Beiträge von Tiuri

    Zitat von Sunshine_33

    [quote]
    Fraglich ist allerdings für mich, warum Du Dich gerade hier angemeldet hast... 8)
    Es steht doch deutlich überall, um was es hier geht, darum verstehe ich das nicht wirklich.

    Nun ja, ich dachte, es ist auch für jemanden der "auf dem Weg zum Alkoholiker" ist und das durch Abstinenz vermeiden möchte. :oops:

    Ich sehe mich so, dass ich abhängig werden würde, wenn ich weiter Alkohol trinken würde. Deshalb trinke ich keinen Alkohol mehr.
    Die ersten Wochen war es manchmal schwer, die letzten Wochen ist es nicht mehr schwer.

    Es ist mit Sicherheit schwerER ein Glas abzulehnen, wenn man körperlich abhängig ist. Deshalb mache ich Abstufungen.
    Viele der Tipps und Erfahrungen hier sind mir zu extrem, weil es mir nicht so schwer vorkommt keinen Alkohol zu trinken, wie viele hier vermutlich denken. Natürlich klopft die Versuchung ab und zu noch kurz an. In letzter Zeit konnte ich das aber relativ mühelos abschütteln.

    Ist es das was Du meinst wenn Du schreibst:
    "Wer nicht abhängig ist, sollte ja auch kein Problem damit haben, einfach keinen Alkohol mehr zu trinken."

    Zitat

    Aus dem gleichen Grund finde ich viele der gut gemeinten Ratschläge hier über das Ziel hinausgeschossen. Die wenigen Menschen, mit denen ich offen gesprochen habe, finden es selbst überzogen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, trotz der ganzen Symptome.

    Das ist nur auf mich bezogen gemeint. Also z.B. die gut gemeinten Ratschläge für mich...übers Ziel hinaus geschossen in meinem Fall...

    Wir drehen uns im Kreis.

    Ich habe auch schon in Deine Richtung gedacht, Karsten. Dass dies hier nicht der richtige Ort/Forum für mich ist.
    Ich bin der Meinung, dass es nicht nur Schwarz/Weiß, 0/1 bei der Alkoholabhängigkeit gibt. Ein Problem habe ich, aber wenn ich mich zwingen müsste, mich irgendwo einzuordnen in Alkoholiker oder nicht Alkoholiker würde ich eher zu "nicht Alkoholiker" tendieren (keine körperliche Abhängigkeit, etc. s.o.). Damit wäre das Forum nicht ganz passend für mich...

    Aus dem gleichen Grund finde ich viele der gut gemeinten Ratschläge hier über das Ziel hinausgeschossen. Die wenigen Menschen, mit denen ich offen gesprochen habe, finden es selbst überzogen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, trotz der ganzen Symptome.

    Also: Problem mit Alkohol - ja. Bekennender Alkoholiker - nein.

    Zitat

    Das Forum richtet sich ja nur an bekennende Alkoholiker/innen, die aus Erfahrungen anderer trocken lebender Alkoholiker/innen lernen möchten.


    Ich dachte, es richtet sich an Leute, die abstinent werden/bleiben wollen, egal wie schwer sie abhängig sind.

    Ich denke darüber nach das Forum zu verlassen. Wir denken/fühlen zu sehr verschieden.

    Bitte nicht negativ auffassen. Die Rückmeldungen auf Probleme hier finde ich stark.

    Tiuri

    Hallo Karsten,

    ja, in der Tat, wir haben verschiedene Sichtweisen. Das kommt bestimmt daher, dass ich mich nicht als Alkoholiker sehe, sondern eher in einer Art Vorstufe. Diese Vorstufe hat meinen Entschluss reifen lassen keinen Alkohol mehr zu trinken. Deshalb habe ich mich nach langem Hin und Her hier angemeldet.

    Ich weiß, dass viele im Forum und auch Du, Karsten, diese Einteilung anders sehen. Das war ja schon einige Kommentare lang Thema in den zurückliegenden Seiten.

    Der Abend verlief angenehmerweise ohne einzige Rückfrage, warum ich keinen Alkohol trinke. Man hat mir Alkohol angeboten, ich sagte, dass ich keinen mag und das war es. Schön.
    Wenn mich jemand darauf anspricht, sage ich zunächst, dass ich keinen Alkohol trinke. Weiteres Bohren habe ich in letzter Zeit damit beantwortet, dass Alkohol mir nicht gut tut. Bei manchen Personen habe ich auch offen gesagt, dass ich meinen Alkoholkonsum nicht ganz unter Kontrolle hatte und deshalb nichts mehr trinke.
    Das sind keine Ausreden.

    Hallo Forum,

    die letzten Tage liefen relativ unspektakulär hinsichtlich Alkohol. Lediglich ein "gravierender" Fall ist mir in Erinnerung, als ich ein Feierabendbier (bzw. -wasser) mit Kollegen verweigert habe.
    Heute abend steht eine große Geburtstagsfeier im erweiterten Familienkreis an, zu der wir gleich aufbrechen. Mal sehen, ob es wahrgenommen wird, dass ich keinen Alkohol trinke.

    Gruß
    Tiuri

    Die letzten Tage hatte ich wenig Kontakt mit Alkohol bis auf heute. Während eines Verbandspieles haben Zuschauer Bier getrunken und anschließend sind wir als Mannschaft noch in unseren Vereinsraum. Wo fast jeder nur ein Bier auf unseren Sieg getrunken hat. Es war kein Problem für mich auf Apfelschorle auszuweichen. Noch in der Sporthalle war mir der Biergeruch von Zuschauern in der Nähe unangenehm. Früher habe ich das nicht so sehr als "stinkende Fahne" wahrgenommen. Echt krass, wie sehr sensibel die Sensoren werden.

    Ja, Maria, da gibt es viele Parallelen. Was Du beschreibst, Bücher lesen, um abzuschätzen wo man steht war bei mir auch so. Also nicht nur das Lesen ansich, sondern auch Warum oder die Folgen davon.

    Es fällt mich dennoch schwer einige der sicher gut gemeinten Ratschläge zu akzeptieren. Ich meide Veranstaltungen, wenn es zu alkoholisch wird. Aber ich gehe dennoch zu Festen, Feiern oder mit Freunden in ein Restaurant. Andere trinken Sekt, Bier, Wein, ich trinke Wasser, Säfte, Kaffee. Ich tue das, wenn es dort nicht um das Alkohol trinken geht, sondern es nur eine Begleiterscheinung ist. Inzwischen habe ich festgestellt, dass viele der Leute dort keinen Alkohol trinken. Das vereinfacht es. Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass ich das leicht erhöhte Risiko eingehen möchte.

    Genau so wie ich festgestellt habe, dass oft weniger meiner Bekannten/Verwandten Alkohol trinken, fällt aber auf an wie vielen Stellen des öffentlichen Lebens Alkohol angeboten wird. Das springt mir förmlich ins Gesicht. Vor ein paar Wochen musste ich innerlich mit mir kämpfen, um "nein" zu sagen. Die letzten Wochen ging es einfach. Deshalb bin ich auch der Überzeugung, dass kontrolliertes Trinken bei mir eher ein ständiges Hin- und Hergerissen sein, sich Zusammenreißen-Müssen wäre. In Abstinenz dagegen stellt sich die Frage gar nicht.[/quote]

    Ich habe in den letzten Monaten mir 4 Bücher ("nüchtern", "Alk", "Ratgeber Alkoholabhängigkeit", "Jetzt ist es genug") reingezogen, um rauszufinden inwieweit ich Alkoholiker bin und es nochmal mit der Trockenheit versuchen soll. Dazu habe ich immer wieder hier im Forum gelesen und nach Leuten mit ähnlicher Geschichte gesucht.

    Ergebnis: mehr oder weniger habe ich ein Alkoholproblem. Das war mir zu vage. Es deckte sich mit der Analyse meines Termins aus 2013 bei der Suchtberatung "nicht süchtig - aber gefährdet".

    Nach langem Hin- und Her habe ich mich aufgrund meiner einzelnen kritischen Erlebnisse (s.o.) habe ich mich durchgerungen (s. Threadtitel) die Trockenheit nochmal anzugehen.

    Bis jetzt sind es 47 Tage.

    Also ich habe immer wieder Kontakt mit Alkohol, aber es ist nicht so, dass ich nach 5 Runden Alkohol mit dem 5. Glas Wasser da sitze.

    Martin, richtig, das Risiko ist dadurch höher, aber auf der anderen Seite ist es auch einfacher für mich, meine Trockenheit zu akzeptieren, da ich mein Leben nicht komplett ändern muss. - Bitte zweimal lesen, ich weiß nicht, ob ich es gut erklärt habe.

    Zitat

    Alte Saufkumpane sind m.E. strikt zu meiden, es sei denn sie wollen auch trocken werden. Gesellschaften und Feiern, auf denen kräftig gebechert wird, sind m.E. für einen ungefestigten Anfänger wie Dir, der absolut falsche Ort.

    Genau das ist es was ich versuche zu erklären. Es gibt keine Saufkumpane. Ich habe eher alleine getrunken oder heimlich ein Glas mehr, da meine Umgebung zwar Alkohol trinkt, aber eher wenig. Und wie geschrieben meide ich Veranstaltungen mit viel Alkohol. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, gehe ich rechtzeitig. Und das ist es was ich meine, was ich besser einschätzen kann.

    Ihr stellt aber gute Fragen!

    Zitat

    Was hat denn gerade für dich Priorität? das gesellschaftliche und soziale Leben, oder die eigene Trockenheit?

    Geht denn nicht beides? Ist es Übermut wenn ich es mir zutraue?
    Die ersten Wochen waren gefährlich, aber die letzten waren - sagen wir "kontrollierter". Ich habe das Gefühl, dass ich es eher abschätzen und mit der Gefahr umgehen kann, als zu Beginn.

    Jetzt steht mein Gefühl und meine Einschätzung entgegen zu Euren Erfahrungen.

    ...es raucht also immer noch...

    Hallo Seidenraupe,
    danke für deinen "ellenlangen Text". Es war interessant, vor allem das hier:

    Zitat

    ...Als ich dies bei dir las, musste ich schmunzeln, erkannte ich doch alles wieder. Ich dachte:
    "Und da überlegt er noch, ob sein Trinkverhalten normal ist...!"

    Mir raucht ein wenig der Kopf...

    Natürlich wäre es einfacher so.

    Ihr ratet mir also meine Frau und Kinder alleine zu gemeinsamen Familienfesten oder Bekannten zu schicken? Ich kann nicht von 20 Leuten erwarten, dass sie wegen mir auf Sekt/Wein verzichten. Auch bei gemeinsamen Bekannten im kleinen Kreis würde ich kein Verständnis erwarten. Ich hätte es selbst nicht für mich wenn ich an ihrer Stelle wäre. Ich will/kann auch nicht auf Dauer von geschäftlichen Terminen wegbleiben. Niemand denkt von mir, dass ich Probleme mit Alkohol habe. Niemand hätte deshalb Verständnis. Die Alternative wäre nur alleine zuhause zu bleiben. Und das finde ich übers Ziel hinausgeschossen.

    Es ist gut, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilt. Es kommt mir allerdings vor, als wären sie treffender für jemanden stark abhängigen. Womit wir wieder bei der anfänglichen Frage befinden: Gibt es nur abhängig oder nicht abhängig, ohne Abstufungen?

    Zitat

    Alkohol ist nun mal in unserer Gesellschaft sehr verbreitet/akzeptiert, du kannst ihm nicht 100% aus dem Weg gehen.

    Genau das ist der Punkt. Es gibt quasi überall Alkohol. Zum meinem Glück ist mein direktes Umfeld da relativ zurückhaltend.
    Ich würde unterscheiden:
    Veranstaltungen, die wegen des Alk-Trinkes stattfinden (verdeckt oder offen)
    und
    Veranstaltungen bei denen Alkohol nur eine kleine Nebenrolle spielt.

    Nummer 1 werde ich meiden, Nummer 2 werde ich mich stellen und hellwach sein. Der Vorteil von Nr. 2 ist, dass es leicht akzeptiert wird, wenn nix getrunken wird. Da kommen keine dummen Sprüche, es gibt keine Überredungsversuche zum Trinken.

    Hm, das wäre schon krass. Vielleicht ist es auch falsch rüber gekommen: Die "Veranstaltungen" bei denen ich Alkohol treffe sind keine Besäufnisse. Es sind meistens Bekannte, Freunde oder Familie die ich gemeinsam mit meiner Frau (trinkt fast keinen Alk) und oft auch mit unseren Kindern treffe. Es geht selten über einen Sekt zum Anstoßen auf etwas oder Wein/Bier zum Essen raus.
    Wie geschrieben, wenn doch mal etwas mehr Alkohol ins Spiel kommt (z.B. betriebliche Feiern), dann verdrücke ich mich.
    Wenn ich das weglassen sollte, müsste ich meine Familie alleine wegschicken, was schon dem sprichwörtlichen "zuhause einschließen" gleich käme.

    Nun ja, um Alkohol sogut wie komplett zu umgehen müsste ich mich quasi zuhause einschließen.
    Ich versuche es eher so wie Karsten es geschrieben hat: "Sauftouren" lasse ich weg, ich bin nicht mehr der letzte, der nach Hause geht sondern gehe, wenn zuviel Alkohol "in der Luft liegt".
    Richtige "Saufkumpane" hatte ich sowieso nicht. Ich war eher der der unauffällig/heimlich ein Glas mehr getrunken hat.