Beiträge von Nonens

    Liebe Aurora,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe einiges schon über Dich gelesen und bin beeindruckt, wie Du das alles geschafft hast. Meinen absoluten Respekt.

    Eine Frage habe ich an Dich: was ist für Dich eine liebevolle Partnerschaft? Wenn es erst später "so richtig los" ging, was war dann vorher? Hattet Ihr da keine liebevolle Partnerschaft, die die Kinder erleben konnten?

    Denn ich behaupte, dass wir diese noch haben, sogar sehr. Mein Mann fängt in 90% der Fälle erst abends an zu trinken, seine Gereiztheit oder Aggressivität hat er meistens, wenn die Kinder schlafen, so ab 21 Uhr oder später. Bis dahin sind wir sehr liebevoll miteinander im Umgang und spielen das nicht, sondern fühlen tatsächlich so. Auch im Bett klappt es bis jetzt wunderbar.

    Wir hatten einen richtig schlimmen Tiefpunkt in der Ehe, als mein Schwiegervater bei uns im Haus lebte, der auch Alkoholiker ist. 4 Jahre waren das, lange Jahre. Da wollte ich mich schon trennen. Dann zog mein Schwiegervater aus und es wurde schlagartig besser. So viel besser, dass ich keinen Gedanken an Trennung verschwendete und der Alkoholismus eher eine Randnotiz war (gefühlt).

    Dann kam der große Krach mit meiner Mutter. Er mit ihr. Richtig schlimm. So schlimm, dass er sie abgrundtief hasst, mir den Umgang verbieten wollte sowie den Kindern (was ich nicht zuließ und zulasse). Das birgt ein enormes Streitpotenzial. Immer, wenn sie uns besucht oder wir sie, was sehr selten vorkommt, weil sie ausgewandert ist, ist mein Zuhause die Hölle. Er nimmt mir übel, dass ich meine Mutter immer noch liebe, obwohl auch ich ihr das, was sie uns angetan hat (mehrfacher Verrat, existenzbedrohendes Verhalten), nicht verzeihen möchte. Die Distanz ist da von mir zu meiner Mutter, meine Liebe kann ich aber nicht leugnen, will ich auch gar nicht. Aber das nimmt er mir übel und deshalb trinkt in diesen Zeiträumen noch mehr als sonst und ist ein Monster für mich. Sobald Zeit verstrichen ist und der nötige Abstand zwischen dem Besuch und dem Jetzt wird es wieder besser.
    Meine Mutter war übrigens letzte Woche da. ;)

    Mit diesen Aspekten schlage ich mich für mich selbst herum. Und natürlich verstärkt jeder seiner Ausbrüche meine Abneigung, irgendwann wird automatisch Schluss sein.
    Damit ist für mich das wie, WIE trenne ich mich, noch nicht klar. Meine Kinder sind 3 und 9 Jahre alt, beide brauchen noch Betreuung. Die kostet. Naja. Ich habe weiter oben ein paar Zahlen genannt. Ich weiß, dass so eine Trennung mit ungeheuren Entbehrungen verbunden ist. Aber wenn es schon an grundlegenden Dingen scheitert, dass man sich überhaupt etwas zu Essen kaufen kann, geht man diesen Schritt nicht, bis man eine Lösung gefunden hat. An dieser laboriere ich herum. :-/

    In diesem Sinne, ich muss jetzt erstmal schlafen. Morgen ist frühes Aufstehen wieder angesagt.

    Liebe Grüße an Dich und Euch alle!
    Nonens

    Liebe Sunshine,

    mich hat die Art Deines Beitrages, Dein Tonfall wirklich geärgert. Du kennst mich und meine Familie nicht, lediglich aus den wenigen Zeilen, die eine Momentaufnahme meines Lebens sind. Du kannst nur mutmaßen, in welchem Stadium sich mein Mann als Alkoholiker befindet und ich möchte Dich bitten, nicht zu beurteilen, was bei uns Liebe ist und was nicht.

    Was mich eigentlich stört: ich fühle mich von Dir nicht BEurteilt, sondern VERurteilt. Abgestempelt als Opfer und in die Schublade gesteckt. Zack, abgehakt, erledigt, der Fall ist klar.

    Es mag Menschen geben, die diesen rauen Umgangston brauchen, denen man mal so richtig hart die Wahrheit wie einen nassen Waschlappen ins Gesicht klatschen muss. Ich gehöre nicht dazu. Ich durchlebe einen Prozess, der wer weiß wie lange dauert, das weiß keiner. Ich beschäftige mich seit Jahren mit diesem Thema, ich führe Gespräche mit Betroffenen aus meinem nahen Umfeld und Gespräche mit einer Person, die in diesem Bereich arbeitet, auch mir extrem nahestehend. Inhaltlich sind sie völlig bei Dir, was Du sagst. Und trotzdem können sie differenzieren, weil sie mich kennen, weil sie meine Situation kennen und meinen Mann. Ihre Wahrheit tut auch weh, aber sie verletzen mich nicht.

    Um mal ein anderes Bild zu zeichnen: wir befinden uns seit Jahren im gleichen Alkoholstadium. Es ist nicht schlechter geworden, sondern ich habe Stück für Stück meine Naivität verloren (und wohl auch noch einen Rest behalten, vermute ich). Wir waren beide in einer Paartherapie, bei der Caritas und bei unserem Hausarzt. Drei professionelle Fachleute bestätigten ihm, dass er zwar ein Suchtproblem hat und Alkoholiker ist. Aber er ist dennoch ein Ausnahmefall, weil er sich mehr unter Kontrolle hat, als eigentlich anzunehmen wäre.
    Er ist den Kindern ein liebevoller Vater und er vergöttert mich. (Ich kann schon sehen, wie Du mit den Augen rollst...) Ich will hier nichts schön reden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem er morgens schon säuft und mittags schon nicht mehr geradeaus laufen kann. Seinen Pegel trinkt er sich nach Büroschluss an, und wenn ich ihn bitte, ins Bett zu gehen, tut er das ohne zu zögern.

    Aus diesem Grund fällt es mir zusätzlich auch so schwer, einen Schlussstrich zu ziehen. Es ist eben noch nicht "richtig schlimm". Es gibt Tiefpunkte, aber auch viele Höhepunkte, trotz allem, immer noch.

    Ich habe einen anderen Beitrag hier im Forum gelesen, wo eine Co ihren Alk-Mann verlassen hat, mit drei kleinen Kindern, um die Kinder zu schützen. Nun, nach vielen Jahren, sind die Kinder kleine Erwachsene, Jugendliche, und machen ihr Vorwürfe, sie ist die böse, der Vater der tolle und coole Typ. Warum? Weil die Kinder glücklicherweise den Mist nicht mit ansehen mussten. Aber will ich das so?

    Nicht falsch verstehen: um Gottes willen möchte ich nicht, dass meine Kinder erst richtig leiden müssen um mich zu verstehen. Aber ich frage mich: gibt es DEN richtigen Weg, DEN richtigen Zeitpunkt für was auch immer?

    Worauf will ich hinaus: ich möchte keine Vorverurteilung als Person, wenn man nicht wirklich alle Facetten betrachten kann. Und ich bin auch kein Opfer, das alles über sich ergehen lassen muss oder in diese Situation gezwungen wurde. Aber ich bin ein Mensch, der aktuell nicht weiß, wie er mit der Situation umgehen soll und hier Rat sucht. Zuspruch. Verständnis. Mein Charakter kann mit so etwas besser umgehen, als mit Vorwürfen, warum ich blöde Kuh denn immer noch mit einem Alki zusammenlebe, dann bin ich doch selbst schuld.

    Viele Grüße
    Nonens

    Liebe Neuland,

    danke für Deine Zeilen.

    Das "ganz oder gar nicht" ist bei ihm ja eindeutig. Er sagt, wird immer trinken und wird und will nie damit aufhören. Das Pusten wollen hat eine Vorgeschichte. Ich hatte ja festgestellt, ab welchem Pegel er die Kontrolle verliert und mit ihm die Vereinbarung getroffen, dass er nicht mehr als diese 2 Flaschen Bier trinkt. Damit war er einverstanden (im nüchternen Zustand). Natürlich, wie soll es anders sein, bleibt es sehr selten bei diesen 2 Flaschen. Das sind dann diese Kleinigkeiten, er hat mal bei einem Bekannten nur "einen Schluck" zusätzlich getrunken, oder er macht eine dritte Flasche auf und trinkt die ja gar nicht leer (ist also nicht so schlimm, ist ja nur ne halbe). Weil wir deshalb ständig Streit haben, auch weil ich ihm angeblich oft Unrecht tue (wir hatten Besuch und der Besuch hat das dann getrunken, etc.) möchte er lieber pusten, weil er dann beweisen kann, dass er nicht mehr getrunken hat als vereinbart.

    Warum ich trotzdem über seinen Vorschlag lache: selbst wenn er Recht hätte, dass ich ihm oft Unrecht tue: ganz oft habe ich Recht und es interessiert ihn dann nicht die Vereinbarung, also warum sollte ihn eine neue Vereinbarung dann in dem Moment interessieren? Die Gelackmeierte bin doch wieder ich und natürlich bin ich die böse.

    Ich bin so hin und hergerissen. Heute morgen hatte ich das Gefühl, ich fange an, mich innerlich zu trennen. Dann wieder hatte ich solche Sehnsucht nach ihm und seinen Zärtlichkeiten, dass ich diese ständig einfordere (SMS, etc.).

    Letzte Nacht kam er sehr spät nach Hause von einer Geschäftsreise, und er stank nach Alkohol, ich fühlte mich so abgestoßen wie noch nie zuvor. Dieses Gefühl nahm ich heute morgen mit ins Büro, wo es sich dann verflüchtigte (siehe oben, Drang nach zärtlichen Nachrichten).

    Ich möchte mein Verhalten ändern und nicht mehr kontrollieren. Ich merke, wie schwer mir das fällt und dass es mir noch nicht gelingt. Gestern Abend hörte ich ihn nach Hause kommen und ich spitzte die Ohren, was er tut (ich versuchte herauszufinden, ob er sich Bier holt). Heute mittag prüfte ich den Flaschenbestand. Ich ärgere mich über mich selbst, dass es mir noch nicht egal ist und ich es einfach sein lasse. Wäre er gar nicht da, hätte ich gar keine Möglichkeit, das zu prüfen und das wäre dann auch in Ordnung. Aber alleine der Umstand, dass ich in der Position bin, ihn prüfen zu können, verleitet mich dazu und das finde ich furchtbar an mir. :( Welche Tricks und Tipps gibt es, dass ich loslassen kann, dass es mir nicht mehr wichtig ist, dass ich einfach mit der Kontrolle aufhöre??? :(

    Liebe Grüße
    Nonens

    Hallo zusammen!

    Ich habe heute festgestellt, dass ich bereits seit 2006 Mitglied hier bin. :shock:
    Und ich habe meine alten Beiträge gelesen, dass mein Mann Alkoholiker ist, nicht aufhören will zu trinken, aber sooo liebenswürdig ist und lustig, wenn er getrunken hat. Mich hat das heute aus den Schuhen gehauen!

    Die "neue" Wahrheit für mich (Mama mit zwei Kindern) sieht heute so aus:

    Wenn er mehr als 2 Bier getrunken hat (mittlerweile habe ich das erkannt), erhöht sich die Gefahr, dass er gemein/unfair/aggressiv wird um ein Vielfaches. Dann reicht schon ein Blick in den Kühlschrank, dass er als Hauptverdiener mal wieder nichts zu essen hat, was er gerne essen würde und ich bin schuld.

    Was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, kann sich jeder Co-Abhängige vorstellen! Aber ich kann es noch nicht begreifen.

    Ich habe keine Ahnung, an welchem Punkt ich derzeit eigentlich gerade stehe. Ich hatte, bedingt durch eine Erkältung und damit Krankschreibung, nun viel Zeit, über uns nachzudenken. Uns... über mich und wie ich weitermachen will. Ich weiß es nicht. Wenn ich keine Kinder hätte, wäre ich höchstwahrscheinlich schon längst weg.

    Ich weiß nicht, wie ich mich trennen soll, weil ich finanziell alleine nicht mit meinen Kindern klar käme. Selbst wenn ich einen Vollzeitjob finden würde (ich arbeite halbtags), käme ich mit den Kosten für die Kinderbetreuung für beide (um die 800 Euro monatlich) nicht hin. Ich bin auf ein Auto angewiesen, weil ich mit den Öffentlichen nicht zu meiner (derzeitigen) Arbeitsstelle käme. Mit all den damit verbundenen Kosten, Mietwohnung, etc. wäre ich auf seine Unterstützung (Kindesunterhalt) angewiesen. Und darauf kann ich mich nicht verlassen. Warum? Weil er z.B. in seiner Wut unberechenbar sein kann. Weil er z.B. während der Trennung in ein Loch fallen könnte und seine Arbeit verlöre. Es gibt mir zu viele Unsicherheiten, die für mich Abhängigkeit bedeuten. Ich muss das alleine schaffen. Und da stecke ich fest. Staatliche Unterstützung bekäme ich nicht, dazu geht es mir/uns zu gut.

    Davon ganz abgesehen gibt es bei uns in der Gegend fast keine Wohnungen (ich habe nachgeschaut, eine einzige Wohnung wird derzeit angeboten, die finanziell im Rahmen läge und groß genug für 3 Personen, aber eben auch nur, wenn ich die Unterstützung bekäme).
    Ich könnte anderswo hinziehen... aber dieser Schritt... ich müsste, einen neuen Job suchen, eine neue Wohnung, einen neuen Kitaplatz, eine neue Schule UND mich trennen, und zwar nicht nur von meinem Mann, sondern vom gesamten sozialen Umfeld. Und das alles gleichzeitig. Das wirft mich wieder zurück und ich denke: durchhalten, bis die Kinder größer sind.

    Die Kinder bei ihm zu lassen? Naja. Erstens ist er nie da. (Beruflich unterwegs) Zweitens: bei einem Alkoholiker lassen? :?
    Diese Option kommt daher für mich nicht in Frage.

    Vor ein paar Tagen hat er mir einen neuen "Deal" vorgeschlagen. Wir besorgen uns einen Alkoholtester und er pustet jeden Abend. Ab 0,3 Promille hört er auf zu trinken.
    Dass ich nicht lache. Es wird zwar Momente geben, da wird er das schaffen. Aber tausend andere stehen dagegen. Einmal begonnen...: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

    Ich bin so durcheinander... wütend. Hoffnungslos. Verzweifelt. Fühle mich in die Ecke gedrängt, sch*** Geld. Ich weiß momentan nicht, wie ich aus dieser Situation rauskommen soll.

    Ich habe auch überlegt, ihn zu bitten, dass er vorübergehend zu seiner Familie zieht. Leider trinken sie da auch alle Alk. Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wo mir das sch*** egal ist. Es ist mir egal, ob er säuft. Ich bin mir aber nicht egal. Es k***t mich total an, dass ich ihn kontrolliere. Ich habe Magendrücken, wenn er nach Hause kommt. Ich schnüffele an ihm, ob er eine Fahne hat. Der prüfende Blick in die Augen (schwimmen sie schon?).

    Früher fand ich es niedlich und witzig, wenn er betrunken war und dann witzig. Heute ekelt mich dieser Witz an.

    Ich habe ihm schon gesagt, dass ich an dem Punkt bin, dass ich ihn hasse, wenn er getrunken hat. Dass er mich dann anekelt. Und dass ich für nichts mehr garantiere. Dass ich eines Tages, wenn meine persönliche Grenze erreicht ist, weg bin. Dass ich nicht weiß, wann das sein wird. Aber dass der Tag kommt, wenn er so weitermacht. Und ich glaube, ich steuere gerade in hoher Geschwindigkeit darauf zu.

    Ich habe einen Schnuppertermin bei einem Psychotherapeuten gemacht. Ich brauche Input von außen, professionelle Hilfe. Ich muss Struktur in meine Welt bringen (siehe der Text, der muss für Euch ganz schön konfus sein. Verzeiht bitte).

    Ich fühle mich stark insoweit, dass ich mich von ihm nicht unterkriegen lasse. Auch wenn das Diskutieren falsch ist, aber ich lasse mich nicht mehr von ihm "betoffeln". Ich habe meine Hobbys (Sport und Klavier spielen), die mir die nötige Entspannung verschaffen. Ich habe meine sozialen Kontakte, die zum Teil von meiner Situation wissen und mich seelisch unterstützen.

    Was ich nicht habe, ist das Gefühl, finanziell so abgesichert zu sein, dass ich meine Kinder und mich ernähren kann. Solange ich das nicht habe, kann ich den nächsten Schritt nicht gehen.

    In diesem Sinne, erstmal gute Nacht. Bis demnächst! Und: danke für's Lesen!

    Nonens

    Liebe Lavendel,

    ich habe Deine Worte auszugweise mal an meinen Partner geschickt, denn er fragte mich immer, was schon passieren solle, er habe so tolle Werte und von heute auf morgen passiere da auch nichts... Ich war so frei, Dich zu zitieren und habe ihm das per Mail geschickt... mal sehen, welche Ausrede diesmal kommt...

    Ich weiß, dass Ihr Recht habt. Aber das will ich nicht wissen... Versteht Ihr, was ich meine? Ich bin genauso abhängig... :cry:

    Hallo Ihr Lieben,

    war längere Zeit nicht mehr hier, weil .... habe keine Ausrede.

    Eure Worte beinhalten sehr viel Wahrheit, der ich mich nicht entziehen kann. Trotzdem bin ich nicht so weit und werde mich weigern solange ich kann, den Rat Trennung anzunehmen... Das kommt für mich einfach nicht in Frage. Wie lange das gut geht, hängt nur allein von mir ab, wie gut ich damit zurechtkomme. Ich allein bin für mein Leben verantwortlich und ich muß entscheiden, was ich will. Ich habe mich für meinen Mann entschieden und denke nicht daran, diese Entscheidung in Frage zu stellen oder an ihr zu zweifeln. Ich habe die rosaroten Brillen auf und weigere mich, sie abzusetzen... diesbezüglich ist mir so wenig zu helfen wie meinem Mann mit seinem Alkproblem.

    Speedy, Deine Zeilen lesen sich für mich so, als hätte ich sie geschrieben... auch mein Mann trinkt nach der Arbeit, so um die 1,5 Liter am Abend, manchmal auch Schnaps... auch er sagt, er trinkt, weil es ihm schmeckt und er das zum Abschalten braucht, zum "Runterkommen". Er behauptet, er stünde zu seiner Sucht, aber wenn ich in der Öffentlichkeit darüber rede ("öffentlich" bedeutet meine Familie, meine engsten Freunde), dann regt er sich auf, ich solle es doch gleich publizieren (naja, das Internet kommt dem ja schon recht nahe ;) ).
    Auch mein Mann ist meine große Liebe... bis auf das Problem Alkohol ist alles perfekt und er ist der liebste Mensch, den ich kenne, mit oder ohne Alk im Blut...

    Ach, noch etwas: wenn ich ihn auf das Problem anspreche, gibt es auch Streit und Diskussionen... tue ich das nicht, ist alles bestens und ich die beste Frau der Welt...

    Liebe Grüße
    Nonens

    P.S. Witzig, dass Du vor 5 Tagen hier geantwortet hast nach so langer Zeit und ich das jetzt lese... bekomme trotz Aktivierung keine Benachrichtigungen der Beiträge... War also aufgrund eines Anlasses erst jetzt wieder hier...

    Mein Partner trinkt seit vielen Jahren, in denen er mal sehr sehr sehr sehr viel getrunken hat (Trinken bis zum Erbrechen, danach weitertrinken; 1,5 Liter Wodka innerhalb 1 - 2 Stunden, mal weniger viel (momentan durchschnittlich 2 - 3 Flaschen Bier JEDEN Tag, am WE dann noch etwas Cognac oder Schnaps).

    Schlimm ist für mich eher, dass er sich an gemeinsame Absprachen nicht hält, die wir getroffen haben (Autofahren verboten, wenn besoffen, mittags keinen Alk). Also nicht der Konsum an sich, sondern die Fehltritte, die er dann auch noch herunterspielt... ("das war doch gar nicht so viel, worüber regst du dich eigentlich auf, ich verstehe dich nicht...")

    Ich fühle mich gerade extrem einsam und allein, denn meine Freunde haben keine Zeit oder wohnen zu weit weg... Das wird auch wieder besser, aber im Moment fühle ich mich einfach nur schlecht... :cry:

    Hallo Charles,

    schön, von Deinem Bericht zu lesen... Mein Mann weiß, wie sehr mich das belastet, sagt mir aber auch, dass er mit dem Trinken niemals aufhören wird. Er ist wohl in einem wie Du: er ist ein sanfter Trinker, er ist feinfühlig, entspannt und unglaublich süß und liebevoll, wenn er getrunken hat und wahnsinnig ehrlich. (Ehrlich ist er auch so, aber es werden auch Dinge geäußert, die er so vielleicht sich nicht trauen würde, zu sagen oder zuzugeben.) Ich muß mir also keine Sorgen machen, geschlagen zu werden.

    Trotzdem belastet mich die Trinkerei und vor allem das Kleinreden des Problems. Ich mache mir Sorgen, dass er irgendwann seinen Körper damit zerstört und früher als nötig stirbt. (Seine Werte sind momentan noch bombastisch gut, trotzdem er seit 15 Jahren trinkt!).

    Ich weiß, dass er mich liebt. Aber ich glaube zu wissen, dass der Alk gewinnen würde bei einer Ent- oder Weder-Frage...

    Dein Beitrag hat mir gefallen, dass es bei Dir etwas geändert hätte... stimmt mich aber nachdenklich, warum das in diesem Fall nicht so ist...

    Habe noch genügend rosarote Brillen auf, dass ich seine Fahne rieche, aber diese mich überhaupt nicht stört, weil ich sie wegdenken kann.

    Viele liebe Grüße
    Nonens

    Hallo Babsy,

    mit 6 Jahren kann ich noch nicht aufwarten (Beziehungszeit), aber ich habe Angst, dass es mir nach 6 Jahren ähnlich geht... Ist das bei Dir auch so, dass Du den Auseinandersetzung, den Argumenten nicht gewachsen bist, weil Dir einfach die Worte fehlen? Es werden Vergleiche gezogen, da ist man einfach sprachlos (in meinem Fall ist mein zugegebenermaßen sehr hoher Süßigkeitenkonsum von 200 gr Schoki pro Tag genauso schlimm wie sein Alkkonsum, ich könne davon ja fett werden...) ... Geht Dir das auch so? Weißt Du dann auch nicht mehr, was Du sagen sollst und fühlst Dich einfach nur unverstanden?

    Ich mußte mir sogar das Verständnis meiner Mutter erkämpfen, die sein Verhalten runtergespielt hat... nur mein Vater verstand mich, weil dieser einen Freund an den Alkohol verloren hat.

    Um aber eines deutlich zu machen: mein Mann wird, wenn er getrunken hat, sehr sensibel und feinfühlig. Das heißt, je mehr Alk er getrunken hat, um so entspannter, feinfühliger, sensibler und toller wird er. (Trotzdem möchte aus gesundheitlichen Gründen nicht, dass er so viel trinkt...)

    Die Verspottung kann ich gut verstehen... werde von anderen auch eher angegriffen, warum ich denn rumzicken würde...

    Liebe Grüße
    Nonens

    Hallo speedy53,

    mir geht es ähnlich wie Dir, und ich weiß mir auch nicht zu helfen. Den Rat, meinen Mann zu verlassen, bekam ich auch schon, aber so weit will ich definitiv nicht gehen, das ist nicht mein Ziel (wobei ich nicht mal weiß, was mein Ziel ist).

    Die Sprüche, die Dein Mann abläßt, kenne ich zum Teil auch. Ich muß mir auch anhören, ob es mir lieber wäre, wenn er Bäcker wäre und nicht so viel Arbeiten müsse, nicht so viel Stress hätte (denn der Stress ist schuld, dass er so viel trinken muß), wir dann nicht in einem Häuschen, sondern in einer kleinen Wohnung (manchmal fällt auch das Wort Sozialwohnung) wohnen müsse...

    Wenn ich mich beschwere, dass er wieder mittags angefangen hat zu Trinken (abends sage ich ja schon nichts mehr), dann regt er sich über mich auf, was denn an einer kleinen Flasche Wodka so schlimm wäre, er verstünde mein Problem dabei nicht. Ihm würde ja auch nichts passieren und er sei gesund, ich brauche mir keine Sorgen machen.

    Einen Grund zu Trinken gibt es für ihn auch immer (Streß, Sorgen, Freude, Wut, Trauer...), und ich könne das ja nicht verstehen, ich sei ja nicht in seiner Situation mit so viel Verantwortung! Dazu kann ich dann nie was sagen, denn es stimmt, ich trage nicht so viel Verantwortung... Mir fehlen in diesen Diskussionen einfach immer die Argumente, und das k*** mich langsam an...

    Du wohnst in der Nähe von Frankfurt am Main, ich übrigens auch... ;)

    Würde mich freuen, wenn Du antwortest...

    Viele liebe Grüße
    Nonens

    Hallo kaltblut,

    Deine Zeilen erschrecken mich, Deine Geschichte erschreckt mich. Warum? Weil der Anfang Eurer Beziehung, das, was ich herauslesen konnte, dem ähnelt, wie mein Anfang der Beziehung verläuft... ich redete mir ein, ich käme mit dem Alkoholproblem meines Partners zurecht. Seit gestern weiß ich, dass ich das nicht kann. Allerdings suche ich das Problem bei mir, weil mir mein Partner von Anfang an gesagt hat, dass er so ist und ich ihn so nehmen muß wie er ist. Da ich ihn liebe, will ich mich ändern, dass ich damit zurechtkomme.

    Wenn ich jetzt lese, wie es Dir ergangen ist, dass Du ähnlich oder genauso warst wie ich, mit den gleichen Idealen, der gleichen rosaroten Brille, dann bekomme ich Angst, wenn ich lese, wo Du jetzt stehst... :(

    Ich weiß nicht, was ich tun soll... :-/ Ich weiß nicht mal, wie ich mit ihm reden oder umgehen soll.

    Naja. Erst mal soweit...

    Liebe Grüße
    Nonens

    Hallo lizard,

    Deine Willensstärke ist wirklich bewundernswert! Dass Du für Dich entschieden hast, Dein Leben auch alleine mit zwei Kindern meistern zu können, verdient höchste Respektzollung! Ehrlich, ich bewundere Dich dafür!

    Mein Partner ist auch Alkoholiker. Es fällt anderen nicht so auf, weil er tagsüber selten was trinkt, dafür aber abends immer(!) und oft dann auch viel. Er sagt von sich, dass er zu keiner Zeit vom Alkohol abkehren wird.

    Ich müßte so konsequent sein wie Du, aber ich hätte dann das Gefühl, ich gehe den falschen Weg.

    Ehrlich, Hut ab vor so viel Willensstärke und Konsequenz! Hoffentlich hältst Du durch - und Dein Freund auch!

    Liebe Grüße
    Nonens

    Hallo Liebe Helga,

    danke für Deine Antwort. Verstehe ich das richtig, dass Du mir nahelegst, ihn zu verlassen, weil ich ihm dann eher dadurch helfen würde? Das glaube ich eher nicht. Wir sind erst seit einem Jahr zusammen. Ich glaube zwar, dass das für ihn die Katastrophe wäre, er sich aber irgendwann fangen würde - alles lieber mit dem Alkohol.

    Er wird, wenn er getrunken hat, auch nicht aggressiv. Eher lustig bis albern. Theoretisch dürfte ich also keine Probleme damit haben. Nur meine Angst, dass er irgendwann gesundheitliche Probleme bekommt, die macht mir zu schaffen.

    Abhängigkeit statt Liebe... Nun, eine gewisse seelische Abhängigkeit ist gewiss da. Aber zu sagen, das wäre falsch verstandene oder gar keine Liebe, das geht dann doch etwas zu weit.

    Den Weg, ihn zu verlassen, werde ich nicht gehen. Daran werde ich auch nicht arbeiten, dahin zu kommen, denn das möchte ich nicht.
    Sollte sich sein Wesen ändern, wäre das wohl was anderes, denn dann wäre der Mensch, die Person, die ich so liebe, nicht mehr da.

    Liebe Grüße
    Nonens

    Hallo!

    Ich möchte ungern meinen richtigen Namen verraten, daher bin ich hier im Forum einfach nur Nonens. Mein Alter spielt sich irgendwo zwischen 20 und 40 ab. Bitte nicht böse sein, dass ich, solange ich hier öffentlich poste, nicht mehr Informationen preisgeben möchte.

    Mein Mann ist Alkoholiker, und er gibt das auch zu. Er nennt sich einen kontrollierten Alkoholiker (er trinkt meistens nur abends, das aber täglich, mit gelegentlichen Ausnahmen auch mittags). Als wir uns lieben lernten, war er das schon und fragte mich immer wieder, ob ich damit leben könne. Ich sagte immer, ich habe kein Problem damit.

    Gestern gab ich mir selbst gegenüber zum ersten Mal zu, dass ich ein Problem damit habe. Er hat mir immer wieder gesagt, dass sich das nie bei ihm ändern wird, er wird weiter trinken und er wird weiter so viel trinken. Er möchte es gar nicht anders. Ich habe also die Wahl, damit zurechtzukommen oder eben nicht.

    Ich möchte damit zurechtkommen, weil ich ihn über alles liebe und er mir mein Leben, meine Welt bedeutet. Ich weiß nur nicht, WIE ich damit zurechtkommen soll. Ich suche Menschen, denen es ähnlich geht wie mir, damit ich mich damit nicht so allein fühle. In seiner Familie gibt es fast ausschließlich Alkoholiker, die mich nur bedingt verstehen können. Ansonsten gibt es in meinem Freundeskreis keinen, der mich verstehen kann, ich höre sonst nur, sie kämen damit nicht klar. Das hilft mir auch nicht weiter.

    Ich versuche immer, mit Liebe auf ihn einzugehen und auf ihn einzuwirken. Ihm ruhig zu erklären, dass ich mir Sorgen um ihn mache. Darauf höre ich immer wieder den gleichen Satz, ich müsse mir keine Sorgen machen. (Einmal im Jahr geht er zum Arzt, der ihm blendende Werte bescheinigt. Ich frage mich immer wieder, wie lange das noch gut geht.)
    Er fährt sturzbetrunken Auto, verspricht mir aber, zu versuchen, das einzustellen und mich anzurufen, damit ich ihn abholen kann. Ein paar Mal hat es funktioniert, ein paar Mal nicht, seit wenigen Wochen gab es keinen solchen Absturz, der zu unserem kleinen Deal geführt hätte.

    Ich bitte um Entschuldigung, dass dieser Beitrag so lang geworden ist. Ich bin einfach nur furchtbar traurig, weil ich nicht weiß, wie ich damit zurechtkommen soll. Ich weiß aber, dass ich - müßte er sich entscheiden - bei der Wahl "Alkohol oder ich" verlieren würde.

    Ich danke Euch fürs Lesen!

    Liebe Grüße
    Nonens