Guten Abend zusammen,
was das Auto angeht: Da wirst Du nichts machen können, das hat Deine Anwältin Dir ja auch schon gesagt. Ich habe Jahre lang in einer Kanzlei gearbeitet und einen ähnlichen Fall hatten wir auch mal. Es ist leider so: Wer den Fahrzeugbrief besitzt, dem gehört das Auto. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
Deshalb sollte man bei einem Kauf oder einer Schenkung auch immer darauf achten, dass der Brief direkt an den Eigentümer geht bzw. erst nach einer Zahlung ausgehändigt wird. Im Nachhinein ist da nichts mehr zu machen.
Was den Trennungsunterhalt angeht... Wenn Dir etwas zusteht, könntest Du das natürlich einklagen. Spekulieren, was Dein Ex alles tun KÖNNTE, hilft da ja nicht wirklich weiter. Sich erpressen lassen.... das geht halt nicht finde ich. Was einem zusteht, steht einem zu.
Was mich aber wirklich stutzig macht: Warum sollte Dir Trennungsunterhalt zustehen, wenn Du für Dich selbst sorgen kannst, indem Du arbeitest? Das verstehe ich nicht so ganz, weshalb das so sein sollte. Aber gut, da wird Deine Anwältin Dich ja sicherlich beraten haben.
Ich persönlich halte es bei dem Thema, ob ich etwas durchsetze, was mir rechtlich zusteht immer so, dass ich schaue, wie fair es letztendlich ist.
Ein Beispiel:
Mein Ex-Mann und ich haben damals ein Grundstück von seiner Mutter bekommen (nach der Hochzeit). Wir haben dort ein Haus drauf gebaut und nicht sehr lange dort drin gewohnt. Ich bin damals ausgezogen, er hat den Kredit weitergezahlt, fertig.
Einige meinten, ich müsse zusehen, dass ich sozusagen etwas vom Kuchen abbekomme, das würde mir zustehen, da das Grundstück ja kurz nach der Hochzeit kam und ich somit schon mit ihm verheiratet war.
Ich kann dazu nur sagen, dass ich das gar nicht angefangen habe, zu verfolgen, weil es für mich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre, mich an dem Grundstück zu bereichern, was er von seiner Familie erhalten hat.
So würde es mir vermutlich auch gehen, wenn ich verheiratet wäre, selbst arbeiten würde, mein Mann auch und wir uns dann (egal wer die Hauptschuld trägt) trennen würden. Mein Gedanke wäre: Warum sollte er für mich zahlen, wenn ich mein eigenes Geld verdienen kann?
Anders verhält es sich, wenn Kinder im Spiel. Kindesunterhalt habe ich von Anfang an bekommen und erhalte es auch immer noch. Das ist fair und völlig normal. Trennungsunterhalt hätte ich nur in Anspruch genommen, wenn ich selbst nicht hätte arbeiten können, weil die Kinder noch zu klein sind.
Anderes Beispiel: Es ist auch rechtlich erlaubt, den Kindesunterhalt zu kürzen, wenn die Mutter (in dem Fall damals ich) mit einem neuen Partner zusammenlebt. Das wiederum hat mein Ex-Mann nicht getan, weil er es nicht fair gefunden hätte. Warum sollte ein anderer Mann mehr in die Tasche greifen, obwohl es seine Kinder sind?
Wir Beide ticken da ziemlich ähnlich. Das Rechtliche ist für uns nur ein Anhaltspunkt. Wir schauen dann, was wir fair finden und handeln danach.
Auch wenn hier die Situation anders ist, kann ich es hier trotzdem auch nur empfehlen, da auch mal auf seinen Bauch zu hören. Oftmals bekommt man dann das Echo so zurück, wie man es in den Wald hineinruft.
Hier muss ich allerdings zugeben: Wenn er sich mit dem Auto so unfair verhält und somit unfair in den Wald hinein ruft, dann kann ich ein Stück weit nachvollziehen, wenn Du im Gegenzug auch ein wenig aus den Augen verlierst, was fair ist und was nicht.
Die Frage ist dann tatsächlich von Dir persönlich zu entscheiden: Lieber Recht oder lieber Ruhe?
Ich denke, da kann Dir keiner reinreden, das ist einfach typabhängig.
LG Cadda