Beiträge von Rattenschwanz

    Vorhin hab ich hier gelesen: „Ich habe es doch schon einmal geschafft und es hat mir an nichts gefehlt.“

    Warum wird dann doch wieder gesoffen, wenn nichts fehlt? Es kann doch – denk ich mal – nicht nur immer Leichtsinn oder Übermut oder Vergessen dafür verantwortlich sein, wenn jemand nach einigen oder vielen trockenen Jahren wieder anfängt zu saufen. Die, die ich kenne oder von denen ich gelesen habe, dass sie nach Jahren wieder mit dem Saufen angefangen haben, die waren in „guten“ Lebenssituationen – definiert auch jeder anders -, hatten Hobbys, Familie, Arbeit … und trotzdem muss ja doch irgendwas gefehlt haben, von dem sie glaubten, dass es ihnen der Alk geben kann.

    Mal ehrlich, ich schmeiße doch nicht zig „glückliche“ Jahre weg, weil ich mal kurz leichtsinnig bin. Da muss doch was fehlen, was mir so wichtig ist, dass ich bereit bin, mein Leben dafür aufzugeben. Was verspricht der Moment? Was könnte das sein?

    Zitat von Haussperling

    Als mein Mann die Flasche Korn entdeckte, legte er sie auf's Bett;...

    Zitat von Haussperling

    'Noch Eimal', hat er gesagt, 'dann sind WIR weg!'

    Die wievielte war das, die er entdeckt hat, ungefähr.
    (nur mal interessehalber)

    Zitat von Haussperling

    Ich mache den Haushalt nicht, weil es schmutzig ist, sondern weil ich es schön haben möchte;
    ich schminke mich nicht, damit ich nicht scheel angekuckt werde, sondern damit ich gerne in den Spiegel sehe und mich wohl fühle.

    So ist das mit dem Trinken auch...

    Das versteh ich jetzt nicht.

    Du trinkst nicht weil ..., sondern ...

    Danke für die Ergänzung.

    Herzlich willkommen.

    Zitat von Haussperling

    Ich liebe das Leben, das Leben mit und in meiner Familie. Ich lache gern, liebe Ausflüge; v.a. die, die nichts mit Alkohol zu tun haben!
    Schwimmbad, Schlittenfahren, Theater, samstags auf den Markt zu gehen, Waldspaziergänge, Kochen, riechen, schmecken und all das ...

    Dafür lohnt sichs doch. :D

    Erst mal ist es der richtige Weg. Glückwunsch zu der Erkenntnis. Die Leier mit der Entgiftung spar ich mir, hast du bestimmt schon gelesen.

    Geh den Weg für dich und gucke, warum du trotz deiner Tochter und all dem Schönen in deinem Leben gesoffen hast.

    Ja gut oki, das mit dem Level kenn ich ja ich auch zur Genüge, da wurde immer noch einer drauf gesetzt ...

    Mit den Konsequenzen meinte ich eher, was passiert mit mir und in welcher Geschwindigkeit passiert es eventuell. Also so in der Art: Der Verfall beginnt, das könnte aber 2 Tage "gut" gehen oder 20 Jahre, das kann ich eben nicht voraus sagen und dem zu Folge auch nicht, welche Konsequenz ich daraus ziehen soll. Sterben ja, gut, das muss ich aber so auch.

    Und so sagt sich Derjenige, der den Kampf im Kopf schon verloren hat vielleicht, dass das ein Sch.eißleben ist, wenn er jeden Tag einen - seiner Meinung nach - sinnlosen Kampf führt und fängt wieder an zu saufen. Könnte ja noch paar Jahre "lustig" werden. Dass du und ich das nicht als lustig empfinden, das steht ja auf einem anderen Blatt. Wie komm ich jetzt auf so was? Hm.

    Vielleicht versuch ich zu verstehen, was früher vor so einem Rückfall in meinem Kopf passierte und wie ich mir den Tag X genau so zurecht gelegt und schön geredet habe, als die Einsicht "ich bin Alkoholiker" noch nicht da war.

    Das kann ja nun vorher kein Mensch wissen, welche Konsequenzen ein Rückfall für ihn hat. Ich weiß es auch nicht und wenn sich bei mir – ja das passiert – mal der Gedanke einschleicht, dass das ja jetzt gerade der passende Moment überhaupt für einen kleinen Schluck wäre, dann weiß ich zu mindestens, dass es 1. nicht bei einem kleinen Schluck bleiben würde und 2. wie es mir nach vielen kleinen Schlucken dann gehen würde/früher gegangen ist, wenn ich wieder munter werde und das hält mich eben von dem ersten kleinen Schluck ab. Vor dem 1. Schluck hängt die Trockenheit eben doch bissl sehr am eigenen Willen.

    Und da eben kein Mensch weiß welche Konsequenzen warten, gibt’s keine Kompromisse. Es denn, ich hab mich im Kopf schon damit abgefunden, eh irgendwann wieder mehr oder weniger zu saufen. Und wenn das der Fall ist, ist es doch jeden Tag ein sinnloser Kampf und das hat mit Lebensqualität wenig bis nichts zu tun.

    Ich für mich habe entschieden trocken zu bleiben (Ja ich weiß, sag niemals nie.) Das bedeutet für mich auch oft Kampf aber eben keinen sinnlosen, weil ich innerlich nicht kapituliere. Kampf in dem Sinn, dass mir – wie „Correns“ glaube ich – manchmal die „rosaroten Momente“ fehlen und ich deshalb eben für mich noch nicht von zufriedener Trockenheit sprechen will. Aber ich arbeite dran. Und mit, ‘nem Löffel voll Rotweinsoße kommen die auch nicht zurück, die Momente.

    Da wird ja immer wieder die angebliche Lebensqualität ins Feld geführt, zu der so eine Soße - welche Alk-Soße auch immer - bei einem "guten" essen gehören würde. Seit nun fast drei Jahren gibt's bei mir keine Alk-Soßen mehr - auch nicht in der Gaststätte - und deswegen leide ich bestimmt nicht an mangelnder Lebensqualität.

    Aber das kannste ja hier auch oft lesen, dass es an der nötigen Konsequenz mangelt, endgültig mit der Aufnahme von Alk in jeder Form abzuschließen.

    (Wobei "Aufnahme von Alk in jeder Form" ... na gut, die visuelle Form der Aufnahme ist ja nun mal schlecht zu vermeiden, es sei denn --> blind. :roll: )

    Nur mal so.

    Immer wieder und in regelmäßigen Abständen, lese oder höre ich zum Beispiel: Mein Therapeut hat gesagt, dass ich Rotweinsoße essen kann wenn ich will, weil ich mich immer mit Bier und nicht mit Rotwein „abgeschossen“ habe. Oder eben: Rotwein gesoffen, deshalb „geht“ jetzt Weinbrandsoße. Oder: Sekt gesoffen, deshalb „geht“ jetzt Mundwasser … usw. usf.

    Warum wird vielfach so ein – meiner Meinung nach – Unsinn verbreitet? Ich hab mich immer mit Wodka oder Weinbrand „zu gelötet“ darf ich da jetzt Whiskey saufen?

    Ich sehe in der ganzen Diskussion überhaupt keinen Sinn.

    Genug Ratschläge was du tun kannst um trocken zu werden - wenn du willst - hast du bekommen. Die sind dir aber zu radikal, weil du nicht so viel ändern willst. Ohne Alk hast du's schon eine Zeitlang allein geschafft also geht's ja auch ohne "gute" Ratschläge.

    Jetzt mal ohne Mist: Wenn ich an deiner Stelle wäre, dann würde ich so weiter machen wie bisher - ich kann's und will's nicht. Du kannst aufhören wenn du willst - schreibst du -, du kannst saufen wenn du willst - schreibst du auch. So dreckig geht's dir nun auch wieder nicht, dass du wegen der Gesundheit aufhören willst.

    Mach weiter und hör einfach auf wenn du willst und nicht wenn dir das die Alkis hier raten. Warum nicht?

    Zitat von Kussi73

    Warum ist es so schwer Akzeptanz zu bekommen ? Ist es so schwer zu verstehen wenn man sagt " Ich will den Alkohol nicht mehr!" ?

    Ich denke mal (?), dass viele Menschen wissen, dass sie selbst ein Problem mit dem Alk haben und deshalb nicht damit klar kommen, dass da plötzlich jemand ist, der keinen Alk mehr trinken will und sie damit – unbewusst – an ihr eigenes Problem erinnert. Und plötzlich kommt so eine Art Verlassensangst auf, so in der Art: Schei.ße, wieder eine/r der kein Besäufnis mehr mit machen will, hoffentlich sitz ich nicht bald alleine hier. Und dann fangen die Menschen natürlich auch an zu zweifeln, sie zweifeln daran, dass sie es selbst schaffen können ohne Alk zu leben. Und dann kommen natürlich solche Sprüche wie: Wie lange willst du das denn schaffen? (Wenn‘s geht, noch mit einem mitleidigen Lächeln.) Damit soll nichts weiter als die eigene Unsicherheit überspielt werden.

    Wenn's geht, mach dir nichts aus solchen Sprüchen.

    Zitat von Calida78

    Jedenfalls finde ich, dass ich das Recht habe, mich auch ein bisschen selbst zu bedauern, ...


    Die Schuld oder eben Verantwortung, bleibt trotzdem bei dir. Und glaube mir, ich kenn das mit den Rückfällen - und die bleiben es egal wie du sie nennst. Wobei ich nie aus Versehen oder Dummdiedeldei zur Flasche gegriffen habe - und wahrscheinlich auch nicht greifen werde - die Aktionen konnte ich mir immer auf meine eigene Fahne schreiben, da brauchte ich keinen suchen, dem ich was in irgendwelche Schuhe hätte schieben können.

    Irgendwo hab ich gelesen: ... aus Versehen zum Bierglas gegriffen. Hallo, wenn ich trocken bin oder sein- oder werden will, da greif ich nicht aus Versehen zum Bierglas, nur weil der Kellner eine Runde bringt.

    Und ich glaube auch nicht, dass sich der Alkoholiker damit einen Gefallen tut, wenn er irgendwas auf "dumme Zufälle" schiebt.

    Ansonsten "Hut ab" vor deinem Mut - denn der gehört meiner Meinung nach dazu, hier zu schreiben, dass du gesoffen hast. Und ich finde - und jetzt komm ich zum Zitat -, dass du dir das verdient hast, dich bissl zu bedauern. :D

    Lass dich nicht verrückt machen (Manchmal denke ich, dass einige hier vergessen haben wie unsicher sie selbst in den ersten Tagen waren und dass da natürlich auch Fehler gemacht werden. Da müssen so einem jungen Kerl nicht noch alle möglichen Vorhaltungen gemacht werden - meine Meinung.).
    Gehe am 4. zu deinem Hausarzt und erkläre ihm alles, das ist nicht einfach, ich weiß. Bis dahin, bleibt dir nichts weiter übrig als weiter zu saufen wie bisher. Das wird wohl zur Zeit das "Gesündeste" für dich sein. Es sei denn, du weist dich selbst irgendwo zur Entgiftung ein, da hättest du natürlich du natürlich deine "Ruhe".