Sachen gibt's: Gehe ich heute vor dem Training schnell mal in den Getränkeladen, mir 'ne Pulle Wasser holen, stehe an der Kasse, suche nach der Geldbörse und stelle die Wasserflasche in ein Kartonregal, dass kurz vor der Kasse aufgebaut war. Nachdem ich das nötige Geld rausgekramt hatte und zur Flasche Wasser griff, sah ich erst, wo ich sie zwischengelagert hatte, ohne es bewusst wahrzunehmen: In einem Wodkaregal.
Der Vorfall zeigt, wie sehr sich inzwischen mein Blickwinkel verändert hat.
Als ich zu Beginn meiner Abstinenz in einen Getränkeladen ging, stellte sich ein beklemmendes Gefühl ein. Die Bierkisten schienen sich irgendwie auf mich zuzubewegen, mich fast zu erdrücken. Heute sind sie für mich nur noch Staffage, der ich keinerlei Bedeutung mehr zumesse.
I.Ü habe ich meine Teilnahme an einer R-SHG beendet. Ich hatte mir bloß mal die Frage gestellt, wen ich von der Gruppe wohl anrufen würde, wenn ich ein ernstes Suchtdruckproblem hätte. Genau: Keinen.
Ansprechpartner für einen solchen Notfall habe ich in meinem direkten persönlichen Umfeld. Dann gibt es hier im Forum den Notfallknopf. Sozusagen eine Absicherung mit doppelten Netz und Boden.
Gruß
Carl Friedrich