Ich möchte Dir mal hier in Deinem Thread auf etwas antworten, Lindi...
Zuvor möchte ich aber erstmal was anderes loswerden. Ich möchte Dir mal sagen, das ich Dich grundsätzlich ausgesprochen gern lese und Dich hier als Forenmitglied sehr schätze.
Dein Humor ist oft unschlagbar und Du bist eine sehr kluge Frau mit einem messerscharfen Verstand und viel Menschlichkeit. Dazu auch noch kritikfähig und auch selbstkritisch. Und das sind schon sehr viele positive Fähigkeiten.
Das nur mal dazu...
Ich wollte Dir hierzu aber noch meine persönliche Meinung schreiben:
Zitat
Hier wird immer wieder nahegelegt, man solle nach den Ursachen forschen, die einen in ein abhaengiges Verhalten treiben......und nun tut Jemand genau dies und bekomt als Antwort "Nee, also das gehoert ja nun wirklich nicht hierher".
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die das immer wieder dringend nahelegen. Denn diese bohrende und sehr anstrengende Ursachenforschung bringt evtl. gar nicht den gewünschten Erfolg.
Ich halte es nicht für gut, immer und immer wieder Rückschau zu halten, denn das hindert mich am Vorwärtsgehen.
Manche Rückschauen mit Schuldzuweisungen in diese und jene Richtung (Schuld der Eltern, Schuld des Partner etc.) machen auf mich sogar den Eindruck, als habe da einfach jemand schreckliche Angst, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und allein dafür Verantwortung zu tragen. Darum lieber das Verharren in ewigen Rückschauen.
So, dazu muss ich nochmals anmerken, das ich keine traumatische Kindheit hatte, sondern eine ganz "normale", worin ich auch ganz normale Blessuren durch Erziehungsfehler meiner Eltern abbekommen habe. Es gab aber trotzdem auch sehr schwierige Zeiten in meinem Leben...
Der schlimmste Alptraum darin war aber meine Alkoholsucht im akuten Stadium. Und das hat in mir ein Trauma hinterlassen. Und ich werde es wahrscheinlich auch nicht mehr komplett "wegmachen" können.
Damit muss ich irgendwie leben, so denke ich darüber. Und ich KANN damit leben. Und vieles ist ja auch verheilt im Laufe der Zeit.
So, ich schaue aber auch auf diese Zeit zurück. Aber nur so viel wie nötig. Beispielsweise, um nie zu vergessen, wo ich mal stand und wo ich nie wieder hin will.
Ich könnte mich aber auch darin suhlen vor Selbstmitleid, was damals alles mit mir geschah. Aber ich weigere mich, das zu tun!
Denn ich habe mich für das LEBEN entschieden. Ich bin mittlerweile Anfang 50, ich habe nicht mehr ewig Zeit zum Leben, und viele Jahre davon habe ich eh schon versoffen.
Ich möchte nun einfach eine gewisse Leichtigkeit in meinem Leben haben. Ich möchte lachen und Momente des Glücklich-Seins erleben.
Ich bin jetzt erwachsen, ich habe keine Angst, mein Leben in meine Hände zu nehmen. Ich will ein schönes, mich erfüllendes buntes Leben. Wo ich meine Familie habe, die ich liebe und die mich liebt und liebe Freunde, mit denen ich meinem aufwändigen Hobby nachgehen kann.
Darum habe ich mich bemüht und gekämpft, und ich habe es bekommen. Und ich gehe diesen Weg weiter, habe noch viele Pläne, und ich freue mich darauf. 
Würde ich nun aber immer nur zurückschauen, könnte ich nix davon tun, ich würde mich damit selbst blockieren. Ich WILL vorwärts schauen und habe keine Angst davor.
Das ist nun mal meine Vorstellung von MEINEM LEBEN. Andere können das völlig anders handhaben wollen, das ist mir egal, aber meine Leben will ich so.
Darum wirst Du von mir sicher nirgendwo lesen, das ich dazu aufrufe, in der Vergangenheit rumzuwühlen, als gäbe es im wahrsten Sinne des Wortes kein Morgen.
Das wollte ich dazu nochmal eben gern loswerden.
Und nun warte ich mal ab, das sich hier gewisse Wogen wieder etwas glätten
. Dann melde ich mich auch mal gern wieder in Deinem Thread hier, wenn Du es erlaubst. Vorher halte ich das nicht für so sinnvoll.
LG Sunshine