Beiträge von Cadda

    Für mich liest es sich eher so, als ob Midget die Rahmenbedingungen schafft, damit sie nicht ins Nichts geht wenn sie geht… kann man das nicht auch so „lesen“?

    Ja. So kann man das auch lesen.

    Rahmenbedingungen schaffen oder etwas nach hinten schieben. Kann Beides sein.

    Meine Erfahrung war: Um mich aus einer toxischen Beziehung zu lösen, musste ich keine Rahmenbedingung schaffen. Das A und O war, mich zu lösen, um wieder glücklich werden zu können. Der Rest hat sich danach Schritt für Schritt entwickelt.

    Unsere Beiträge haben sich überschnitten. Danke fürs Aufklären :)


    Ich hab das Gefühl, Du hast falsche Reihenfolge am Wickel.

    Erst alles Andere und dann die Co-Abhängigkeit in der Beziehung?

    Das ist, als ob Alkoholiker erst an ihren Problemen arbeiten und sich später erst um die Sucht kümmern wollen, um wieder glücklich zu sein.

    Anders herum wird ein Schuh draus.

    Hallo Midget,

    der Frage schließe ich mich mal an :)

    Mir ist neulich aufgefallen, dass Du in einem anderen Thema ganz empört warst und sagtest, Du würdest Dich sofort trennen an ihrer Stelle. Da hab ich mal bei Dir im Thema gelesen, was Dein Partner so alles gebracht hat und war komplett verwundert, dass Du das bei Dir selbst offenbar nicht so empfindest, Dich sofort trennen zu müssen. Denn das ist auch echt harter Tobak bei Dir.

    Du hast so viel in Angriff genommen. Aber das Entscheidende um wieder happy werden zu können, noch nicht.

    Jede Situation ist anders. Unterm Strich bleibt es gleich: Eine zufriedene Beziehung ist mit einem Alkoholiker nicht möglich, erst Recht nicht, wenn eigene Erfahrungen mit Alkohol eine Rolle spielen.
    Emotionaler Abstand innerhalb einer Beziehung reicht da nicht wirklich aus, um glücklich zu sein/werden.

    Dann höre doch auf Dein Gefühl, Matilda.

    Ich kann ja verstehen, dass man sowas gern zusammen als Eltern machen würde. Doch ich stelle mal in Frage, ob ein nasser Alkoholiker in der Lage ist, die wahren Gründe da zu sehen, geschweigedenn so weiterzugeben. Da ja Alkoholiker nun mal ihre Fassade aufrecht erhalten wollen, dass ihr Trinken nicht schlimm ist oder Schuld ist.

    Es gibt doch eigentlich gar nicht richtig DAS Gespräch an sich. Auf so etwas kann man Kinder auch durch mehrere kleine Gespräche situationsbedingt vorbereiten. Warum soll es immer dieses "Alle Leute setzen sich nun an den Tisch um jetzt sofort über die Trennung zu sprechen, die ab sofort vollzogen wird". Das kommt mir immer ein bisschen vor wie in einem Film. Aber ist es nicht so, dass es eher eine Phase ist, in der eine Trennung vermittelt wird, anstatt ein einzelnes Gespräch?

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    wenn Dein Sohn Dich so etwas fragt, dann zeigt das, dass er sich so seine eigenen Gedanken macht und das Thema ihn beschäftigt und die Frage an Dich zeigt auch, dass er offenbar Vertrauen zu Dir hat. Ich weiß nicht, wie alt Dein Sohn ist, aber ich denke, Du wirst das richtig erklären können.

    Ich bezweifle noch, dass ihr das gemeinsam tun könnt, Du und Dein Mann. Also dass das dann alles so glatt läuft. Manchmal wird der Spieß auch ganz schnell umgedreht vom trinkenden Partner, dass ja gar nicht alles so schlimm ist und die Mama (in dem Fall Du) Schuld ist weil sie sich trennen will. Deshalb würde ich schauen, ob es überhaupt passt, ob ihr da beide wirklich an einem Strang zieht, wenn es darum geht, mit den Kindern zu reden. Ansonsten ist es nämlich auch in Ordnung, wenn Du den Gesprächen, die Dein Son vielleicht einleiten will, nicht aus dem Weg gehst und schon mal einen Anfang machst. So ist jedenfalls mein Gefühl dazu.

    Und ich schrieb es schon an anderer Stelle: Ein finales Gespräch bedeutet nicht, dass dann alles gesagt ist. Du hast auch immer noch die Möglichkeit, im Laufe der Zeit, was hintenranzuhängen, wenn Unsicherheiten seitens der Kinder da sind.

    LG Cadda

    Hallo Aruula,

    das ist wirklich traurig. Letztendlich finde ich es aber gut zu hören, dass offensichtlich die Kinder in der Lage sind, zu schildern was los ist und dass sie die Situation dann verlassen können. Das Offenlegen der Gefühle und entsprechende Konsequenzen sind meiner Meinung nach genau das, was Deine Schwester benötigt, wenn sie überhaupt irgendwann mal an ihren Tiefpunkt gelangt, dann nur dadurch, dass diese Konsequenzen erfolgen und die Heimlichkeiten auffliegen.

    LG Carina

    Guten Morgen Franzi,

    ich bin da ganz bei Lana. Das Verhalten unterstreicht Deine Entscheidung hundert Mal.

    Versuche das beste aus der Situation zu machen und zieh es durch. Egal, was Deine Familie, Dein Mann oder sonst wer Dir an den Kopf werfen. Du machst es völlig richtig!!!

    LG Cadda

    Hallo Ella,

    herzlich Willkommen hier bei uns. Ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema dorthin verschoben. Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    Ansonsten kann ich mich Morgenrot nur anschließen. Du trägst nicht diese Verantwortung und ich kann mich der Frage nur anschließen, wie Du für Dich sorgen könntest?


    LG Cadda

    Hallo Jenny,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt dorthin verschoben. Du kannst Dich jetzt überall austauschen, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.


    Ich möchte ihn eig. nicht verlassen. Da hängen auch Großeltern, Tanten, Cousinen und eben eine ganze, liebgewonnen und harmonische Großfamilie mit dran. Ich möchte einfach nur das er gesund wird!!!

    Diese Gefühle sind auch total verständlich. Leider kannst Du nichts dafür tun, dass er gesund wird, das kann nur er selbst :(

    Und wenn er das nicht tut, dann werden oft die Personen, die Du aufgezählt hast um ihn herum mit krank.


    LG Cadda

    Hallo Nordlichtfan,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt dorthin verschoben. Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.


    Schön, dass Du wieder zurück bist von der Entgiftung und viel über Dich gelernt hast.


    LG Cadda

    Hallo liebe Aruula,

    also ich hatte in der Zeit, als ich getrunken habe, deutlich weniger Kontakt zu meiner Schwester. Ganz abgebrochen hat sie ihn nicht, aber sie hat sich sehr zurückgezogen. Ins Geheim wusste ich auch warum. Und ich wusste auch: Wenn ich aufhören würde zu trinken und wieder ich selbst werden würde, dann würde sich unser Verhältnis ganz sicher wieder ändern.

    Ich hatte nie das Gefühl, dass sie mich im Stich lässt. Ich hatte eher das Gefühl, dass ich sie im Stich lasse, weil sie mich ja schließlich nicht mehr so hatte, wie sonst als Schwester. Ging ja auch nicht, denn ich hatte mich ja so verändert.

    Wichtig für Dich finde ich eigentlich, dass Du Dich versuchst abzugrenzen, aber das tust Du ja und dass Du nicht versuchst, sie zu überzeugen, denn das bringt eh nichts.

    Wenn es Dir aber besser geht, ihr zu schreiben, dass sie für Dich trotz allem sehr wichtig ist und Du da bist, wenn sie sich entscheiden sollte, etwas gegen ihre Sucht zu tun, finde ich persönlich das nicht schlimm. Denn es sagt ja nicht "Hey, es kann alles normal weiterlaufen, auch wenn Du trinkst", sondern es zeigt schon, dass Du Dich bewusst zurückziehst und warum.

    Ich kann aber nachvollziehen, wenn es Dir gut tun würde, ihr das mit auf den Weg zu geben und würde aus dem ersten Gefühl heraus sagen: Warum nicht?

    Ob das richtig oder falsch ist, kann ich Dir nicht sagen. Vermutlich gibt es hier auch kein richtig oder falsch.

    LG Cadda

    Guten Morgen Zausel,

    meine Situation war damals so:

    Ich bin bereits abhängig gewesen, als ich mit meinem Ex-Partner zusammenkam, der ebenfalls trank. Das war quasi mein "Untergang". Es ging rapide bergab mit mir (im Nachhinein bin ich froh über diese Beziehung, sie hat alles etwas vorangetrieben mit mir).

    Ich spare mir jetzt mal die Details, ich kann nur so viel sagen: Ich habe diesen Mann wirklich geliebt. Das, was ich hier manchmal im Forum nicht mehr lesen kann, war auch immer in meinem Kopf "Nüchtern ist er doch der liebste Mensch auf der ganzen Welt". Ja, aber er war halt selten nüchtern, das ist das Problem an der Sache. Jedenfalls wurde es im Laufe der Zeit immer weniger.

    Wir gingen also zusammen unter und irgendwann war ich am Ende und befreite mich selbst aus meiner Alkoholsucht. Ich ging zum Arzt, zur Suchtberatung, machte eine ambulante Therapie. Ich zog vorher schon aus seinem Haus aus, wo ich mit meinen Kindern lebte. Versuchte mich nur noch mit ihm zu treffen, wenn er nicht getrunken hat (das klappte mehr schlecht als recht).

    Tja und so war ich dann in ähnlicher Situation wie Du: Ich selbst trankt nicht mehr und wollte sooooo gern, dass er den Weg mit mir gemeinsam geht. Ich habe gehofft, geredet, gemacht, getan, ihm einen super tollen Weg vorgelebt. Er war neidisch, einsichtig, wollte es auch unbedingt schaffen, wollte mich nicht verlieren, versuchte es kurzzeitig, aber die Sucht war stärker.

    Irgendwann musste ich ihn loslassen, weil es mir selbst nicht mehr gut tat und weil meine Trockenheit Priorität Nummer 1 war. Es tat verdammt weh und ich hatte den Liebeskummer meines Lebens.

    Heute ist das über 6 Jahre her und ich bin frei. Er nicht, er säuft immer noch.

    Es ist nicht einfach jemanden loszulassen, wo man das Gefühl hat, er könnte es doch schaffen und wo man sich ausmalt, wie schön es doch sein könnte.

    Doch Du bist den Weg schon gegangen und er eben nicht. Und dann trennen sich zwangsläufig nun einmal die Wege, weil Du sonst nicht weiterkommst.

    LG Cadda

    Guten Morgen Biggimum,

    Du merkst es selbst beim Tippen: Sie muss da raus, nicht Du. Du kannst für sie beten und für sie da sein, wenn sie sich meldet, aber schaffen muss sie es ganz allein.

    Ich weiß, dass das ganz sicherlich total schwierig ist, sich zurückzuhalten, gerade wenn es das eigene Kind betrifft.

    LG Cadda

    Guten Morgen Franzi,

    Du wirst Dich wundern, was man alles mit einer kleinen Sandkastenschaufel erreichen kann :)

    Ich denke, Du wirst bei Deiner Tochter die richtigen Worte finden. Ich weiß jetzt nicht, wie alt sie ist, aber lass Dir bitte noch eines mit auf den Weg geben:

    Als ich mich damals von meinem Ex-Mann (kein Alkoholiker, aber andere gravierende Gründe) trennte, waren meine Kinder zunächst verzweifelt. Klar, alle Gewohnheiten futsch, Papa nicht mehr vor Ort, das möchte kein Kind, egal wie schwer es zu Hause abläuft. Aber manchmal sollte man einfach handeln, auch wenn Kinder noch nicht erkennen, wie schlecht die Situation für sie war.

    Es ist nicht alles mit einem Gespräch (welches Du mit ihr führen wirst, um sie zu informieren) geklärt. Es ist also nicht so, dass alles von diesem Gespräch abhängt, wie es mit ihr läuft. Du hast massig Zeit, bei GElegenheit noch weiteres zu erklären oder ihre Reaktionen in der nächsten Zeit abzuwarten und entsprechend drauf zu reagieren. Die Verarbeitung dieser Trennung erfolgt ja im Laufe der Zeit und Du kannst da ja mit steuern und reagieren.

    Ich bin sicher, dass Du das packst. Ich finde es toll, dass Du da Personen aus Deiner Familie mit ins Boot geholt hast. Das hab ich damals auch getan und es war direkt viel leichter, sofern man von leicht sprechen kann. Aber man steht mit seiner Sandkastenschaufel halt nicht allein davor, sondern der Ein- oder Andere kommt vielleicht noch mit einem Esslöffel dazu, um den Berg mit abzutragen :)

    Liebe Grüße und ganz viel Motivation

    Cadda