Guten Morgen Zausel,
meine Situation war damals so:
Ich bin bereits abhängig gewesen, als ich mit meinem Ex-Partner zusammenkam, der ebenfalls trank. Das war quasi mein "Untergang". Es ging rapide bergab mit mir (im Nachhinein bin ich froh über diese Beziehung, sie hat alles etwas vorangetrieben mit mir).
Ich spare mir jetzt mal die Details, ich kann nur so viel sagen: Ich habe diesen Mann wirklich geliebt. Das, was ich hier manchmal im Forum nicht mehr lesen kann, war auch immer in meinem Kopf "Nüchtern ist er doch der liebste Mensch auf der ganzen Welt". Ja, aber er war halt selten nüchtern, das ist das Problem an der Sache. Jedenfalls wurde es im Laufe der Zeit immer weniger.
Wir gingen also zusammen unter und irgendwann war ich am Ende und befreite mich selbst aus meiner Alkoholsucht. Ich ging zum Arzt, zur Suchtberatung, machte eine ambulante Therapie. Ich zog vorher schon aus seinem Haus aus, wo ich mit meinen Kindern lebte. Versuchte mich nur noch mit ihm zu treffen, wenn er nicht getrunken hat (das klappte mehr schlecht als recht).
Tja und so war ich dann in ähnlicher Situation wie Du: Ich selbst trankt nicht mehr und wollte sooooo gern, dass er den Weg mit mir gemeinsam geht. Ich habe gehofft, geredet, gemacht, getan, ihm einen super tollen Weg vorgelebt. Er war neidisch, einsichtig, wollte es auch unbedingt schaffen, wollte mich nicht verlieren, versuchte es kurzzeitig, aber die Sucht war stärker.
Irgendwann musste ich ihn loslassen, weil es mir selbst nicht mehr gut tat und weil meine Trockenheit Priorität Nummer 1 war. Es tat verdammt weh und ich hatte den Liebeskummer meines Lebens.
Heute ist das über 6 Jahre her und ich bin frei. Er nicht, er säuft immer noch.
Es ist nicht einfach jemanden loszulassen, wo man das Gefühl hat, er könnte es doch schaffen und wo man sich ausmalt, wie schön es doch sein könnte.
Doch Du bist den Weg schon gegangen und er eben nicht. Und dann trennen sich zwangsläufig nun einmal die Wege, weil Du sonst nicht weiterkommst.
LG Cadda