Beiträge von Cadda

    Hallo Pusteblume,

    Natürlich wäre mir langfristig eine stabile Beziehung am liebsten, aber das hat man mit einem Süchtigen,auch nach Abstinenz nie.Korrigiere mich,wenn ich damit falsch liege.

    Darf ich Dich auch korrigieren? Ich mach es einfach mal :saint:

    Wenn Du mit MIR eine Beziehung haben würdest, dann müsstest Du Dir keine Sorgen machen. Ich bin sehr glücklich, abstinent zu leben und habe genau so wenig vor, jemals wieder etwas zu trinken, wie ein Nicht-Süchtiger vor hat, plötzlich alkoholabhängig zu werden.

    Ich bin aber auch nicht zur Suchtberatung gegangen, um einige Zeit danach zum Trinken auf dem Klo zu verschwinden. Wenn ich WIRKLICH ganz EHRLICH abstinent leben will und mich das zufrieden macht, dann kann das auch funktionieren. Das ist bei Deinem Partner aber offensichtlich leider nicht der Fall.

    Das "Durchhalten" hat übrigens rein gar nichts damit zu tun, ob es gerade Probleme im Leben gibt oder nicht. Wenn ich zufrieden trocken bin, dann bin ich es völlig unabhängig davon, wie mein Leben verläuft.

    Ich habe gerade eine wirklich schwierige Phase in meinem Leben zu fassen und wenn ich nun deshalb etwas trinken sollte, dann wäre das für mich eine absolute Bestrafung.

    Was ich Dir damit sagen will: Es liegt nicht daran, dass Dein Partner alkoholkrank ist. Es liegt daran, dass er nicht hinter der Entscheidung steht, nichts mehr trinken zu wollen. Er ist nicht zufrieden, wenn er nichts trinkt. Das ist das Problem und das wird sich leider auch nicht mit Gesprächen bei den AA oder in einer Klinik ändern. Die können da ja leider keine Gehirnwäsche machen. Die Einstellung muss in dem Menschen drin sein. Erst dann können auch äußere Umstände und Maßnahmen zur Bekämpfung der Sucht helfen.

    LG Cadda

    Alex, ich bin erschüttert! Auch saufende Nordlichter haben sich früher gefreut, dass Rosenmontag ist, weil es endlich mal wieder einen Grund gab, wo sogar die nicht abhängigen Zeitgenossen mit einen über den Durst getrunken haben.

    Zumindest hier bei uns auf dem Dorf haben wir das den Leuten aus dem Süden mal schön nachgemacht.

    Ich habe aber das Gefühl, dass das in den letzten Jahren tatsächlich eingeschlafen ist. Nicht nur, weil ich nicht mehr dabei bin, sondern so generell.

    LG Cadda

    Huhu... geht dabei gerade nicht um meinen Mann.

    Das hab ich auch so nicht verstanden. Ich habe es so aufgefasst, dass es um Dich geht. Also dass DU immer eher das System verantwortlich machst, als die Person selbst. Oder auf was war es bezogen?

    Die Person wird zwar nicht einzeln betrachtet, sondern im jeweiligen System, dabei ist die eigene Person aber natürlich immer TEIL des Systems.

    Aber genau diese Sichtweise (also dass man die Störung immer vom Ganzen her betrachtet und nicht von der einzelnen Person ausgehend) wird doch gerade zum Vorwurf gemacht oder?

    Ich bin verwirrt :S

    Ich find es übrigens klasse, Nudeltante.... dass Dein Mann offensichtlich weiter auf seinem Weg ist und dass Du davon unabhängig Dich auch um Dich kümmerst.

    LG Cadda

    Hallo Api und Schwesterherz,

    ich habe mal mitgelesen und wollte mal fragen, wie alt Eure Kinder sind? Sorry, falls ich das überlesen habe.

    Ich finde es nämlich sehr richtig, den Kindern die Wahrheit zu sagen. Vorausgesetzt, wenn sie eh schon so viel mitbekommen mussten notgedrungen, wie hier! Kinder sind nicht doof und wenn der Sohn schon Angst an Silvester hat oder wenn jemand Alkohol trinkt, dann weiß er sehr wohl, dass es hier um das Betrunken-Sein geht. Warum also "Erwachsenen-Probleme" vorschieben? Er hat doch ganz klar bemerkt was das Problem ist. Wenn er dann auch noch erklärt bekommt, was genau Alkoholismus ist, dann kann er sich vermutlich eh denken, was los ist.

    Ich würde wirklich vor allem versuchen, ihm das zu erklären und dann erst Recht, ihn vor solchen Situationen zu schützen!

    Ich bin selbst trockene Alkoholikerin und meine Kinder mussten viel zu viel miterleben. Sie wussten ganz genau, dass die Mama immer dann "komisch" wird, wenn sie was getrunken hatte. Also haben sie das schon im kleinsten Alter gerafft. Ich habe dann irgendwann mit offenen Karten gespielt und aufgehört zu trinken. Und sie wissen inzwischen ganz genau, wer ein Alkoholproblem haben könnte und wer nicht, wenn sie ihr Umfeld beobachten.

    Ich würde den Kindern mehr Verstand und Beobachtungsgabe zutrauen. Denn wenn sie immer die Situationen aushalten müssen und man ihnen dann noch irgendwelche Ausreden vorgaukelt, macht es das glaub ich nicht besser, sondern schlimmer. Weil sie sich in ihrem Wahrnehmungen ernster genommen fühlen, wenn man ihre Wahrnehmungen bestätigt bzw. sie erklärt.

    In erster Linie gilt es natürlich, die Kinder wie gesagt vor solchen Situationen zu schützen. Der Alkoholiker selbst schafft das vermutlich unter Alkoholeinfluss nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man als Partner von einem alkoholkranken Elternteil einfach funktioniert und reagiert. Das Wohl der Kinder geht vor, das sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Nur weil die eigene Schmerzgrenze des Erwachsenen noch nicht erreicht ist, so ist die Schmerzgrenze des Kindes meistens schon längst erreicht. Das kann man hinterher nie wieder gut machen.

    Das schreibe ich jetzt so runter und gilt eigentlich nicht nur für Euch Beide. Es sprudelt gerade so aus mir raus, weil ich so oft hier lese, was Kinder alles ertragen müssen. Das macht mich traurig.

    In meinen Vortrag hier schließe ich mich selbst übrigens genau so mit ein. Ich hätte auch viel, viel früher handeln müssen. Ich bereue es heute noch, dass ich das nicht getan habe. Also alle, die das lesen und sich angesprochen fühlen:

    Macht es besser, als ich. Handelt schneller und konsequenter!!

    LG Cadda

    Hallo Nudeltante,

    das ist ja eine spannende Zusammenfassung. Darüber musste ich erstmal nachdenken. Soll das im Klartext halten, dass Du die Schuld immer bei Anderen suchst? Das ist nicht böse gemeint jetzt. So würde ICH es vermutlich auffassen. Aber ich bin auch ein Mensch, der sich schnell einen Schuh für etwas anzieht, also das Gegenteil ist bei mir der Fall. Vielleicht interpretiere ich das deshalb so :)

    Was sagt DIR der Text? Du kennst Dich ja am besten :)

    LG Cadda

    Hallo Pusteblume,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dich direkt in den richtigen Bereich verschoben. Ich habe in den Betreff mal Deinen Namen vorweggeschrieben, damit Du leichter wiederzufinden bist. Wenn das nicht ok sein sollte, melde Dich bitte noch einmal zurück.

    Die Situation mit Deinem Partner hat zwar den Moment "gerettet" (dass er den Alkohol weggekippt hat), aber letztendlich sorgt ein Alkoholiker ja bei nächster Gelegenheit Nachschub, so dass das Trinken damit nur verschoben ist. Leider :(

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    LG Cadda

    Guten Morgen alle zusammen,

    Beim nüchtern werden zu bemerken das man den Verlust garnicht verarbeitet hat und die Trauer noch tief in den Knochen sitzt macht es auch nicht gerade leichter.

    Genau so ist es, Sunbear. Das habe ich vor einigen Jahren anders erlebt. Diesmal lasse ich es zu und schiebe die Gefühle nicht weg.


    Wobei ich aber auch merke, dass ich ab und zu (auch ohne betäubten Zustand) dazu neige, schnell an etwas Anderes zu denken, wenn mich die Traurigkeit einholt. Das funktioniert ja tatsächlich auch nüchtern. Aber allein dieses schreckliche Katergefühl, was man so oft hat, wenn man abhängig trinkt. Dass das einen nicht noch zusätzlich belastet und die Erkenntnis, Alkoholikerin zu sein... das ist ja auch etwas, was einen ganz furchtbar belastet. Diese ganzen Gefühle gemeinsam mit der zusätzlich obendrauf kommenden Trauer... das ist einfach zu viel, das kann doch keiner gut ertragen können.

    Es ist für mich immer noch herrlich, wie weit weg das Thema Alkohol inzwischen ist. Am Anfang hab ich immer den Blick zu den Leuten gehabt, die trinken, wenn ich in einem Restaurant war. Es war zwar nie so, dass ich neidisch war, denn ich war wirklich von Anfang an froh, nicht mehr trinken zu wollen/müssen, aber ich hab halt beobachtet, automatisch.

    Das ist inzwischen nicht mehr so. Wenn ich überlege, was am Nachbartisch getrunken wurde, als wir in einem Restaurant waren, dann kann ich das gar nicht sagen, weil ich nicht drauf geachtet habe.

    Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre trocken und freue mich immer noch darüber. Hört das eigentlich irgendwann auf, dass man sich darüber immer noch freuen kann? Ich hoffe nicht. Ich werde jedenfalls versuchen, mich immer wieder daran zu erfreuen, dass ich jetzt auf diesem Weg bin. Ich möchte einerseits, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, trocken zu sein. Aber andererseits möchte ich eben NICHT, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, um eben immer noch das Gefühl des "Freuens" zu erhalten.

    Ähnlich ging es mir, als ich meinen Führerschein hatte und Auto fahren durfte :lol: Da hab ich immer gedacht "Es ist sooooo toll, Auto zu fahren", ich hab mich immer wieder gefreut, wenn ich losgefahren bin und dachte "Hoffentlich hab ich das für immer, dieses Freuen über das Autofahren". Mmmmh.... inzwischen denke ich nicht mehr bei jeder Fahrt darüber nach, wie toll es doch ist, dass ich Auto fahren darf. Aber manchmal... Ja, manchmal denke ich immer noch "Mensch, Auto fahren ist aber auch toll" und dann freu ich mich kurz drüber.

    So möchte ich mir das beim Nüchtern-Sein auch erhalten. Blöder Vergleich, ich weiß ^^

    Aber ihr wisst, was ich meine.... :lol:

    LG Cadda

    Ich bin bei dem Thema übrigens gerade unglaublich froh, dass ich trocken bin und den Absprung geschafft habe. Ich möchte nicht, dass meine Kinder irgendwann einmal in der Situation sein müssen, wo so eine Verzweiflung auftritt, wegen dieser schei…. Sauferei und das noch zusätzlich zu der Verzweiflung, die man eh wegen eines geliebten Menschen hat.

    Ich kann Dich wirklich gerade sehr gut verstehen, Steffi.

    Aber Du hilfst Dir selbst, indem Du z.B. hier bist und Dich sortierst. Das ist gut so!

    LG Cadda

    Guten Steffi, guten Morgen Achelias,

    Was führt zur Sucht? Da gibt es sicherlich individuelle Antworten. Mir hat das Trinken von Alkohol mehr Selbstbewusstsein in dem

    Moment gegeben. Andere können angetrunken besser einschlafen, wiederum Andere finden das Betrunkensein und die dazugehörigen Gefühle eben berauschend und lustig. So gibt es bestimmt etliche Gründe, weshalb getrunken wird, BEVOR man süchtig ist. Wenn man aber erstmal schleichend reingerutscht ist und dann süchtig ist, dann „muss“ ich trinken. Das ist dann die Sucht, die mich trinken lässt.

    Der oder die Angehörige wird dann damit konfrontiert und denkt vielleicht an die zuerst von mir beschriebenen „Gründe zu trinken“ und fragt sich verzweifelt, wieso nicht einfach aufgehört wird zu trinken, um sich das Leid zu ersparen. Zu dem Zeitpunkt ist es dann aber vermutlich schon ganz banal gesagt eben die Sucht, die Einen trinken lässt.

    Steffi, bewahre diese Erinnerungen, die sich zur Trauer gesellen. Das ist so wichtig. Ich erlebe das auch gerade. Bei der Trauer um meinen Vater kommt zwar keine Wut hinzu, weil er nicht getrunken hat und in meinen Augen somit nichts falsch gemacht hat. Hätte er das aber, indem er Alkoholiker gewesen WÄRE, dann würde ich versuchen mir wirklich mein Gedankenkarussell zu stoppen, indem ich mir ganz klar und kurz sage „Es war die Sucht. Punkt.“

    LG Cadda

    Hallo Chrissi,

    ich habe Dich freigeschaltet und direkt in den offenen Bereich verschoben und den Betreff um "Chrissi44" ergänzt, damit Du leichter zu finden bist. Ich gehe davon aus, dass das ok ist, ansonsten melde Dich bitte noch einmal dazu.

    Wie geht es Dir denn inzwischen?

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich würde im Notfall (betrunken Auto fahren) auch die 112 rufen. Nicht nur, um ihn zu schützen, sondern eben auch ANDERE, die VOR ihm geschützt werden müssen.

    Das war es dann aber auch mit dem Kümmern. Alles Andere macht denke ich wenig Sinn. Solche Zwangseinweisungen sind ja nur Momentsituationen, da ist er schneller wieder raus, als man gucken kann.

    LG Cadda

    Wo mache ich denn meine Zufriedenheit im suchtkranken Hirn fest? Hirn bleibt ja suchtkrank. Nur stillgelegt.

    Meiner Meinung nach ist das Suchthirn solange stillgelegt, wie ich eben zufrieden trocken bin.


    Zufriedene Abstinenz … ich habe mich lange gefragt, was damit gemeint ist. Bis ich (für mich) begriff, es ist damit ein zufriedenes Leben, ohne Alkohol, gemeint.

    Wenn ich also unzufrieden bin, mit meinen Problemen (die ja jeder hat, ob Streß, Einsamkeit oder sonst was) nicht klar komme und ich mich in dieses Nicht-Klarkommen hineinsteigere, bis es unerträglich wird, dann ist der Gedanke verlockend … man könne es ja 1x probieren.

    Und genau DAS passiert bei der zufriedenen Abstinenz nach meinem Empfinden eben nicht. Ich kann in meinem Leben noch so unzufrieden sein, ob nun Stress, ein Schicksalsschlag oder sonst etwas.... ich bin dennoch zufrieden in Bezug auf meine Abstinenz. Diese ist nicht davon abhängig, ob ich insgesamt in meinem Leben gerade zufrieden oder unzufrieden bin.

    LG Cadda

    Guten Morgen, spannendes Thema....

    Kontrollverlust hat ja nichts mit der Flasche, die vor mir steht, zu tun. Der Kontrollverlust findet im suchtkranken Hirn statt.

    Richtig! Damit ist für mich alles gesagt.

    Wenn ich trinken will, weil mein suchtkrankes Hirn gerade einen Kontrollverlust erleidet, dann ist die Flasche, die ich sehe, gefährlich.

    Wenn ich nicht trinken will und mich die Abstinenz zufrieden macht, dann sehe ich diese Flasche anders, als die Person, die im Kopf schon einen Rückfall erleidet.

    Was ist Euch ein Rückfall wert?

    Wenn jemanden hierzu etwas einfällt, dann gehört er bereits zu der ersten von mir beschriebenen Kategorie.

    LG Cadda

    Es tut mir übrigens sehr leid, dass Du solche Schuldgefühle hast, weil Du Deine Mutter zum Weinen gebracht hast. Aber weißt Du, das ist doch auch in einer Familie, wo es nicht um Alkohol geht, "normal", dass es mal Worte gibt, die verletzend sein können. Du hast dazu noch Deine Gründe gehabt. Es wird ja oftmals auch sehr schwer für Dich als Tochter gewesen sein. Ich bin mir sicher, dass Du wegen ihr auch schon geweint hast.

    Du betonst, dass diese Dinge, die Du gesagt hast passiert sind, als sie schon trocken war. Dennoch sind Deine Verletzungen doch aber aus der Vergangenheit auch noch in Dir drin gewesen. Das stellt sich doch nicht mit der Trockenheit Deiner Mutter ab.

    Streit und Verletzungen und dann stirbt der Mensch. Das ist immer eine Sache, an der man zu knabbern hat. Ich habe meinem Vater vor einigen Wochen auch einige Dinge an den Kopf geworfen. Er ist nun auch gerade vor Kurzem erst verstorben und natürlich denke ich auch ab und zu an diesen Streit. Aber das gehört zum Leben dazu, manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Du hast durch die Alkoholkrankheit Deiner Mutter mit Sicherheit sehr viel mitmachen müssen und hast bestimmt darunter gelitten. Da finde ich es völlig normal, dass diese Verletzungen, die Du erlitten hast, auch mal ans Tageslicht gekommen sind.

    Deine Mutter war am Ende zwar trocken. Aber ich vermute einfach, dass Deine Art ihr gegenüber ein Schutz war, den Du Dir selbst zugelegt hast.

    Vielleicht liege ich da auch falsch, ich will hier nicht einen auf Psychologin machen :)

    Aber ich finde, das ist irgendwie naheliegend.

    LG Cadda

    Wenn er denn seine Gründe hat… ok.

    Aber ich hab eben die Erfahrung gemacht, dass Kinder einfach nur keinen Bock haben oder nicht dran denken. Das fände ich dann nicht ok.

    So wie ich das verstanden habe, war der Große doch sogar traurig, bei der Oma weg zu müssen. Deshalb bin ich jetzt nicht davon ausgegangen, dass ER ein Problem mit der Oma hat. Nur weil Eltern Sorgen mit- oder untereinander haben, müssen die Kinder ja nicht zwangsläufig mitziehen. Das war so mein erster Gedanke.

    Aber das erkennt man wohl nur, wenn man mittendrin steckt.

    LG Cadda