releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • mal ganz dämlich gefragt, was hindert dich daran ihn bei der polizei zu melden wenn du weißt das er besoffen am steuer sitzt? was wäre denn wenn er in dem zustand einen schweren unfall verursacht und noch jemand, womöglich eure kinder, ernsthaft zu schaden kommt. ich kann das einfach nicht nachvollziehen wie man da ein auge zudrücken kann. ich wurde damals auch anonym angezeigt und sage bis heute, das war das beste was mir passieren konnte. ich habe genau diesen schlag ins gesicht gebraucht um wach zu werden. und wenn es nicht dazu führt dann doch zumindest das seine trunksucht aktenkundig wird und du nicht mehr die blöde bist. meine kinder sind auch nicht zu meinem mann gegangen wenn der dicht war. das ist doch sträflicher leichtsinn. wenn jetzt eh alle der meinung sind das du die böse bist, was hast du denn dann noch zu verlieren wenn du die kinder zwar zu oma und tante aber nicht mehr zu ihm gibst.

    mir hat die liebe familie damals ja auch so klug geschi... meine antwort war, "wenn er dir so leid tut dann nimm ihn gerne auf und feudel hinter ihm her und lass dich dafür im suff beschimpfen. tu dir keinen zwang an." meistens hat das gereicht. ich habe mich weder verteidigt noch den anderen angegriffen. einfach nur. mach du doch. die meisten wissen doch überhaupt nicht von was sie da reden. dieses dummschwätzen ohne den hauch einer ahnung ist leider weit verbreitet und nicht nur im punkto alk. das ist auch bei dementen angehörigen so und bei einem haufen anderer krankheiten. schlau labern können sie alle. wirklich machen... schwups kondesstreifen. schaff dir da ein dickeres fell an. die quatschköppe muß man wirklich ignorieren.

    wenn du alles hinter dir hast ist ein neuer freundeskreis, dein freundeskreis, das was du anstreben solltest. das alte wirklich komplett hinter dir lassen. ich stand auch erst mal doof da mit meinen 4 kindern, der anfang war auch echt schwer da ich ja auch meine eigene sucht in griff zu kriegen hatte. aber nachdem er zu seiner mutter gezogen war ging es wirklich täglich ein stück berg auf. am anfang kaum merklich aber immer schneller und immer besser, vor allem nachdem ich allen die ihn so bemitleidet haben aus meinem leben verabschiedet habe.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Er testet sich ja mit dem Alkomaten, um zu wissen ob er fahren darf , das Fahren ist also nicht das "große Problem" (furchtbar wie das klingt!!!! Ich hoffe ihr versteht richtig was ich meine!).. Es wirft in mir eher die Frage auf: wenn er sich morgens testet (wurde dieses Wochenende wieder von meinem Sohn gesehen) - wieviel trinkt er dann abends wenn die Kinder bei ihm sind? Mein Sohn meinte er höre ihn immer aus dem Bett aufstehen. Er trinkt dann also wenn die Kinder schlafen und wenn es 1 oder 2 Bier wären müsste man sich ja nicht testen..oder wie seht ihr das? Es macht mich einfach so unfassbar traurig, wütend, und ich kann nichts dagegen tun!! Ich kann es ja nicht beweisen! Ich kann schlecht nachts reinspazieren ins Haus und ihn zum Alkotest auffordern.. :( Am liebsten würde ich Kameras installieren um beweisen zu können, was er macht, wenn die Kinder bei ihm sind..

    Und ja, er hat mir diese Woche gesagt, dass er abends 1 Bier zum Abendessen trinkt, manchmal ein 2.! Was sei da dabei, das machen doch die meisten hier in unserem Kaff so..Das hat er auch immer gesagt, als ich noch bei ihm war - aber in Wirklichkeit waren es 5, 7 oder sowas. Ich habe ihm das genauso gesagt und er meinte nur, er habe früher nie mehr als 3 Bier getrunken .. obwohl ich Fotos habe von den Flaschen streitet er es ab..Ich weiß, dass ich mit dem allen abschließen muss und ich das alles loslassen muss! Aber es lähmt mich einfach so! Es ist so so unbegreiflich für mich! Kann die Wahrnehmung wirklich so verzehrt sein oder lügt er sich selbst an? Und wie kann eine Sucht nur soviele Leben zerstören!! Wir hatten doch alles! Warum hat er das nicht gesehen und tut es bis heute nicht! Er will nach wie vor, dass wir zurück kommen, sagt mir aber gleichzeitig, dass er sein Feierabendbier trinkt. Gestern hat er angerufen ich soll mit den Kinder zum gemeinsamen Abendessen kommen, er wolle wieder eine glückliche Familie werden! 🤦‍♀️ Ich habe jetzt die offizielle Bestätigung, dass er nie ganz aufgehört hat - aber es bringt mir nicht den Frieden, den ich mir gewünscht hätte. Im Gegenteil- es reißt nochmal eine Wunde auf! Weil es so unvorstellbar ist für einen "Gesunden", dass man sich so dem Alkohol hingibt und alles nehmen lässt was man sich zusammen geschaffen hat! Und weil diese verdammte Einsicht nicht kommt. Ja, er war meine Lebensliebe - nicht die aktuelle Version von ihm sondern so wie ich ihn damals geheiratet habe. Und ich weiß, dass er nicht mehr der Mensch ist! Aber genau dieser Mensch fehlt mir so sehr! Nach wie vor! Aber es gibt kein zurück- weil dieser Mensch nicht mehr dort ist- nichtmal mehr optisch. Und gleichzeitig macht es mich fertig, dass ich zusehen muss, wie sich der Papa meiner Kinder selbst ein immer tieferes Loch gräbt und ich nichts machen kann. Ich hoffe nur manchmal, dass es vl nicht ganz so schlimm ist, wie ich es mir in meinen Gedanken ausmale und dass er sich vl doch noch ein bisschen kontrollieren kann- aber ich weiß es nicht und manchmal würde ich hoffen, dass ich wirklich übertreibe - aber die Leute machen mir nicht Hoffnung. Er wurde mehrmals beim Bierkauf gesehen von Bekannten und er hat so sehr gezittert beim Bezahlen. Das ist auch meiner Schwägerin aufgefallen, die ihn öfter sieht..

    Es tut so weh, immer noch!!

    Aber wahrscheinlich kennen dieses Gefühl viele von euch...Ich möchte dass es endlich aufhört und ich wieder glücklich sein kann.

    Es tut mir leid, dass ich euch wieder zutexte mit meinen Gefühlen - und ja, eigentlich war ich emotional schon weiter, es ist gerade ein bisschen ein Gedankenrückschritt- aber mir fehlt mein altes Leben gerade einfach wieder so sehr 😔

    An dieser Hilflosigkeit hab ich ordentlich zu knabbern.. dass man ja alles anders haben möchte, aber man es nicht ändern kann...das ist schwierig für mich!

    Ich hoffe, dass morgen wieder ein besserer Tag wird ... Werde heute Nachmittag versuchen eine schöne Zeit mit meinen Kindern zu verbringen :love:

  • Na ja, ich hab das früher auch nicht gesehen, dass ich zu viel gesoffen habe. Und ich habe auch nicht verstanden, was meine Frau für ein Problem damit hatte, dass ich getrunken habe.

    Ich glaube, dass Deine Vorstellung von einer glücklichen Familie eine Andere ist als Seine. In seiner Vorstellung gibt es Glück wahrscheinlich nur, wenn er dabei auch trinken kann. Ganz normale Trinkerdenke, sag ich mal.

    Ich seid doch eh schon im Scheidungsprozess. Da kannst Du sowieso nur gucken, wie Du Dich möglichst schadlos hältst.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • moin

    du möchtest scheinbar immer noch das er aufhört zu trinken, das wird er nicht. sieh ein das es nicht in deiner macht liegt ihn zu ändern, den einzigen den du ändern kannst bist du. warum willst du das nicht angehen und verpulverst statt dessen deine energie damit ihn zu kontrollieren? lerne es zu ignorieren, lerne hier die lmaa taste zu drücken. wenn es um die kinder geht steht es auf einem anderen blatt. bei der scheidung werden die kinder gehört und ihre aussagen haben gewicht. wenn sie dem richter erzählen was sie gesehen haben wird der das schon richtig bewerten. hast ja keinen deppen da sitzen.

    du verplemperst zu viel zeit damit zu gucken was er macht oder eben nicht macht. fang endlich an zu gucken was du machst bzw nicht machst und bau dir dein leben auf.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo releaseme,

    tut mir leid, dass ich euch wieder zutexte mit meinen Gefühlen

    Du musst dich nicht entschuldigen. Das hier ist dein Tagebuch und du wirst hier gelesen.

    Mir hat das Schreiben geholfen, Gedanken und Gefühle besser zu sortieren und das tut es noch.

    Es ist schlimm, wenn man nur als Zuschauer daneben steht und einfach nix tun kann.

    Diese Hilflosigkeit ist kein schönes Gefühl.

    Und es macht wütend, wenn der Partner einem die Schuld gibt und die Trinkerei verharmlost.

    Es tut so weh, immer noch!!

    Das wir auch noch eine ganze Zeit weh tun.

    Ich denke immer noch sehr oft an den Mann von damals und dieser Mann fehlt mir sehr, aber es ändert nichts daran, wie es jetzt ist. Das zu akzeptieren ist nicht leicht, vorallem wenn man alles hatte was man eigentlich je wollte.

    Als ich hier ins Forum kam, haben mir viele geschrieben, das nur der komplette Kontaktabbruch hilft. Ich wollte das nicht wahr haben und hab daran selbst fest gehalten. Ich hab mich damit aber selbst kaputt gemacht.

    Den Schritt den Kontaktabbruch durch zu ziehen ist nicht leicht. Aber ich hab gemerkt das es besser wird. Ich denke noch sehr oft an Ihn, wie es ihm geht, was er macht und wieviel er noch trinkt oder daran wie es war und welch schönes Leben wir ohne diese Sucht hätten haben können.

    Aber je weniger Kontakt ich zu alledem habe, desto besser wird es. Es kommt nach und nach die Energie zurück und der Wunsch mein eigenes Leben zusammen mit meinen Kindern, wieder nach unseren Wünschen zu gestalten.

    Hast du nicht die Möglichkeit dich soweit wie möglich von alle dem abzugrenzen? Die Kinder z.B. über deine Eltern ihm zu übergeben? Nachbarn und Freunden und Familien darum zu bitten, dir nichts mehr von all dem zu erzählen? Nicht mehr ans Telefon zu gehen, wenn die Kinder bei dir sind und er dich anruft. Den Nachrichten Chat zu sperren und Nachrichten erst dann lesen, wenn du dich gefestigt fühlst?

    Mit jedem Kontakt machst du dich von seinem Verhalten und seinen Launen nur wieder neu abhängig und deine Emotionen fahren Achterbahn und kommen nicht zur Ruhe.

  • Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, den Kontakt aktuell auf das Nötigste einzuschränken.

    Deine Gedanken und deine Gefühle kann ich aeh gut nachvollziehen. Ich habe auch sehr lange gebraucht, bis ich das für mich akzeptieren konnte. Ich möchte auch sagen, dass ich nicht zufrieden mit meinem Leben bin, wenn das der Zustand wäre, der sich permanent einstellen würde. Aber es gibt sehr sehr viel Zugewinn, viele glückliche Momente, viel mehr Fokus auf mich selbst.

    Du hängst aktuell gedanklich noch ganz schön an deinem Mann. Das ist normal und es wirkt völlig unglaublich, dass sich das irgendwann mal ändern wird. Er wird sicher nicht mit dem Trinken aufhören. Er zeigt ja aus deiner Sicht narzisstische Verhaltensweisen. Alkohol spielt in solchen Gefügen eine große Rolle. Es ist ein Bewältigungsmechanismus und der Narzissmus eine Schutzstrategie. Solange da keine fundierte Therapie und eine Einsicht erfolgt, passiert da nichts.

    Ich glaube es wäre wichtig, den Fokus auf dich zu richten. Ja, du darfst trauern, ja es ist traurig was passiert und dass er ein Alkoholproblem hat. Auf das was er macht, hast du keinen Einfluss, aber du kannst dein Leben aktiv gestalten.

    Wenn du es richtig anstellst und deine eigenen Themen richtig auf arbeitest, wird sich dein Horizont irgendwann erweitern und du kannst das Positive an der Vergangenheit sehen.

    Ich weiß nicht mehr, ob du therapeutische Hilfe in Anspruch nimmst, aber falls nicht, ist das meine Herzensempfehlung. Ich kann dir auch einige Links und Anlaufstellen empfehlen, gerade was das Thema Narzissmus betrifft. Falls dich das interessiert, kannst du mir gerne eine PN schicken.

    Sei gnädig mit dir. Die Verarbeitung braucht Zeit.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!