Beiträge von Cadda

    Guten Morgen,

    ich stimme Stern da komplett zu. Selbstverständlich bin ich in der Lage, erkennen zu können, ob ich ein Suchtverhalten an den Tag lege oder ob ich einfach "nur" ein wenig übertreibe mit meinem Essverhalten.

    Das habe ich sogar schon während meiner Alkoholsucht erkannt, wenn ich da solche Phasen hatte, wobei sich das intensiviert hat mit dem Essverhalten, seit dem ich nicht mehr trinke.

    Ich habe doch auch erkannt, dass ich alkoholsüchtig bin und nicht nur Missbrauch betreibe, obwohl ich da logischerweise nicht trocken war.

    Ich bleibe dabei, dass es mich tierisch nervt, wenn andere Leute versuchen wollen, meine Empfindungen in Frage zu stellen. Ich hasse es, wenn Arbeitskolleginnen vor mir stehen und mich auslachen, so nach dem Motto "Was willst Du denn? Du bist doch schlank, Du kannst doch gern MAL naschen".

    Das ist, als ob ich einem Alkoholiker sagen würde "Was willst Du denn? Du hast doch eine Arbeitsstelle, hast einen Führerschein, ist doch alles gut, so schlimm kann es doch nicht sein. Da kann man doch MAL Alkohol trinken.

    Ich trinke viel Kaffee und bin dennoch nicht süchtig nach Kaffee und selbst wenn, wäre es mir egal.

    Ich treibe viel Sport und bin dennoch nicht süchtig nach Sport.

    Ich mache auch andere Dinge gern und bin deshalb auch danach nicht süchtig :mrgreen:8o

    Wenn ich mir aber vornehme, keinen Kaffee mehr zu trinken, dann funktioniert das. Wenn ich mir vornehme, keinen Sport zu machen, funktioniert das auch und so weiter und so fort. Wenn ich mir aber vornehme, nicht mehr diese Fressattacken zu haben, dann funktioniert das eben NICHT. Und ich fahre extra zum Supermarkt, wenn ich JETZT was "brauche" und ich denke schon morgens dran, mich abends damit zu belohnen.

    Da soll mir dann doch bitte keiner kommen und mir erzählen, dass ich mich in etwas reinsteigere und nicht erkennen kann, ob ich süchtig bin oder nicht 8)

    Hallo Fee,

    ich dachte, ich komme mal zu Dir rüber. Das hier habe ich heute von Dir gelesen und fand den Beitrag großartig:

    Du hast vollkommen Recht und ich verstehe auch Deine Wut zu 100 %. Obwohl ich selbst trockene Alkoholikerin bin und Jahre lang gesoffen habe und zu den Menschen gehörte, die sich gar nicht erst Hilfe suchten, weil sie meinten, es selbst in den Griff zu bekommen, bin ich wütend. Auf mich und auf diejenigen, die genau so handeln, wie ich damals.

    Ich selbst habe meinen Kindern vorgelebt, wie man säuft. Das ist schrecklich genug. Aber mein damaliger Partner, der ebenfalls getrunken hat und es heute noch tut, der hat sich einfach auch ätzend verhalten. So bekamen meine Kinder Streit mit und ich konnte es nicht einmal abwehren. Erst als ich selbst aufhörte zu trinken, hab ich endlich etwas verändert und bin gegangen. Viel zu spät, ich hätte es viel früher machen sollen.

    Heute, wo ich selbst nicht mehr saufe, würde ich so ein Verhalten absolut nie wieder dulden. Ich würde meine Kinder schützen, davon bin ich überzeugt. Deshalb bin ich selbst jetzt auch immer traurig, wenn ich lese, wie lange Frauen solche Situationen gemeinsam mit ihren Kindern, die nicht gefragt werden, wie sie später mit dem Erlebten zurecht kommen sollen, eben aushalten. Die eigene Schmerzgrenze ist offensichtlich noch nicht erreicht bei den Erwachsenen. Ob die Schmerzgrenze der Kinder erreicht ist, fragt niemand oder man verschließt die Augen davor, weil Kinder gar nicht richtig wissen, dass ihre Schmerzgrenze schon erreicht ist und sie es nicht äußern können, weil sie denken, es sei normal oder was auch immer.

    Es sollten tatsächlich mehr Entscheidungen zum Wohle der Kinder getroffen werden und die eigenen Gefühle für den Mann (oder die Frau) hintenangestellt werden.

    Wie gesagt kann ich mich nicht davon freisprechen, auch zu lange in der Situation geblieben zu sein. Aber irgendwann muss dann auch wirklich der Pukt mal erreicht sein und ich hoffe bei Jedem, der sich hier anmeldet, dass es nicht zu lange dauert und dass sich die Situation nicht ständig schöngeredet wird, ganz nach dem Motto: Die Kinder leiden gar nicht soooo sehr, sie lieben ihren Papa doch so.

    Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Klar lieben Kinder ihre Eltern, auch wenn sie trinken. Aber es schadet ihnen dennoch so wahnsinnig doll. Kann man hier alles wunderbar nachlesen :(

    LG Cadda

    Ist das nicht auch bei Menschen zu finden, die nie ein Suchtproblem hatten?

    Auf jeden Fall!!! Aber wenn man erst einmal eine Sucht (die Alkoholsucht) überwunden hat bzw. man sich mit ihr beschäftigt und Wissen darüber erlangt, was eigentlich Suchtverhalten ist, dann bemerkt man eben auch andere Süchte einfacher bzw. wird sich dessen bewusst.

    Jemand, der im normalen Bereich nascht usw. der kann das nicht nachvollziehen. Wenn das Gehirn aber dieselben Ansätze macht, wenn es um das Essen geht, wie damals, als es um das Trinken geht, dann wird man zu Recht hellhörig.

    Du kannst das man auch durch MICH ersetzen :mrgreen::P aber ich schreibe allgemein, weil es hier anscheinend noch mehr Leute gibt, die das für sich auch so erkannt haben ,,,

    Wenn ich ein ungesundes und unnormales Verhältnis zum Alkohol habe, dann merke ich das. Da können auch Ärzte, Freunde oder sonst wer sagen: "Nein, das ist alles ok so, nur ein kleines Laster", stimmt nicht!! Ich weiß es besser.

    So ist es auch beim Essen. Wenn ich ein unnormales Verhältnis zum Essen habe, dann können auch alle sagen, dass das doch gar nicht so ist. Stimmt nicht! Ich weiß es besser!

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    ich muss jetzt mal ganz ehrlich gestehen, dass ich bei Deinem Geschriebenen wirklich ein bisschen verzweifle...

    Ich will Dich nicht verletzen, aber ich hab einfach das Gefühl, dass bei Dir gar nicht so richtig was ankommt, von dem, was geschrieben wird, weil Du noch so wahnsinnig im dem Modus steckst, die Dinge schön zu reden bzw. Hoffnung ganz, ganz festzuhalten.

    Kein Alkoholiker bekommt seine Sucht durch Sport in den Griff, das ist völlig albern. Das wäre ja einfach... Das Verhalten von Deinem Freund ist überhaupt nicht positiv aufzufassen, im Gegenteil. Bei mir gingen ALLE Alarmglocken an, als ich das gelesen habe, was Du jetzt von seinem tollen, gesunden Leben berichtest, der nur das eine Mal die Bowle getrunken hat. Das ist ein verzweifelter Versuch von ihm, sich selbst seine Fassade aufrecht zu erhalten, das alles ok ist. Kenne ich!

    "Bei mir ist es gar nicht so schlimm. Ich ernähre mich doch so schön gesund. Ich mache sogar Sport und tu mir was Gutes. Da kann diese Bowle doch jetzt nicht schaden und ist völlig ok. Schließlich trinke ich gerade gar kein Bier oder Schnaps. Alles halb so wild. Machen Andere ja auch".

    Das ist einfach ein deutliches Zeichen, dass er überhaupt noch nicht erkannt hat oder erkennen will, was Phase ist. Er versucht alles Mögliche, seine Sucht zu verdrängen, indem er jetzt für sich selbst solche sportlichen, gesunden Geschütze auffährt.

    Ich würde Dir wirklich so sehr wünschen, dass Du Dir bewusst machst, dass es für einen Alkoholiker kein kontrolliertes Trinken gibt (kein Schnaps, nur 2 Mal die Woche oder oder oder). Wenn ein Alkoholiker kontrolliert trinken könnte, wäre er kein Alkoholiker.

    Wenn Du Dir einen Gefallen tun willst, dann lass diesen Menschen los, bis er eines Tages mit einem Kasten Selter vor Dir steht und Dir berichtet, dass er bereits seit einem halben Jahr KEINEN einzigen Tropfen getrunken hat und das für den Rest seines Lebens auch nicht mehr vor hat. Nur DANN kannst Du hoffen, dass es funktioniert. Vorher leider nicht.

    LG Cadda

    Das Shoppen ist etwas, was mir eben auffällt und wo ich aufpassen muss. Ich gebe nicht mehr Geld aus, als ich habe und es handelt sich meistens um Klamotten, die dann an anderer Stelle aussortiert werden, da ich kein Mensch bin, der sich zumüllt.

    Ich könnte tatsächlich weniger shoppen, aber wie gesagt weiß ich, dass das eine Sache ist, die ich abstellen kann, wenn ich mich wirklich zusammenreiße.

    Beim Naschen sieht das schon anders aus. Das belastet mich eher. Nicht wegen irgendwelcher Gewichtssorgen, sondern einfach weil ich merke, dass mein Kopf da nicht richtig tickt. Das ist wie ein Zwang, den ich eben nicht abgestellt bekomme, indem ich mich zusammenreiße (wie beim Shoppen) und das stört mich.

    Darf ich fragen, warum Du dann die Situation aushältst und auf Dein Recht des Dort-Wohnen-Bleibens pochst? Das wäre es mir persönlich wirklich nicht wert. Du kannst ja hinterher immer noch drum kämpfen, dort wieder wohnen zu können. Aber erstmal würde ich aus der Situation verschwinden und das den Kindern nicht weiterhin zumuten.

    Ich habe meinen Kindern auch viel von dem oben genannten zugemutet und bereue heute unglaublich, dass ich nicht früher die Flucht ergriffen habe.

    Hallo Catalina,

    im Grunde genommen ist es gut für Dich, dass das geschehen ist, weil es nochmal mehr die Augen öffnet. So gesehen würde ich das Positive da herauspicken.

    Wenn er Dir das nächste Mal von irgendwoher erzählt, dass er ja was ändern würde, aber er keine Möglichkeit hat, dann denke daran, dass er schon tausend Möglichkeiten hat verstreichen lassen. Ich würde an Deiner Stelle wirklich auch die letzte Hoffnung aufgeben und nun den Jahreswechsel nutzen, endlich in eine Zukunft ohne ihn zu blicken, damit es Dir dauerhaft besser geht.

    LG Cadda

    Du hast das absolut Richtige getan, in dem Du gegangen bist. Du musst nicht ihn schützen, sondern Deine Tochter. Und zwar auch, falls er doch noch so tun sollte, als ob er einsichtig ist. Von Worten diesbezüglich hast Du sicherlich den ganzen Keller voll, darauf würde ich nicht wieder vertrauen.

    LG Cadda

    Auch wenn meine Erfahrung mit meinem Partner (momentan) positiv ist - die Wahrheit ist, dass man darauf NICHT hoffen darf.

    Ich musste tatsächlich alle Hoffnung auf ein Leben mit ihm gehen lassen - nur dadurch sind wir beide wirklich frei geworden, so frei, dass wir jeweils unseren Weg mit der Sucht finden konnten.

    Genau DAS ist der richtige Ansatz! Unabhängig vom Partner Zufriedenheit schaffen. Damit die Welt eben nicht scheinbar zerbricht, wenn der Partner es nicht schafft.

    LG Cadda

    Hallo Fabienne,

    Du kannst auf jeden Fall stolz sein auf Dich. Dass es das Richtige war, dass Du es durchgezogen hast, wirst Du noch oft genug bemerken. Auch wenn Du an einen Partner gerätst, der den Alkohol nicht an erste Stelle stellt. Da hast Du dann einfach viel größere Chancen, glücklich zu sein.

    LG Cadda

    Hallo Tippi,

    Shoppen... da sprichst Du ja noch was Neues an und auch hier erkenne ich mich wieder.

    Das Versandhaus mit dem großen O freut sich auf jeden Fall diebisch über meine Abstinenz, weil das ganze Geld, was ich spare, genau dort landet.

    Diese Tatsache läuft bei mir allerdings unter der Kategorie "Laster mit dem ich leben kann" :mrgreen:

    LG Cadda

    Hallo Lolo,

    der Tip, der Dir hier wegen der Beiträge gegeben wurde. Also wenn Du das Zitat eingefügt hast, klickst Du Dich mit der Maus unter den Kasten und schreibst direkt weiter. Erst am Ende drückst Du auf "Antworten". Wenn Du das wirklich so machst, dann sind Zitat und Dein Geschriebenes in einem Beitrag.

    Zum Thema:

    Mir konnte kein Angehöriger und keine vertraute Person der Welt helfen, bevor ICH nicht gehandelt habe. Es spielt dabei absolut keine Rolle, ob jemand für mich da ist, ob ich jemandem egal bin oder sonst was. Wenn ICH aufhören WILL, dann weiß ich mir ganz ALLEIN zu helfen.

    Wie gesagt: Selbst die Einsicht hilft gar nichts. Erst die Handlung hat mir selbst geholfen. Die Handlung von keinem Angehörigen der Welt, nur meine eigene Handlung.

    LG Cadda

    Hallo Tippi,

    ich schließe mich den Anderen an und finde es toll, dass Du für Dich sorgst, indem Du Dich hier mit Deinen Gedanken meldest.

    Ich bin körperlich deutlich schlechter dran, als „vorher“

    Vielleicht solltest Du Dich fragen, wie es Dir erst gehen würde, wenn Du jetzt auch noch zusätzlich trinken würdest.

    Du kannst definitiv davon ausgehen, dass es Dir körperlich nicht schlechter geht, WEIL Du aufgehört hast zu trinken. Das wird Dein Suchthirn Dir vermutlich schon ein paar Mal zugeflüstert haben. Du kannst Dir sicher sein, dass Dein Körper Dir nicht krumm nimmt, dass Du den Alkohol weggelassen hast. Vielleicht hast Du dadurch, dass Du oft angetrunken oder betrunken warst, Deine körperlichen Beschwerden einfach nur nicht so wahrgenommen, weil Du mit anderen Dingen wie Katerbekämpfung oder schlechten Gewissen wegen des Trinkens beschäftigt warst. Das fällt nun weg und Dein Fokus liegt automatisch auf den Dingen, die nun übrig bleiben oder zumindest eh so gekommen wären, vermutlich noch viel schlimmer, wenn Du nicht aufgehört hättest zu trinken.

    LG Cadda

    Hallo Teresa,

    ich habe Deinen Thread weiter verfolgt man merke richtig, wie sehr Du Dich mit dem Thema befasst, was ich gut finde. Du bist interessiert und versuchst nicht unbedingt, die Dinge schön zu reden. Man merkt, dass Du wirklich überlegst, was Du als nächstes tun könntest. Ich hoffe, dass die ganzen guten Beiträge, auch von Mona, die meiner Meinung nach die Sache richtig gut gemacht hat, Dir weiterhelfen.

    LG Cadda

    Was leider auch immer ein Irrglaube ist: Dass - wenn die Einsicht denn erstmal da ist - es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es funktioniert. Es gibt da die Säufer, die saufen und wollen auch saufen und leugnen, ein Problem zu haben.

    Dann gibt es die Alkoholiker, die sehr wohl gern aufhören wollen und die einsichtig sind. Mein Ex-Partner beispielsweise. Der wusste genau, dass er Alkoholiker ist. Er wusste auch genau, wie es anzugehen ist, wenn man aufhören möchte. Er hat es bei mir live mitbekommen. Suchtberatung, Hausarzt, alles was dazu gehört. Hilfe hier im Forum suchen. Dem Suchtdruck standhalten. Alles wusste er in der Theorie wenn wir geredet haben. Und er hat es nicht nur daher gesagt. Wie oft hat er vor mir gesessen und sogar geweint, weil er unbedingt und ganz dringend endlich aufhören wollte zu saufen. Er hat Dinge gesagt und erkannt, die man hier liest. Richtig gute Dinge. Wie gesagt, in der Theorie sehr weit fortgeschritten.

    Ende vom Lied: Ich trinke seit über 4 Jahren nicht mehr und er säuft immer noch.... Einsicht hin oder her... Das bedeutet also noch lange nicht, dass etwas passiert. Reden hilft nichts. MACHEN muss man.

    LG Cadda