Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo Williams!

    Die Damen hier haben völlig recht. Du bereitest geradewegs und zielgerichtet deinen Rückfall vor. Dir fehlen, so wie Du auf mich wirkst, offensichtlich Respekt und Demut vor der Krankheit.

    Bekanntlich ist die Rückfallquote bei Alkoholikern recht hoch. Manche benötigen halt mehrere Anläufe, nachdem sie zuvor auf die Nase gefallen waren. Ich fürchte, Du bist genau ein solcher Kandidat.

    Steck mal die Nase in Fachliteratur. Mir hat sie geholfen. Büchertipps findest Du hier im Forum: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…e-forum-41.html

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Erny!

    Schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast und zur Einsicht gelangt bist, dein Problem in Angriff zu nehmen.

    Was hälst Du von der Möglichkeit, die Suchthilfe in Anspruch zu nehmen und dir dort weiteren Rat zu holen?

    Hier die Adresse: edit Martin:bitte keine externe Links einstellen, danke
    Den Weg bin ich auch gegangen. Mir hat die Suchthilfe viel bei gebracht. Ich kann sie nur empfehlen. Dort guckt auch keiner auf dich herab. Du bist nicht der Erste mit dem Problem, dass durch alle gesellschaftlichen Schichten geht.

    Ruf doch dort einfach mal an. Das Angebot ist erst mal nicht mit Kosten verbunden.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Williams!

    Der Suchtdruck und die Lust, einen Schluck zu nehmen, liegt nicht am geschundenen Körper, sondern am Suchtgedächtnis. Dein Körper hat sich in der Zwischenzeit erholt. Das Suchtgedächtnis dagegen funktioniert auch nach Jahren noch glänzend und triezt die meisten Abstinenten gelegentlich. Dann heißt es gegenzusteuern und dem Druck nicht nachzugeben. Er legt sich meistens ziemlich rasch wieder.

    Versuch es doch mal mit Fachliteratur zu dieser Problematik.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von Waschbaer

    Hallo Forum

    Natürlich spielt auch heute der Alkohol ab und an eine stärkere Rolle. Noch immer bekomme ich kleinere Kicks im Kopf. Diese kleinen Kicks suggerieren mir, jetzt etwas trinken zu wollen. Meist passiert das von einer Sekunde zur nächsten. Der Auslöser ist immer verschieden. Es gibt auch kein besonderes Muster, wann ich wieder an das Alk. trinken wollen, verstärkt denke. Aber im Gegensatz zu früher möchte ich es heute nicht mehr. Nichts, aber auch gar nichts, würde sich durch das Alkohol trinken positiv verändern. Da ich heute weiß, wie schwer mein Weg bis hierhin war, werde ich weiterhin einen möglichst großen risikomindernden Weg gehen. So habe ich es die letzten Jahre größtmöglich durchgezogen und werde es weiter tun. Bis jetzt hatte ich damit den größten Erfolg. Ja ich darf heute trocken leben. Genau das hatte ich mir vorher schon weit mehr als 15 Jahre gewünscht. Heute wünsche ich solche „Geburtstage“ noch viele weitere Jahre als ganz normale Alltagsgeschehen erleben zu dürfen.

    LG Nobby :wink:

    Hallo Nobby!

    Gratulation.

    Deine Ausführungen zum risikoarmen Verhalten und zu den Tücken des Suchtgedächtnisses seinen allen zur Kenntnisnahme und Beherzigung für ihren eigenen Werdegang empfohlen.

    Danke.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Du bist länger trocken als ich. Daher wundere ich mich ein wenig über deine Frage. Nach allem, was ich in meiner Zeit mitbekommen habe, tritt craving gerade in den ersten Monaten der Abstinenz deutlich häufiger auf, als später. Die Abstände werden immer größer und die Anfälle nicht mehr so heftig, weil wir gelernt haben, dass es wieder vergeht und uns Strategien zur Bewältigung zurecht gelegt haben.

    Aber sicher sollte man sich nie sein. Ich gehe davon aus, dass ich bis ans Ende meiner Tage diese Form der Belästigung erdulden muss.

    Aber falls es dir ein Trost ist: Es gibt schlimmere Krankheiten. Wir sind in einer absolut moderaten Situation. Wir müssen deswegen keine Pillen einwerfen, Ops und Bestrahlungen über uns ergehen lassen, wir müssen nur etwas unterlassen, nämlich zu trinken.

    Vor diesem Hintergrund bin ich mir sicher, dass Etliche gerne mit mir tauschen würden, ich aber nicht mit ihnen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Williams!

    Du hast den Fehler gemacht, gezielt auf den Alkohol zu zugehen. Das hat dann getriggert.

    Man ehemaliger Therapeut pflegte immer zu sagen: "So eine Nummer geht ein paar Male gut, dann kommt es zum Rückfall". Er ist etlichen Jahren im Geschäft.

    Als Abstinenzler ist man stets gut beraten, den Alkohol nicht zu nahe an sich heranzulassen und ihm möglichst weiträumig aus dem Weg zu gehen.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von dieStine


    Ist euer Haus eigentlich inzwischen alkoholfrei?

    Kleiner Nachtrag: Nein. Es ist jedoch nichts da, was ich gemocht und missbräuchlich getrunken habe. Falls ich schwach werden sollte, ginge ich zur Tanke um die Ecke (24/365). Das dauert gerade mal 3 Minuten.

    Grundsätzlich halte ich jedoch die Empfehlung der Grundbausteine für richtig.


    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Stine!

    Danke für deine Ausführungen.

    Der Begriff: "Sie hat sich etw. gegönnt" ist etwas unglücklich formuliert. Er besagt für mich nur, dass meine Frau im Gegensatz zu mir mit Alkohol umgehen kann und sie, wenn sie mal welchen trinkt, ihn auch für sich genießen kann. Das ist für mich nicht (mehr) mit Verzichtsgedanken verbunden.

    Ich habe mal gelesen, dass man während seiner Abstinenz letztlich und grob eingeteilt, 3 Phasen der subjektiven Empfindung durchläuft:

    1.) Ich darf nicht trinken
    2.) Ich will nicht trinken
    3.) Ich brauche nicht trinken

    Ich persönlich verorte mich momentan zwischen den Stufen 2 und 3. Das betrachte ich für mich -ohne überheblich erscheinen zu wollen- als ordentliche Bilanz für die bisherige Zeit. Ich weiß, dass alles seine Zeit braucht und die gebe ich mir auch.

    Was den Geruch anbelangt, bin ich sensibler geworden. Ich mag es nicht, wenn Leute eine "Fahne" haben. Der Duft von Bier stößt mich ab, der von gutem (teuren) Wein ist mir egal. Allerdings versuche ich, ihm nicht zu nahe zu kommen, da er triggern kann. Da möchte ich nichts riskieren.

    Und was den elenden Winter anbelangt, sind es nur noch gut 3 Wochen. Ab März ist schließlich meteorologisch betrachtet, Frühling angesagt.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Lena!

    Der Start ist ja schon mal geglückt. Prima.

    Stell dich darauf ein, dass sich irgendwann mal so ein richtiger Schmacht auf 'ne Kippe einstellt, sozusagen eine Parallele zum Saufdruck.

    Ich bin jetzt ziemlich genau 5 Jahre nikotinfrei, o.k. ein kleiner Rückfall an Pfingsten '12. Nach dem Grillen fiel mir, ein, dass ich noch 'ne Geburtstagszigarre im Humidor liegen hatte. Und da unser Haushalt damals nicht frei von Zigarren war (eine war übrig), langte ich zu. Nach dem Qualmen dachte ich nur: "Das war jetzt wirklich nicht nötig und geschmeckt hat sie auch nicht." Warum? Ich war schon gut 3 Monate entwöhnt.

    Fazit: Sieh zu, dass nichts zum Qualmen in der Nähe ist, sonst ist die Gefahr wie beim Trinken groß, dass man in einer schwachen Stunde zugreift.

    Weiterhin viel Erfolg und die nötige Ausdauer wünscht
    Carl Friedrich

    Zitat von D.A.N.Y

    Alk floss natürlich schon,
    immer darauf bedacht dass meines ohne bleibt.

    Hallo!

    So wie Du dich liest, hast Du mit dem Prinzip der Risikominimierung nicht allzu viel am Hut, sondern suchst förmlich für dich hochgefährliche Situationen. Du wandelst über den alkoholgetränkten Christkindlesmarkt, feierst Silvester in unmittelbarer Nähe von trinkfreudigen Herrschaften.

    Die Formulierung: "Alk floss natürlich schon..." spricht Bände. Was bitte schön ist denn natürlich, dass Alkohol fließt? Das sehe ich komplett anders.

    Du hast bei deiner Verhaltensweise einfach Glück gehabt, dass es dich nicht erwischt hat. Das Glück ist aber ein flüchtiger Gesell.

    Ich finde, Du wärst gut beraten, dir mal Gedanken zu machen, ob Du momentan bei gewissen Dingen nicht einfach zu unbedarft durchs Leben streifst.

    Ich hätte mich im ersten Jahr so was nicht getraut.

    Kleines Beispiel aus meinem Fundus: Demnächst steht bei uns wieder Karneval an. Da habe ich früher immer 1-2 x kräftig mitgefeiert und gesoffen. Karneval ist mir auch dieses Jahr (mein zweites) völlig wurscht. Warum? Im Dunstkreis von Zechern habe ich nichts verloren. Und ich verrate dir noch was: Mir fehlt dabei nichts.

    Mit diesem Beitrag geht es mir nicht darum, dir auf die Füße zu treten, vielmehr möchte ich ein wenig deinen Blick für gefährliche Situationen schärfen. Wie schnell drückt einem in feiernder Runde jemand ein Glas in die Hand. Zum Mund ist es dann nicht mehr weit. Das ganze Drumherum von zechenden Personen kann dich extrem antörnen und letztlich schwach machen. Du wärst nicht der Erste, der dann umkippt.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von Thalia1913


    Interessant finde ich, dass du erst schreibst, nachdem die kleine Krise "gemeistert" ist.

    Weißt du, warum das so ist?

    Hallo!

    Ja. Weil ich mich nicht unmittelbar gefährdet sah. Warum? Ich hatte ja schon desöfteren Suchtdruck. Er verging meist recht schnell. Diesmal war er unterschwellig, nicht heftig, nur halt lange andauernd. Es war halt weniger das Trinkverlangen als solches, als vielmehr die Zeitdauer, die mich nervte.

    Danke für deine Ausführungen lalu. Das mit der Ausrede trifft den Nagel auf den Kopf.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Martina und Calida!

    Den ausschlaggebenden Grund für den Suchtdruck werde ich nicht ermitteln können. Ich glaube, ich war nach langer Zeit einfach mal wieder fällig. Dazu schwafelte jemand in meiner R-SHG, dass ein Rückfall einfach zur Krankheit dazu gehöre. Das hörte sich an, als sei er was ganz Normales. Damit wollte er wohl seinen eigenen Rückfall vor einiger Zeit schön reden und in einem scheinbar milderen Licht erscheinen lassen. Evt. dockten diese Ausführungen wohl an das wieder mal fällige Trinkverlangen an, um mir weis zu machen, so ein kleines Rückfällchen sei doch mal was Nettes.

    So jetzt wird der Blick wieder nach vorne gerichtet. Mein Schiff der Abstinenz hatte halt Wellengang. Jetzt ist wieder ruhige See angesagt.

    Gruß Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    In den letzten beiden Tagen wurde ich unterschwellig und dezent von Trinkverlangen heimgesucht. Das Suchtgedächtnis wollte mir vorgaukeln, ich hätte mir 2 Weißbier einer namhaften bayerischen Brauerei verdient.

    Nervig war nicht der Gedanke an sich, sondern die Tatsache, dass er sich über mehr als 48 Stunden hinweg mehrfach (mindestens 10x) einstellte.

    Da musste ich schon gegensteuern und mir Folgendes vor Augen gehalten:

    Gibst Du nach, fängst Du wieder ganz von vorne an.

    Bei 1-2 ist eh nicht Schluss. Dann haust Du dir gleich 4-6 Flaschen rein. Die Nummer ist dann wie eine Lawine. Du kannst sie nicht stoppen.

    Du hast dein Quantum an Alkohol schon längst getrunken.

    Nach dem ersten Bier fängst Du wieder an Blödsinn zu denken, zu schwätzen und auch entsprechend zu handeln.

    Du brauchst den Stoff in Wirklichkeit doch gar nicht mehr.

    So ist das mit dem Suchtgedächtnis: Es zeigt sich immer wieder mal, um dich zu täuschen und auf die Probe zu stellen.


    Jetzt ist wieder alles o.k. Nein, den betreffenden Stoff habe ich nicht daheim.

    Nach exakt 1 Jahr und 9 Monaten bin ich noch längst nicht über den Berg. Ich werde vorsichtig sein.

    Ende des Monats steht in unseren Breitengraden der Karneval an. Kann er, aber ohne mich.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von Thalia1913


    Carl Friedrich , Lena ist ja schon ein paar Tage trocken. :)

    Hallo!

    Das ist mir wohl bekannt. Aber hier lesen auch noch andere Herrschaften mit, die noch nicht so richtig trocken sind und womöglich versuchen, beide Süchte gleichzeitig in Angriff nehmen zu wollen.

    Lena : Weiterhin viel Glück und die nötige Standfestigkeit
    wünscht Carl Friedrich