"Das ergründen der Sucht" ( ... schwerer Seufzer... Huhn und Ei, ...physisch und psychisch, warum ich, wann, ...u.s.w....), mit abschließendem Ergebnis.
Der Versuch liegt beim Betroffenen nahe. Das beschäftigt natürlich viele betroffene Menschen in unserer modernen Gesellschaft.
Es wäre schon verblüffend, wenn uns hier in ein paar Threads das gelingen würde, was in vielen Jahrzehnten Ärzten und Professoren nicht möglich war.
Was würden wir übrigens mit dem Ergebnis anfangen und was würde es ändern?
Wichtig wäre das wohl eher für die Prophylaxe, dieser Zug ist bei uns allerdings abgefahren. Wenn ich falsch gefahrene Gleise ausleuchte, wo lande ich zum Schluss?
Warum also? Um andere zu schützen ?
Einzig das erkennen von persönlichen Warnsignalen für die Zukunft ist wichtig. Das sollte erstmal für die Ergründerei reichen, auch wenn es nur einen Bruchteil darstellt.
Der Mann selbst hat GERADE Angst, wieder abzukacken.
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Leider habe ich dabei zum Teil ans Saufen gedacht. Kann mir jemand die idiotischen Gedanken weg machen😂? (is‘n Spaß)
Könntest Du Deine Angst mal genauer beschreiben? Wovor hast Du da Angst? "Wieder abzukacken" ist etwas schwammig. Angst vor " wieder trinken" beinhaltet ne Menge.
Ich bin übrigens ein großer Fan von ( gesunder ) Angst.
Warnsignal, Schutz vor Tod und Verletzung und auch Taten welche uns schaden. Zeit um etwas zu hinterfragen. Nicht ehrenrührig.
Wenn Du Deine Angstkonstruktionen in die Bestandteile zerpflückst, kannst Du es gezielt angehen, annehmen oder ( evtl. mit Hilfe ) abstellen.
Wir denken übrigens alle ans saufen hier.
Es stellt sich eigentlich ja nur die Frage wie und warum wir das tun.
Wenn ich ans saufen denke, will ich es verhindern. Ich suche dann Wege und die Angst ist mein Partner dabei. Nix schlimmes also.
Es gibt aber auch die Variante ans saufen zu denken um dabei Wege zu suchen es schadensfrei ( weiter-) zu machen. Die Angst ,welche dabei entsteht, hat eine andere und sehr unangenehme Natur.
Das müsste ich für mich dann hinterfragen , weil dann irgendwo in der Basis was schiefgelaufen ist.
Alkoholiker haben nach meiner Erfahrung in Ihren Denkphasen, nass oder trocken, einen Hang zur Philosophie. Damit könnte man ganze Abende in großer Runde füllen ....allerdings ohne greifbares Ergebnis.
Das ist das Wesen der Philosophie.
Manchmal werden Wege und Zusammenhänge etwas transparenter, nur um dann wieder hinterfragt zu werden.
Für einen Alkoholiker in der Anfangsphase der Trockenheit ist das nach meiner Erfahrung pures, nervenzerfetzendes Gift das Saufdruck produziert.
Erstmal nicht zielführend. Ziel ist es doch keinen Alkohol zu trinken, dafür Wege zu finden. Dann kommt erstmal lange nix.
Das ist dann die Basis für weitere Denkmodelle ohne Alkohol. Schwer genug.
Lebensgewohnheiten, Partnerschaft, Alltag, Einkaufen, Rituale, Hobbies, Arbeit , Urlaub, Feiern, freie Zeiten....alles ohne Alkohol. Das lastet am Anfang eigentlich aus.
Kein Platz für Philosophie...., noch nicht, auch wenn sie sich immer wieder gerne aufdrängt.
Noch nicht. Wenn wir den Bogen überspannen, reißt die Sehne und wir starten wieder bei Los.
Du hast die AA erwähnt.
Die AA sprechen gerne von Demut und Kapitulation. Das spart viele Kräfte, welche woanders dringend gebraucht werden.
Klappt nur wenn man seinen Stolz hinten anstellen kann.
Dieser Kampf mit dem Alkohol ist sinnlos und nicht zu gewinnen, besiegen ( wie auch immer das aussehen mag ) würde abhaken heißen.
Geht nicht mehr.
Das merkt irgendwann jeder in unserer Lage oder er leidet.
Die zwölf Schritte waren für mich am Anfang absoluter Schwachsinn, ein sinnloses Mantra mit auferlegten Zwängen.
Nach viele Jahren hab ich mich zufällig nochmal damit beschäftigt und musste zu meiner Überraschung feststellen, das ich diese Schritte, ohne es aktiv zu wollen, gegangen bin.
Ich weiß das übrigens nur, weil es uns in einer Therapie eingetrichtert wurde. Die SHG-Treffen hab ich nie besucht. Blaukreuz war eher so meins und das auch am Anfang und eher selten.
Wir können ja irgendwie nicht aus uns raus und sind unheilbar krank.
Wie wir diese Erkenntnis zulassen und damit umgehen ist wichtig und ebnet uns den einen oder natürlich auch den anderen Weg.
Hier im Forum gibt es Rüstzeug-Empfehlungen und verschiedene Strategievorschläge. Für den Anfang und auch für den späteren weiteren Weg.
Für jeden der trocken werden und bleiben will ist etwas dabei.
Da Du ja gerne hinterfragst und zerlegst, würde ich Dir empfehlen Dich mal mit dem Vorgang des " nassen Denkens" und des " trockenen Denkens" zu befassen.
Dabei gehen ganze Laternen an.
Da werden Fragen beleuchtet, auf die man eigentlich schon eine bestimmte Antwort lesen möchte und für die man für sich schon eine Antwort manifestiert hat.
Schaust Du in ein paar Jahren auf diese Fragen, wirst Du eine Überraschung erleben.
Wenn Du hier überlegst, hinterfragst und darüber schreibst, trinkst Du normalerweise nicht.
Das ist doch schon die halbe Miete.
Die Reaktionen darauf sind gemischt wie die verschiedenen Charaktere , können helfen, kritisieren, verletzen oder auch zum nachdenken anregen.
Je nach persönlichen Erfahrungen und auch erlernten Meinungen. Das liegt in der Natur der Sache hier.
Das schreiben hier und das spätere Nachlesen ( wer schreibt der bleibt ) sind äußerst hilfreich, dokumentiert es doch mit der Zeit persönliche Fortschritte oder auch Rückschritte.
Nur weiter so, irgendwann sortiert sich alles.
Gruss WW