Beiträge von Neuland

    Liebe Nonsens,

    vieles, was du beschreibt, ist bei uns ähnlich. Da ist das Kontrollieren, der Blick in die Augen, das Schnuppern nach der Fahne. Oft reicht schon ein Blick ins Gesicht, die ganze Mimik verändert sich ja oder der Klang seiner Stimme (näselig) am Telefon und ich kann mir ein Bild vom derzeitigen Pegelstand machen. Die Abscheu, wenn er getrunken hat, kenne ich nur allzu gut. Und die Idee von deinem Mann mit dem Pusten ist wirklich lächerlich, ist doch nur ein Versuch, dich ruhig zu stellen. Entweder ganz oder gar nicht.

    Auch bei uns hapert es zur Zeit noch am Finanziellen. Bei uns ist das Ganze sehr komplex und ich werde demnächst eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Vielleicht wäre das auch etwas für dich? Wie alt sind seine Kinder? Dir steht eventuell Unterhaltsvorschuss zu, wenn dein XY nicht zahlt.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.
    LG Neuland

    Schon klar. :wink: Allerdings habe ich lange gebraucht, um dahin zu kommen, zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Und einigen anderen hier wird es sicher ebenso gehen. Es heißt so schön, es wird einem nie mehr auferlegt, als man tragen kann. Aber ich frage mich, warum tun wir das? Rumeiern, alles schönreden, die Leidensfähigkeit soweit dehnen, bis der Körper zusammenbricht. Da kommt schon der Gedanke, hätte er nur einmal die Hand erhoben, dann wäre das ewige Rumgeeiere kein Thema gewesen....... Für manche immer noch kein Anlass, die Brocken hinzuschmeißen, für mich aber ein absolutes no-go.

    Hallo liebe et_loar,

    danke für deinen Besuch bei mir und herzlich Willkommen hier.

    Natürlich ist nie der Alki an irgend etwas schuld, sondern wir, die bösen Partner/innen, die ihm das Leben so schwer machen ( du bist so oft weg, ich bin einsam, der S*** ist zu selten ,die Kinder zu laut), die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    Bei deiner Beschreibung der verschlossenen Bierflaschen musste ich grinsen. Mein Mann hat gern Flaschen mit klarem Inhalt mit Wasser aufgefüllt, damit es nicht auffällt. :roll: Wie einfallslos! :shock:

    Dein Mann will ebenso wie meiner in eine Klinik, um dich/euch nicht zu verlieren. Ziemlich schlechte Voraussetzungen, findest du nicht? Solange es nicht Klick macht und er es für sich tut, sind die Erfolgsaussichten verschwindend gering.


    Ich wünsche dir viel Kraft für dich und deine Kinder, diese erste Zeit zu überstehen. Kümmere dich um dich und deine eigene Genesung, du hast schon genug gelitten.

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich heute mit einer Frage beschäftigt, die ich gern mal an euch weitergeben würde. Ich lese mich schon länger kreuz und quer durchs Forum und manche Geschichten sind schon wirklich schlimm. Wenn ich dann diese Geschichten mit meiner vergleiche, dann kommen mir so Gedanken wie: Mein Mann ist nie torkelnd durchs Dorf gelaufen, hat mich weder geschlagen noch s*** genötigt, nicht in die Ecke gepinkelt oder Schlimmeres :roll: ,
    er wurde noch nie vom Notarzt abgeholt oder ist zu Hause ins Delir gefallen. Ist deshalb "alles nicht so schlimm?". Und wie schlimm ist wirklich schlimm? Bin gespannt auf euer Feedback.

    @et_loar: Ja wahrscheinlich ich hatte schon immer einen gewissen Hang zu "besonderen" Männern. :shock:

    Heute hatte ich telefonischen Kontakt zu meinem Mann. Danach hat er auch noch geschrieben und ich habe wieder mal gemerkt, dass er noch nichts verstanden hat. Immer noch nicht. Was immer er jetzt macht (ich weiß nicht, wo er ist) macht er "um die Kinder und mich nicht zu verlieren" (man beachte die Reihenfolge. :? Also immer noch nichts mit Krankheitseinsicht und dem Willen zur eigenen Genesung. Natürlich hat er auch wieder versucht, diverse Knöpfe zu drücken ( Liebesschwüre, Selbstmitleid, Vorwürfe). Obwohl ich ihm gegenüber nicht drauf angesprungen bin ging es mir hinterher schlecht. Momentan sortiere ich für mich wichtige Unterlagen, unter anderem hatte ich dabei das Stammbuch in der Hand und damit die Erinnerung an schönere Zeiten. Das hat auch nicht gerade zu einer besseren Stimmung beigetragen. :( Aber solche Momente gehören leider auch dazu und werden uns noch eine Weile begleiten.

    Hallo Barthell,

    wir hatten einen sehr schönen Geburtstag mit Lagerfeuer und allem drum und dran. Mein Mann hat mir zwischendurch sehr knapp geschrieben, er könne seinen Sohn nicht erreichen (er wollte ihm gratulieren). Nachdem ich das geklärt hatte, habe ich ebenso knapp zurück geschrieben. Die beiden haben dann telefoniert (mein Sohn hat ein eigenes Handy) ich habe mit ihm nicht gesprochen.

    Meinem großen Sohn geht es gut. Er fühlt sich in seiner WG und im Studium sehr wohl, kommt aber auch öfter zu Besuch. Ich gönne ihm seinen Weg, den er gehen wird. Bin da auch sehr zuversichtlich, dass er alles schafft, was er sich vorgenommen hat. Er hat da den Ehrgeiz seiner Mama :D Allerdings nicht anerzogen. :lol:

    So, dann gehe ich mal meinen Lebensunterhalt verdienen,
    wünsche dir und allen einen schönen Tag

    Die letzten Tage hat sich einiges getan. Nach einer vorhergehenden sehr konfliktreichen Woche ist mein Mann vor einer Woche (unserem Hochzeitstag) weggefahren und hat mir von unterwegs geschrieben, er wäre erstmal ne Zeitlang weg. Angeblich zum Entzug. So schnell, von jetzt auf gleich???? Wie jetzt, Entzug über Nacht, aber keine Therapie? Hört sich für mich alles sehr merkwürdig an. Seitdem ist Funkstille, denn er hat wohl meinen Wink verstanden dass ich im Moment keinen Kontakt wünsche.

    Ich denke nicht, dass sein Entzug oder was auch immer er da macht, langfristig Erfolg haben wird. Zumal der Alk ja nicht sein einziges Problem ist. Ich habe die Woche davor schon in der Shg gesagt, dass ich ihn nass nicht mehr will, trocken aber auch nicht. Da sind zu viele Verletzungen, nicht eingehaltene Versprechen und enttäuschte Hoffnungen. Ich will mein Leben nicht mehr auf ihn und den Alk ausrichten. Letztendlich wird es auf die endgültige Trennung hinauslaufen. Ich werde es wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist.

    Ich hatte heute einen Beratungstermin bei Pro Familia. Die Frau dort meinte, ich sei sehr klar und sollte dabei b!eiben. Da das Ganze durch Haus und Selbständigkeit beiderseits sehr komplex ist, geht es nicht ohne Anwalt. Ich war vorhin beim Amtsgericht und habe mir einen Antrag auf Beratungshilfe geholt.

    Ach ja, neue Kunden konnte ich inzwischen auch gewinnen, es kommen hoffentlich dank Werbung noch neue dazu. Dann geht es auch finanztechnisch wieder aufwärts. Wie heißt es so schön? Wo eine Tür zugeht, öffnet sich eine andere.

    Hoffnungsvolle Grüße
    Neuland, die heute die Sorgen beiseite schiebt und Kindergeburtstag feiert :D

    Im Moment geht es mir nicht so besonders. Ich habe sehr viel Wut in mir. Wut auf mich selber, weil ich mich habe blenden lassen von der kurzzeitigen Abstinenz, von dem Mann, der da wieder zum Vorschein gekommen ist und von dem ich dachte, ihn schon vor langer Zeit für immer verloren zu haben. Neben der Wut ist da aber auch Hoffnungslosigkeit meine und die Zukunft meiner Kinder betreffend, weil ich entgegen dem, was ich ihm bei seinem Wiedereinzug gesagt habe, nicht so konsequent sein kann wie ich gern möchte. Das fühlt sich nicht gut an.

    Die Stimmung hier ist ziemlich schlecht, denn im Gegensatz zu früher schlucke ich nicht mehr alles runter, sondern sage was ich denke. Und das gefällt Herrn Promille natürlich gar nicht. 😀 Nächste Woche haben wir Hochzeitstag und ich habe ihn wissen lassen, dass ich weder Blumen noch Geschenke möchte. Da er sich für den Alk entschieden hat, ist dieser Tag für mich kein Grund zum Freuen. Seitdem ist er abwechselnd brastig oder selbstmitleidig und nur noch voll. Am liebsten würde ich die Situation hier und jetzt beenden, werde aber noch die eine oder andere Ehrenrunde drehen müssen. Habe ich mir selbst eingebrockt, ich weiß. Also heißt es, den Kopf oben halten und weiter schwimmen. Ich bin dabei, neue Kunden zu werben, um damit meine finanzielle Situation wieder zu verbessern. Und eine rechtliche Beratung wäre auch nicht schlecht, um für den Fall gewappnet zu sein, dass er querschießt.

    Und während ich mich hier mehr und mehr von ihm zurückziehe, habe ich viel Zeit, hier im Forum zu lesen und über mich nachzudenken. Zum Beispiel darüber, woher meine Co-Muster kommen. Von der herzkranken Mutter, die gern mal in Ohnmacht gefallen ist, und ich als kleines Kind schon im Kindergartenalter wusste, wo die Tropfen stehen die sie wieder auf die Beine bringen. Und das ständige Rücksicht nehmen, denn „Mama darf sich ja nicht aufregen“. Die wenig liebevolle, dafür um so leistungsorientiertere Erziehung, damit ich schon früh Verantwortung tragen und anderen Lasten von den Schultern nehmen konnte. Und es hat funktioniert, ich habe funktioniert, bis heute. Jetzt nicht mehr, Schritt für Schritt. Ich übe mich im Nein-Sagen und holla, es reißt mir keiner den Kopf ab. Ich darf Nein sagen, mit oder ohne Begründung. Manchmal reicht als Begründung einfach: Weil ich nicht möchte. Ist ausbaufähig. Und ich bin eine EKA, habe aber meinen Vater nie gekannt. Ob das trotzdem eine Rolle spielt, gilt es noch herauszufinden.

    Etwas anderes habe ich schon herausgefunden. Selbst wenn mein Mann irgendwann trocken werden sollte, was ich im Moment bezweifle, will ich ihn trotzdem nicht mehr. Zu viele Scherben, schon wieder. Und ich möchte kein Leben in Angst, wann der nächste Rückfall kommt. Keine Rücksicht mehr nehmen auf seine Befindlichkeiten. Aufpassen, was ich sage oder tue, oder nicht sage oder nicht tue, um ihn ja nicht zurück zur Flasche zu treiben. Nö, ist nicht meins. Nicht mehr.

    Verregnete Grüße, draußen wie drinnen,
    Neuland

    Oder anders: Ist er es oder ich? Und noch was: vergesst es, ich kann ihm nicht helfen. So einfach ist das.

    @ Linde: Du hattest Recht, ich bin rückfällig geworden, habe mich einlullen lassen von seiner Liebenswürdigkeit, die ich an ihm schon lange nicht mehr erlebt habe.

    Aber ich habe mich nicht einlullen lassen von falschen Versprechungen, immerhin. Ich wollte gar keine hören. Habe zu ihm gesagt, dass ich keine Erwartungen an seinen Trockenheit habe, das ist sein Ding. Aber auch, ich will nie wieder ein Leben mit einem nassen Alkoholiker. Keine Kompromisse.

    Peng, so, jetzt sitze ich hier und habe genau das. Er ist tatsächlich blöd, glaubt, ich merke nichts, nur weil er seinen Konsum extrem niedrig hält. So niedrig, dass es bisher zu keinen verbalen Ausfällen seinerseits gekommen ist. Ich merke es trotzdem, sage dazu aber nichts mehr, Thema durch. Wenn ich was merke, drehe ich mich um und gehe weg. Zum Glück habe ich schon seit Längerem ein eigenes Zimmer. Nur kann es das auf die Dauer auch nicht sein. Wird es auch nicht.

    Nun ist es leider so, dass ich mal wieder völlig inkonsequent dastehe. Ich wollte keine Kompromisse mehr, kann ihn aber jetzt nicht postwendend vor die Tür setzen, weil ich beruflich = finanziell einstecken musste bzw. immer noch muss. Solange sich das nicht ändert, bin ich finanziell an ihn gebunden, leider. Ich arbeite schon daran, dass das hoffentlich nicht lange so bleiben wird.

    Was ich trotz allem daraus gelernt habe: Er ist nicht der Nabel meiner Welt, ich komme gut ohne ihn klar – und die Kinder im Übrigen auch. Ich habe mir zwei Auszeiten genommen, in denen ich viel für mich rausziehen konnte. Ich habe Abstand und neue Stärke gewonnen und wieder Freude am Leben. Meinem Leben. Lange habe ich nur noch funktioniert, hatte keinen Spaß mehr an meinem Garten, an Geselligkeit, an allem. Das hat sich Gott sei Dank geändert und das lasse ich mir auch nicht mehr nehmen.

    Und jetzt heißt es: kleine Schritte machen, immer schön piano. Das letzte Mal war wahrscheinlich zu überstürzt, ich konnte es einfach keinen Tag länger ertragen, diesen Gestank, diese Launen, die dummen Sprüche und überhaupt die ganze Art. Der Leidensdruck war schon so groß, dass ich hier eine Mappe voller Exposés habe und mir sogar schon ein Objekt angeguckt hatte. Sogar Beratungsgespräche bei der Bank hatte ich schon zwecks Finanzierung. Hätte mir das einer vor zwei Jahren gesagt, ich hätte ihm einen Vogel gezeigt. Ich? Nie im Leben! Als es dann geknallt hat und er tatsächlich gegangen ist, war ich wohl noch nicht soweit, noch nicht genug vorbereitet.

    Das nächste Mal wird es anders. Unser Ältester zieht nächstes Wochenende aus. Für mich bedeutet das ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich gönne es ihm, dass er aus dem ganzen Sch.... hier rauskommt und seinen eigenen Weg geht, werde ihn aber auch sehr vermissen. Wenn wir den Umzug hinter uns haben, fange ich an, hier auszumisten und dabei „seine“ Sachen gleich extra zu sortieren und einzupacken. Das wird der erste Schritt sein, denn je aufgeräumter meine Umgebung, desto aufgeräumter ist mein Kopf. Dann werde ich meine berufliche und finanzielle Situation verbessern, Schritt für Schritt.

    Worüber ich mir noch klargeworden bin: Ich werde hier nicht weggehen, ich denke gar nicht daran! Soll er doch gehen. Ich habe meine Freunde hier, meine Kunden, meine ganzes Netz, das mich trägt. Ich werde mich einfach in Geduld üben müssen, mir nicht auch noch selbst zusätzlichen Druck machen. Aber eins weiß ich: Meine Stunde wird kommen, und dann werde ich ihm den Stinkefinger zeigen und sagen: „Mach doch was du willst, aber ohne uns!“

    So, das musste jetzt mal raus, danke fürs Lesen.

    Ich wollte mich auch mal wieder melden, ein Update und eine Frage hier reinstellen. Nach zwei Monaten Abstinenz habe ich meinen Mann wieder in mein Leben gelassen. Viel zu früh oder grundsätzlich falsch? Ich weiß es im Moment wirklich nicht.

    Er hatte letztes Wochenende einen Rückfall, bisher ein einmaliger Ausrutscher, der mich aber leider ziemlich runtergezogen hat. Ich hatte eigentlich gedacht, mein Abstand wäre inzwischen groß genug, um damit anders umzugehen. Jetzt kämpft er erneut um seine Trockenheit. Ich weiß, dass das ganz allein sein Problem ist. Da er aber im Moment wirklich bemüht ist und wieder bei uns wohnt, würde ich gern Sunshine und andere Betroffene, die hier mitlesen fragen, ob ich als Angehörige irgend etwas tun kann, wenn/falls der Saufdruck wiederkommt?

    So, nach 10 Tagen Singledasein hier ein kurzer Zwischenstand. Inzwischen geht es mir besser als in den ersten beiden Tagen. Morgens nach dem Aufwachen kommt natürlich immer noch der Gedanke: Jetzt bin ich allein. Das relativiert sich aber meist schnell, denn allein war ich vorher auch, zumindest die letzten Jahre meiner Ehe. So langsam stellt sich doch so etwas wie Erleichterung ein. Der Druck ist weg, meine Gedanken müssen nicht mehr um dasselbe Thema kreisen. Ich schreibe viel Tagebuch, um die vergangene Zeit aufzuarbeiten, Bilanz zu ziehen, wo ich stehe und wo ich hinwill.

    Mein Mann hat uns letztes Wochenende besucht (nüchtern). Nach anfänglicher Anspannung auf beiden Seiten war es eigentlich recht entspannt. Er hat sich mit den Kindern beschäftigt und wir hatten auch Gelegenheit zu reden, sehr sachlich. Ich muss nur aufpassen dass es nicht zu freundschaftlich wird. Nicht, dass er meint, er kann sich Schritt für Schritt wieder bei uns einschleichen. Ich muss ihn liebevoll, aber bestimmt in seine Schranken weisen. Die Kinder vertrauen mir, stehen zu mir, gehen aber auch mit ihrem Vater normal um. Ich hoffe, das bleibt alles so.

    Meine Freundinnen stehen Gewehr bei Fuß, wenn ich jemanden zum Reden brauche oder mich ablenken möchte. Bisher weiß nur ein kleiner Kreis Bescheid, aber von allen kommt ein positives Feedback. Gestern haben mir Leute, mit denen ich sonst nicht so viel zu tun habe, ihre uneingeschränkte Hilfe angeboten. Das ist einfach nur toll und hat mich sehr gerührt.

    Ich wollte zum Treffen der Al-Anons leider war niemand da, Ferienzeit! Im gleichen Haus und zur gleichen Zeit treffen sich die AA's. Sie haben mich eingeladen, mit zu ihnen zu kommen. Sie haben mich sehr lieb aufgenommen und ihre Geschichten haben mich sehr berührt. Und ich fand es schon krass, von einem Betroffenen zu hören: „Du bist nicht Schuld und du hast alles richtig gemacht.“ Ich bereue nicht, an diesem Treffen teilgenommen zu haben und vielleicht klappt es ja am nächsten Freitag in der „richtigen“ Gruppe.

    Mein Ältester hat mir schon immer viel abgenommen. Momentan sind wir dabei, wieder langsam aufeinander zuzugehen. Wird sich schon einrenken. Und bald wird er sowieso eigene Wege gehen, wenn er ins Berufsleben eintritt. Ich gönne es ihm!

    Ansonsten kann ich sagen, dass es momentan sehr friedlich bei uns ist. Die beiden Kleinen können sich endlich entfalten und siehe da - sie streiten lange nicht mehr so heftig wie sonst.

    Ein bisschen Bammel habe ich vor der nächsten Begegnung mit meinem XY. Erst einmal gibt es noch so viel zu regeln und auszuhandeln (Besuchszeiten, das gemeinsame Haus etc.), und dass er so anstandslos gegangen ist, ist eigentlich gar nicht seine Art..... Und dann wird er natürlich wieder versuchen mich einzulullen mit Liebesschwüren und falschen Versprechungen, die nichts taugen. Ich mag das nicht mehr hören.

    Ich hätte gerne, allein den Kindern zuliebe eine freundschaftliche Basis. Ich hoffe, wir bekommen das irgendwie hin.

    Ich bin raus aus dem Tal der Tränen. Vorerst?? Ich hoffe, es bleibt so. Ich habe mich in den letzten zwei Tagen im Garten ausgetobt, die Küche neu gestrichen und dabei viel nachgedacht. Ich hatte so viele Wünsche und Träume, die auf der Strecke geblieben sind, weil sich die Welt nur um die Trinkerei drehte. Da mein Mann ja leider therapieresistent ist (Er hat ja kein Problem), muss ich dies bei ihm lassen und mich endlich wieder um mich kümmern. Denn meine Kinder haben ein Recht auf eine fröhliche, ausgeglichene Mutter und nicht auf ein weinendes Nervenbündel.

    Die nächste Zeit wird nicht einfach, es gibt noch so viel zu regeln. Aber erst einmal brauche ich eine Atempause, damit es mir wieder besser geht und ich all dem gewachsen bin. Am Freitag gehe ich zu den Al-Anons und hoffe, dort etwas für mich rausziehen zu können.

    Hallo Sunshine,

    vielen Dank für deine Worte. Du hast völlig Recht mit dem was du sagst, das weiß ich vom Verstand her auch selbst. Die letzte Zeit hat mich so viel Kraft gekostet, ich wollte nur noch raus aus diesem Schlamassel, wieder atmen und leben können, frei sein. Jetzt bin ich es, doch von Freiheitsgefühl und Erleichterung keine Spur. Ernüchterung, Trauer, plötzlich Angst vor der eigenen Courage. Ich weiß, da muss ich jetzt durch, aber es ist verdammt schwer. Doch ich möchte auch nicht wieder einknicken, das habe ich schon viel zu oft getan. Und was hat es mir gebracht? Nichts, es ging mir immer schlechter.

    Meine Hobbys sind meine Tiere und mein Garten. Ich habe mehrere Freundinnen, davon zwei sehr enge, die mich schon länger begleiten und unterstützen. In der Vergangenheit habe ich schon versucht, mir ein Netzwerk aufzubauen, jetzt wird sich zeigen, ob es hält. Ich habe vor Kurzem ein Fernstudium begonnen, um beruflich weiter zu kommen, an Ablenkung mangelt es also nicht. Im Moment kann ich mich aber weder aufraffen noch konzentrieren, der Schmerz ist zu groß. Ich habe verloren gegen den verdammten Alkohol, fühle mich um mein Glück betrogen....

    LG Neuland

    Ich bin neu hier und hoffe, ein wenig Unterstützung zu finden. Mein Mann ist gestern auf meinen Wunsch hin nach zehn Jahren auf und ab, vielen Neuanfängen mit nicht eingehaltenen Versprechungen ("Ich habe kein Problem mit Alkohol, kann jederzeit aufhören, für dich/euch trinke ich nicht mehr"). Ich habe schon vor zwei Jahren angefangen, für mich Konsequenzen zu ziehen. Habe mich von ihm abgenabelt, erst finanziell, dann auch im Alltag. Ich habe mit den Kindern mein Leben gelebt, er seins. Glücklich war ich damit nicht, aber ich habe den Fokus nicht mehr auf ihn und sein trinken gerichtet, sondern habe etwas für mich getan. Nur hat das in den letzten Monaten nicht mehr so gut funktioniert. Ich habe körperlich auf ihn reagiert, negativ, hatte psychosomatische Beschwerden, wenn er zu Hause war. Ich habe gemerkt, der Abstand, den ich mir geschaffen hatte (eigenes Zimmer, getrennt schlafen) reichte nicht mehr aus. Ich konnte es nicht mehr ertragen, die ständige Fahne, seine Diskussionen dann und die Sprüche unter die Gürtellinie.

    Nachdem der letzte Versuch vor vier Wochen kläglich gescheitert ist, habe ich ihm gesagt, dass es besser ist,wenn er geht. Und er ist tatsächlich gegangen, wo ich mich schon auf einen kräftezehrenden Kampf eingestellt habe. Doch statt Erleichterung fühle ich nur eine tiefe Trauer in mir, Leere und Angst vor dem, was die Zukunft bringt. Er war die Liebe meines Lebens und eigentlich trauerte ich schon sehr lange um den Mann, den ich mal geheiratet habe, denn er war ja schon lange nicht mehr da. Er liebt mich immer noch, er sagt es und ich weiß es auch, nur leider ist der Alkohol stärker als seine Liebe. Ob ich ihn jetzt noch liebe, kann ich nicht sagen, ich habe den Mann geliebt, der er einmal gewesen ist.

    Die Reaktion der Kinder war unterschiedlich. Die beiden Jüngeren haben weniger heftig reagiert als befürchtet, wenig Tränen, aber viel Einsicht. Einer der beiden Älteren hat es wohl schon lange kommen sehen und deshalb sehr neutral in seiner Reaktion, dafür spricht der 18-jährige kein Wort mehr mit mir. Das zieht mir zusätzlich den Boden unter den Füßen, weg.

    Ich habe heute einen ganz schlechten Tag. Obwohl ich vom Verstand her weiß, dass diese letzte Konsequenz richtig war, geht es mir damit nicht gut. Ich bin unendlich traurig und ich habe Angst. Angst um meine Zukunft, aber auch um seine. Ich fürchte bei ihm jetzt den Totalabsturz, wo er keinen Halt mehr hat und da melden sich wieder die Schuldgefühle...

    Traurige Grüße
    Neuland