Hallo Marianee,
ich finde es toll, dass Du alles so klar siehst. Dass das Lesen Dir hier hilft, ist toll. Bleib am Ball und berichte ab und zu gern mal was von Dir.
Hallo Marianee,
ich finde es toll, dass Du alles so klar siehst. Dass das Lesen Dir hier hilft, ist toll. Bleib am Ball und berichte ab und zu gern mal was von Dir.
Hallo Schnitzel. Du bist ja schon eine ganze Weile auf der Suche nach einer Lösung. Bitte glaub mir, Du kannst nichts konkretes tun, was den Trinkenden zum Aufhören bringt. Du könntest einen Denkanstoß geben, mehr jedoch nicht.
Wenn Du das Gespräch führst und der Alkoholiker trinkt dann mehr, dann hätte er eh über kurz oder lang mehr getrunken und will eh weitertrinken (oder kann nicht anders).
Wenn Du das Gespräch suchst und der Alkoholiker trinkt dann weniger, dann sicher nur eine gewisse Zeit, denn das funktioniert bei Alkoholikern nicht.
Du kannst durch nichts, was Du sagst, einen Alkoholiker bewegen, mit dem Trinken aufzuhören. Es sei denn er möchte es eh, hat schon den Willen und das Gespräch ist dann der Auslöser, sich Hilfe zu holen.
Ich würde Dir raten (da Du Dich offensichtlich total schwer mit einem Gespräch tust), dass Du einfach nur kurz Deine Wahrnehmung schilderst. Vielleicht löst das was aus, vielleicht auch nicht. Aber Du bist es los.
Vielleicht hilft Dir auch ein kurzer Brief. In der Art:
„Liebe XY,
ich weiß, dass Du offensichtlich ein Alkoholproblem hast und würde mir sehr für Dich wünschen, dass Du Dir das eingestehst. Wenn Du Dich entscheiden solltest, etwas gegen Deine Sucht zu tun, könnten wir uns um Hilfe für Dich kümmern.“
Ansprechen wäre natürlich schöner, dann siehst Du die Reaktion.
Meistens wird allerdings zunächst entweder abgestritten oder es wird zugegeben, aber verharmlost. Oder aber Du hast Glück und es wird zugegeben und gesagt, dass man sich gern helfen lassen würde. In dem Fall will die Person es aber eh schon und Deine Worte sind nur der Auslöser.
Du könntest das Forum erwähnen und/oder eine Suchtberatungsstelle.
Mehr kannst Du nicht tun. Handeln kann nur die alkoholkranke Person selbst, wenn sie denn ab dem Punkt ist, dass sie es auch will.
Liebe Grüße
Cadda
Oh, ich bin gar nicht in Doros Tagebuch, sorry!
In letzter Zeit ist hier so viel los im Forum, da kann man schon mal durcheinander kommen ![]()
Doro, ich wäre an Deiner Stelle auch nicht böse, wenn jemand direkt und unverblümt bei mir nachfragen würde oder seine Bedenken mitteilen würde.
Aber wenn jemand mich direkt verurteilen und felsenfest behaupten würde, dass ich kurz vor einem Rückfall stehe, ohne auch nur ansatzweise ne Ahnung zu haben, was in meinem Kopf vorgeht, dann wäre ich böse.
Ich hab erst überlegt, ob ich den Spruch wieder lösche. Ich war mir nicht sicher, ob man die Redewendung kennt, aber Du ja schon mal ja ![]()
Wir haben ihr übrigens auch gesagt, dass es mit einem alkoholkranken Partner bestimmt nicht funktioniert. Da hat niemand gesagt „Gar kein Problem, das klappt bestimmt toll in der Konstellation“ ![]()
Aber eben auch nicht „Du bist mit nem Alki zusammen? Dann säufst Du eh wieder. Trenn Dich sofort oder Du denkst nass!“
Hallo Atze,
das lief bei uns in der realen Gruppe zum Glück anders ab. Meine Therapeutin, die auch die Gruppe geleitet hat, hat immer Wert darauf gelegt, dass die Leute ihre Vorgehensweise selbst hinterfragen.
Es kam kurz vor mir dort eine Frau an, die z.B. noch mit ihrem Partner zusammen war, der selbst gesoffen hat und zwar in ihrer Anwesenheit. Sie war am Anfang überzeugt, dass das kein Problem sei. Hätte man ihr da direkt entgegengeschleudert, dass sie kurz vor einem Rückfall steht, noch ein klitschnasses Denken hat es so nichts wird, wäre sie vermutlich nur ein paar wenige Male dort gewesen und wäre dann überfordert weggeblieben.
Aber die bekam Zeit. Und Hinweise und Fragen von der Therapeutin und auch von uns, durch die ihr langsam aber sicher selbst in den Sinn kam, dass es so nicht funktionieren kann. Sie konnte Stärke aufbauen in ihrer Anfangszeit und ihr wurde nicht direkt vor den Kopf gestoßen.
Ich hab sie neulich in der Stadt getroffen. Sie ist noch trocken und lebt inzwischen in ihrer eigenen Wohnung. Sie konnte vermutlich Stärke aufbauen und dann handeln. Druck ist schön und gut. Aber wie sagt man so schön?
Nach ganz fest kommt ganz lose...
Stimmt, wir hatten es bereits diskutiert. Aber Du hattest das Thema ja noch einmal in den Raum geworfen durch Deine Frage, ob so eine Ansage wohl einen User veranlassen könnte, wieder zu saufen. Dazu viel mir spontan ein „zu saufen nicht unbedingt, aber wieder aus dem Forum zu gehen...“
Aber Du hast die Frage ja Atze gestellt, das stimmt wohl...
Hallo nochmal,
Hartmut, Du fragst, ob es zum Anlass genommen werden könnte, wieder zu saufen....
DAS vielleicht nicht. Aber vielleicht könnte so eine Art jemandem veranlassen, sich zumindest aus dem Forum wieder zurückzuziehen. Was auch schade wäre. Denn selbst wenn man sicherlich auch ohne dieses Forum trocken werden kann, so gibt es doch Sicherheit, Halt und kann für Stabilität sorgen. Jemanden derartig mit solchen Sätzen im Forum zu „begrüßen“ nimmt einem verunsicherten Neuankömmling sicherlich den Halt, den er hier sucht.
Naja. Aber ehrlich gesagt bin ich sicher, dass Du wieder etwas findest, was meine Ansicht über den Haufen wirft. Ehrlich gesagt hab ich von Dir noch nie gelesen, dass Du jemandem (zumindest teilweise) Recht gibst. Ich hab immer das Gefühl, egal was man schreibt, Du findest einen Weg, Geschriebenes zu widerlegen. Das stört mich ein bisschen. Nach dem Motto „Sag mir Deine Meinung und sei Dir sicher, ich behaupte das Gegenteil“ ![]()
Hallo Hansjürgen,
ich glaube nicht, dass Doro kurz vor einem Rückfall steht. Sie ist ja auch schon sehr lange trocken und dass sie sich mit ihrer Krankheit noch beschäftigt, sieht man ja schon allein daran, dass sie hier im Forum schreibt.
Ich denke, ihr meint vielleicht das Gleiche. Nur dass Doro damit sagen wollte, dass es für sie eben normal geworden ist, nicht ständig an den Alk zu denken. Das mag bei Neuankömmlingen noch etwas anders sein.
Ich finde übrigens so einen felsenfest behaupteten Satz wie „Dann stehst Du kurz vor einem Rückfall“ ziemlich übereilt und kommt bei mir persönlich recht herablassend rüber.
Das wird Doro sicherlich super wegstecken, denn sie ist ja erfahren und lange trocken. Bei einem Neuankömmling könnte ich mir vorstellen, dass es ziemlich entmutigend rüberkomme und das fände ich nicht so gut.
Dennoch schön, einen Langzeittrockenen mehr hier im Forum zu haben. Herzlich Willkommen!
LG Cadda
Vielen Dank liebe Sonne. Ich freue mich darüber total!!
Ein schönes Wochenende wünsch ich Dir (und auch allen Anderen) ![]()
Sonne, das hast Du sehr gut beschrieben.
Also ich habe zumindest auch schon gedacht, liebe Aneli, dass Du mit Deinem Exemplar auch ohne Alkohol keinen Spaß hättest. Denn wer solche Charakterzüge an den Tag legt (keinerlei Mitleid mit Dir haben), der kann im Inneren auch nüchtern kein komplett anderer Mensch sein. Jedenfalls nicht dauerhaft.
Vielleicht hilft Dir die Erkenntnis sogar.
Hallo Jessica und auch Doro,
der letzte Beitrag war ein toller Denkanstoß, wie ich finde. Man kann auch ohne abhängig getrunken zu haben, abstinent leben. Ich kenne nur 3 in meinem Umkreis. Aber es stimmt, ein klarer Kopf macht glücklich. So oder so.
Jessica, wie geht’s Dir denn so?
Hallo Hartmut,
im Zweifelsfall immer „Schatz“ sagen, da kann nichts schief gehen. (Bei Bedarf lässt sich „Schatz“ auch durch „Ochse“ austauschen)
Wie Du das in der weiblichen Form ersetzt, ist Dir selbst überlassen ![]()
Hallo Doro,
ich bin Deiner Meinung, dass klare Worte bei dem Thema angemessen sind. Aber es gibt ja nicht nur entweder „Köpfchen streicheln“ oder „mit dem Holzhammer drauf“, sondern auch etwas dazwischen.
Aber: Es gibt nun einmal nicht nur unterschiedliche Ratgeber, sondern auch Empfänger. Den Einen erreicht man mit Härte, den Anderen mit Einfühlungsvermögen. Wenn man die Kunst besitzt, zu erkennen, was angebrachter ist, ist man ein guter Ratgeber.
Mir gelingt es vielleicht nicht immer, aber ich gebe mir Mühe. Was mir relativ gut gelingt, ist das Annehmen von Ratschlägen. Sowohl indem man mir das Köpfchen streichelt, als auch mit der Holzhammermethode (wenn’s denn nötig ist). ![]()
Hallo Sonne,
genau so, wie Du es beschreibst, so läuft es ab. Sehr gut erklärt.
Aneli, wirklich nicht böse verneint. Nicht, dass ich wieder bissig rüber komme Dir gegenüber, das möchte ich nicht ![]()
Aber wenn es Dir nur noch um das Materielle gehen würde und Du emotional losgelassen hättest, dann würdest Du Dich nicht so verhalten oder so denken, wie in Deinem Tagebuch beschrieben.
Da sprichst Du ihn nach wie vor auf seinen Konsum an und Du sagst ja selbst, dass Du nicht wüsstest, wie Du reagierst, wenn er kämpfen würde oder so ähnlich drücktest Du Dich aus.
Wie gesagt, nicht böse gemeint, aber ich denke, Du hast noch nicht losgelassen.
Ich hoffe aber, dass es in der neuen Wohnung klappt.
Denn eine räumliche Trennung ist ein Vorteil, das stimmt.
Sonne, ich freue mich, bald mehr von Dir zu lesen!
LG Cadda
Hallo Doro,
ich kenne Dich nicht, aber ich würde mich freuen, zukünftig was von Dir zu lesen. Ich freue mich über Jeden, der seine Erfahrungen weitergibt.
Dein Leben scheint spannend zu sein, das mit Deinem Mann natürlich im negativen Sinne, tut mir leid. Ich werde mal ein bisschen bei Dir lesen. Deinen Beitrag vorhin in einem anderen Thema fand ich schon mal direkt gut.
Vielleicht landest Du ja wieder fest hier, würde mich freuen ![]()
LG von Cadda
Hallo Lia,
ich hab es auch direkt gemerkt, Hartmut hat Dich verwechselt. Du hast Dich nicht missverständlich ausgedrückt, was die Abstinenz angeht.
Ich kann verstehen, dass man sich mitunter angegriffen fühlt. Fand und finde die Art und Weise auch nicht immer von Allen angemessen. Aber man kann ja trotzdem was für sich mitnehmen. In welchem Ausmaß entscheidet man dann ja für sich selbst.
Ich würde mir wünschen, dass sich niemand zurückzieht, sich wenn man mal Beiträge ungerecht formuliert findet. Hier im Angehörigenbereich war vor Kurzem eine Frau, die ich vom Schreiben her sehr gern mochte. Die hat sich Kritik sehr zu Herzen genommen, dann noch einen Beitrag zusätzlich falsch verstanden und weg war sie. Das macht mich heute noch traurig. Deshalb versuche ich immer, diplomatisch zu formulieren. Aber Andere machen es halt anders und empfinden das als richtig. Was letztendlich richtig ist, kommt auch auf den Empfänger des Beitrages an. Manche verstehen was man meint, Manche erst, wenn man direkt den Holzhammer rausholt.
Eines sollte wohl klar sein. Helfen wollen Alle. Die Arten sind unterschiedlich. Ich würde mir wünschen, dass man das Beste für sich rausfiltern.
Da bin ich nochmal ![]()
Ich habe nun noch einmal die letzten Beiträge gelesen und mir fällt dann noch etwas zu dem Thema "Veränderungen" ein. Das Eine schließt das Andere nicht vollkommen aus. Auch wenn ich ab und zu noch Veranstaltungen besuche, so bedeutet das nicht, dass es keine Veränderung gegeben hat, außer, dass ich eben nichts mehr trinke. Es ist schon allein deshalb anders, weil die Menschen, mit denen ich mich umgebe, ALLE wissen, dass ich abstinent lebe, weil ich Alkoholikerin bin. Ich hab nicht einfach so weiter gemacht, wie vorher und bin dann weiter zu Geburtstagsfeiern gegangen mit irgendwelchen Ausreden parat, weshalb ich nichts mehr trinke.
Jeder wusste, dass ich zu viel getrunken habe und ich habe direkt gesagt, dass ich nicht mehr trinken werde und kein Geheimnis draus gemacht. Jeder wusste auch, dass ich eine ambulante Therapie mache und auch, dass ich sie wegen meiner Sucht mache. Meine Familie, meine Freunde und auch meine Bekannten. Insofern ist mir auf einer Feier auch nie der Gedanke gekommen "ach, das eine Glas könntest Du ja jetzt trinken". Erst einmal, weil ich das SELBST natürlich nicht wollte und ich habe mich am Anfang auch insofern geschützt, weil ja alle Bescheid wussten und auch nur der kleinste Schluck verraten hätte, dass es sich um einen Rückfall handelt.
Und heimlich, das könnte ich auch zu Hause machen, aber da würde ich mich ja selbst belügen.
Wo ich aber wie gesagt von Anfang an wusste, dass es nicht funktioniert hätte, das wäre gewesen, wenn ich mit meinem trinkenden Partner zusammen geblieben wäre. Aber das sagte ich ja bereits oben schon. Ich brauchte auch da meine Zeit, mich zu trennen, aber da wusste ich von Anfang an, dass das nicht funktionieren kann. Ich muss aber auch dazu sagen, dass er nicht nur gelegentlich getrunken hat, sondern immer. Wenn jemand gelegentlich trinkt und das nicht abends auf dem Sofa in meinem Beisein tut, dann ist das auch wieder etwas anderes.
Tja, ein sehr komplexes und interessantes Thema ![]()
Ach und Hartmut: Schön, dass Du mal wieder da bist ![]()
Hallo alle zusammen,
ich kann jetzt nur von MEINEN Empfindungen schreiben. Es gibt Tage, an denen denke ich gar nicht an Alkohol. Dann gibt es Tage, an denen ich zeitweise an Alkohol denke. Mal gelingt es mir schnell, die Gedanken wieder loszuwerden. Manchmal will ich sie auch gar nicht loswerden und denke bewusst drüber nach. Wenn ich aber Lust auf Alkohol verspüre, werde ich sie dennoch wieder los, die Gedanken. Wie schon mehrfach erwähnt, indem ich den "Gedanken zu Ende denke". Meine Gefühle sind also teilweise von der jeweiligen Tagesform abhängig.
Das führt dazu, dass ich Situationen unterschiedlich empfinde. Ich nehme jetzt mal einen Geburtstag, Silvester, Osterbrunch oder sonstiges....
meiner Schwiegermutter im Haus unten in ihrer eigenen Wohnung als Beispiel. Es gab Tage, an denen war ich von der Laune her so drauf, dass ich gar nicht erst runter gegangen bin, weil ich merkte, dass ich keine Lust habe, Leute in Feierstimmung zu sehen. Dann gab es Tage, an denen ich unten war und es hat mich null komma null interessiert, ob da jemand etwas alkoholisches trinkt, weil ich mich z. B. so nett mit einer Bekannten unterhalten habe und wir so viel zu lachen hatten, dass ich gar nicht drauf geachtet habe und es mir auch völlig egal war.
Dann gab es Tage, an denen war ich dort unten und es hat mir gut gefallen und irgendwann merkte ich "nö, ich hab da keine Lust drauf, zu sehen, wie jemand sich Sekt einschenkt" und bin direkt wieder hochgegangen. An manchen Tagen habe ich "gesehen", wie sich jemand etwas einschenkt und an manchen Tagen habe ich es nicht "gesehen", weil ich gar nicht drauf geachtet habe.
Als weiteres Beispiel nehme ich jetzt mal meine Arbeit. Ich packe beispielsweise Ware aus, darunter auch 3 Kartons Wein, die ins Regal müssen. Es gibt Tage, da stelle ich die Flasche ins Regal und bin gedanklich schon mit den nächsten Dingen befasst und es geht so nebenbei, dass ich die Flasche in der Situation auch gar nicht richtig "sehe". Dann gibt es Tage, an denen packe ich den Wein aus und denke bewusst daran, wie froh ich bin, dass ich dieses ätzende Zeug nicht mehr saufen muss. Und an anderen Tage denke ich "ach, jetzt ne Pulle Wein und ein wenig angeduselt sein, wie war das noch gleich im Sommer, wenn man da so auf der Terrasse saß?", dann denke ich den Gedanken zu Ende und schon juckt mich der Wein nicht mehr.
Es gibt doch unzählige Situationen, die vergleichbare Gedanken auslösen. Werbung, eine Kneipe, an der ich vorbeifahren muss, das Einkaufsregal, das ich vielleicht von Weitem beim Einkaufen sehe. Ich muss damit umgehen können und das kann ich auch. Je nachdem, wie meine Verfassung ist, läuft es wie oben beschrieben ab.
Es gibt Tage, an denen hab ich so große Lust auf einen Geburtstag z. B. von einer meiner Freundinnen zu gehen, weil ich mich freue, dort mit meinen Leuten zu sprechen und zu lachen. Da hält mich dann auch nichts davon ab, auch nicht das Wissen, dass da der Ein- oder Andere vielleicht etwas alkoholisches trinkt. Was ich jedoch überhaupt nicht mehr wollen würde und das hab ich auch ganz schnell abgelegt, sind solche Treffen, wo vielleicht wie früher 4 Leute am Stehtisch sitzen und saufen. Mit solchen Dingen und auch mit den Personen, die das gemacht haben, habe ich nichts mehr zu tun und ich würde auch niemals auf die Idee kommen, dort nochmal wieder hinzufahren. Sie würden auch nie auf die Idee kommen, mich anzurufen, weil sie wissen, dass ich nichts mehr trinke. Mit den Säufern besteht kein Kontakt mehr. Aber meine Freunde, meine RICHTIGEN Freunde haben kein Alkoholproblem, sie trinken nur gelegentlich, wenn überhaupt und das ist mir egal. Es ist mir einfach egal, das muss ich mir nicht einreden.
Genau so egal, wie es mir eben manchmal ist, wenn ich durch die Gegend fahre mit dem Auto und z. B. an Himmelfahrt betrunkene Leute sehe. Dann gibt es wieder Tage, an denen ist es mir NICHT egal. Dann fahre ich Himmelfahrt, Ostern, Muttertag oder wann auch immer durch die Gegend, sehe betrunkene Leute bei bester Laune und denke "ist das bescheuert, dass ich das nicht kann". Gedanken zu Ende denken... Fertig!
Ich KANN gar nicht dafür sorgen, dem Alkohol gedanklich nicht mehr zu begegnen. Meine größte Vorfreude auf Alkohol war nicht auf einer Veranstaltung, zu Hause oder in der Kneipe. Nein, die war z. B. auf der Rückfahrt von der Arbeit nach Hause im Auto bei schönem Wetter und guter Musik. Das kann ich nicht vermeiden! Da muss ich durch und damit muss ich umgehen können. Mit Geburstagsfesten muss ich nicht umgehen können, das weiß ich selbst. Aber wie bescheuert ist das denn, wenn ich auf etwas verzichte, worauf ich in dem Moment Lust habe (Treffen mit Freunden, Tanzen oder was auch immer), obwohl ich weiß, dass ich dort Spaß dran habe und es mich nach meinem Empfinden gerade wirklich nicht stört?? Ich höre in mich hinein. Ich sage z. B. nie fest zu. Denn wenn ich in mich hineinhöre und merke, dass es mich heute stören würde, dann gehe ich nicht hin. Fertig und beschlossen. Mache ich einfach nicht. Ich achte auf mich. Ich bin selbst reflektiert ohne Ende. Deshalb ist das in Ordnung für MICH.
Was für mich aber gar nicht in Frage kommen würde, wäre ein Partner, der in meinem Zuhause trinkt. Was für mich ebenfalls nicht in Frage kommen würde, wäre, dass es überhaupt Alkohol bei mir in meiner Wohnung gibt. Denn dann habe ich eben nicht mehr die Möglichkeit, in mich hineinzuhören und die Situation einzuschätzen. Wenn ein Geburtstag stattfindet, weiß ich, wie es mir geht, worauf ich mich freuen würde oder was mich stressen würde. Wenn ich einen Partner hätte, der neben mir trinkt, dann kann ich das nicht beeinflussen. Dann bin ich einer Situation ausgesetzt. Das empfinde ich als sehr, sehr großen Unterschied.
Ich würde auch niemals zu einem Geburtstag fahren und mich mitnehmen lassen. Ich fahre IMMER selbst, damit ich IMMER selbst entscheiden kann, wann ich nach Hause fahre. Es ist schon vorgekommen, dass ich mich nach einer Stunde wieder verabschiedet habe.
Und es ist auch schon vorgekommen, dass meine Leute, die mit mir mitgefahren sind, gern nach Hause wollten, weil sie genug getanzt und gelacht hatten und ich hatte absolut NULL Bock nach Hause, weil ich mich gerade so gut amüsiert habe. Dann mussten die halt leider noch bis nachts mit mir dort bleiben. Auch das gibt es.
Ich muss jedoch zugeben, dass es alles mit der Zeit, seit dem ich trocken bin (ja, inzwischen fühle ich mich trocken) weniger geworden ist. Ich genieße immer mehr die Ruhe zu Hause. Es kommt seltener vor, wo ich Lust habe, loszugehen. Es verändert einen alles mit der Zeit. Ich bin faul geworden. Und ich genieße es immer mehr, dass ich morgens gegen halb sieben am Wochenende ausgeschlafen bin und morgens meine Zeit für mich habe. Aber das mache ich nicht, also das öfter Zuhause bleiben, weil ich mich bewusst zurückziehe, sondern einfach, weil es mir immer besser gefällt, es ruhig zu haben. Das ist immer so phasenweise. Manchmal hab ich dann auch auf einmal abends Lust, mal unter Leute zu kommen, aber eher seltener wie gesagt.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich denke, dass es eben viel damit zusammenhängt, wie es innerlich in einem aussieht. Ob man sich was vor macht oder ob man wirklich selbstreflektiert seine Empfindungen prüft.
Warum ich mich trocken fühle, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Weil ich einfach das Gefühl habe, das mein Denken trocken ist.
So, das waren meine Gedanken dazu ![]()
Wie lange bist Du denn jetzt trocken? Führst Du von Anfang an Einzelgespräche?