ich trinke nicht weil ich alkoholikerin bin. ich häng mir kein schild um den hals wo es drauf steht. ich sag es auch nicht unbedingt jedem. aber die menschen mit denen ich viel zu tun habe, mit denen ich auch freizeit verbringe, wissen das. da gibt es eben keinen eierlikörkuchen oder schwarzwälder kirsch wenn ich dabei bin. bzw ich kriege ne extrawurst.
am anfang ist es wichtig um alles was mit alk zu tun hat einen bogen zu machen. ich möchte es mal so erklären. unsere verhaltensweisen graben sich mit der zeit ein, so wie die spurrinnen der wagen auf alten burgen. wenn man da mal drauf schaut, manche sind richtig tiefe gräben. einen wagen aus solchen rinnen heraus zu bekommen ist schwer und wenn man es geschafft hat muß man sehr acht geben um da nicht sofort wieder rein zu rutschen. das kann man auch auf unser verhalten ummünzen.
es macht daher sehr viel sinn erst mal viel abstand zu den alten rinnen zu halten bis sich neue rinnen gegraben haben die uns halten können und davor bewahren schnell wieder abzurutschen.
ich gehe nach fast 25 jahre durchaus zu feiern, aber ich behalte mir immernoch den schnellen rückzug vor. wenn die anderen anfangen zu saufen und stuß reden bin ich weg. das brauche ich nicht. ich sage auch mal ganz ab wenns mir nicht so gut geht. meine freunde wissen warum. und ich habe auch meine saufkumpane gegen richtige freunde getauscht. es sind nur wenige, aber dafür echte. bekannte hab ich ne ganze menge. die schaffen es alle in meiner gegenwart nicht zu saufen. meistens jedenfalls. es hat sich vieles verändert aber durchweg zum besseren.
diesen abstand zum alk sollte man mindestens mal für das erste jahr so groß wie nur möglich halten, bis die neuen spurrinnen einigermaßen halt bieten. das ist in der regel nach einem jahr so. und dann beurteilt man vieles eh schon anders. das suchthirn plärrt nicht mehr so laut oder hält schon ganz die klappe, meistens jedenfalls, aber vorsicht, das tut nur so als ob es pennt.