Beiträge von sue05

    Hallo RH,


    kontrolliertes Trinken funktioniert für Alkoholiker nicht. Mein erster Gedanke, als ich das gelesen habe, war: er versucht, Dich zu manipulieren und lässt sich schön die Möglichkeit, weiter trinken zu können. Selbst, wenn er anfangs reduziert, wird sich die Menge schnell wieder auf das jetzige Level oder dann sogar darüber hinaus steigern.


    VG Sue

    So wie ich das verstanden hatte, ging es in Miatas Beitrag ja um das ganz bewusste Essen von Mon Cheri (und nicht nur ein Mal). Für mich (als Alkoholikerin) bedeutet das ganz klar: es könnte nicht in einem Rückfall enden, sondern es ist ein Rückfall bzw ich bin eben nicht trocken. Denn trocken bin ich nur,wenn ich eben überhaupt keinen Alkohol mehr konsumiere. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, wie oft oder in welchen Mengen dieses „ab und zu“ ist. Egal, wie das „begründet“ wird, Tatsache ist, dass in diesem Fall Alkohol konsumiert wird. Also nicht trocken.

    Hallo Odin,


    interessanter fände ich die Frage, wie es zu diesen Situationen gekommen ist? Also ich bin irgendwie so gut wie nie in solchen Situationen (und bin schon einige Jahre trocken), denn ich meide Situationen, in denen Alkohol konsumiert wird bzw wo die Gefahr besteht, dass mir jemand ein Glas vor die Nase stellen könnte.


    Was genau waren das für Situationen? War es absehbar vorher, dass Du dort mit Alkohol in Berührung kommen könntest?


    VG Sue

    Es klang ein wenig so, als würde Dir die „lediglich psychische Abhängigkeit“ eine Hintertür offen lassen („ist ja noch nicht so schlimm bei mir“).

    Ich unterscheide nicht in psychisch oder physisch. Ich bin Alkoholikerin. Punkt. Diese Akzeptanz war bei mir die Voraussetzung für meine Trockenheit.

    Hallo Miata,


    das liest sich so, als hättest Du Zweifel, ob Du wirklich Alkoholikerin bist oder nur Alkoholmissbrauch betrieben hast? Die Menge, die man getrunken hat, ist nicht ausschlaggebend dafür, ob man Alkoholiker ist oder nicht. Du wirst immer welche finden, die mehr getrunken haben als Du..

    Nur Du selbst kannst wissen, ob Du Alkoholikerin ist.

    LG Sue

    Hallo Taschi,


    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe. Da hast Du einiges erlebt in dieser Beziehung. Dich zu trennen war sicher nicht leicht, aber in einer Beziehung mit einem (nassen) Alkoholiker steht immer der Alkohol an erster Stelle. Gut, dass Du für Dich und Deine Kinder diese Entscheidung getroffen hast.

    Möchtest Du Dich hier im Forum mit anderen Betroffenen austauschen?


    LG Sue

    Hallo Iphigenie,


    ja, strukturelle Veränderungen waren für mich ein elementarer Baustein auf dem Weg zu zufriedener Abstinenz. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozeß. Und die ersten Schritte hast Du ja schon gemacht (z.B. indem Du Dich hier angemeldet hast). Kennst Du unsere Grundbausteine schon?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    Viele Grüße Sue

    Aber vielleicht tut ja die Auseindersetzung gut, um sich selbst zu überprüfen und zu positionieren?

    Hallo Iphigenie,


    aus eigener Erfahrung ist es ratsam, keine solchen „Experimente“ in der Anfangszeit zu machen (ich mache das auch als Langzeittrockene weiterhin nur in seltenen Ausnahmefällen). Auch wenn man die Situation selbst gut „meistert“, kann dies im Nachhinein noch triggern. Und vo allem als noch sehr frisch Abstinente kann es auch in einer solchen Situation direkt zu Suchtdruck kommen. Wieso also sich solchen Risiken aussetzen?

    Ich war zu erst unsicher, ob ich mein "Leid" über diesen Arbeitsprozess hier teilen soll, weil es ja wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun hat, aber es hat mir gut getan und ich denke auch ein Stück weit stabilisiert und ermutigt durchzuhalten. Jetzt hat es sich sehr gelohnt, da ich eben - dank klarem Kopf - erkennen konnte, wo ich es mir unnötig schwer mache und wie ich bei der nächsten Arbeit vorgehen kann um diesen Druck erst gar nicht so groß werden zu lassen.

    Ich finde, dass genau solche Dinge, die Dich ja sehr beschäftigen, hier ruhig mit rein gehören. Es beeinflusst ja Deine Stabilität bzw es kann dazu beitragen, dass Du Dich stabiler fühlst, wenn Du solche Dinge hier lässt. Das ist ja eine gute Art der Selbstreflexion und hilft Dir, bei zukünftigen ähnlichen Situationen vielleicht ein sichereres Gefühl zu bekommen. Das alles trägt ja letztendlich zu (D)einer stabilen Abstinenz bei.

    Ich kann das mit der Enttäuschung über Dein Ergebnis übrigens gut nachvollziehen, da ich, was den Perfektionismus angeht, sehr ähnlich ticke.. Ist absurd,da 1,7 ja ein super Ergebnis ist, aber für eine Perfektionistin ist das nicht logisch zu erklären 😉


    LG Sue

    Liebe Iwona,


    ich drück Dir die Daumen, dass Du bald fündig wirst bei Deiner Arzt-Suche. Es ist ja leider mittlerweile sehr schwierig geworden bei solchen Dingen - die Wartezeiten sind oft wirklich unglaublich..

    Ich finde Deine positive Einstellung auch sehr bewundernswert, Du kommst ins Handeln und das ist so wichtig, finde ich!


    LG Claudia

    Hallo Persona,


    ich bin selbst (trockene) Alkoholikerin und EKA, also meine Mutter war Alkoholikerin (ist mittlerweile seit einigen Jahren verstorben).

    Ich habe meiner Mutter nie die „Schuld“ für meine Abhängigkeit gegeben. Ich war früher oft sehr traurig und wütend auf sie, aber nicht, weil ich selbst abhängig wurde, sondern weil ich mich durch sie um meine Jugend betrogen gefühlt habe. Meine Jugend war nicht schön, aber dass ich alkoholabhängig wurde, das war nicht ihre Schuld. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn ich es anders vorgelebt bekommen hätte - aber wer weiß das schon. Getrunken hab ich von alleine,dazu hat sie mich nicht „gezwungen“. Im Gegenteil, eigentlich war sie ja das beste abschreckende Beispiel 🤷‍♀️ Trotzdem wurde ich abhängig - weil ich schlicht und einfach zu viel getrunken habe, damals keine anderen Strategien hatte um mit meinen Problemen klar zu kommen und irgendwann dann in die Sucht gerutscht bin.


    Natürlich wäre es „einfach“, meiner Mutter die Schuld zu geben. Aber das stimmt halt einfach nicht. Jeder ist selbst für sein Leben verantwortlich und ich habe gelernt, diese meine Verantwortung zu übernehmen. Denn Schuldzuweisungen lösen keine Probleme…


    LG Sue