Liebe Aurora,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe einiges schon über Dich gelesen und bin beeindruckt, wie Du das alles geschafft hast. Meinen absoluten Respekt.
Eine Frage habe ich an Dich: was ist für Dich eine liebevolle Partnerschaft? Wenn es erst später "so richtig los" ging, was war dann vorher? Hattet Ihr da keine liebevolle Partnerschaft, die die Kinder erleben konnten?
Denn ich behaupte, dass wir diese noch haben, sogar sehr. Mein Mann fängt in 90% der Fälle erst abends an zu trinken, seine Gereiztheit oder Aggressivität hat er meistens, wenn die Kinder schlafen, so ab 21 Uhr oder später. Bis dahin sind wir sehr liebevoll miteinander im Umgang und spielen das nicht, sondern fühlen tatsächlich so. Auch im Bett klappt es bis jetzt wunderbar.
Wir hatten einen richtig schlimmen Tiefpunkt in der Ehe, als mein Schwiegervater bei uns im Haus lebte, der auch Alkoholiker ist. 4 Jahre waren das, lange Jahre. Da wollte ich mich schon trennen. Dann zog mein Schwiegervater aus und es wurde schlagartig besser. So viel besser, dass ich keinen Gedanken an Trennung verschwendete und der Alkoholismus eher eine Randnotiz war (gefühlt).
Dann kam der große Krach mit meiner Mutter. Er mit ihr. Richtig schlimm. So schlimm, dass er sie abgrundtief hasst, mir den Umgang verbieten wollte sowie den Kindern (was ich nicht zuließ und zulasse). Das birgt ein enormes Streitpotenzial. Immer, wenn sie uns besucht oder wir sie, was sehr selten vorkommt, weil sie ausgewandert ist, ist mein Zuhause die Hölle. Er nimmt mir übel, dass ich meine Mutter immer noch liebe, obwohl auch ich ihr das, was sie uns angetan hat (mehrfacher Verrat, existenzbedrohendes Verhalten), nicht verzeihen möchte. Die Distanz ist da von mir zu meiner Mutter, meine Liebe kann ich aber nicht leugnen, will ich auch gar nicht. Aber das nimmt er mir übel und deshalb trinkt in diesen Zeiträumen noch mehr als sonst und ist ein Monster für mich. Sobald Zeit verstrichen ist und der nötige Abstand zwischen dem Besuch und dem Jetzt wird es wieder besser.
Meine Mutter war übrigens letzte Woche da. ![]()
Mit diesen Aspekten schlage ich mich für mich selbst herum. Und natürlich verstärkt jeder seiner Ausbrüche meine Abneigung, irgendwann wird automatisch Schluss sein.
Damit ist für mich das wie, WIE trenne ich mich, noch nicht klar. Meine Kinder sind 3 und 9 Jahre alt, beide brauchen noch Betreuung. Die kostet. Naja. Ich habe weiter oben ein paar Zahlen genannt. Ich weiß, dass so eine Trennung mit ungeheuren Entbehrungen verbunden ist. Aber wenn es schon an grundlegenden Dingen scheitert, dass man sich überhaupt etwas zu Essen kaufen kann, geht man diesen Schritt nicht, bis man eine Lösung gefunden hat. An dieser laboriere ich herum. :-/
In diesem Sinne, ich muss jetzt erstmal schlafen. Morgen ist frühes Aufstehen wieder angesagt.
Liebe Grüße an Dich und Euch alle!
Nonens