Zitat von silberkrallesehr guter hinweis ! ich hab wieder was gelernt.
glück auf
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matthias
Das freut mich. Es gab eine Zeit, als das Fernsehgerät halb scherzhaft "Heimkino" genannt wurde. Ein guter Begriff, denn so wurde es genutzt. Oft versammelte sich die Familie im "Heimkinosaal" und schaute zusammen Nachrichten und einen Film. Danach wurde das Fernsehgerät ausgeschaltet, und die Familie ging "nach Hause". Heute, und beileibe nicht mehr nur in den USA, läuft das Gerät oft den ganzen Tag. Vollkommen indifferent sieht der Konsument, oft nur nebenbei, alles, was der Kanal hergibt. Das ist gefährlich: hier kommt die tückische subliminare ("unterschwellige") Wahrnehmung ins Spiel. Moderne Werbung ("4ter Ordnung") hat sich längst auf diese Sehgewohnheit eingestellt. Viele Konsumenten denken, dass sie bei Werbung "kaum hinsehen, weil sie ohnehin Hausarbeit verrichten". Sie irren. Sie werden geschickt manipuliert. Für einen Suchtkranken, ob Alkohol- oder Esssucht ist hier gar nicht so entscheidend, kann diese unterschwellige Wahrnehmung und somit Manipulation zur Falle werden. Wer sich zum Beispiel eine Alkoholwerbung (möglichst mit Standbildern) aufmerksam ansieht, wird bemerken, dass alles getan wird, um das gesellschaftlich inzwischen durchaus umstrittene Image der potentiell krankmachenden Droge Alkohol zu euphemisieren. Wir sehen natürlich niemals die frierenden, aufgedunsenen, oft schmutzigen Alkoholkranken am Kiosk, wie sie zitternd einen Flachmann zum Bier trinken. Nein, wir sehen: gesunde, gut gebaute, gut gekleidete, erfolgreiche, fröhliche Menschen, die niemals allein, sondern immer mit telegenen Freunden in einem sehr ansprechenden Ambiente (gehobene Gastronomie, gehobene Bars) genussvoll ein Getränk zu sich nehmen. Die Nebendarsteller (Gäste) sind von gleicher Art. Niemand ist übergewichtig, niemand guckt ernst. Das Leben ist schön, und zu diesem schönen Leben gehört das Getränk xy.
Das wird kommuniziert. Jeden Tag, oft jede halbe Stunde wird die Botschaft ins Konsumenten-Hirn geschleust.
LG