Beiträge von Cadda

    Guten Morgen Erna,

    ich möchte nochmal was dazu loswerden. Also erstmal vorweg: "Schlimmer geht immer". Selbst die Alkoholiker, die auf der Straße leben und alles verloren haben, finden an ihrem Gegenüber manchmal sicherlich noch etwas, was schlimmer ist. "Der hat ja zusätzlich zu mir noch eine beginnende Leberzirrhose. Bei mir gehts also noch"....

    Dann frage ich mich, wenn ich wirklich lese, was Du Dir im Suff schon so geleistet hast, ob Diejenigen, die ihren Job oder ihr Haus oder ihren Führerschein verloren haben, wirklich schlimmer waren als Du oder ob sie einfach vielleicht nur mehr Glück hatten.

    Du schreibst von peinlichen whats app an die Chefin.

    Hätten andere Chefs da vielleicht schon gesagt "Mit der stimmt was nicht, die werden wir bei nächster Gelegenheit mal los"?

    Oder Du schreibst, dass Du betrunken in der Schule aufgetaucht bist. Bist Du da mit dem Taxi hingefahren? Oder wärst Du mit ein wenig mehr Pech auch schon Deinen Führerschein los?

    Wäre Dein Sohn älter oder hätte ein anderes Wesen und würde sich zwischen den ganzen offen rumstehenden Weinflaschen und dem angetrunkenen Verhalten seiner Mutter so unwohl fühlen, dass er sich schon längst abgewendet hätte, was dann?

    Was ich damit sagen will: Spinnst Du in den oben genannten Dingen mal den Faden weiter und klammerst eine Portion Glück aus, die Du vielleicht bisher hattest, dann bist Du im Prinzip genau dort, wo manche Alkoholiker gelandet sind, die vermeintlich "schlimmer sind".


    Das da oben sind nämlich genau die Dinge, die ich bei mir persönlich auch festgestellt habe. Ich war schlimm. Ich hatte einfach nur Glück, deshalb gehöre ich nicht zu denen, die ihren Job, Führerschein oder Familie verloren haben.

    Wenn ich mir Deinen Eingangspost und die Beschreibung aus Deiner Saufzeit durchlese, dann stelle ich bei Dir nichts anderes fest. Hier haben sich ja in den letzten Jahren viele neue User angemeldet. Ich gebe zu, dass ich bei Einigen Berichten dann auch innerlich dachte "oh, da ist es ja noch gar nicht so schlimm". Ich muss Dir allerdings sagen, dass es mir bei Dir nicht so ging, im Gegenteil.

    Deshalb würde ich mich an Deiner Stelle wirklich mit dem Thema "schön reden" auseinandersetzen. Wie Elly schon schrieb, nimm alles mit an Hilfe, was Du so bekommen kannst.

    Ich wünsch Dir einen schönen Tag und hoffe, dass ich mit meiner Direktheit bezüglich es Themas ein paar Gedanken frei setzen konnte :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Erna,

    Und dann gehts eben doch verkatert zur Arbeit, wo ich dann eine tickende Zeitbombe für die Patienten bin. Das möchte ich nicht mehr.

    Ich möchte auch meinen Sohn nicht mehr enttäuschen. Ihm wird das leider sehr bewusst, was mit mir los ist. Verzieht sich in sein Zimmer, wenn der Wein offen rumsteht. Will oft nichts mit mir unternehmen, weil er Angst hat, dass ich unterwegs was trinke. Er hat Angst, dass ich mal wieder betrunken in der Schule auftauche.

    Außerdem möchte ich nicht neben, im nüchternen Zustand ekligen. Männern aufwachen, nicht ein Wochenbudget in einer Nacht auf den Kopf hauen, mich nicht mehr daneben benehmen wenn ich irgendwo eingeladen bin, keine seltsamen Mails an meine Chefin schreiben, keine komischen Anrufe bei Kollegen tätigen, nicht vors Haus kotzen....usw.

    Wenn Du das liest, wie erklärst Du Dir Deinen folgenden Gedankengang:

    Was dann wiederum zu Gedanken führt, wie "so schlimm wars ja gar nicht". War es wahrscheinlich auch nicht, aber es war schlimm genug.

    Ich finde das ehrlich gesagt schon SEHR schlimm und überhaupt nicht rechtzeitig genug.

    Das solltest Du Dir vielleicht öfter mal vor Augen führen.

    LG Cadda

    2 Wochen ist ja schon mal ein Anfang. Gut, dass Du Dich meldest, wenn die Idee an Alkohol kommt. Was hast Du bisher getan, wenn Du an Alkohol gedacht hast? Hast Du Dich schon mal mit unsren Artikeln befasst, z.B. dem Notfallkoffer?

    Guten Morgen Erna,

    das mit dem neuen Job im alten Betrieb find ich gut, noch ein Neuanfang :)

    Ich habe damals über die Suchtberatung Einzelgespräche gehabt. Die waren unregelmäßig. Manchmal ein Mal in der Woche, ab und zu auch alle zwei Wochen. Später kamen dann noch Gruppengespräche ein Mal in der Woche dazu. Ich habe das Ganze einen Durchgang lang gemacht, um mich zu stärken. Letztendlich kann ich aber sagen, dass es mir sehr gut tat, aber dass es im Grunde genommen auch keine anderen Gedankenanstöße waren, als hier im Forum. Hier war und ist meine Hilfe Nr. 1, die Gespräche außerhalb des Forums kamen als i-Tüpfelchen dazu.

    Ob es für Dich passt oder nicht, kannst nur Du selbst entscheiden. Sicherlich hilft es, aber wenn es dazu führt, dass man noch mehr Druck oder Stress entwickelt, dann passt es eben nicht. Schau für Dich selbst. Oder probiere es aus und wenn es nicht Dein Ding ist, dann lässt Du es eben wieder. Es ist kein Zwang, das solltest Du Dir klar machen.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich finde, dass hier eines nicht vergessen werden sollte: Nur weil ein Kind nicht möchte, dass sich die Eltern trennen, bedeutet das nicht, dass es nicht besser wäre für das Kind.

    Es ist eine Seltenheit, dass ein Kind äußert, dass es möchte, dass die Eltern sich trennen. Das hat meiner Meinung nach absolut überhaupt nichts damit zu tun, wie sehr ein Kind leidet oder wie viel ein Kind mitbekommt. Deshalb würde ich mich da nicht zurücklehnen und denken "ok, wenn das Kind von Lütte den Wunsch geäußert hat, dass die Eltern getrennte Wege gehen, dann wird das Kind es wohl schlimmer gehabt haben, als mein eigenes Kind".

    Nee, damit macht man es sich zu einfach finde ich. Es gibt genügend Kinder, die leiden wie sonst was und würden aber trotzdem nie wollen, dass die Eltern sich trennen, weil sie Verlustängste haben oder weil sie vielleicht auch denken, es ist normal, wie es zu Hause läuft.

    Kinder von Alkoholikern bekommen mehr mit, als die Co-Abhängigen denken. Die Verhaltensweisen und Situationen, die sie dort mitbekommen schaden den Kindern enorm, da muss man sich gar nichts vormachen. Nur weil die eigene Schmerzgrenze noch nicht erreicht ist, bedeutet das nicht, dass die Schmerzgrenze der Kinder schon längst überschritten ist und man das nur nicht erkennt (erkennen will).

    Obwohl meine Kinder das nicht direkt kommuniziert haben, weiß ich, dass ich ihnen viel zu viel zugemutet habe. Im Nachhinein zeigt sich das ganz deutlich. Ich wünschte, ich hätte da viel früher gehandelt.

    LG Cadda

    Guten Morgen Andrea,

    völlig normal, dass solche Momente kommen. Du kommst ja jetzt auch gerade zur Ruhe. Die ersten Tage warst Du beschäftigt, hast Pläne gemacht, diese umgesetzt, warst in Gange und voller Tatendran. Nun kommst Du zur Ruhe und das kann schon sehr traurig machen zeitweise. Aber es ist so, wie oben schon von traumgeplatzt beschrieben: Es wird. Langsam vermutlich, aber es wird :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Peter,

    das ist leider das Problem. Alkohol ist zunächst der Problemlöser für unterschiedliche Situationen und dann hat man sich selbst ein Dauerproblem durch den Alkohol erschaffen.

    Wenn Du Dich als Alkoholiker siehst, bleibt Dir den Weg der Abstinenz. Das fühlt sich erst einmal wie ein großer Verzicht an, im Laufe der Zeit verändert sich das Denken allerdings. Wann hast Du denn das letzte Mal etwas getrunken?

    LG Cadda

    Guten Morgen Eldamalu,

    herzlich Willkommen hier. Du tauscht Dich hier ja schon ganz gut aus, das ist klasse und deshalb gehe ich davon aus, dass Du Dich auch weiterhin austauschen möchtest.

    Elly hatte Dir ja schon einen Bewerbungslink geschickt. Da das hier nur der Vorstellungsbereich ist, möchte ich Dich bitten, diesen einmal anzuklicken und auszufüllen, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können und Du Dich weiter austauschen kannst :)

    Ich schicke Dir vorsichtshalber noch einmal den Link.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Loa,

    kontrolliertes Trinken ist als Alkoholikerin nicht möglich. Hat man eine bestimmte Grenze überschritten, gehts nur noch abwärts.

    Ich finde es großartig, dass Du auch direkt zum Arzt gehen möchtest. Das ist ein guter und wichtiger Schritt.

    Melde Dich doch mal, wenn Du vom Arzt zurück bist.

    Wie geht es Dir denn mit Deiner Entscheidung?

    Kennst Du schon den Artikel unserer Grundbausteine?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    LG Cadda

    Guten Morgen Andrea,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Das liest sich wirklich unglaublich anstrengend, dass der Kontrollverlust so stark ist, dass Du Angst hast, er könnte sterben (Atmung kontrollieren). Das Problem ist eben, dass Dein Mann uneinsichtig ist und sich das schön redet. Dabei ist es völliger egal, ob der Kontrollverlust in Gesellschaft stattgefunden hat oder allein. Fakt ist, dass er offensichtlich eine Grenze überschritten hat und ich kann Dir leider nur sagen, dass es nicht mehr zurück geht, wenn eine Grenze überschritten wurde. Dir sollte also klar sein, dass es höchstens weiter abwärts geht.

    Da Du mit ihm zusammen lebst, wirst Du diese Situationen immer wieder erleben müssen. Jedes Mal aus dem eigenen Zuhause zu flüchten fühlt sich beim Lesen für mich persönlich nicht richtig an. Ich glaube nicht, dass Du dadurch zur Ruhe kommst.

    Da Dein Körper Dir ja schon deutlich zeigt, dass er über die Grenzen kommt, solltest Du meiner Meinung nach dringend etwas ändern. Könntest Du Dir eine räumliche Trennung vorstellen?

    Das nur mal so in den Raum geworfen….

    Du wirst hier viele ähnliche Geschichten finden. Wenn Du Dich gern austauschen möchtest, könntest Du die Bewerbung für den offenen Bereich absenden, damit wir Dich freischalten können.

    Liebe Grüße

    Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Erna.

    meiner Meinung nach ist es Tatsache, dass Wege individuell sind.

    Person A macht eine Langzeittherapie in einer Klinik.

    Person B eine ambulante Therapie.

    Person C gar keine Therapie.

    Person A outet sich vor seinem Arbeitgeber.

    Person B tut das nicht.

    Person C verzichtet auf Senf und Balsamico wohingegen Person A nur Lebensmittel liegen lässt, die nach Alkohol riechen oder schmecken.

    Ach und Person B trinkt kein Malzbier, während A und C das aber tun.

    Alle oben genannten Personen können glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende trocken sein.

    Deshalb finde ich es auch völlig nachvollziehbar zu sagen, dass Wege individuell sind.

    LG Cadda

    Herzlich Willkommen Icke,

    schön, dass Du hergefunden hast. Wir sind ja eine Selbsthilfegruppe, von daher passt das doch, wenn Du eine möchtest :)

    Seit letztem Jahr hast Du nicht getrunken, das ist doch schon mal ein super Anfang.

    Du kannst hier in Deinem Thema auf „Antworten“ klicken, um weitere Beiträge zu schreiben und Dich natürlich auch überall durchlesen.

    Wenn Du Dich hier regelmäßig austauschen möchtest und Du denkst, dass es hier was für Dich ist, können wir Dir einen Bewerbungslink senden.

    LG Cadda

    Hallo Veru,

    Du hast eines völlig richtig und total gut gemacht: Dich hier zu melden, BEVOR es zu spät ist. Du achtest auf Dich und sorgst dafür, dass es besser wird im Vorwege und das ist schon mal richtig viel wert.

    Ich sehe es genau so, wie Seeblick. Du hast Dich überwunden, mit Deinem Chef zu sprechen, um für Dich zu sorgen und bist total abgeprallt. Das kann es nicht sein. Wenn es im Guten nicht klappt, dann würde ich da auch tatsächlich zum Arzt gehen. Ich bin sonst absolut dagegen nach dem Motto "Wenn das und das nicht passiert, dann lasse ich mich eben krank schreiben" zu handeln. Aber in dem Fall sehe ich überhaupt gar keine andere Möglichkeit und es ist auch nicht fair, wie Dein Chef reagiert hat. Da gehst Du und Deine Gesundheit einfach vor.

    Wie könntest Du die Situation noch verbessern, also Deine Gesamtsituation, damit es Dir besser geht? Außer das mit der Arbeit meine ich....

    LG Cadda

    Guten Morgen Lara,

    schön, dass Du hier her gefunden hast. Beim Lesen der Kurzform Deiner Geschichte dachte ich sofort "Es wird Zeit, dass sie es ihrer Mutter und ihrem Bruder gleich tut und aufgibt".

    Du hast nun so lange durchgehalten und letztendlich stellst Du fest, dass es Dir außer Ärger nichts bringt. Es ist absurd, was Dein Vater Dir da an den Kopf wirft, aber es macht auch keinen Sinn, sich zu erklären, denn die Energie verpufft in der Luft.

    Deshalb finde ich es gut und richtig, dass Du einen Betreuungsantrag gestellt hast. Du kannst Deinem Vater nicht helfen, Du kannst nur Dir selbst helfen.

    Hier wirst Du einige Leute finden, die in einer ähnlichen Situation sind.

    Wenn Du Dich hier gern mit uns austauschen möchtest, dann fülle bitte kurz den link aus, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Guten Morgen Erna,

    lustig und unbeschwert ist es bei mir im Grunde nur zwei Gläser lang gewesen. Ab dann wurde es peinlich und immer peinlicher. Die kurze Euphorie, die ich ca. eine halbe Stunde (wenn überhaupt) erlebt habe, wurde am nächsten Tag doppelt und dreifach zerstört, wenn ich mich an die negativen Dinge erinnert habe oder feststellen musste, dass ich mich nicht mal mehr erinnern kann.

    Du schreibst, dass Du mit Alkohol keine Angst hattest. Das ging mir auch so. Ich habe oft Schamgefühl und Angst beseitigt, indem ich mir eine Flasche geöffnet habe. Aber je mehr das Selbstbewusstsein durch die Sauferei im Keller ist, umso mehr Schamgefühl und Ängste habe ich auch entwickelt. Das ist langsam wieder zurückgekehrt, was ich über Jahre kaputt gemacht habe.

    Gib Deinen Gefühlen Zeit. Je länger Du abstinent lebst, umso mehr kannst Du Dich auch daran gewöhnen, bestimmte Situationen nüchtern zu bewältigen und damit Ängste immer mehr in den Hintergrund geraten zu lassen.

    LG Cadda