahre früher gehabt. Ich habe dem Anschein nach nicht die Ressourcen den Weg dauerhaft zu verlassen. Dabei möchte ich nichts lieber als das. All die Maßnahmen die ich ergriffen habe sind immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Diese beschissene , immer wiederkehrende Angst, etwas nicht zu schaffen. Als wenn mich jemand innerlich zerreißt. Schlimm. Immer wieder schlimm. Das macht mich regelrecht wütend, aber auch traurig. Meine Mutter ist nun seit 8 Jahren nicht mehr da. Doch wirkt es weiter und weiter. Ich kapier das einfach nicht.

    Ich mach dann mal ne Pause.....

    Liebe Grüße
    Paco

    Guten morgen !

    schnuffig : ich danke dir für deinen Beitrag ! Ich habe vorab so viel geschrieben, da habe ich im Nachhinein gedacht : oh man, jetzt ist es soweit, nun jammerst du hier im Forum und in manch anderen Themenbereichen ist das Thema Alkohol in vollem Gange. Ich Habe das alles hinter mir. So habe ich immer gedacht. Es ist alles vorbei. Nun sagst du mir aber, ich beschäftige mich nicht wirklich mit mir, sondern wie ich auf andere wirke.

    *bäm*

    Du hast recht ..... Ich habe es gerade direkt vor Augen . Ich Frage mich nur, WIE beschäftigt man sich mit sich selber? Das ist wohl eine viel gestellte Frage : wer bin ich? Bestimmt habe ich Angst vor mir selbst..... Ich weiß es nicht. Was ich aber doch weiß ist, das ich ganz große Angst vor Ablehnung habe.... :( scheiß Gefühl....

    Lg paci

    Hallo Laura,

    genau so oder zumindest sehr ähnlich ist es bei mir auch. Allerdings fühlt es sich bei mir so an, als wenn ich mich so heftig anstrengen müsste und es sich auch manchmal sehr anstrengend anfühlt. Als ob ich einen Berg bezwingen müsste, mir aber eigentlich jegliche Kraft , Mut oder Leichtigkeit fehlt. Ich vermute ja, das es aus der Zeit von zuhause kommt, was hatte ich mich immer gequält, alle Aufgaben die mir gestellt wurden zu bewältigen. Wenn ich nur daran denke, könnte ich k....n! Ich hatte eigentlich nie Lust dazu. Wäre lieber draußen gewesen, mit Freunden. Aber nein, ich MUSSTE ja noch DIES und DAS erledigen, bis ich raus durfte. Wenn ich die Situation auf Heute beziehe, stelle ich fest, ich bin in meinem zuhause genau so. Erst alles fertig machen, alles muß seine Ordnung haben. Lange Zeit habe ich das als gute Eigenschaft erlebt, ist man doch sehr früh selbstständig gewesen, aber ich sag euch, das ist fast nur anstrengend, weil ich den Haushalt irgendwie mit anderen Augen sehe. Nicht das es bei mir klinisch rein wäre, aber ich versuche es immer ordentlich zu haben.

    Nun weiß ich nicht ob ich das nur der anderen wegen tue ( es könnte ja jemand sagen, wie siehts bei dir denn aus) oder wegen mir selbst, weil ich es so gelernt habe. Ich habe zum Beispiel immer sofort alle Spuren verwischt, wenn meine Mutter und Ihr damaliger Lebensgefährte sich aus Tür und Fenster geprügelt haben. Es kam recht häufig vor, das irgendwas umgekippt wurde , Möbel kaputt gingen , das habe ich so gehasst! Ja sogar ist der Lebensgefährte mal mit einer Axt durch die runtergelassenen Holzrolläden wieder ins Hausinnere gekommen, weil meine Mutter ihn gewaltsam hinausschmiß und schnell die rolläden runterließ. Ich fühlte mich so ohnmächtig. Und das ist nur eine Situation von vielen...

    Ich habe aus heutiger Sicht wohl versucht meine Welt schnell wieder in Ordnung zu bringen. So zu tun, als wäre in der vorigen Nacht einfach nichts passiert. Wenn ich mich daran zurück erinner, dann sehe ich mich als 14-jährigen Jungen, der zurückgelassen in diesem großen Haus aufräumt, die Scherben zusammenfegt, Staubsaugt und alles wieder an seinen Platz stellt und gerade rückt. Ein ganz einsamer Junge, deren Mutter und Lebensgefährte immer unter Alkohol mal wieder von der Polizei, bzw. vom Krankenwagen abgeholt wurden. Und es war danach immer so still im Haus. Alles verwüstet, aber still. Das tat gut.

    Ich versuche irgendwie immer rauszufinden, warum ich dieses Verhalten heute immernoch anwende, obwohl ich es doch rein logisch doch gar nicht mehr brauche! Das macht mich manchmal echt wahnsinnig traurig.

    Tja und zu Prokastination (aufschieberitis) tendiere ich auch sehr stark......
    Irgendwie passt das doch nicht, auf der einen Seite denke ich, das MUSS gemacht werden und auf der anderen Seite hab ich in wirklichkeit gar keinen Bock darauf! Naja, obwohl WENN ich denn mal alles geschafft habe, dann erfahre ich ein recht zufriedenes Gefühl, bin dann zufriedener. Wenn nicht=Unzufrieden. Als ob ich mich über meine Wohnung, Haushaltsführung definieren würde. Das das bescheuert ist, weiß ich.

    In der jetztigen Therapie habe ich schon einige male versucht darauf aufmerksam zu machen, aber irgendwie scheint das nicht Thema zu sein. Es geht dann immer um aktuelle Themen, wie eben auch das Berufliche, was für mich sehr wichtig ist. Ich könnte mir vorstellen, das das berufliche Versagen mit meinem Ordnungssinn zusammenhängt, sicher bin ich mir aber nicht.

    Ich hör jetzt erstmal auf, ungewohnt hier einfach alles mal hinzuschreiben.... Danke!

    lg Paco

    Hallo schnuffig!

    Du hast es richtig erfasst. Unterschwellige Angst, Lähmung Flucht . Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit mir selber. Wie wirke ich, mein auftreten, meine stimme. Es passiert automatisch .

    Meine erste Therapie , die ich wegen dem Tod meiner Mutter begann, ging darauf hinaus, das ich einer Art sozialphobie litt. Das kam als Ergebnis raus. Wir haben verhaltenstechnisch daran gearbeitet . Mit doch positivem Erfolg. Die Therapie dauerte ca 1 Jahr. Danach fing ich dann meine Ausbildung an, damit ich meinen so freudig erreichten abschluß "benutzen" konnte;-) Die Ausbildung an sich lief auch ganz gut, ich war irgendwie gestärkt, obwohl man natürlich auch prüfungsängste hatte. Aber das habe ich ja auch geschafft. Ich kann mich erinnern, die praktische Zwischenprodukt mit 1 abgeschlossen zu haben. Ich war stolz wie Bolle!

    Den praktischen teil der Abschlussprüfung fürs Examen allerdings, habe ich völlig in die Grütze gehauen.... Es ging nichts mehr, habe alles gepaukte vergessen. Also durchgefallen.
    Ich war am Boden zerstört.

    Was ich bis heute nicht verstehe, ich habe trotz dieser für mich miesen Niederlage alles daran gesetzt dieses Ziel zu erreichen, mich hochkonzentriert ans wiederholen gemacht und dann doch bestanden. ( die probleme hatte ich schriftlich und mündlich nicht, trotz Aufgeregtheit )

    Aber eben genau das fehlt mir jetzt, als wenn ich mich dem Schicksal ergeben wollte und in meiner Lähmung festsitze....

    Angst, Panik, Lähmung .... Da haben wir es wieder.

    Lg paco

    Hallo!

    Laura
    Weißt du denn ungefähr welchen Beruf du wirklich willst?


    Ich weiß nur DAS ich einen will, wo ich meine Ressourcen einsetzten kann und ich nicht vor lauter Angst etwas falsch zu machen, wieder abbrechen muß bzw. Sogar förmlich flüchte. Denn flüchten kann ich echt gut, mich "unsichtbar" machen..... Doch dadurch ist das Problem weiterhin da und wird womöglich noch schwieriger. Ich habe auch große Schwierigkeiten etwas anzufangen , wo ich von vornherein meine es nicht in der und der Zeit zu schaffen. Also fange ich gar nicht erst an oder schiebe es Elend lange vor mich her. Das stresst mich dann immer tierisch , weil ich dadurch nie zur Ruhe komme. Kennt ihr das auch? ? Ich kann schlecht für mich selbst organisieren. Hm...........

    schnuffig

    Danke für deine Worte !

    So gesehen bin ich natürlich nicht unversehrt. Habe das so allerdings noch nie gesehen. Mir fällt da auch gerade ein, wie meine Mutter mich mit so ca 7 oder 8 mich das erste mal körperlich anging indem sie mich würgte, weil ich meinen Teller aus meinem Zimmer nicht in die Küche brachte. Ich hatte wirklich Todesangst und wäre mein Stiefvater nicht dazwischen gegangen........ Da bin ich auch das erste mal von meinem zuhause in Panik weggelaufen.....

    Puh.....

    Liebe grüße paco

    Hallo Laura!

    Dann bist du ja schon einige Schritte gegangen, das freut mich für dich :)

    Es hört sich so 'einfach' an, lange darüber nachgedacht und dann *schwupp*. So war es bei dir sicherlich nicht oder?!

    Ich denke auch schon lange nach, allerdings zieh ich das Pferd immer von hinten auf, ich schau immer, was an verantwortung auf mich zukommen kann und was ich NICHT kann, bzw. bewältigen kann. Das macht mir wiederum Angst und lähmt mich wohl. Darum halte ich nicht durch.

    War das jetzt eine Erkenntnis?!?!

    Aus der jahrelangen Erfahrung mit meine Mutter, ist es für mich, wie wohl für die meißten hier, sehr schwer mich anzunehmen. Auf der einen Seite wurde ich immer himmelhochjauchzend gelobt, wie stolz man auf mich sei und auf der anderen Seite war ich zu doof für alles. Schöner Spruch war: Du bist so doof, das dich die Schweine beißen. Klingt jetzt erst mal lustig, war es inn der Vergangenheit aber nicht. Ich habe nie wiedersprochen, auch nicht als ich schon fast 18 war, das habe ich mich nie getraut, denn wenn meine Mutter ein gewissen Pegel hatte, dann war niemand vor Ihr sicher. Doch, ein einziges mal hab ich zurückgeschrien und es auch bereut und vor lauter Angst abgehauen (fällt mir gerade ein). Es legt sich eben keiner mit Ihr an......

    Sogar als ich 'erwachsen' war, so 21 ca. saßen wir in meinem Auto, unterwegs in der Stadt und wir kriegten uns in die Wolle, da habe ich versucht meinen Standpunkt zu vertreten und eben nicht wie sonst meinen Mund zu halten, bekam ich eine Ohrfeige......Ich bin rechts rangefahren und bin raus, weil ich am liebsten geplatzt wäre vor Wut, wie konnte sie es wagen mich und meine Grenzen weiterhin zu überschreiten??? Wenn ich nur so darüber nachdenke, dann nimmt es mir die Luft zum Atmen, da hab ich einen Kloß im Hals.

    Oh weia, ich mach jetzt erstmal Pause.

    Lg Paco

    Hallo Dafina!

    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen.

    Das was du versuchst kann ich nur all zu gut nachvollziehen. Meine Mutter hatte füher auch in MEINER Wohnung versucht einen kalten Entzug zu machen, hätte ich das heutige wissen gehabt, dann hätte ich es nicht zugelassen. Ich wurde auch so oft von Ihr enttäuscht, belogen und betrogen.Man liebt seine Eltern und möchte Ihnen helfen. Wenn ich mir deine Situation vorstelle, dann kommt einiges wieder hoch. Bitte denke auch an Dich!
    Wenn er trinken kann, dann kann er das auch zuhause. Es ist nicht deine Verantwortung. Er ist für sich selbst verantwortlich. Wofür opferst du dich so auf? Was erhoffst du dir davon?

    Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft!

    Lieben Gruß
    Paco

    Einen guten Morgen (trotz des Regens) :)

    Tja, nun sitze ich hier und denke nach, über mich, lese eure Beiträge, versuche 'es' zu verstehen.

    Das Thema beschäftigt mich nun ziemlich intensiv. Muss es doch möglich sein, sich besser zu verstehen und dementsprechend handeln zu können. Ich bin zeitweise echt 'sauer' auf mich, weil ich nicht so funktioniere wie ich es gerne hätte. Weil ich schon so vieles beleuchtet und hinterfragt habe, aber es will mir einfach nicht gelingen.

    Ganz großes Thema bei mir ist der Beruf, überhaupt, alles was mit einem Job zu tun hat. Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Ich halte nichts durch. Ich wünschte mir, das ich da nicht groß drüber nachdenken müsste, sondern einfach 'machen'. Es kostet mich mittlerweile große Überwindung, das Thema zu bezwingen. Ich habe so große Ängste,(urangst von zuhause?) nicht zu bestehen, nicht 'durchzuhalten', obwohl ich mir nichts mehr wünsche. Was habe ich schon alles versucht.

    Wie oben schon geschrieben, habe ich meine Ziele, einen Abschluß und eine Berufsausbildung zu 'haben' geschafft ( was mich auch riesige Kraft gekostet hat), aber ich hatte es geschafft. Ich dachte ich wäre angekommen, mit mir im reinen, hatte ich doch den Berg bezwungen. Pustekuchen. Am liebsten würde ich die Welt anhalten und genauso wie es sich 'gut' anfühlt, diesen Moment beibehalten, bloß nichts verändern!! Denn dann wüsste ich, es kann mir nichts passieren....

    Mittlerweile ist es so, nun ich bewarb mich nach 2 jahren der beruflichen Abstinenz in eine niedrigere Position.Ich dachte ich könnte ganz klein anfangen und wenn ich es mir zutraue, weiter oben ansetzen, Stück für Stück, so wie ICH frei entscheiden kann und mich dabei dann auch gut fühlen kann, sicher.
    Daraufhin meldete sich per Telefon der Chef der Firma. Er sagte , er hätte viel Fragezeichen bezüglich meiner Bewerbung. Warum ich nicht in der Position arbeiten möchte, die mir zustünde. Ich habe all meinen Mut zusammen genommen und ihm zumindest oberflächlich meinen Standpunkt erklärt. Er hatte (zumindest hatte ich den Eindruck) Verständnis für mich und meine Situation. Jedoch bekam ich nun 4 Wochen später eine Absage.

    Irgendwie war ich erleichtert, so muss ich mich nicht fürchten, vor den Aufgaben, vor den Kollegen, muss nicht allesrichtig machen, muss nicht gut ankommen, da ich meine nicht zu wissen, wer ich eigentlich bin.

    Aber auf der anderen Seite bin ich doch enttäuscht. Sauer auf mich, das ich es wieder nicht geschafft habe. Ich fühle mich einfach unwohl und als 'Versager'.

    Viele hier schreiben, es sind Verhaltensweisen aus der Kindheit, die damals 'geholfen' , 'geschützt' haben. Die heute allerdings nicht zu der aktuellen Situation passen, ja es fast 'unmöglich' machen, sich 'angemessen' zu verhalten.

    Mir dreht sich der Magen um, wenn ich bedenke, was einem in der Kindheit und Jugend genommen worden ist. Es ist einfach Krass....

    Trotz allem möchte ich euch mal Danke sagen!Ich danke euch, für eure tollen Beiträge, dir mir immer wieder Mut machen! Ich musste mir das jetzt mal einfach von der Seele schreiben und hoffe ich 'nerve' euch nicht...;-)

    In diesem Sinne
    Paco

    Hey Marion,

    das kenne ich zu gut, gar nicht erst zeigen wie/wer man ist, aus Angst nicht angenommen zu werden.

    Bei dir ist es anders geworden? Wie anders? Was konntest du dafür tun?

    Mir wird schon vermittelt das man mich mag, aber ich denke man muss sich selbst auch mögen oder? Eigentlich tu ich das, bin ein nettes Kerlchen denk ich.

    Aber es hat "seine Zeit" gedauert bis ich das gefühlt habe, es war ein langer Prozess

    Wie lange weißt du denn um deine Sorgen, das die Schwierigkeiten von der Familiensituation her stammen? Ich habe Jahre lang nicht mal gewusst, woher diese Gefühle kommen... Erst vor einigen Wochen hab ich es praktisch auf dem silbernen Tablett serviert bekommen. Ich bin immernoch 'geschockt' , weil ich es für NORMAL hielt, war ja nichts besonderes mehr.....

    lg Paco

    Hallo Marion ,

    Da stimme ich dir zu, ich erkenne auch gerade, wie wichtig mir eine Rückmeldung zu sein scheint. Es fällt mir noch schwer etwas zu schreiben und es so stehen zu lassen. Trotzdem danke für deine Antwort :)

    Ich erhoffte mir wohl regen Austausch um mich und meine Gedanken und mein verhalten zu sortieren bzw. besser zu verstehen....

    Was kann man denn tun, damit man sich nicht von anderen abhängig macht? Bei mir ist es sehr oft so, jemandem gefallen zu wollen, alle sollen mich mögen, ich weiß zwar das das nicht möglich ist und dahinter steckt wohl die Angst nicht so akzeptiert zu werden, wie ich bin.

    Geht euch das auch so?
    Lg paco