Beiträge von Cadda

    Ich habe es so verstanden, wie es gemeint war, für mich ist daher alles ok :)

    Was ich schade finde:

    Es läuft etwas am Wesentlichen vorbei.

    Ich verstehe zwar die Wut der Frauen hier, die abserviert wurden, bevor sie selbst das Drama beendet haben. Die Entscheidung wurde Euch quasi abgenommen, dadurch ist die Kontrolle verloren gegangen, es ist sicher auch eine große Kränkung dabei.

    Doch was genau hilft es jetzt hier Seiten lang darüber zu schreiben, wie es laufen soll mit Scheidung, Unterhalt, wie reagieren, ob reagieren, darüber zu schreiben, wie unfair, wie ätzend von Schwiegermutter, Mutter, Hans oder Franz….?!

    Was genau hat das mit Euren Anteilen zu tun?

    Beispiel:

    Natürlich seid ihr nicht Schuld, dass Euch fremdgehen ohne Grund vorgeworfen wird oder ihr mies behandelt worden seid.
    Darum geht’s doch gar nicht!!

    Es geht darum, warum ihr Euch teilweise über Jahre so ein Verhalten habt gefallen lassen?!

    Warum man nicht in der Lage ist zu sagen, Stop ich gehe und lass mir das nicht bieten. Warum wurden oder werden die eigenen Kinder nicht geschützt? Warum habt ihr Euch nicht sofort geschützt?

    Wie kann es sein, dass Beleidigungen, Demütigungen und psychische Gewalt hingenommen werden mit der Begründung „Weil er mal ganz lieb war/sein kann“?!

    Jeder kann lieb und nett sein. Jeder! Sogar Schwerverbrecher können auch nett sein, was ist das denn für ein Argument?

    „Nüchtern ist er so ein toller Mann“. Ja und??? Er ist aber nicht immer nüchtern.“

    Ich kann im Straßenverkehr doch auch nicht sagen „er baut zwar 3 Unfälle am Tag und fährt in den Ortschaften mit 130 km, aber in den übrigen Zeiten ist er so ein guter Autofahrer“.

    Es bringt doch nichts, sich damit zu beschäftigen, wie der XY so unfair sein kann.

    Was läuft bei einem SELBST falsch, darum geht es hier doch.

    Eine sehr starke Persönlichkeit, die Angst vor Kontrollverlusst, kann gekränkte Eitelkeit nicht ertragen, wichtig welches Bild die Umwelt von einem hat und das unbedingte Bedürfnis geliebt zu werden

    Genau das traf auf mich oft zu und wenn ich mich hier umsehe, sind es oft starke Persönlichkeiten.

    Vielleicht halten „wir“ (ich damals auch) uns für stark genug, die Kontrolle wieder zu erlangen. Das ist aber in der Beziehung nicht möglich.

    So wie ein Alkoholiker vor dem Alkohol kapitulieren muss, müsste die Co-Abhängige es vor dem negativen Verhalten des Partners auch tun.

    Ich schreibe bewusst „Partner“ nicht „Alkoholiker“.

    Denn es gibt solch ein Ungleichgewicht, solch eine emotionale Abhängigkeit auch in Beziehungen ohne Bezug zum Alkohol.

    Mit Alkohol ist es dann nochmal schwieriger, weil die Angehörigen es nicht auf den Charakter schieben müssen, sondern sich hinter der Krankheit Sucht verstecken können (ohne Alkohol ist er ja so lieb).

    Ist es nicht der Sinn einer Online Selbsthilfegruppe, seine Emotionen ungefiltert rauszulassen um dann Meinungen zu hören, die einem weiterhelfen oder im Optimalfall die Sichtweise ändern ?

    Naja, es ist denke ich schon der Sinn, vor allem Dingen auf seine eigenen Anteile zu schauen.

    Es wurde jetzt z.B. nur von Dir, Jana auf den Satz von Jump eingegangen, dass sie sich raus zieht.

    Aber was ist mit den eigentlich wichtigen (wenn auch unbequemen) Gedankenansätzen:

    Co-Abhängigkeit heißt nicht automatisch, dass jemand das arme Opfer ist.

    Und du hast also rein gar nichts mit irgendwas zu tun. Nur das arme Opfer?

    Es geht ja nicht nur um Emotionen, die den Verhalten des Partners betreffen: Wut usw.

    Sondern vor allen Dingen um die Emotionen, die einen selbst betreffen: Hilflosigkeit, Gekränktheit, Probleme mit Macht/Kontrollverlust.

    Also ich war noch nie so schnell in einem eiskalten Becken wie dort in der Sauna. Rekordverdächtige Laufzeiten von Handtuch ablegen und ins Wasser gehen (bei mir sprinten)... Aber es schaut kein Mensch danach, wie man aussieht.

    Vermutlich hast Du genau DAMIT alle Blicke auf Dich gelenkt, weil alle sich gefragt haben, was Dir in der Sauna widerfahren ist, dass Du so rennst ^^

    Ich bin ja keine Gazelle und von Model Maßen Lichtjahre entfernt, das würde ich mich nicht trauen.

    Ich glaube, Du hast eine falsche Vorstellung von einem Saunabesuch.

    Das ist kein Besuch in der Instagram-Welt, wo sich Influencer treffen, um einen Schönheitswettbewerb hinzulegen.

    Glaub mir, in der Sauna sind 80 Prozent der Besucher Lichtjahre von Model-Maßen entfernt und das ist auch gut so!

    Es ist genau der richtige Ort, um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt zu werden :)

    LG Cadda

    Mal eine nachträgliche Frage:

    Hast Du schon Vorteile sehen können, die diese Trennung mit sich bringt?

    Also ich meine nicht zukünftige, sondern bereits eingetretene?

    Bei mir war es so, dass ich mich sehr schnell erleichtert fühlte, nicht mehr alles mitzubekommen und auf der Hut zu sein.

    Könntest Du Dich noch mehr auf positive Veränderungen fokussieren?

    Hallo Jana.

    Mein Eindruck ist leider von Anfang an, dass Du nur denkst, ihn nicht mehr zu wollen, weil Du ansonsten das Gefühl nicht ertragen kannst, dass Du keinerlei Kontrolle mehr über die Situation hast.

    Er hat sich zurück gemeldet und es bringt Dich aus der Bahn und das obwohl er weiterhin negativ Dir gegenüber auftritt.

    Wenn ich mir vorstelle, er würde vor Deiner Tür stehen, voller Reue, Einsicht, Liebesbekundungen und Besserung gelobend…

    Ich sehe Dich dann nicht fern ab einer Co-Abhängigkeit, sondern ich sehe Dich dann direkt in alten Mustern.

    Das ist nur mein Eindruck. Mag sein, dass ich mich täusche, das wäre schön!

    Ich will Dir damit nur sagen, dass es eben ein bisschen mehr Zeit und „Arbeit“ benötigt, als den bloßen Entschluss, nicht mehr co-abhängig sein zu wollen in Zukunft.

    LG Cadda

    Hallo Monnek,

    Du schreibst, dass Du Dich mit Deiner Co-Abhängigkeit auseinander setzen möchtest, damit Dir das nicht noch einmal passiert.

    Du könntest das Grenzen setzen üben, indem Du Deiner Frau mitteilst, dass sie Erledigungen, Papierkram und diverse andere Dinge zukünftig selbst zu regeln hat.

    LG Cadda

    Hallo Maja,

    meine Söhne haben auch ihre Ruhe und ihren Halt wiederfinden können.

    Was Lolli schreibt, finde ich sehr wichtig: Die Art und Weise des Mitteilens.

    Klar kann ich als Mutter weinend berichten, dass die Familie zerbricht, sich unter Tränen entschuldigen und es ganz schlimm und selbst zutiefst enttäuscht rüberbringen.

    Ich kann aber auch optimistisch gestimmt erklären, dass es manchmal besser ist, wenn Mama und Papa nicht mehr zusammen leben und man auseinander zieht, um sich wohler zu fühlen. Dass man trotzdem eine Familie bleibt, auch wenn man sich trennt.

    Sie haben doch so viel mitbekommen in Deinem Fall. Da könnte man auch sagen, dass der Papa sich mit dem Alkohol sehr verändert und das zu schwierig geworden ist über die Zeit.

    Trennungen sind kein Drama.

    Das was die Kinder vorgelebt bekommen ist ein Drama.

    Das was hier schon geschrieben wurde, dachte ich auch:


    Du kannst ihnen mit dem Auszug Halt geben. Nicht nehmen.

    glaube, dass es viele Gründe gibt, warum ich das getan habe, aber keiner ist wohl wichtig genug!

    Für co-abhängiges Verhalten gibt es keinen einzigen Grund, über die eigenen Grenzen gehen zu lassen

    Genau so wenig, wie es keinen einzigen Grund für einen Alkoholiker gibt, zu saufen.

    Kein Schicksalsschlag, keine Unbequemlichkeit, keine beruflichen Schwierigkeiten, einfach nichts.

    Es gibt unzählige Menschen, die all diese „Gründe“ auch hätten und sich trotzdem nicht co-abhängig verhalten.

    Meist kommt so ein Verhalten auch nicht von heute auf morgen in nur einer bestimmten Lebensphase. Das zieht sich oft schon vorher durchs Leben.

    In dem Zusammenhang war das „frei“ falsch gewählt. Man könnte sagen, Du bist aus der Situation heraus, weil er gegangen ist.

    Frei von Deiner Co-Abhängigkeit kannst Du natürlich nicht sein, deshalb auch meine Anfangsfrage, wie Du da hinkommen könntest (frei zu sein).

    ich hätte definitiv noch länger gebraucht....

    Genau das solltest Du auf dem Schirm behalten, damit Du Dich zukünftig nicht wieder in ähnlichen Situationen wiederfindest, die Du aushältst, bis jemand anderes die Situation auflöst.

    Hallo Maja.

    Wie sage ich es den Kindern? Was sage ich ihnen? Und wann? Erst, wenn er sicher weg ist? Ich habe solche Angst, dass er sie im Vollsuff anruft, unzuverlässig ist usw.

    Aktuell weint mein Mann im Vollrausch viel, auch vor den Kindern. So richtig: Herzzereißend, laut, Schnodder läuft aus der Nase, man versteht seine hohe Stimme nicht usw. Wir wissen nie warum, er erklärt es nicht. Im nächsten Moment lacht er wieder. Oder aber er provoziert uns, indem er ständig unsere Grenzen überschreitet. Wir sagen etwas dagegen und er fängt einen Streit an. Er wertet uns drei so oft ab, das kleine Kind bekommt am wenigsten ab.

    Es zerreißt mir das Herz, was Deine Kinder erleben müssen.

    Wie kann es sein, dass Du überlegst, wann und was Du den Kindern sagst? Denkst Du, das wäre schlimmer, als das, was sie eh schon erleben müssen?

    LG Cadda

    Hallo Jana.

    Ich will frei sein.

    Wie kannst Du da hin kommen, mal unabhängig von Deinem Mann?

    Um mal wieder auf Dich und Deine Co-Abhängigkeit zurückzukommen.

    Du bist nun frei, weil Dein Mann gegangen ist und nicht mehr zurück kam.

    Hast Du Dich schon damit beschäftigt, wie es dazu kommen konnte, dass ER die Situation beendet hat und nicht Du, obwohl Du unglücklich warst? Warum konntest Du die Grenzen nicht setzen bzw. das Ende der Situation einleiten?

    Ich will Dich mit diesem Beitrag nicht ärgern, sondern den Fokus mal auf das legen, was Dir auch zukünftig in Beziehungen zum Verhängnis werden könnte. Denn mit der Trennung, die er vollzogen hat, hat sich ja nicht Dein inneres Problem gelöst.


    LG Cadda

    Moment… es sind inzwischen etliche User dabei, wieweiter mit auf den Weg zu geben, was sie tun sollte und müsste.

    Ich kann das auch total nachvollziehen, denn auch ich würde alles, was geschrieben wurde, am liebsten noch einmal wiederholen.

    Es bringt jedoch gar nichts, wenn wieweiter nicht handeln möchte und das ist ja inzwischen offensichtlich.

    wieweiter Du beschreibst, dass Du Hemmungen hast, ihn rauszuwerfen oder zu gehen. Weil er ja so nett sein kann. Jeder Mensch kann übrigens nett sein. Jeder!!!!

    Ich lese nichts nettes, sondern einen Mann, der sich Dir gegenüber grauenvoll benimmt.

    Aber: Es ist Dein Leben. Deine Entscheidung.

    Wenn Du bleiben willst, mach das. Allerdings bringt es nichts, zu versuchen, Dich zu überzeugen.

    Hilfe wirst Du von außen nicht bekommen, da Dein Mann das Recht hat, zu saufen.

    Du kannst Dir also nur selbst helfen.

    LG Cadda

    Huhu Jana,

    ich glaube, es ist schwierig, sich einen Zeitpunkt vorher auszusuchen, ab welchem man nicht mehr traurig ist :S

    Ich denke, dass es ganz wichtig ist, nach vorne zu schauen. Sich Vergangenes nicht schön zu reden, sondern sich wirklich immer wieder die bittere Realität des Verhaltens vor Augen zu führen, damit sich nicht nur der Verstand, sondern auch das Gefühl daran gewöhnt bzw. ent-wöhnt.

    Bei mir war es so, dass es mir nach einiger Zeit wieder richtig gut ging und trotzdem hat mich manchmal noch ein trauriges Gefühl eingeholt. Das habe ich dann kurz zugelassen und wieder weiter geschickt. Was ich nicht zugelassen habe ist, an das vermeitlich Schöne zu denken. Ich habe mir wirklich immer wieder genau überlegt, was mir angetan wurde und weshalb es besser ist, dass ich "allein" bin.

    Liebeskummer dauert und den Spruch "Die Zeit heilt alle Wunden" konnte ich nicht mehr hören, weil er mich so angenervt hat.

    Aber: Es stimmt tatsächlich :) (vorausgesetzt man WILL nach vorne sehen und es schaffen).

    Hallo Hazel,

    Dein Partner hat leider gar nichts im Griff. Er ist alkoholabhängig und die Alkoholkrankheit kann man nicht im Griff haben. Um da rauszukommen, funktioniert weniger trinken nicht, das klappt - wenn überhaupt - nur kurzfristig und dann wird es immer schlimmer. Es ist also unnötig, zu kontrollieren, was oder wie viel er trinkt. Fakt ist: Er trinkt und er ist nicht einsichtig.

    Wer damit argumentiert, dass er ja nicht schlägt .... da fällt mir nichts mehr zu ein. Denn: Schlimmer geht immer. Das macht das eigene Leid nicht weniger dramatisch.

    Diese Aussagen, dass er sich Hilfe holt, dass er Dir Seiten übers Internet sendet: Das ist einfach, um Dich zu beruhigen, zu besänftigen und hinzuhalten. So wie Du ihn beschreibst, hat er null Einsicht. Deshalb kann er sich den Weg in einen Entzug oder in eine Therapie auch absolut sparen, denn dann kommt nichts an. Die können einem keine Gehirnwäsche verpassen. Es muss klicken.

    Du fragst, ob es hier Partner gibt, die sich Hilfe geholt haben. Ja, die gibt es. Aber es gibt hier noch viel mehr Partner, die sich keine Hilfe geholt haben und so wie es sich liest, gehört Deiner leider dazu.

    Nun denkst Du vermutlich, dass das ja ein ganz schrecklicher Beitrag von mir ist, aber es gibt sehr wohl eine gute Sache: DU kannst Dir helfen. Nämlich, indem Du da raus kommst. Du schreibst, dass Du bereits Jahre lang mit einem Alkoholiker verheiratet warst. Nun bist Du wieder mit einem zusammen. Du solltest also aus diesem Muster aussteigen, damit Du Dir und Deinem Kind ein schöneres Leben gestalten kannst.

    Du sagst, dass Du etliche Stellen abgeklappert hast, keiner hilft. Nun gut, ich war nicht dabei, das kann ich nicht beurteilen. Was aber Tatsache ist: Du bist hier ein einer Selbsthilfegruppe gelandet. Du könntest anfangen, daran zu arbeiten, herauszufinden, was bei DIR nicht stimmt. Warum Du Dir das alles gefallen lässt. Warum Du Dir und Deiner Tochter das antust. Warum Du nicht "einfach" gehst, um nicht mehr vor lauter Übelkeit zu brechen, sondern endlich wieder ein zufriedenes Leben führen zu können. Warum Du nicht gehst, um Deiner Tochter vorzuleben, dass es so nicht normal ist.

    Bei dem, was Du beschreibst und Deiner verzweifelten Suche nach Hilfe fällt mir folgender Satz ein:

    Jemand muss sich in Therapie begeben wegen eines Menschen, der sich NICHT in Therapie begibt und diese eigentlich nötig hätte.

    Wenn Du mit Deiner Tochter gehst und Dir ein zufriedenes Leben ohne einen Alkoholiker an Eurer Seite aufbaust, wird es mit Sicherheit automatisch weniger werden mit der Übelkeit und dem Leid. Der Weg ist eigentlich so naheliegend. Wie könnte es Dir leichter fallen, diesen zu gehen?

    LG Cadda