Beiträge von Cadda

    Hallo Simsala,

    der Satz "Co-Abhängig über den Tod hinaus" trifft es ganz genau, was Deine Schwiegermutter angeht. Ich denke, das wirst Du auch mit den Fotos nicht abändern können. Vielleicht ist es irgendwann einmal so, dass sie für sich erkennt, dass ihr Sohn vielleicht wirklich Alkoholiker war. Momentan denke ich, dass sie nicht damit umgehen kann, den Tod ihres Sohnes zu verkraften mit dem Wissen, dass er sich tot gesoffen hat und Alkoholiker war. Vermutlich hält sie den Gedanken einfach nicht aus, weil dann auch die Frage auftaucht, ob sie selbst etwas falsch gemacht haben könnte. Ich würde versuchen, ihr den Glauben zu "gönnen", denn letztendlich ändert es ja auch nichts mehr. Ihr wird es vielleicht auch unangenehm sein, anderen Menschen gegenüber, deshalb versucht sie den Schein zu wahren. Wenn jemand verstorben ist, dann ist das auch nochmal eine andere Sache, wie man mit so etwas umgehen kann, weil die Trauer nichts anderes zulässt.

    Ich möchte Dir aber trotz des Textes oben sagen, dass ich Dich zu 100 Prozent verstehen kann, also dass es Dich wahnsinnig macht. Du weißt genau, dass es stimmt, was Du siehst und fühlst und es ist sicherlich kein schönes Gefühl, wenn daneben gestanden wird und Deine Wahrnehmung angezweifelt wird. Deshalb würde ich auch versuchen, da dringend Abstand in die Sache zu bringen. Ich denke, Deine Energie, die Du für die Sache aufwendest, verpufft einfach in der Luft. So wie die Energie in der Luft verpufft ist, als Du versucht hast, Deinem Mann, dem Alkoholiker die richtigen Gedanken zu vermitteln, so verpufft die Energie genau so, wenn Du versuchst, der co-abhängige Mutter die richtigen Gedanken zu vermitteln.

    Versuche loszulassen. Ich weiß, das hört sich leicht gesagt an. Für DICH persönlich finde ich es gut, dass Du die Wahrheit erkennst, die Bilder machst, Dich in Deiner Wahrnehmung bestätigt fühlen kannst und zwar deutlich. Das ist das Wichtigste. Du bist nicht Schuld. Ganz und gar nicht. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, ob er trinkt oder nicht. Da braucht auch keine Depression vorgeschoben werden. Es gibt etliche Alkoholiker, die depressiv sind und trotzdem aufhörten zu trinken. Erst ist die Abhängigkeit dran, dann die Depression (bei der Behandlung), anders herum wird niemals ein Schuh draus.

    Aber Simsala, das spielt nun im Grunde keine Rolle mehr. Du weißt, was Sache war/ist. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du das Thema nach und nach etwas mehr loslassen kannst.

    Liebe Grüße

    Cadda

    Hallo Juni,

    herzlich Willkommen, der erste Schritt ist gemacht, Du trinkst seit Anfang Juni keinen Alkohol mehr und das ist klasse.

    Habe auch Trennung hinter mir und Kinder die ihren Vater zukünft anders erleben möchten als in den letzten Monaten. :cry:

    Ein guter Motivationsgrund dringend am Ball zu bleiben, neben einem selbst.

    Hier im Forum ist der Austausch eine gute Möglichkeit.

    Ich sende Dir den Bewerbungslink. Wenn Du Dich gern regelmäßig austauschen möchtest, dann fülle diesen kurz aus und wir schalten Dich für den offenen Bereich frei.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Lotti,

    herzlich Willkommen hier bei uns. Die Frage ist nicht, ob er es schaffen kann, ohne professionelle Hilfe aufzuhören, sondern ob er überhaupt aufhören will. Behaupten kann man das nämlich immer. Ich möchte behaupten, dass sogar die Mehrheit das behauptet aber dann immer Gründe nennt, warum es gerade nicht geht.

    Dann kommt noch dazu, dass weniger trinken nicht hilft. Ist erstmal eine Grenze überschritten, dann gibt es kein kontrolliertes Trinken mehr. Ganz oder gar nicht bedeutet das.

    Ob Du Dich trennen solltest, musst Du natürlich selbst entscheiden. Aber Du kannst hier sicherlich Hilfe finden, indem Du hier andere Geschichten liest und Dich austauscht. Falls Du das gern möchtest, bewirb Dich doch kurz für den offenen Bereich. ICh lass Dir mal den link da.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich finde das ganz große klasse, dass Du da so konsequent reagiert hast. Du hast die einzige Frage gestellt, die relevant ist. Super, dass Du bei Dir geblieben bist. Du kannst nichts tun, der Ball ist bei ihm.

    Und wer weiß, ob nicht eh schon zu viel vorgefallen ist, so dass ein „Nein ich trinke nicht“ Euch auch nicht weitergebracht hätte.

    Aber die Frage musst Du Dir ja eh nicht stellen.

    LG Cadda

    Hallo Veru

    ich finde es konsequent, dass Du den Kontakt zu Deinen Leuten abgebrochen hast, weil der Alkohol dort zu sehr im Mittelpunkt steht.

    Wenn das bei dem anderen Kreis nicht der Fall ist und Du Dich auch außerhalb vom Alkohol gern mit denen treffen würdest, weil der Kontakt seit 30 Jahren besteht, ist die Entscheidung doch ok. Wenn, dann könntest Du eh nur für DICH entscheiden, den Kontakt abzubrechen. Von Deiner Frau könntest Du das nicht erwarten finde ich.

    Ein alkoholfreies Zuhause würde ich persönlich erwarten, wenn ich das so haben möchte. Aber Freundschaften beenden?! Das ist nochmal eine ganz andere Nummer, von der Du Dich ja auch abgrenzen könntest, ohne dass sie sich abbgrenzen müsste.

    Du sorgst meiner Meinung schon ganz gut für Dich, was ja auch daran zu sehen ist, dass Du z. B. Treffen, wo es ausschließlich um Alkohol geht, wie Schützenfest, Junggesellenabschied und Hochzeit abgesagt hast. Das finde ich schon ziemlich konsequent von Dir, was gar nicht zu Deiner Aussage passt, dass Dir teilweise die Eier fehlen :P

    Hallo Egah,

    es ist richtig, dass Du hier bist. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Du wirst hier sehr viele Geschichten von Co.Abhängigen finden.

    Hast Du mal mit Deiner Frau über das Problem gesprochen oder fällt das eher so unter den Tisch?

    Möchtest Du Dich hier regelmäßig austauschen?

    LG Cadda

    Zitronenfalter... ich weiß, dass sich das nun alles hart für Dich anhört. Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Ich hab auch so manches Mal gedacht, ich habe den absoluten Plan, jetzt wird alles gut, er will ja auch... und dann wurde mir hier im Forum der Wind aus den Segeln genommen und mir wurde allmählich klar, dass ich mir alles nur schön rede. Das ist nicht einfach, aber es ist leider die Wahrheit. Das Kernproblem, also die Sucht ist das Hauptthema Nr. 1. Das gilt auch kein Zusammenreißen, weniger trinken, erstmal um andere Dinge kümmern, weil es dann leichter wird, mit dem Alkoholproblem. Alles Schwachsinn. Alles vorgeschobene Gründe, um erstmal in Ruhe weitersaufen zu können, weil man ja schließlich erstmal an die anderen Baustellen muss und dann wird das Suchtproblem von allein besser. Nein, wird es nicht. Das sag ich Dir nicht nur als ehemals co-Abhängige, die bis zu letzte gehofft hat, sondern auch als trockene Alkoholikerin, die es kennt, erstmal alles Andere angehen zu wollen um dann auf ein Wunder zu hoffen, dass es mit der Alkoholsucht automatisch besser wird. Eines habe ich gelernt: Der Alkoholiker muss für sich allein trocken werden wollen. Vorher lohnt es sich null, an irgendwelche anderen Themen heranzugehen.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass es gut ausgeht. Das wünsche ich jeder Co-Abhängigen hier. Ich wünsche denen aber auch, dass sie nicht unnötig Zeit verplempern, weil sie immer wieder denken, alles wird gut, wenn sie nur genügend Hilfe leisten.

    LG Cadda

    Hallo Zitronenfalter,

    eine Paarberatung wird bei der Alkoholsucht leider gar nichts bringen. Im Grunde genommen hilft nur eines: Raus aus der Sucht, bedeutet kein Alkohol.

    Alle anderen Probleme sind dem doch untergeordnet.

    Mein Ex-Partner war auch einsichtig. Hat mich geliebt. Wollte keine Trennung. Wollte sogar aufhören zu trinken, um unsere Beziehung zu retten. Alle Probleme angehen, das volle Programm sozusagen. Funktioniert nicht, denn die Sucht blieb.

    Heute sind wir getrennt, ich bin frei.

    Er säuft übrigens immer noch…


    LG Cadda

    Hallo Pamela,

    Ich bin die Ruhe selbst kein Hauch von Aggressivität…….das mit den Wunden Punkten habe ich schon hier durch………ich weiß aber gerade nicht warum ich mich dir Erklären sollte……..wolltest du sonst noch was von mir oder nur deinen Senf hier dazu geben ?

    Deine Aussage verbunden mit dem Ton ist quasi ein Widerspruch in sich selbst.

    Du hast ja bestimmt gelesen das es mir gut geht…….ich hoffe bei Dir ist auch alles auf einem guten Weg ?

    Du bügelst hier Jeden, der etwas bei Dir schreibt, direkt mit einer Gegenfrage nach der Person selbst ab, schon fast provokativ, für mich bringst Du das jedenfalls nicht so rüber, als ob Du wirklich wissen willst, wie es dem- oder derjenigen Person geht, sondern als ob Du Dein Gegenüber in die Schranken weisen möchtest.

    Solltest Du allerdings wirklich wissen wollen, wie es mir geht: Ja danke der Nachfrage, es geht mir gut zur Zeit. Das war mal anders, aber inzwischen bin ich sehr zufrieden. Wenn es Dich wirklich interessiert, kannst Du das aber auch in meinem Tagebuch lesen, aber davon gehe ich - wie ich oben schon beschrieben habe - nicht aus.

    wolltest du sonst noch was von mir oder nur deinen Senf hier dazu geben ?

    Ich würde mich der Frage von sunshine anschließen. Wenn es Dir so gut geht und Du offensichtlich Dein Thema gar nicht "bearbeiten" möchtest, warum bist Du dann hier im Forum gelandet?

    Gruß Cadda

    ^^

    So sehen meine Sonntage oft aus. Meine Söhne haben da ihre Heimspiele und sind in unterschiedlichen Mannschaften (was auch 4 Mal die Woche Training bedeutet). Eigentlich könnte ich meine Zeit auch ohne Arbeiten gut rumbekommen :lol:

    Das ist sehr gut zusammengefasst, Carl-Friedrich.

    Was den "Gruppenzwang" angeht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass da was dran ist, auch aus der Gewohnheit heraus. Ich hatte halt mein Leben so gestaltet, dass ich an den Wochenenden immer weg war und auf Feiern getrunken habe. Ich konnte und wollte am Anfang gar nicht mein Leben so dermaßen auf den Kopf stellen, dass ich allein zu Hause bleibe, anstatt mit meinen Leuten mitzugehen. Nicht mit denen, wo es wirklich nur um das Saufen ging, da habe ich mich instinktiv irgendwie von Anfang an abgekapselt. Aber mit den Anderen bin ich schon ständig noch weggegangen. Ich wollte das so und es fühlte sich auch richtig an in dem Moment. Das war eben mein Leben. Erst nach und nach verlor ich das Interesse daran. Es war nicht mehr meine Welt.

    Im Nachhinein betrachtet, hätte ich vielleicht noch mehr auf mich achten müssen. Obwohl ich nie Probleme hatte "durchzuhalten". Ich habe das nie als Kampf empfunden, ich war von Anfang an gern ohne Alkohol. Für mich war das in der Theorie schon längst erledigt, ich hatte kein Problem mehr mit dem "Nie wieder", als ich mich endlich entschloss.

    Aber hier schlagen ja auch manche auf, die erst durch das Ankommen hier erkennen, Alkoholiker zu sein. Die es schwer haben, weil sie sich noch gar nicht so sehr mit dem Gedanken angefreundet haben, nie wieder Alkohol trinken zu können/wollen. Ich lese hier oft, dass dieses "heute" zählt. Also immer von Tag zu Tag leben. "Heute trinke ich keinen Alkohol". Ich denke, auch das kann eine Methode sein, völlig in Ordnung. Aber wenn man dann alles um sich herum so lässt, wie es vorher war, dann hat man es glaube ich sehr, sehr schwer und viele werden rückfällig.

    Ja und es stimmt, dass gerade in der Weihnachtszeit alles mit Alkohol lockt. Ob die Feiern, die Werbung, die Weihnachtsmärkte. Für viele Menschen gibt es quasi gerade in der Zeit immer "einen guten Grund" zu saufen.

    Für uns trockene Alkoholiker gibt es aber einen einzigen Grund, das eben nicht zu tun: Die Sucht

    LG Cadda

    Mmmm....

    Klar kann ich in alles etwas hineininterpretieren. Ich kann ne Sprite trinken und an Alster denken. Das find ich aber etwas weit hergeholt. Es ist schon ein Unterschied, ob ich nun in ein beliebiges Wort oder Bild um tausend Ecken zerdenke, um dann beim Thema Alkohol zu landen oder ob mir das direkt ins Auge springt, indem auf einem Bild ne Pulle zu sehen ist oder mich der Username "Bier" anspringt.

    Ich kann verstehen, dass es hier einige User nicht gut finden und das auch äußern.

    Guten Morgen Zitronenfalter,

    ich habe Dein Thema "ich kann nicht schlafen" mal in Dein vorhandenen Faden verschoben, damit es übersichtlich bleibt. Wenn Du etwas schreiben möchtest, musst Du kein neues Thema eröffnen, sondern kannst einfach hier bei Dir unten den Beitrag in das Feld tippen und auf Antworten klicken, dann bleibt alles zusammen und übersichtlich :)

    Du fragst, ob es der richtige Schritt ist, dass Du Dich getrennt hast. Das fragst Du im zweiten Absatz. In Grunde genommen musst Du Dir nur Deinen ersten Absatz durchlesen um die Frage im zweiten Absatz zu beantworten.

    Ja, es war richtig.

    Es ist übrigens völlig typisch für manche Alkoholiker, die Schuldzuweisungen voll auf den Partner oder die Partnerin zu schieben.

    "Du bringst mich dazu, dass ich trinken muss. Kein Wunder, ohne Alkohol ist das ja nicht auszuhalten. Du bist toxisch usw.". Es ist eine ganz, ganz miese Masche, die uns dazu bringt, alles, aber auch wirklich alles zu versuchen, alles richtig zu machen. Immer ist es ein Spießroutenlauf. Bloß kein Fehler machen, damit der Herr seine gute Laune behält.

    Dass Du ihn so sehr liebst.... Das Gefühl kenne ich, aber es hat sich als falsch herausgestellt, nachdem der Liebeskummer vorüber war. Ich habe die Vorstellung geliebt, dass er immer so ist, wenn er nüchtern ist (wobei ich inzwischen bezweifle, dass er überhaupt die Zeit haben konnte, so richtig nüchtern zu werden).

    Es ist eine Wunschvorstellung. Man kann doch eigentlich keinen Partner lieben, der einen beleidigt, selbst säuft und einem die Schuld dafür gibt, der einem im Stich lässt, indem er trinkt. Der seinen eigenen Kindern so eine Situation antut.

    Ich kann Dir nur raten, stark zu bleiben. Ich habe am Anfang gedacht, ich werde nie wieder jemanden so lieben können und ich werde nie wieder den LIebeskummer loswerden. Doch das stimmt nicht. Glaub mir das bitte.

    Schreib hier, wann immer Dir danach ist. Nachst ist natürlich nicht immer jemand online, aber Du bist nicht allein, es geht so vielen so wie Dir.

    LG Cadda