Beiträge von Cadda

    Und jetzt will ich mich einfach entspannen und dabei zusehen wie das Schiff (meine Ehe) sinkt. Und dann sehen wir weiter.

    Richtig. Wichtig ist, das sinkende Schiff zu verlassen, bevor es untergeht. Momentan bist Du an Land. Es gibt nur noch eines, wofür Du Dich anstrengen könntest:

    Dass Du aufs sinkende Schiff nicht wieder aufsteigst, um vergeblich zu versuchen, es vor dem Untergang zu bewahren.

    Bleib lieber an Land und rette Dich.

    Schönen Sonntag für Dich :)

    Hallo Jana,

    ich habe das Gefühl, nun kommst Du allmählich bei Deinen eigenen Themen an!

    Ich finde es -wie Blume auch schon schrieb- sehr klasse, dass Du Dich trotz der Kritik nicht zurück gezogen hast und stattdessen ein wenig woanders hinschaust. Wie gesagt, bei Deinen Themen.

    LG Cadda

    Hm vielleicht hilft es, wenn „das Kind einen Namen hat“ um das Ganze besser zu verarbeiten?
    Zu sich selbst sagen können, ok es ist definitiv nicht meine Schuld.

    Und was bringt die „Bescheinigung“, nicht Schuld zu sein?

    Kinder von Co-Abhängigen empfinden es trotz der Bescheinigung nicht so, dass der Papa dann allein Schuld hat. Die würden eher dem Kind den Namen „Co-Abhängigkeit“ geben und z.B. auch der Mutter Schuld geben, dass sie nicht gegangen ist frühzeitiger.

    Ich weiß, dass hier nicht immer Kinder im Spiel sind. Ich will mit dem Beispiel nur zum Ausdruck bringen, dass die Frage der Schuld immer unterschiedliche Sichtweisen haben kann. Also bringt es rein gar nichts.

    Ja schau Alex, du sagst es doch bei dir war es genauso am Anfang

    Sei Dir sicher, auch Alex hat dann hier entsprechende Gedanken dazu mit auf den Weg bekommen.

    Wenn ihr Euch jetzt Seiten lang nur über Eure Männer ausschimpft, dann bringt Euch das mit Eurem eigenen Problem nicht weiter.

    Hier liest man halt auch Dinge, die unangenehm sind. Helfen werden die aber mehr, als wenn jeder nur zustimmt, wie böse doch der Alkoholiker war/ist.

    Ich habe es so verstanden, wie es gemeint war, für mich ist daher alles ok :)

    Was ich schade finde:

    Es läuft etwas am Wesentlichen vorbei.

    Ich verstehe zwar die Wut der Frauen hier, die abserviert wurden, bevor sie selbst das Drama beendet haben. Die Entscheidung wurde Euch quasi abgenommen, dadurch ist die Kontrolle verloren gegangen, es ist sicher auch eine große Kränkung dabei.

    Doch was genau hilft es jetzt hier Seiten lang darüber zu schreiben, wie es laufen soll mit Scheidung, Unterhalt, wie reagieren, ob reagieren, darüber zu schreiben, wie unfair, wie ätzend von Schwiegermutter, Mutter, Hans oder Franz….?!

    Was genau hat das mit Euren Anteilen zu tun?

    Beispiel:

    Natürlich seid ihr nicht Schuld, dass Euch fremdgehen ohne Grund vorgeworfen wird oder ihr mies behandelt worden seid.
    Darum geht’s doch gar nicht!!

    Es geht darum, warum ihr Euch teilweise über Jahre so ein Verhalten habt gefallen lassen?!

    Warum man nicht in der Lage ist zu sagen, Stop ich gehe und lass mir das nicht bieten. Warum wurden oder werden die eigenen Kinder nicht geschützt? Warum habt ihr Euch nicht sofort geschützt?

    Wie kann es sein, dass Beleidigungen, Demütigungen und psychische Gewalt hingenommen werden mit der Begründung „Weil er mal ganz lieb war/sein kann“?!

    Jeder kann lieb und nett sein. Jeder! Sogar Schwerverbrecher können auch nett sein, was ist das denn für ein Argument?

    „Nüchtern ist er so ein toller Mann“. Ja und??? Er ist aber nicht immer nüchtern.“

    Ich kann im Straßenverkehr doch auch nicht sagen „er baut zwar 3 Unfälle am Tag und fährt in den Ortschaften mit 130 km, aber in den übrigen Zeiten ist er so ein guter Autofahrer“.

    Es bringt doch nichts, sich damit zu beschäftigen, wie der XY so unfair sein kann.

    Was läuft bei einem SELBST falsch, darum geht es hier doch.

    Eine sehr starke Persönlichkeit, die Angst vor Kontrollverlusst, kann gekränkte Eitelkeit nicht ertragen, wichtig welches Bild die Umwelt von einem hat und das unbedingte Bedürfnis geliebt zu werden

    Genau das traf auf mich oft zu und wenn ich mich hier umsehe, sind es oft starke Persönlichkeiten.

    Vielleicht halten „wir“ (ich damals auch) uns für stark genug, die Kontrolle wieder zu erlangen. Das ist aber in der Beziehung nicht möglich.

    So wie ein Alkoholiker vor dem Alkohol kapitulieren muss, müsste die Co-Abhängige es vor dem negativen Verhalten des Partners auch tun.

    Ich schreibe bewusst „Partner“ nicht „Alkoholiker“.

    Denn es gibt solch ein Ungleichgewicht, solch eine emotionale Abhängigkeit auch in Beziehungen ohne Bezug zum Alkohol.

    Mit Alkohol ist es dann nochmal schwieriger, weil die Angehörigen es nicht auf den Charakter schieben müssen, sondern sich hinter der Krankheit Sucht verstecken können (ohne Alkohol ist er ja so lieb).

    Ist es nicht der Sinn einer Online Selbsthilfegruppe, seine Emotionen ungefiltert rauszulassen um dann Meinungen zu hören, die einem weiterhelfen oder im Optimalfall die Sichtweise ändern ?

    Naja, es ist denke ich schon der Sinn, vor allem Dingen auf seine eigenen Anteile zu schauen.

    Es wurde jetzt z.B. nur von Dir, Jana auf den Satz von Jump eingegangen, dass sie sich raus zieht.

    Aber was ist mit den eigentlich wichtigen (wenn auch unbequemen) Gedankenansätzen:

    Co-Abhängigkeit heißt nicht automatisch, dass jemand das arme Opfer ist.

    Und du hast also rein gar nichts mit irgendwas zu tun. Nur das arme Opfer?

    Es geht ja nicht nur um Emotionen, die den Verhalten des Partners betreffen: Wut usw.

    Sondern vor allen Dingen um die Emotionen, die einen selbst betreffen: Hilflosigkeit, Gekränktheit, Probleme mit Macht/Kontrollverlust.

    Also ich war noch nie so schnell in einem eiskalten Becken wie dort in der Sauna. Rekordverdächtige Laufzeiten von Handtuch ablegen und ins Wasser gehen (bei mir sprinten)... Aber es schaut kein Mensch danach, wie man aussieht.

    Vermutlich hast Du genau DAMIT alle Blicke auf Dich gelenkt, weil alle sich gefragt haben, was Dir in der Sauna widerfahren ist, dass Du so rennst ^^

    Ich bin ja keine Gazelle und von Model Maßen Lichtjahre entfernt, das würde ich mich nicht trauen.

    Ich glaube, Du hast eine falsche Vorstellung von einem Saunabesuch.

    Das ist kein Besuch in der Instagram-Welt, wo sich Influencer treffen, um einen Schönheitswettbewerb hinzulegen.

    Glaub mir, in der Sauna sind 80 Prozent der Besucher Lichtjahre von Model-Maßen entfernt und das ist auch gut so!

    Es ist genau der richtige Ort, um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt zu werden :)

    LG Cadda

    Mal eine nachträgliche Frage:

    Hast Du schon Vorteile sehen können, die diese Trennung mit sich bringt?

    Also ich meine nicht zukünftige, sondern bereits eingetretene?

    Bei mir war es so, dass ich mich sehr schnell erleichtert fühlte, nicht mehr alles mitzubekommen und auf der Hut zu sein.

    Könntest Du Dich noch mehr auf positive Veränderungen fokussieren?

    Hallo Jana.

    Mein Eindruck ist leider von Anfang an, dass Du nur denkst, ihn nicht mehr zu wollen, weil Du ansonsten das Gefühl nicht ertragen kannst, dass Du keinerlei Kontrolle mehr über die Situation hast.

    Er hat sich zurück gemeldet und es bringt Dich aus der Bahn und das obwohl er weiterhin negativ Dir gegenüber auftritt.

    Wenn ich mir vorstelle, er würde vor Deiner Tür stehen, voller Reue, Einsicht, Liebesbekundungen und Besserung gelobend…

    Ich sehe Dich dann nicht fern ab einer Co-Abhängigkeit, sondern ich sehe Dich dann direkt in alten Mustern.

    Das ist nur mein Eindruck. Mag sein, dass ich mich täusche, das wäre schön!

    Ich will Dir damit nur sagen, dass es eben ein bisschen mehr Zeit und „Arbeit“ benötigt, als den bloßen Entschluss, nicht mehr co-abhängig sein zu wollen in Zukunft.

    LG Cadda

    Hallo Monnek,

    Du schreibst, dass Du Dich mit Deiner Co-Abhängigkeit auseinander setzen möchtest, damit Dir das nicht noch einmal passiert.

    Du könntest das Grenzen setzen üben, indem Du Deiner Frau mitteilst, dass sie Erledigungen, Papierkram und diverse andere Dinge zukünftig selbst zu regeln hat.

    LG Cadda

    Hallo Maja,

    meine Söhne haben auch ihre Ruhe und ihren Halt wiederfinden können.

    Was Lolli schreibt, finde ich sehr wichtig: Die Art und Weise des Mitteilens.

    Klar kann ich als Mutter weinend berichten, dass die Familie zerbricht, sich unter Tränen entschuldigen und es ganz schlimm und selbst zutiefst enttäuscht rüberbringen.

    Ich kann aber auch optimistisch gestimmt erklären, dass es manchmal besser ist, wenn Mama und Papa nicht mehr zusammen leben und man auseinander zieht, um sich wohler zu fühlen. Dass man trotzdem eine Familie bleibt, auch wenn man sich trennt.

    Sie haben doch so viel mitbekommen in Deinem Fall. Da könnte man auch sagen, dass der Papa sich mit dem Alkohol sehr verändert und das zu schwierig geworden ist über die Zeit.

    Trennungen sind kein Drama.

    Das was die Kinder vorgelebt bekommen ist ein Drama.

    Das was hier schon geschrieben wurde, dachte ich auch:


    Du kannst ihnen mit dem Auszug Halt geben. Nicht nehmen.

    glaube, dass es viele Gründe gibt, warum ich das getan habe, aber keiner ist wohl wichtig genug!

    Für co-abhängiges Verhalten gibt es keinen einzigen Grund, über die eigenen Grenzen gehen zu lassen

    Genau so wenig, wie es keinen einzigen Grund für einen Alkoholiker gibt, zu saufen.

    Kein Schicksalsschlag, keine Unbequemlichkeit, keine beruflichen Schwierigkeiten, einfach nichts.

    Es gibt unzählige Menschen, die all diese „Gründe“ auch hätten und sich trotzdem nicht co-abhängig verhalten.

    Meist kommt so ein Verhalten auch nicht von heute auf morgen in nur einer bestimmten Lebensphase. Das zieht sich oft schon vorher durchs Leben.

    In dem Zusammenhang war das „frei“ falsch gewählt. Man könnte sagen, Du bist aus der Situation heraus, weil er gegangen ist.

    Frei von Deiner Co-Abhängigkeit kannst Du natürlich nicht sein, deshalb auch meine Anfangsfrage, wie Du da hinkommen könntest (frei zu sein).

    ich hätte definitiv noch länger gebraucht....

    Genau das solltest Du auf dem Schirm behalten, damit Du Dich zukünftig nicht wieder in ähnlichen Situationen wiederfindest, die Du aushältst, bis jemand anderes die Situation auflöst.