Beiträge von estefania2012

    Hallo Lütte,

    verstehe ich Dich richtig, wenn Du schreibst, das ein Erklären und Bitten Deines Mannes erstmal mehr zur Überforderung wurde als ein Einlassen darauf? Ruhe und Abstand auch als Selbstschutz? Und "Liebesbeteuerungen" erstmal zuviel?

    Ich habe meinem Mann einen Brief geschrieben. Er hat nicht reagiert. Ich glaube das war zuviel des "Guten".

    Wichtiger sind taten und Verlässligkeit, oder?

    Und ich finde, das Du sehr stolz auf Dich sein kannst, für Dich einen Weg gefunden zu haben, und Du auch heute weiter auf Deine Bedürfnisse achtest.

    sonnige Grüße

    estefania

    Mein Mann glaubt, alles besser zu wissen zum Thema Alkoholismus. Für ihn ist das auch keine Erkrankung. Er sagt mir immer auf den Kopf zu, was meine Motivation zum trinken war und warum ich so oder so gehandelt habe.
    Wenn ich versuche, es ihm zu erklären, dann passt es nicht in seine Welt und blockt ab.
    Ich habe ihn schon so oft gebeten, mit in die Gruppe zu kommen, aber er lehnt es ab. Vielleicht weil er dann feststellen müsste, das ich ganz anders denke und fühle, als wie er es meint.

    Hallo Lütte,

    das war sicherlich ein sehr langer Prozess für Dich. Und wenn ich Dich Deine Zeilen lese, kann ich richtig nachemspfinden, wie schwer es Dir gefallen ist.

    Nach meinem letzten Rückfall vor 8 Wochen hat mein Mann die Reissleine gezogen und sich getrennt.Seitdem wohnen wir weiter unter einem Dach und kümmern uns weiter intensiv um unsere Tochter. Konkrete Auszugspläne gibt es derzeit nicht. Aber es ist für alle sehr belastend. Vielleicht aufgrund auch der finanziellen neuen Situation dann. Ein Neubeginn hat er ausgeschlossen. Ein Reden ist gar nicht mehr möglich. Nur allgemein. Jeder macht seins.

    Ich bin seitdem in Suchtmedizinischer Behandlung und bekomme eine Medikament. Damit geht es mir sehr gut.

    Will er denn wohl abwarten wie es sich entwickelt, oder sind die Gefühle endgültig verloren und die Trennung real?

    Wichtig ist aber, ich mache es für mich. Ich will endlich den Teufel loswerden und ein befreites Leben führen. Ich merke ja schon, wie gut es mir jetzt geht ohne Alkohol. Klar, denke ich immer wieder mal daran, vor allem jetzt im Sommer und abends auf der terasse. Aber dann mache ich mir eine Rhabarbar Schorle und dann ist es auch gut.

    Liebe Grüße

    estefania

    Hallo Lütte,

    ich bin leider noch nicht für den geschlossenen Bereich freigeschaltet.

    Was ich Dich gerne fragen möchte ist, ab wann war für Dich der Zeitpunkt gekommen, wieder vertrauen zu können?

    Sicherlich haben Dich die Verhaltensweisen Deines Mannes unter Alkohol auch sehr verletzt. Vielleicht gab es ein paar sehr unschöne verbale Auseinandersetzungen, so dass Du für Dich auch das Gefühl für ihn verloren hast.

    Wie seid ihr dann weiter miteinander umgegangen?

    Liebe Grüße

    estefania

    Hallo lütte69,

    ich hoffe, es geht Dir gut und Du geniesst noch die schönen Sonnentage.

    Vielleicht kannst Du Dich noch daran erinnern, das wir uns kurz im Vorstellungsbereich ausgetauscht haben.

    Ich habe ja eine ähnliche Situation nur umgekehrt.

    Können wir uns wohl nochmal seperat austauschen?

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du Dich meldest.

    Liebe Grüße

    estefania

    Guten Morgen,

    ich möchte von etwas Positives berichten.

    Gestern war mein Geburtstag. Ich hatte ein wenig Angst davor, wie in der jetzigen Situation der Tag verlaufen wird.

    Ich habe tatsächlich weder ein paar Zeilen, noch ein Geschenk oder irgendeine Aufmerksamkeit von meinem Mann erhalten. Ich war sehr traurig und irgendwie auch wütend, das noch es nach 16 Jahren Ehe gar nichts kam.

    Eine kleine Wertschätzung als Mensch an diesem Tag war nicht da.

    Früher wäre ich auf 180 gewesen. Diesmal bin ich ruhig geblieben und habe mir einen schönen Fernsehabend mit meiner Tochter gemacht.
    Ich bin in keinster Weise auf den Geburtstag eingegangen und nicht "geflüchtet".

    Darauf bin ich stolz. Ruhe bewahrt zu haben, trotz Wut und Traurigkeit.

    Dafür bin ich dann heute morgen wegen eines anderen Themas "angeschnauzt" worden. Auch hier habe ich Ruhe bewahrt.

    Meine Tochter und ich sind wichtig, und ich selbst überlege, loszulassen, um mich und meine Abstinenz zu schützen.

    Meine Freundin sagt: "Warum etwas festhalten, was dich nicht gesunden lässt".

    Ich schaffe das.

    Liebe Grüße und allen einen schönen Tag.

    Estefania

    Hallo Hans,

    schön, von Dir zu lesen. Ich habe Deinen letzten "Zwischenstand" mit grosser Bewunderung gelesen.

    Zu Recht stellst Du die Fragen. Die stelle ich mir genauso, wie mein Mann sie stellt.

    Ich habe mir auch immer wieder die Frage gestellt, warum ich andauernd scheitere. Obwohl Kopf und Logik da sind, stolpere ich immer wieder an meiner Angst, Versagensangst, nicht zu genügen und dann andere im "Suff" die Schuld für mein Versagen zu geben.

    Das lerne ich erst jetzt gerade in meiner Psychotherapie.
    Unangenehme Gespräche aushalten, und nicht gleich wieder wegrennen. Keine Schuldvorwürfe mehr. Konzentration auf mich.
    Das Medikament ist gerade eine Krücke für mich, damit ich mich auch auf die Gespräche einlassen kann und verarbeiten kann. Neue Lösungen finden.
    Das war vorher nicht. Und in den vorherigen LZT habe ich mich nur auf die Trennung konzentriert.
    Es ist ein verdammt langer Prozess und wird einiges Zeit brauchen, bis die neuen Verhaltensmuster greifen.

    Ich fürchte nur, es ist schon zu spät. Es ist viel kaputt gegangen.

    LG

    Estefania

    Hallo,

    Ich habe nach der letzten LZT eine Psychotherapie begonnen und habe seitdem bis heute sogar Nachsorge. Hat die Diakonie ermöglicht.

    Was meint ihr genau mit selbst aktiv werden? Ja, ich habe das Gefühl, das hier gerade über mein Leben bestimmt wird und ich darauf achte wie was hier passiert.

    Weiß überhaupt nicht, was ich tun soll. Denn ich wünsche mir, das er wieder zurückkommt aber ich wünsche mir auch endlich selbstbestimmt sein zu können. Und somit auch endlichvfrei vom Suchtmittel.

    Ich glaube aber, das es ihn nicht mehr interessiert.

    LG und einen schönen Sonntag!

    Hallo,

    nehme seit gestern ein neues Medikament und es geht mir wesentlich besser.
    Ansonsten geht es mir nicht gut. Hier macht jeder gerade Seins. Ein Interesse an mir gibt es nicht wirklich. Er hat noch nicht einmal gefragt, wie der Arzttermin war. Und als ich es ihm erzählte sah er eher gelangweilt aus. Daraufhin habe ich mich wieder klein gemacht.

    LG Estefania

    Hallo Calida,

    ich würde ihm gerne davon erzählen, womit ich mich gerade beschäftige. Habe aber Angst, ihn damit zu überfordern. Wenn für ihn Schluss ist, wird ihn das ja vielleicht nicht mehr interessieren.

    Ja, Gefühle zu benennen muss ich erst wieder neu lernen. Habe sie ja auch immer gerne weggespült.

    Beim Gespräch mit dem Suchtmediziner sollte ich von meinem Werdegang erzählen. Er antwortete darauf, das er noch nie so einen perfekten Bericht gehört hat. Und sagte darauf sofort, das es auch ein Roboter hätte erzählen können, es fehlte das Gefühl und irgendeien Emotion.

    Ich habe immer geglaubt, das ich ein emotionaler Mensch bin. Habe da aber wohl was verwechselt. Unter Alkohol war ich dann hoch emotional, aber eben destruktiv emotional.

    Ein Leben lang war ich die Angepasste, denn dann gabe es ja Anerkennung. Gefühle habe ich nicht gezeigt, mit Angst, das ich dann für meine Gefühle abgelehnt werde.

    Also, ich habe noch einen langen Weg vor mir.

    Und wünschte, mein Mann würde ihn doch noch mit mir gehen.

    Ich danke so sehr für den Austausch hier. Es gibt mir jetzt schon viel Kraft!

    Hallo Calida,

    ja, die Sache mit dem "bleib bei Dir selbst". Ein schöner Satz.
    Aber was bedeutet das denn nun genau, und wie setzt man es um?

    Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema "weiblischer Narzissmuss". Das ist ein sehr interessantes Buch und ich finde mich darin immer wieder.

    Es sind so einige Baustellen und man fragt sich immer wieder, wo fange ich an?

    1. Schritt: Nüchternheit und dann weiter.

    Darüberhinaus habe ich dennoch gerade eine absolute Unsicherheit, wie ich mich meinem Mann verhalten soll. Er will doch gehen, weil er nicht mehr mit mir zusammenleben kann und die Wunden zu tief sind.

    Viele Grüße

    Estefania

    Liebe Calida,

    danke für Deine Worte.
    Ich bin jetzt erst in der Nüchternheit in der Lage, meine Themen zu bearbeiten.
    Eins davon ist sicherlich, das ich alles sofort auf mich beziehe (negativ). Also wie das Zitat oben.Er hat ja auch gerade andere Baustellen, an denen er auch gerade gut arbeitet.
    Aber es hiess dann auch ergänzend "unser einziges Verbindungsglied ist unsere Tochter. Aber wie gesagt, das war nachdem ich ihn auf ein "Fehlverhalten" angesprochen habe. Und dann erfolgt viel Selbstschutz bei meinem Mann.

    Die Sucht hat mich sehr verändert. Ich bin sehr unsicher geworden und voller Selbstzweifel.Und mein Umfeld belaste ich sehr damit. Die starke Frau ist völlig abhanden gekommen.
    Eine Selbstliebe ist so gut wie nicht vorhanden.
    Deshalb ist es nur umso wichtiger erstmal bei mir selbst zu sein.

    Aber wie geht das???

    Viele Grüße

    Estefania

    Hallo silberkralle,

    ja, und diese Schuld macht mich fertig. Habe beiden so vor den Kopf gestossen. Vertrauen abgebaut.
    Mein Mann hat das schon einmal alles mit mir durch. Er ist jetzt nur noch hoffnungslos und hat die Gefühle ausgeschaltet.

    Eine zweite Chance wird es wohl nicht mehr geben. Mit meiner Tochter habe ich gestern noch lange gesprochen. Ich will jetzt in erster Linie stark für sie sein.

    Meinen Mann will ich nicht nochmal verlieren.

    Arbeite jetzt aber wieter ganz intensiv an mir und beschäftige mich gerade mit dem weiblichen Narzissmuss.

    @Tahlia: Ich habe das Thema jetzt in das öffentliche Forum zur Alkoholsucht gestellt. Ich hoffe, das führt jetzt nicht zur Verwirrung.

    Freue mich, von Euch so lesen. Ich bin ziemlich am Boden!

    LG

    Hallo liebes Forum,

    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.

    Seit 8 Jahren bin ich Alkoholikerin. Ich bin seit 16 Jahren verheiratet und wir haben eine 12 jährige Tochter.

    Ich habe schon einige Therapien gemacht. Davon 2 Langzeittherapien.
    Mein Akoholmissbrauch wurde im Laufe der Jahre immer intensiver. Zum Schluss waren es alle 2-3 Tage 2 Flaschen Sekt mit fast immer Blackouts. Unter Alkohol werde ich zu einer komplett anderen Person. Sonst eher ruhig und zurückhaltend entwickel ich mich unter Alkohol zu einer Drama Queen. Dann "bombadiere" ich meinen Mann mit verbalen Ausbrüchen und vielen gemeinen Whats App in kürzester Zeit.
    Vor zwei Jahren ist mein Mann ausgezogen, um mir einen Schuss vor dem Bug zu geben. Daraus wurde eine Trennung von 1 1/2 Jahren. Ich hatte weiter getrunken vor Wut und Angst. Meine Mutter war gestorben und mein Mann wendete sich einer neuer Frau zu. Nachdem ich nervlich zusammengebrochen bin, habe ich eine Depressionsbehandlung und eine 3 Monate stationäre Therapie gemacht. In der Zeit nahm die Trennung den übelsten Lauf bis hin zur Scheidungseinreichung (von meiner Seite, weil ich ja annahm, das er schon längst mit der Frau ein neues Leben aufgebaut hat, was er aber nicht gemacht hat, sondern wollte mich damit "ärgern". Aber der Versuch der Partnerschaft war da).

    3 Monate nach der Therapie, haben wir uns neu ineinander verliebt. Es war auf dem ersten Blick alles gut. Doch die "Altlasten" der Trennung haben mich und uns immer wieder übermannt. In den letzten Monaten fühlte ich mich nur noch klein. Habe zuviele Gesprächstherapien wahrgenommen. War nur noch überfordert plus meine Gedankenspirale. Ich hatte dann mehrere Rückfälle. Vor 6 Wochen war ich mit ihm beim Suchtmediziner und ich bekomme seitdem ein Medikament. Es geht mir gut. Mein Mann hat sich vor 6 Wochen von mir innerlich getrennt. Sagt, er kann nicht mehr mit mir zusammenleben. Seitdem wohnen wir weiterhin unter einem Dach. Er auf der Couch, und weiterhin essen wir gemeinsam. Er wollte ursprünglich in den Keller ziehen, hat es aber noch nicht getan. Seit der Trennung ist er sehr freundlich aber distanziert zu mir. Ruft jeden Tag an, fragt, was wir gemeinsam kochen wollen und spricht auch über zukünftige Aktivitäten.
    Wir haben gerade gemeinsam die Küche renoviert. Unsere Tochter ist sich der Trennung gar nicht bewusst. Er hat mit ihr hierzu nicht gesprochen sondern gesagt, das es gerade besser so ist. Es ist fast so, als wenn nichts wäre. Allerdings sind seine Worte schon unmissverständlich (kein Neubeginn, Ende mit Schrecken...) aber ich kenne auch seinen Schmerz über das was ich verbal immer wieder unter Alkohol losgelassen habe. Ich werde dann von Dr. Jekyll zu Mr. Hide. Er hat damals mal zu mir gesagt, das er bei Provokation und Selbstschutz zu manchmal endgültigen Aussagen greift. Aber irgendwie fühlt es sich diesmal wirklich endgültig an.
    Ich hasse mich dafür, das bei mir immer wieder die Synapsen durchknallen und ich soviel Schmerz verursache.

    Ist es jetzt eine Trennung oder nicht? Er sagt, das sich jeder um seine Themen kümmern soll und die einzige Verbindung unsere Tochter ist. Das war allerdings nachedem ich ihn auf eine finanzielle Vertrauensfrage angesprochen habe. Aber wir führen ein Leben mit mal mehr mal weniger Aufmerksamkeit
    Ich schwebe zwischen Hoffnung, Angst und Ratlosigkeit. Vielleicht will er ja auch erstmal abwarten, wie es sich bei mir entwickelt und baut einen Selbstschutz auf. Zur Zeit geht er auf gar nichts persönliches ein. Sorry für den langen Text. Und danke für einen Erfahrungsaustausch.

    Hallo Thalia,

    vielen Dank fürs willkommen heissen.

    Ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht wo ich mein Thema platzieren kann/soll. In einem reinen Trennungsforum wäre es nicht richtig und hier fehlt mir irgendwie noch die Übersicht. Vielleicht kann mir da jemand helfen?

    Die Trennung erfolgte direkt nach meinem letzten Rückfall.
    Ich hatte seit in den letzten Monaten viele Therapiegespräche.
    In Summe waren es 4 verschiedene Ansprechpartner (Diakonie, SHG, Psychotherapeut und Paartherapie). Es kam sovieles hoch und bin dann wieder in den letzten Monaten "geflüchtet". Ich hatte Angst um mich, das daraus wieder mehr werden könnte, als ein "Tagesrückfall" und habe mir nach Absprache mit der Diakonie einen Termin beim Suchtmediziner besorgt. Der Termin fiel aus und prompt hatte ich an dem Abend einen Rückfall. Mir wurde alles zuviel und diese ewigen Selbstzweifel.
    Ich bekomme jetzt ein Medikament, welches erstmal eine Krücke sein soll. Es hilft. Werde ruihiger und es unterdrückt meine Gedankenspiralen. Ich kann mich seitdem wieder auf Therapiegespräche einlassen und besser aufnehmen. Jeder Rückfall wird bearbeitet und mit jedem erhalte ich neue Erkenntnisse. Massgeblich ist es bei mir förmlich der Schrei nach Wahrnehmung und Anerkennung.

    Zudem habe ich zur Neugestaltung mit Yoga angefangen. Das tut mir gut.

    Im Moment geht es mir allerdings sehr schlecht. Ich fühle mich unglaublich verantwortlich für das Scheitern der Ehe und das Zerstören der Kindheit meiner Tochter. Für sie fällt ja auch die Familie auseinander (wobei sie noch nichts konkretes weiss). Ich habe das Gefühl jeden Moment zusammenzubrechen. Ich fühle mich verantwortlich dafür, das alles so gekommen ist. Ich will allerdings auch raus aus dem Selbstmitleid. Aber dieser Verlust zieht mir den Boden unter den Füssen weg.

    Deshalb kann ich derzeit auch nicht Trennung als Chance sehen. Ich wünsche mir eine Chance auf Abstinenz und meine Ehe und Familie.

    @Thalia: Wie ist es Dir denn damals mit der Trennung ergangen. Befreiung? Schmerz? Hattet ihr eine neue Chance? Welche Massnahmen haben Dir geholfen, Deine Abstinenz zu stärken?

    Danke für den Austausch.

    An erster Stelle steht, meine Abstinenz zu stärken. Vertrauen zu schaffen. Für mich, mein Mann und meine Tochter.

    Doch was kann ich jetzt aktuell tun? Soll ich ihn in Ruhe lassen? Mich erklären? Auf ihn zugehen oder abwarten?

    Darüberhinaus werde ich weiterhin begleitet vom Psychologen, um meine Vergangenheit zu bewältigen und nicht immer weglaufe, wenn ich Angst bekomme.

    LG

    Hallo liebes Forum,

    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.

    Seit 8 Jahren bin ich Alkoholikerin. Ich bin seit 16 Jahren verheiratet und wir haben eine 12 jährige Tochter.

    Ich habe schon einige Therapien gemacht. Davon 2 Langzeittherapien.
    Mein Akoholmissbrauch wurde im Laufe der Jahre immer intensiver. Zum Schluss waren es alle 2-3 Tage 2 Flaschen Sekt mit fast immer Blackouts. Unter Alkohol werde ich zu einer komplett anderen Person. Sonst eher ruhig und zurückhaltend entwickel ich mich unter Alkohol zu einer Drama Queen. Dann "bombadiere" ich meinen Mann mit verbalen Ausbrüchen und vielen gemeinen Whats App in kürzester Zeit.
    Vor zwei Jahren ist mein Mann ausgezogen, um mir einen Schuss vor dem Bug zu geben. Daraus wurde eine Trennung von 1 1/2 Jahren. Ich hatte weiter getrunken vor Wut und Angst. Meine Mutter war gestorben und mein Mann wendete sich einer neuer Frau zu. Nachdem ich nervlich zusammengebrochen bin, habe ich eine Depressionsbehandlung und eine 3 Monate stationäre Therapie gemacht. In der Zeit nahm die Trennung den übelsten Lauf bis hin zur Scheidungseinreichung (von meiner Seite, weil ich ja annahm, das er schon längst mit der Frau ein neues Leben aufgebaut hat, was er aber nicht gemacht hat, sondern wollte mich damit "ärgern". Aber der Versuch der Partnerschaft war da).

    3 Monate nach der Therapie, haben wir uns neu ineinander verliebt. Es war auf dem ersten Blick alles gut. Doch die "Altlasten" der Trennung haben mich und uns immer wieder übermannt. In den letzten Monaten fühlte ich mich nur noch klein. Habe zuviele Gesprächstherapien wahrgenommen. War nur noch überfordert plus meine Gedankenspirale. Ich hatte dann mehrere Rückfälle. Vor 6 Wochen war ich mit ihm beim Suchtmediziner und ich bekomme seitdem ein Medikament. Es geht mir gut. Mein Mann hat sich vor 6 Wochen von mir innerlich getrennt. Sagt, er kann nicht mehr mit mir zusammenleben. Seitdem wohnen wir weiterhin unter einem Dach. Er auf der Couch, und weiterhin essen wir gemeinsam. Er wollte ursprünglich in den Keller ziehen, hat es aber noch nicht getan. Seit der Trennung ist er sehr freundlich aber distanziert zu mir. Ruft jeden Tag an, fragt, was wir gemeinsam kochen wollen und spricht auch über zukünftige Aktivitäten.
    Wir haben gerade gemeinsam die Küche renoviert. Unsere Tochter ist sich der Trennung gar nicht bewusst. Er hat mit ihr hierzu nicht gesprochen sondern gesagt, das es gerade besser so ist. Es ist fast so, als wenn nichts wäre. Allerdings sind seine Worte schon unmissverständlich (kein Neubeginn, Ende mit Schrecken...) aber ich kenne auch seinen Schmerz über das was ich verbal immer wieder unter Alkohol losgelassen habe. Ich werde dann von Dr. Jekyll zu Mr. Hide. Er hat damals mal zu mir gesagt, das er bei Provokation und Selbstschutz zu manchmal endgültigen Aussagen greift. Aber irgendwie fühlt es sich diesmal wirklich endgültig an.
    Ich hasse mich dafür, das bei mir immer wieder die Synapsen durchknallen und ich soviel Schmert verursache.

    Ist es jetzt eine Trennung oder nicht? Er sagt, das sich jeder um seine Themen kümmern soll und die einzige Verbindung unsere Tochter ist. Aber wir führen ein Leben mit Aufmerksamkeit als wenn nichts wäre.
    Ich schwebe zwischen Hoffnung, Angst und Ratlosigkeit. Vielleicht will er ja auch erstmal abwarten, wie es sich bei mir entwickelt und baut einen Selbstschutz auf. Zur Zeit geht er auf gar nichts persönliches ein. Sorry für den langen Text. Und danke für einen Erfahrungsaustausch.