Beiträge von Cadda

    aber soweit bin ich leider nicht, und er trinkt ja nicht mehr

    Dein Vorstellungsbericht ist schon ziemlich heftig, also sein Trink- bzw. Drogenverhalten. Es kann durchaus sein, dass er bald wieder trinkt, zumal er die Therapie auf Druck von außen hin macht. Das weißt Du doch alles gar nicht.

    Machst Du es Dir mit dem „Soweit bin ich leider nicht“ nicht ein wenig zu einfach? Ich meine, Du trägst doch auch die Verantwortung für Deine Kinder und es bringt niemanden etwas, dass Dein Freund nüchtern lieb ist, wenn er betrunken aggressiv ist.

    Deshalb ist der von ihm eingeforderte Abstand eigentlich gut dafür geeignet, lieber aus der Ferne zu beobachten, wie es mit ihm weitergeht, um dann zu sehen, ob DU noch die Beziehung weiterführen solltest.

    Negativ sehen ist sicherlich nicht gut. Es realistisch sehen, jedoch gar nicht verkehrt.

    Beziehungen verändern sich.
    Es liegt nicht in Deinem Einflussbereich, ob er trocken wird. Und wenn es nicht klappt, gehts ja auch nicht so weiter, Du hast ja auch Kinder an die Du denken solltest.

    Und wenn er trocken wird, ist es auch keine Garantie, dass er es bleibt.

    Auch, dass er trocken wird und sich abgrenzt, kann passieren.

    Auch wenns nicht von heute auf morgen geht, aber:

    Das Wichtigste wäre:
    Unabhängig vom Ausgang Zufriedenheut erlangen.

    Rückblickend ist es tatsächlich auch verstörend, was ich alles so ausgehalten und entschuldigt habe … und eben erschreckend wie die alten Muster direkt wieder getriggert werden

    Ja. Das geht mir auch so. Ich habe mich demütigen lassen, ganz schlimm.

    Und eigentlich ist es auch gut, sich das durch solche Situationen wieder bewusst zu machen und diese alten Muster wahrzunehmen und gar nicht wieder weiter zuzulassen.

    Du hast sie ja direkt erkannt. Und tust etwas dagegen, indem Du Dich damit beschäftigst hier zum Beispiel.

    Und es ihm die 2 Tage so angenehm wie möglich machen.ohne stress. Ich hoffe das tut ihm gut

    So solltest es DIR so angenehm wie möglich machen und schauen, dass es DIR gut geht.

    Dein Wohlergehen sollte möglichst nicht von ihm abhängig sein.

    Natürlich beeinflusst Liebeskummer die Zufriedenheit. Aber falls es so kommen sollte und er sich trennt, dann kannst Du es auch nicht verhindern. Du kannst ja nicht an seinen Gefühlen arbeiten, aber an Deinen eigenen, indem Du Dir Gutes tust, was außerhalb der Beziehung liegt.

    Versuche Dich auf Dich und Deine Kinder zu konzentrieren.

    LG Cadda

    Ich kenne das Gefühl, Lana.
    Ich hatte meinen Ex auf WhatsApp blockiert. Dann kamen sms.
    Als ich auch das blockiert habe (wusste erst gar nicht, wie das geht) hat er sich per e-mail gemeldet. Ich habe ihn auch dort blockiert.

    Als also nichts mehr ging, wurde er einfallsreich:

    Er hat mir Geld über Paypal gesendet. Da hat man nämlich die Möglichkeit, dem Empfänger mit dem Geld eine Mitteilung zu senden.

    Vor meiner Tür stand er nie.

    Er sitzt an seinem Stehtisch zu Hause, raucht Kette, säuft stunden- und tagelang und macht sich übers Handy Luft.

    Nun bin ich es nicht mehr nach so vielen Jahren. Sondern seine neue Frau oder seine Söhne.

    Er war mal ein toller Mensch. Davon ist nichts mehr übrig.
    Widerlich…. Ist das Wort, welches mir inzwischen einfällt.


    LG Cadda

    Unabhängig davon verabschiede dich mal von dem Gedanken. Was du früher gesoffen hast. Es interessiert dich bei einem aufkommenden Saufdruck nicht. Es ist eine Bezeichnung des Getränkes, die Sucht interessiert jedoch nur den zugesetzten Alkohol.

    Im Grunde genommen wars bei mir auch früher schon so. Ich habe immer Sekt, Wein oder Mischgetränke getrunken. Gut, das ist ja auch genügend Auswahl. Irgendwann haben wir mal eine Party gefeiert, fast durchgemacht, dort gezeltet und am nächsten Tag setzte ein fürchterlicher Kater ein. "Man soll ja damit anfangen, womit man aufgehört hat" hieß es und so wollten wir ein Frühschoppen einläuten.

    Freunde von mir sind los und wollten Alkohol besorgen, während meine Freundin und ich warteten und nichts mehr da war an Getränken vom Vortag. Es dauerte alles ganz schön und irgendwie ging es mir immer blöder. Da musste irgendwie Abhilfe geschafft werden und so kam es, dass wir wirklich die einzige Flasche, die noch nicht geleert war in der Nacht in Angriff nahmen. Irgendeinen (für mich widerlichen) Likör, Eckers Edelkirsch oder so ein Zeug.

    Ich kann mich heute noch daran erinnern, wie widerlich ich das Zeug fand. Aber darum ging es ja nicht. Ich trank nicht, weil es mir schmeckte. Im Grunde genommen schmeckte mir auch Sekt nicht, weshalb ich ihn oft mit O-Saft verdünnte und Wein auch nicht, weshalb ich ihn oft mit Selter verdünnte. Aber ging es darum?? Nein. Es ging einzig und allein um die Wirkung.

    Und genau so stelle ich es mir auch bei Suchtdruck vor. Ich denke, wie oben Hartmut auch beschrieb, dass es einem da relativ Wurst sein wird, was getrunken wird, hauptsache Alkohol.

    LG Cadda

    Insofern sollte dich das nicht riggern, du hättest es ja können, wenn du gewollt hättest ;)

    Es triggert mich nicht. Ich hab mich nur gewundert, dass Du das so selbstverständlich dargestellt hast, als würde es dazugehören, wenn man sich um seine Belange kümmert.

    Nein meine Rahmenbedingungen haben sich nicht verschlechtert, weil ich schon Selbstfürsorege betrieben habe und danach einen neunen Job habe ;)

    Wenn Du bereits einen neuen Job hast, dann fällt der Grund mit dem Einkommen ja schon mal bald weg. Das ist doch schon mal super! 👍

    Da ich diese gerade aufgebe, die mir mein Einkommen sichert ich bin im Moment nicht in der Postition eines Angestellten. der sich mal für ein paar Wochen krank schreiben lasen kann um sich um seine Belange zu kümmern ...

    Also ich habe mich nicht krank schreiben lassen, um mich um meine Belange zu kümmern. Wie kommst Du darauf, dass das der normale Gang ist?

    Hast Du mit der Aufgabe Deines Geschäftes, so dass Du kein gesichertes Einkommen mehr hast, die Rahmenbedingungen dann nicht eher noch weiter verschlechtert?

    Entschuldige, falls ich da was überlesen haben sollte.

    Ich denke das sich viele Menschen, die hier schreiben wieder erkennen, in Handlungen, Emmotionen etc. Und manchmals passt es einem nicht wenn man Gegenwind bekommt.... oder sich getriggert fühlt. Am Ende des Tages, denke ich muss jeder für sich selbst aussortieren, was ihm nützlich ist und was nicht.

    Das ist auf jeden Fall so. Was nicht passt liegen lassen, was passt mitnehmen und was vielleicht jetzt noch nicht passt, passt irgendwann dann doch mal :)

    Für mich liest es sich eher so, als ob Midget die Rahmenbedingungen schafft, damit sie nicht ins Nichts geht wenn sie geht… kann man das nicht auch so „lesen“?

    Ja. So kann man das auch lesen.

    Rahmenbedingungen schaffen oder etwas nach hinten schieben. Kann Beides sein.

    Meine Erfahrung war: Um mich aus einer toxischen Beziehung zu lösen, musste ich keine Rahmenbedingung schaffen. Das A und O war, mich zu lösen, um wieder glücklich werden zu können. Der Rest hat sich danach Schritt für Schritt entwickelt.

    Unsere Beiträge haben sich überschnitten. Danke fürs Aufklären :)


    Ich hab das Gefühl, Du hast falsche Reihenfolge am Wickel.

    Erst alles Andere und dann die Co-Abhängigkeit in der Beziehung?

    Das ist, als ob Alkoholiker erst an ihren Problemen arbeiten und sich später erst um die Sucht kümmern wollen, um wieder glücklich zu sein.

    Anders herum wird ein Schuh draus.

    Hallo Midget,

    der Frage schließe ich mich mal an :)

    Mir ist neulich aufgefallen, dass Du in einem anderen Thema ganz empört warst und sagtest, Du würdest Dich sofort trennen an ihrer Stelle. Da hab ich mal bei Dir im Thema gelesen, was Dein Partner so alles gebracht hat und war komplett verwundert, dass Du das bei Dir selbst offenbar nicht so empfindest, Dich sofort trennen zu müssen. Denn das ist auch echt harter Tobak bei Dir.

    Du hast so viel in Angriff genommen. Aber das Entscheidende um wieder happy werden zu können, noch nicht.

    Jede Situation ist anders. Unterm Strich bleibt es gleich: Eine zufriedene Beziehung ist mit einem Alkoholiker nicht möglich, erst Recht nicht, wenn eigene Erfahrungen mit Alkohol eine Rolle spielen.
    Emotionaler Abstand innerhalb einer Beziehung reicht da nicht wirklich aus, um glücklich zu sein/werden.

    Dann höre doch auf Dein Gefühl, Matilda.

    Ich kann ja verstehen, dass man sowas gern zusammen als Eltern machen würde. Doch ich stelle mal in Frage, ob ein nasser Alkoholiker in der Lage ist, die wahren Gründe da zu sehen, geschweigedenn so weiterzugeben. Da ja Alkoholiker nun mal ihre Fassade aufrecht erhalten wollen, dass ihr Trinken nicht schlimm ist oder Schuld ist.

    Es gibt doch eigentlich gar nicht richtig DAS Gespräch an sich. Auf so etwas kann man Kinder auch durch mehrere kleine Gespräche situationsbedingt vorbereiten. Warum soll es immer dieses "Alle Leute setzen sich nun an den Tisch um jetzt sofort über die Trennung zu sprechen, die ab sofort vollzogen wird". Das kommt mir immer ein bisschen vor wie in einem Film. Aber ist es nicht so, dass es eher eine Phase ist, in der eine Trennung vermittelt wird, anstatt ein einzelnes Gespräch?

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    wenn Dein Sohn Dich so etwas fragt, dann zeigt das, dass er sich so seine eigenen Gedanken macht und das Thema ihn beschäftigt und die Frage an Dich zeigt auch, dass er offenbar Vertrauen zu Dir hat. Ich weiß nicht, wie alt Dein Sohn ist, aber ich denke, Du wirst das richtig erklären können.

    Ich bezweifle noch, dass ihr das gemeinsam tun könnt, Du und Dein Mann. Also dass das dann alles so glatt läuft. Manchmal wird der Spieß auch ganz schnell umgedreht vom trinkenden Partner, dass ja gar nicht alles so schlimm ist und die Mama (in dem Fall Du) Schuld ist weil sie sich trennen will. Deshalb würde ich schauen, ob es überhaupt passt, ob ihr da beide wirklich an einem Strang zieht, wenn es darum geht, mit den Kindern zu reden. Ansonsten ist es nämlich auch in Ordnung, wenn Du den Gesprächen, die Dein Son vielleicht einleiten will, nicht aus dem Weg gehst und schon mal einen Anfang machst. So ist jedenfalls mein Gefühl dazu.

    Und ich schrieb es schon an anderer Stelle: Ein finales Gespräch bedeutet nicht, dass dann alles gesagt ist. Du hast auch immer noch die Möglichkeit, im Laufe der Zeit, was hintenranzuhängen, wenn Unsicherheiten seitens der Kinder da sind.

    LG Cadda

    Hallo Aruula,

    das ist wirklich traurig. Letztendlich finde ich es aber gut zu hören, dass offensichtlich die Kinder in der Lage sind, zu schildern was los ist und dass sie die Situation dann verlassen können. Das Offenlegen der Gefühle und entsprechende Konsequenzen sind meiner Meinung nach genau das, was Deine Schwester benötigt, wenn sie überhaupt irgendwann mal an ihren Tiefpunkt gelangt, dann nur dadurch, dass diese Konsequenzen erfolgen und die Heimlichkeiten auffliegen.

    LG Carina