Lullaby_76 - Leben geht in Richtung Abgrund!

  • Allen, die akut kämpfen, wünsche ich viel Kraft.

    Guten Morgen Advocatus,

    Deine Wünsche sind nett gemeint, aber "akut kämpfen" wäre ein riesiger Fehler. Einen Kampf gegen Alkohol kann man nicht gewinnen. Es darf kein Kampf werden, sondern Akzeptanz der Erkrankung und neue Wege im Leben gehen. Abstand zum Alkohol!!!

    Sobald man es akzeptieren kann krank zu sein, muss man schauen gesund zu werden. Das sollte kein Kampf, kein Verzicht, sondern Freude auf ein neues "gesünderes" und "zufriedeneres" Leben sein.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich bin im Moment alkoholfrei

    Da sollte nur noch das "im Moment" weg.

    Ich springe ja auch nicht "im Moment" nicht aus dem Fenster. In meinem Leben gibt es keinen Alkohol. Darum habe ich auch keinen Stress. Ich muss halt schauen wo ich mich hin begebe und mit wem.

    "Kämpfen" bedeutet, darüber nachdenken. Das brauche ich nicht. Es ist doch schon alles gedacht. Bleibt viel Platz für andere Gedanken. Die machen mein Leben aus.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo zusammen 🙋🏻‍♂️

    Ich möchte mich einmal kurz bei euch melden und ein kleines Update geben.

    Mir geht es aktuell insgesamt gut. Ich bin nach wie vor abstinent und habe keinen Alkohol getrunken – auch in Situationen, in denen es mir nicht ganz leicht gefallen ist. Es gibt durchaus Momente, in denen der Gedanke wieder auftaucht oder ein innerer Druck spürbar wird, aber ich schaffe es, damit bewusst umzugehen und mich dagegen zu entscheiden. Darauf bin ich ehrlich gesagt auch ein Stück weit stolz und es ist mit Sicherheit auch Euch zu verdanken.

    Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit viel hier im Forum gelesen und reflektiert. Dabei ist bei mir eine gewisse Unsicherheit entstanden. Ich frage mich zunehmend, ob ich mich selbst korrekt einordne. Ich hatte nie eine ausgeprägte körperliche Abhängigkeit im klassischen Sinne, auch wenn die ersten Tage ohne Alkohol durchaus von Unruhe und leichten Entzugserscheinungen geprägt waren. Mein Erleben war jedoch vor allem durch eine starke psychische bzw. emotionale Abhängigkeit gekennzeichnet.

    Diese Differenzierung bringt mich ins Grübeln: Darf oder sollte ich mich überhaupt als „Alkoholiker“ bezeichnen? Und in der Folge auch die Frage, ob es für mich stimmig ist, weiterhin hier im Forum aktiv zu sein oder mich einzubringen.

    Ich merke, dass mich diese Gedanken etwas verunsichern, gleichzeitig ist mir der Austausch hier wichtig geworden. Vielleicht kennt der ein oder andere ähnliche Überlegungen oder hat eine Perspektive dazu.

    Danke euch fürs Lesen und fürs Dasein.


    Sonnige Grüße 🖖🏻

  • Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit viel hier im Forum gelesen und reflektiert. Dabei ist bei mir eine gewisse Unsicherheit entstanden. Ich frage mich zunehmend, ob ich mich selbst korrekt einordne

    Finde ich gut, sich selbst zu überprüfen. Sucht erkennt man nicht daran, wie differenziert man sie in Einzelteile zerlegt oder wie man sich im Vergleich zu anderen einordnet. Damit sucht man sich im Zweifel nur einen Vorwand, um weiterzutrinken — zumindest ist das das, was ich daraus lese.

    Entscheidend ist, was passiert, wenn du das erste Glas trinkst. Kannst du aufhören? Kannst du es kontrollieren? Kannst du es steuern? Wenn die ehrliche Antwort Nein ist, dann brauchst du keine Theorie mehr.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Auf Alles ein klares „Ja“.

    Lullaby, dieses Forum ist für Menschen gedacht, die sich selbst als Alkoholiker bezeichnen und eine abstinente Lebensweise anstreben. Wenn du sagst, du kannst kontrollieren, steuern und jederzeit aufhören, dann beschreibst du etwas, das mit einer Alkoholabhängigkeit nicht vereinbar ist.

    Das ist nicht gut oder schlecht , es bedeutet nur, dass du dich selbst (noch) nicht als Alkoholikerin siehst. ? Ist das richtig?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wenn du sagst, du kannst kontrollieren, steuern und jederzeit aufhören, dann beschreibst du etwas, das mit einer Alkoholabhängigkeit nicht vereinbar ist.

    Mein Alkoholkonsum erstreckt sich jetzt fast über vier Jahrzehnte. Es ist immer wieder das gleiche Muster. Es fängt an mit einem Bier pro Tag und wird dann über mehrere Wochen mehr und mehr, bis es eine Kiste Bier und dann eine Flasche Wodka und eine Kiste Bier pro Tag ist. Im Jahr 2025 ist alles ist alles viel viel schlimmer geworden, sodass das erste Mal auch Entzugserscheinungen eine Rolle spielten. Aufhören mit dem Alk war allerdings nie ein Problem, und die ersten Wochen oder sogar Monate danach ist es durchaus kontrolliert bis es dann wieder außer Kontrolle gerät. Körperlich war es allerdings nie, ich wollte einfach den Spaß in die Birne.
    In meinen Augen bin ich schwerer Alkoholiker, die Frage ist, Hartmut, bin ich in deinen selbsternannten Expertenaugen einer und / oder entspreche ich einfach nicht den strengen Forenregeln hier und bin besser in einem Forum für depressive o.Ä. aufgehoben.

  • Es fängt an mit einem Bier pro Tag und wird dann über mehrere Wochen mehr und mehr, bis es eine Kiste Bier und dann eine Flasche Wodka und eine Kiste Bier pro Tag ist

    Und was genau kannst Du jetzt daran steuern?

    In meinen Augen bin ich schwerer Alkoholiker

    Ich finde Du bist hier goldrichtig!

    Von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Ich schreibe Dir als Alkoholikerin,. meine Trinkmenge war ein Bruchteil der Deinigen, trotzdem sehe ich mich als Alkoholikerin, weil es immer wieder zu Kontrollverlusten kam.
    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

  • In meinen Augen bin ich schwerer Alkoholiker, die Frage ist, Hartmut, bin ich in deinen selbsternannten Expertenaugen einer und / oder entspreche ich einfach nicht den strengen Forenregeln hier und bin besser in einem Forum für depressive o.Ä. aufgehoben.

    Ich bin kein Experte im Sinne von Diagnosen – das steht mir nicht zu. Ich bin Moderator, und hier zählt allein die Selbstanalyse: Wenn du sagst, du bist Alkoholiker, dann bist du hier richtig. Alles gut.:thumbup:

    Dass Depressionen und Alkohol oft Hand in Hand gehen, ist nicht ungewöhnlich.

    Jemand, der Alkohol nur missbräuchlich oder situativ trinkt und grundsätzlich steuern kann, hat ein anderes Thema als jemand, der trinken muss und die Kontrolle verliert.

    Für den Austausch hier ist wichtig, dass man sich selbst als Alkoholiker einordnet und Abstinenz als Weg sieht.

    Vielleicht noch etwas allgemein. Die Realität ist, dass viele Alkoholiker rückfällig werden und manche daran sterben. Das klingt hart, aber wir tragen hier auch ein Stück Verantwortung. Deswegen mag das dem einen oder anderen streng erscheinen – aber nur so können wir eine Plattform bieten, die wirklich beim Trockenbleiben unterstützt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Soziale und existenzielle Zerstörung

    Kollegen und Nachbarn bekommen es mit
    Freund- und Bekanntschaften ruiniert
    Kompletter Verlust des Rufes und der eigenen Identität (fühle mich wie der letzte Dreck und wurde so auch schon von Kollegen und Nachbarn bezeichnet)

    Hallo Lullaby,

    hast Du dies hier schon vergessen? Was bringt Dich zum zweifeln?

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo Lullaby,

    hast Du dies hier schon vergessen? Was bringt Dich zum zweifeln?

    LG

    Bibi

    Eben das was ich hier in anderen Berichten lese.

    Meine Schlägereien im Suff, das Leben mit Alk zerstören, meine Ausraster und unsagbaren, unbeschreiblichen Verhaltensweisen im Suff, das immer wieder anfangen zu trinken, am nächsten Tag weiter trinken, früh morgens schon anfangen, sodass das Gefühlschaos und der Kater erträglicher wird…. Ist das Sucht oder vielleicht doch eher Problemtrinken? Wenn es Sucht ist, warum kann ich dann immer wieder für mehrere Monate, manchmal sogar Jahre aufhören? Ohne nennenswerte wirklich Probleme.

    Ich will nichts beschwichtigen und auch keine Ausreden suchen um wieder mit dem Trinken anzufangen, möchte einfach meine Situation und Psyche besser kennenlernen und auch einschätzen können. Dann kann ich auch weiterarbeiten und mir Wege bereitlegen um nicht mehr anzufangen. Habe ich es mit einem Hirn zu tun das wegen einer Sucht nach Alkohol schreit oder ist es eine andere Krankheit/psychische Störung, fehlende Mutter in der Kindheit o. Ä. das mich immer wieder zur Flasche greifen lässt.

  • hm, hallo erst mal.

    sucht ist was sie ist, schwer zu erklären man muß es erleben und fühlen, deswegen helfen selbsthilfegruppen in der regel besser als therapeuten, denn letztere haben etwas aus lehrbüchern erfahren wir haben es erlebt. und es dauert auch ne weile bis es wirklich klick macht. sucht ist erst mal nicht die menge die man trinkt, die dauer oder die zeiträume dazwischen, es ist der zwang an einem bestimmten punkt trinken zu müssen, völlig losgelöst von logik, sinn und verstand. unzugänglich jedweden noch so sinnvollen argumenten.

    ich kann nachvollziehen das du es verstehen willst. ich wollte das auch immer, die schuldfrage klären, nicht unbedingt an eine person gebunden, gern auch an eine situation. irgendwann habe ich verstanden das es keine wirkliche erklärung gibt. in meiner clique haben wir alle gesoffen, ich bin abhängig geworden die anderen nicht, warum? es gibt da bisher keinerlei belastbare erklärungen. unbefriedigend aber fakt. manches muß man einfach als gegeben hinnehmen, unter wasser rauchen geht auch nicht.

    mit was du deinen kopf statt dessen beschäftigen könntest ist rausfinden wo deine trigger sind. dazu ist es wichtig dich in dauerschleife zu reflektieren. was ist gerade im innersten los. damit du schnell merkst was eine veränderung in deiner gefühlswelt auslöst. das wäre wirklich sinnvolles gedankenwälzen um eine zufriedene trockenheit zu erreichen. evtl löst das dann auch so nebenbei paar fragen auf.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Lies einfach mal Deinen Faden von vorn bis hinten durch, Lullaby, vielleicht siehst Du dann klarer.

    Klar findet man hier immer Leute, die in der nassen Zeit noch mehr/öfter gesoffen, noch mehr zerstört und noch mehr Peinliches angestellt haben.

    Wenn ich mein (die allerlängste Zeit vergleichsweise "sozialverträgliches") Saufen mit Deinen Schilderungen vergleiche, könnte ich auch auf die Idee kommen: "Naja, soo schlimm war es bei mir ja noch lange nicht, ich hab ja "nur" abends (langsam, aber sicher immer mehr) getrunken, um mich zu entspannen, mir was zu gönnen, mich vom Alleinsein abzulenken, usw. "

    Solche Anwandlungen hatte ich zwischendurch auch schon mal, keine Frage. Aber dann konnte ich irgendwann darin den Versuch meines Suchthirns erkennen, mich wieder auf die Trinkspur zu bringen: Denn wenn ich gar nicht wirklich süchtig bin, klappt es ja vielleicht doch noch mit dem kontrollierten Trinken?

    Nein danke. Die Illusion der Kontrolle hat mich lange genug gefangen gehalten. Außerdem: Ich führe mir ja auch nicht "kontrolliert" Terpentin zu oder Nikotin oder Arsen. Es ist einfach ein verhängnisvolles Gift, basta. Und ich muss nicht jede besch ...Erfahrung selbst machen, um meine Abstinenz absolut wertschätzen und lebenslang weiterverfolgen zu können - hoffe ich zumindest stark.

    Ich hatte einfach ein Riesenglück, dass ich aufhören konnte, bevor ich am Boden der Suchtspirale angelangt war. Aber drinnen war ich längst, wie mir gelegentliche Grüße vom Suchtgedächtnis immer wieder in Erinnerung rufen. Denn ohne Sucht kein Suchtgedächtnis, oder?

    Wenn es Sucht ist, warum kann ich dann immer wieder für mehrere Monate, manchmal sogar Jahre aufhören? Ohne nennenswerte wirklich Probleme.

    Genausogut könntest Du Dich fragen: Wenn es keine Sucht ist, warum fängst du dann immer wieder an, mit irgendwann definitiv nennenswerten Problemen?

  • Darf oder sollte ich mich überhaupt als „Alkoholiker“ bezeichnen? Und in der Folge auch die Frage, ob es für mich stimmig ist, weiterhin hier im Forum aktiv zu sein oder mich einzubringen.

    Ich hatte ähnliche Gedanken.
    Mein Entzug lief ohne körperliche Probleme. Mir fällt es relativ leicht, keinen Alkohol zu trinken. Richtigen Saufdruck hatte ich bisher nicht. Im realen Leben wurde mir auch schon gesagt, dass es bei mir ja nicht so schlimm gewesen sei, ich könne daher nicht mitreden hinsichtlich der Suchtprobleme von xy.
    Da fing ich in letzter Zeit an zu überlegen, ob ich wirklich Alkoholikerin bin, ob ich in der SHG und hier im Forum richtig bin. Denn ich konnte bisher ja immer nur mitteilen, dass es mir mit meiner Abstinenz gut geht.

    Dann fragte ich mich, was passieren würde, wenn ich ein Bier trinke. Und ich antwortete mir, dass es nicht bei dem einen Bier bleiben würde, dass ich wie in der Vergangenheit meinen Konsum nicht kontrollieren kann. Ich erinnerte mich an weitere Verhaltensweisen, die eindeutig in Richtung Abhängigkeit gehen.

    Also sehe ich mich, egal was andere sagen, als Alkoholikerin. Und ich möchte dauerhaft abstinent leben, da ich meinem Körper dieses Gift nicht mehr zuführen möchte.

    Daher bin ich hier im Forum richtig, selbst wenn der regelmäßige Besuch mich bei meiner Abstinenz unterstützt.

    Du selbst siehst dich auch als Alkoholiker. Daher bist auch du hier im Forum richtig.

    LG Barbara

  • Ist das Sucht oder vielleicht doch eher Problemtrinken? Wenn es Sucht ist, warum kann ich dann immer wieder für mehrere Monate, manchmal sogar Jahre aufhören? Ohne nennenswerte wirklich Probleme.

    Guten Morgen Lullaby,

    ich konnte auch immer problemlos für einzelne Tage, oder mal Monate aufhören. Aber ich habe trotzdem immer wieder zur Flasche gegriffen. Und wenn die erste Flasche Bier drin war, passte noch jede Menge mehr rein. Kontrollverlust. Für mich ein eindeutiges Zeichen das Trinken eben nicht im Griff zu haben. Außerdem waren die ständigen Kater unerträglich.

    So viel wie Du habe ich gar nicht in mich reingeschüttet. Eine Flasche Wodka ist schon eine Hausnummer. Ich bin auch noch nie auf der Arbeit irgend jemand an die Gurgel gehüpft. Deshalb frage ich mich, warum Du zweifelst. Für mich ist es egal warum ich gesoffen habe. Ich habe gesoffen und das reicht mir. Ich will es nicht mehr!

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Danke für die Antworten, jede hilft mir ein Stück weiter.

    Es gibt bei mir kein Zweifel, dass nur die lebenslange Abstinenz für mich das Richtige ist.
    Es gibt absolut kein Zweifel, dass ich unter Alkoholeinfluss die Kontrolle verliere und ab einem bestimmten Punkt keine Kontrolle mehr über den Alk habe den ich in mich reinschütte. Es gibt keinen Zweifel, dass ich in jeder Lebenssituation zum Schluss getrunken habe, und ich meine in JEDER! Ausnahme war nur wenn ich geschlafen habe.
    Es gibt keinen Zweifel, dass Alkohol ein stark wirkendes und stark abhängig machendes Nervengift ist, das Körper und Psyche kaputt macht und dessen Konsum nicht einen einzigen Vorteil in sich birgt.
    Kein Zweifel, dass der Austausch hier wertvoll ist und weiterhelfen kann wenn man sich drauf einlässt, wobei ich hier in aller Deutlichkeit die Wichtigkeit einer realen SHG und begleitender therapeutischer Behandlung betonen möchte.

    TRIGGER-WARNUNG: Was mich stört ist die Doktrin die hier gelebt wird. Man muss sich als unheilbar kranken, suchtabhängigen Alkoholiker bezeichnen um die Erlaubnis zu bekommen sich austauschen zu dürfen, sagt man einen „falschen Satz“ wird dies sogar in Frage gestellt und mantra-gebetsartig wiederholt und drauf hingewiesen, dass das hier nur ein Forum für Leute ist die sich offen bekennen und ob man sich überhaupt so sieht

    MEINE MEINUNG: was ist der Unterschied daran zu sagen ich habe mich zur lebenslangen Abstinenz verpflichtet, ich kann Alkohol nicht handeln, drehe darauf durch und will dieses starke Nervengift nicht mehr, und, ich trinke nie wieder und bekenne mich als unheilbar kranken Alkoholiker?

    MEINE MEINUNG: wäre es eine unheilbare Krankheit dann könnten Ärzte sie medizinisch lokalisieren und jeder der Alkohol trinkt würde abhängig werden und es würde nicht zwischen 1 bis 20 Jahre in meinem Fall fast 40 Jahre dauern bis man vom Konsum krank ist/wird. Wäre es eine In-oder-Out Sache, dann gebe es nicht verschiedene Stufen, die, die sich nachts den Wecker stellen und trinken müssen um den Pegel oben zu halten, die morgens trinken müssen sodass das Zittern aufhört, die, die sich einmal im Jahr völlig die Lichter ausschiessen morgens im Löwengehege im Zoo aufwachen, keine Ahnung haben wie sie dahin gekommen sind und dann wieder ein Jahr keinen Tropfen trinken, und viele Stufen dazwischen und drüber hinaus.

    In keinster Weise möchte ich das Thema verharmlosen, die Kompetenz langjähriger Abstis und anderen Usern die sich hier zu Hilfe anbieten in Frage stellen. Ein paar Dinge machen einfach für mich keinen Sinn, und einfach nur zu sagen ich bezeichne mich als Alkoholiker weil es hier so verlangt wird reicht mir einfach nicht. Soll ich es sagen um Anderen hier die Gefahr klar zu machen, den Ernst der Lage zu verdeutlichen, um klar zu sein, dass nur Einsicht der erste Schritt sein kann, das Thema nicht zu verharmlosen, dass verstehe ich und mache es auch dann gerne, für mich und ich spreche nur für mich, macht es trotzdem nicht vollständig Sinn.

    ☠️ Absolut keine Frage und Diskussion: Keinen Tropfen von diesem dreckigen Gift zu sich nehmen ist der einzige Weg den man gehen muss. ☠️ Alkohol tötet ‼️

  • in meinem Fall fast 40 Jahre dauern

    In meinem Fall hat es 30 Jahre gedauert. Bis ich erkannt habe, dass ich Alkoholiker bin. Abhängig war ich aber schon 30 Jahre vorher.
    Wenn du immer noch nicht ganz sicher bist, ob du Alkoholiker bist, wird das die Suchtstimme sein, die sich die Hintertür offen hält.

    Für mich war diese Einsicht jedenfalls der Startschuss in mein neues Leben. Vorher hätte ich hier gar nicht anfangen brauchen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hmmh, verstehe ich das richtig, Lullaby: Du hast erkannt, dass Du mit Alkohol nicht "umgehen" kannst, und willst ihn deshalb dauerhaft aus Deinem Leben verbannen, aber als süchtig, also als Alkoholikerin und damit unheilbar krank magst Du Dich nicht sehen? Warum? Weil es so schwach oder furchtbar klingt?

    Es geht ja nur um die eigene Einsicht, nicht um ein Schild auf der Stirn (außer beim Arzt).

    Oder denkst Du, dass Außenstehende, die Du unter Alkohol angegangen bist, mehr Verständnis für Dich haben, wenn Du Dich als Problemtrinkerin bezeichnest? Hast DU dann auch mehr Verständnis für Dich?

    Vielleicht hätten sie sogar mehr Verständnis, wenn Du zugeben könntest, dass sich aus dem anfänglichen Problemtrinken (Missbrauch) irgendwann eine Sucht entwickelt hat, deren zentrales Merkmal der Kontrollverlust ist, gegen den man mit bloßen Willen und Vernunft nicht ankommt, nur mit dauerhafter Abstinenz?

    wäre es eine unheilbare Krankheit dann könnten Ärzte sie medizinisch lokalisieren und jeder der Alkohol trinkt würde abhängig werden und es würde nicht zwischen 1 bis 20 Jahre in meinem Fall fast 40 Jahre dauern bis man vom Konsum krank ist/wird.

    Sucht, egal wovon, ist unheilbar, das ist keine Frage der Meinung, sondern der Wissenschaft. Je nach Suchtmittel kann sich aus dem Konsum früher oder später eine Sucht entwickeln, bei einigen illegalen Sachen wohl sehr schnell, aber das ist hier ja nicht das Thema.

    Diagnostiziert wird anhand verschiedener Merkmale wie Kontrollverlust und Dosissteigerung. Eine komplizierte Untersuchung der Veränderungen im Hirn würde wohl keine Krankenkasse bezahlen, deshalb müssen meist die Leberwerte herhalten, die aber oft erst sehr/zu spät Alarm schlagen und deshalb schon so manchem Alkoholiker als Rechtfertigung dienten.

    Alkoholkrank bedeutet ja auch nicht "durch den extremen Konsum krank geworden". Es ist einfach nur eine nette Umschreibung für Alkoholsucht.

    Welche dauerhaften Schäden wir uns damit eingefangen haben, wissen wir doch noch gar nicht im Detail, die "Quittung" kann doch immer noch kommen, z. B. durch Krebs oder frühzeitige Demenz.

    Und es gibt leider Krankheiten, mit denen man leben muss, die sich eben nicht nehr "wegheilen" lassen. Dazu gehört der erbliche, nicht angefutterte Diabetes und eben auch die Sucht.

  • TRIGGER-WARNUNG: Was mich stört ist die Doktrin die hier gelebt wird. Man muss sich als unheilbar kranken, suchtabhängigen Alkoholiker bezeichnen um die Erlaubnis zu bekommen sich austauschen zu dürfen, sagt man einen „falschen Satz“ wird dies sogar in Frage gestellt und mantra-gebetsartig wiederholt und drauf hingewiesen, dass das hier nur ein Forum für Leute ist die sich offen bekennen und ob man sich überhaupt so sieht

    Du beschreibst sehr klar, dass du die Kontrolle verlierst, dass du in jeder Lebenslage getrunken hast und dass lebenslange Abstinenz für dich der einzige Weg ist. Genau das ist der Punkt, an dem wir hier ansetzen.

    Du hast das richtig verstanden: Sich zu bekennen gehört hier dazu. Wenn jemand keine Alkoholabhängigkeit sieht oder nichts darauf hinweist, dann kann er sich hier nicht austauschen das ist einfach die Struktur des Forums.

    Und wichtig ist auch: Wir sind hier keine Ärzte, wir haben kein Stethoskop. Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, die seit über 20 Jahren besteht und sich auf Erfahrung stützt – nicht auf medizinische Diagnosen oder ständig wechselnde Meinungen, Hypothesen oder Theorien.

    Zu deiner Kritik: Hier gibt es keine Doktrin. Der Austausch richtet sich an alle Alkoholiker, nicht an die Bedürfnisse einzelner User. Niemand wird gezwungen, in einem Raum zu bleiben, der nicht zu ihm passt.

    Der Begriff ‚Alkoholiker‘ ist hier auch kein Etikett, sondern eine Orientierungshilfe. Er trennt Menschen, die abstinent leben müssen, von denen, die kontrolliert trinken können. Nur deshalb ist die Selbstbezeichnung wichtig, damit alle auf derselben Grundlage sprechen.

    Dass Sucht unterschiedlich verläuft, mit verschiedenen Stufen und Mustern, bestreitet niemand. Aber der gemeinsame Nenner ist: Wer einmal die Kontrolle verloren hat, verliert sie wieder. Und genau das beschreibst du selbst von dir.

    Und ja, die Art und Weise des Austauschs mag dem einen oder anderen aufstoßen. Das ist dann sein Thema. Nicht jeder ist das Sprachrohr eines anderen – und das muss hier auch niemand sein.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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