Hallo Hartmut,
Zitathilft es dir dich zu katalogisieren warum du gesoffen hast?
Im Grunde ist die Katalogisierung eigentlich zu plump, aber sie vereinfacht die Erklärung für Außenstehende. Es hilft etwas, sich selbst zu verstehen und weshalb man überhaupt mit trinken anfing.
Zu deinem Gedankengang, dass doch die Sucht der Grund fürs Trinken sei: Nun, dies gilt nicht für die Anfangsphase, als man noch nicht süchtig war. Für spätere Alkoholikerphasen stimme ich dir zu. Selbstbelügende Gründe fürs Trinken fand man dann ja ohne Probleme. Gern wurde auch der Umstand aufgegriffen, dass der heutige Tag doch ganz schön anstrengend war. Aber das waren keine Gedanken meines Ichs, sondern des Suff-Ichs.
Den Punkt des Suff-Ichs (aka Suchtgedächtnis) würde ich gern nochmal aufgreifen. Heute, also nach über 2 Jahren Abstinenz, fällt es mir immer noch schwer, Sachverhalte zweifelsfrei zu bewerten. Damit meine ich nicht Probleme auf Arbeit, sondern persönliche Belange. Bevor ich Entscheidungen treffe, fahre ich meistens gedankliche Extrarunden und muss mindestens einmal drüber schlafen. Warum? Ich erwische mich dabei, wie ich im Verlaufe eines Tages den gleichen Sachverhalt unterschiedlich bewerte. Ich vertraue meinen Rückschlüssen nicht. Quatscht da das Suff-Ich rein? Das Haupthirn hat mir schon zu viele Lügen aufgetischt, warum soll es diesmal stimmen? Ich glaube vor dem Suff war ich nicht so unentschlossen und wankelmütig. Ein Gedanke und zack die Entscheidung. Das geht nicht mehr. Oder war ich schon immer so und der Suff hat die Erinnerung umgeschrieben? Fragen über Fragen :D. Nuja, im Grunde ist es auch nicht so wichtig. Vielleicht hat aber jemand ähnliche Erfahrungen machen müssen.
Grüße
Karamasow