Beiträge von Cadda

    Gutem Morgen Lolo,

    ich finde Deine Vorgehensweise, hier nun nach Beispielen zu suchen, wo es mit einem alkoholkranken Partner funktioniert hat (sei es durch trocken werden oder weil die Frau sich arrangiert hat) überhaupt gar nicht hilfreich.

    Ja, es gibt (wenige) Beispiele, wo die Frau meint, es gehe ihr jetzt gut im Zusammenleben mit dem Alkoholiker, weil sie sich emotional genügend abgegrenzt hat (ob das tatsächlich so ist oder nur schön geredet, das weiß nur die Person selbst) und es gibt tatsächlich auch Beispiele, wo der Mann oder die Frau aufgehört hat zu trinken und wo es jetzt wirklich klappt.

    Aber was genau bringt DIR das??

    Es gibt nämlich auch noch andere Beispiele, möchtest Du die denn auch wissen? Es gibt hier Beispiele, wo sich der Mann tot gesoffen hat. Es gibt hier Beispiele, wo die sich getrennt wurde, um den Alkoholiker endlich wach zu rütteln und obwohl sehr viel Liebe und Einsicht da war, hat der Alkoholiker es trotzdem nicht geschafft, aufzuhören und säuft ebenfalls noch.

    Meine Meinung: Wenn Du Dich jetzt auf die Suche nach Beispielen begibst, wo es ein Happy End gibt, dann hast Du leider noch gar nicht verstanden, worum es eigentlich gehen sollte. Du solltest Dich unabhängig von dem Schicksal Deines Partners darum kümmern, dass es Dir gut geht.

    Indem Du aber Lösungen anstrebst, deren Ziel jedoch abhängig von ihm sind, wird das nichts.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass Du mehr der Realität als Deinem Herzen folgst, denn das können sonst noch sehr viele unglückliche Jahre werden, die Dir da bevorstehen.

    LG Cadda

    Hallo Lynn,

    was der Grund für meine Alkoholsucht war, kann ich Dir in Kürze gar nicht erklären. Nur so viel: Es gab keinen richtigen Grund. Ich hatte eine tolle Kindheit, Eltern, die nicht gesoffen haben und ich war immer beliebt, hatte einen guten Job und auch sonst lief alles normal. Es kam einfach schleichend. Erst zu viel Party gemacht, bis irgendwann der Alkohol in den Alltag einzog,. Es kann Jedem passieren. Es gibt Menschen, die haben keine besonderes großen Sorgen und werden Alkoholiker und es gibt Menschen, die haben so viele Sorge und werden keine Alkoholiker.

    Ich habe aufgehört, als MEIN persönlicher Tiefpunkt erreicht war. Ich wurde vorher schon öfter angesprochen oder zur Rede gestellt von dem Vater meiner Kinder, aber es hat alles nichts gebracht, bis ich irgendwann selbst wusste, dass ich mein restliches Leben irgendwann ohne Alkohol verbringen möchte. Ich wusste in der Theorie bereits, dass ich aufhören will und habe hier schon Jahre lang im Forum immer wieder mitgelesen, aber ich wusste noch nicht genau wann. Ich war noch nicht soweit. Irgendwann war dann ein extremer Absturz, eine konsequente Ansage vom Vater meiner Kinder und dann war eben der langersehnte Tag x an dem ich aufhörte. Ich habe allen Bescheid gesagt, war beim Arzt und das wars. Ich hab nicht mehr wieder getrunken und möchte das auch nie mehr tun,.

    Zu dem Zeitpunkt war ich noch mit meinem damaligen Partner zusammen, der halt heute noch trinkt. Er hat nicht mitgezogen. Offensichtlich erreichen manche Menschen ihren Tiefpunkt nie. ich wüsste jedenfalls nicht, was noch kommen soll bei ihm.

    Ich bin gegangen. Sein Geschäft läuft immer schlechter und schlechter. Er hatte einen Herzinfarkt und man hat ihm gesagt, dass er nicht mehr lange lebt, wenn er so weiter macht. Er säuft trotzdem. Von daher solltest Du nicht darauf hoffen, dass bei Deinem Mann irgendwann die Einsicht kommt, nur weil die Einsicht bei mir oder Anderen gekommen ist. Es gibt auch genau so viele Menschen, die eben weiter trinken.

    Du solltest daher Deinen Fokus lieber auf Dich und nicht auf ihn legen. Was kannst DU verändern, damit es Dir besser geht. Nicht, was kann ER verändern, denn das liegt nur in SEINER Hand, nicht in Deiner Hand.

    LG Cadda

    Hallo Lolo,

    Du solltest das Mitleid das Du hast, lieber in Dich selbst investieren, als in Deinen Freund. Er muss Dir nicht leid tun. Er kann aufhören zu trinken, Hilfe gibt es überall. Beim Alkoholismus gibt es auch keine Kompromisse. Ob er Wodka, Bier, Sekt oder Schnaps trinkt, ist im Grunde genommen völlig egal. Saufen ist Saufen.

    Mir ist wirklich die ganzen Beiträge über aufgefallen, wie sehr Du Dich in die Rolle begibst, dass Du ihn bemitleidest und meinst, Dich um ihn kümmern zu müssen. Er muss sich selbst kümmern.

    Wie sieht es denn mit Deinem Alkoholkonsum aus? Wenn ich den letzten Beitrag lese, dann hattest Du offensichtlich ja auch einen Kontrollverlust beim Trinken. Jedenfalls macht ein Mensch, der einen normalen Umgang mit Alkohol hat, keine Dinge oder Möbel im Suff kaputt.

    Wie denkst Du darüber?

    LG Cadda

    Guten Morgen Anita,

    ich habe Deine beiden Themen mal zusammengefügt, damit es nicht so durcheinander ist und Deine Geschichte zusammenbleibt. Ich habe dem Betreff auch mal Deinen Namen gegeben, damit es übersichtlich ist :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Lynn,

    ich habe Dich für den offenen Forenbereich freigeschaltet und Dein Thema auch direkt dorthin verschoben. Wenn das nicht ok sein sollte, meld Dich noch einmal hierzu.

    Ansonsten fühle ich wirklich mit Dir. Ich habe auch einige Jahre mit einem Alkoholiker zusammengelebt. Ich selbst habe allerdings auch getrunken. Ich hörte allerdings vor guten 4 Jahren auf und mein größter Wunsch war, dass er mitzieht. Die EInsicht war da, er hätte nur auf den Zug mit aufspringen müssen, aber er hat es nicht gepackt und trinkt leider immer noch.

    Als Alkoholiker den Alkohol zu reduzieren... das wird nicht funktionieren! Wenn ein Alkoholiker kontrolliert trinken könnte, dann wäre er kein Alkoholiker.

    Auch das Gefühl, dass Du die Trennung eigentlich nicht möchtest, weil er ja ansonsten ein ganz Lieber ist, das kenne ich. Mein Ex-Partner war sowas von hilfsbereit, emotional, humorvoll und einfach liebenswert. Aber der Alkohol hat das nach und nach zerstört.

    Allerdings frage ich mich manchmal auch, ob er wirklich im Kern so wunderbar lieb ist. Denn ich bin auch Alkoholikerin und habe gesoffen und ich war nie so verletzend und beleidigend wie er.

    Das ist im Grunde genommen aber auch egal. Selbst WENN er ohne Alkohol der tollste Mensch der Welt ist. Leider gibt es ihn ja nicht ohne Alkohol. Von daher hat sich das dann mit dem tollsten Menschen der Welt auch erledigt. Du weißt, was ich meine.

    Es ist gut, dass Du hier gelandet bist. Mir hat es damals sehr geholfen. Nüchtern zu bleiben sowieso am allermeisten, aber die Augen bezüglich meines Ex-Partners wurden mir hier auch geöffnet und ich konnte Kraft sammeln.

    Mir gehts jetzt ohne ihn übrigens besser denn je und das, obwohl ich dachte, dass ich für den Rest meines Lebens von Liebeskummer geplagt sein werde. Ist aber nicht so :)

    LG Cadda

    Hallo nochmal Lea,

    ich hatte Dich aufgrund Deines Beitrages im anderen Thread ehrlich gesagt verwechselt und irrtümlich gedacht, dass Du Hilfe für Dich suchst, weil DU abstinent leben möchtest.

    Ich gebe Morgenrot völlig Recht, dass die Trockenheit sein Ding ist, nicht Deines.

    Es nützt DIR nichts, die Grundbausteine zu kennen, wenn ER trinken will.

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    Du hast in einem anderen Thread gefragt, was man denn noch tun kann, um nüchtern zu bleiben, weil Du gelesen hast, dass nur nichts Trinken nicht reicht.

    Ich antworte mal in Deinem eigenen Thread, um Dir mal den Artikel über die Grundbausteine zu zeigen, falls Du ihn noch nicht kennst. Vielleicht hilft es Dir.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    LG Cadda

    Guten Morgen Kitty,

    das hört sich nach einem traurigen Alltag an bei Dir. Bei ihm natürlich auch, aber daran kannst Du leider nichts ändern. Das ist die schlechte Nachricht vorweg: Du wirst Deinem Mann nicht helfen können. Selbst wenn Du ihn überredest, sich in einen Entzug zu begeben, wird das nicht von langer Dauer und Erfolg gekrönt sein, denn ER muss es WOLLEN, sonst bringt ihm die beste Entzugsklinik nichts. Es ist traurig, aber wahr, dass Du leider nichts für ihn machen kannst.

    Was Du machen kannst ist, DEIN Leben zu verändern. Du musst nicht dabei zusehen, wie Dein Mann sich zu Tode säuft. Ich weiß, dass Du vermutlich ein schlechtes Gewissen hast, bei dem Gedanken, ihn damit "sitzen zu lassen". Das solltest Du allerdings nicht, denn er MUSS sich nicht zu Tode saufen. Es gibt Hilfe und zwar überall. Er muss sie nur wollen.

    Es kann nicht sein, dass Dein Mann durch seine Alkoholkrankheit nicht nur sein, sondern auch DEIN Leben mit gestaltet. Du hast das Recht dazu, glücklich zu sein. Das wird Dir mit einem Alkoholiker an Deiner Seite wohl nicht gelingen, sonst wärst Du jetzt nicht hier.

    Möchtest Du Dich hier gern regelmäßig austauschen? Dann sende ich Dir mal einen link, über den Du Dich kurz bewerben könntest, um für den offenen Bereich freigeschaltet zu werden.

    Würde mich freuen, nochmal von Dir zu hören bzw. lesen.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Guten Morgen Veru,

    Gedankengulasch ist gut :mrgreen:

    Das sind die Situationen, die ich heute hier an anderer Stelle beschrieben habe: Dadurch, dass ich eben etwas weitläufiger gesagt habe,weshalb ich keinen Alkohol mehr trinke, ist es mir in solchen Situationen eben möglich zu sagen: "Ich fahre jetzt nach Hause, weil ich das möchte". Jeder weiß dann warum. Oder warum ich manchmal gar nicht erst komme. Oder zu einer anderen Tageszeit oder was auch immer.

    Was Deine Sorge betrifft, ob man noch so fröhlich wie vorher zusammen sein kann... Kann man! Nicht identisch fröhlich, da dieses euphorische Saufgefühl wegfällt (was zugegebenermaßen die ersten zwei Gläser ja noch nett war, aber dann eben absolut nicht mehr), aber dennoch fröhlich. Für mich inzwischen sogar noch viel fröhlicher, weil es ja länger anhält, nämlich auch noch nach den ersten Gläsern, wo die Euphorie früher in einer Katastrophe geendet ist. Peinlich war, der nächste Tag im Eimer war oder was auch immer. Die Zusammentreffen verändern sich. Aber es geht ja nicht nur das Gute weg, sondern auch der ganze Mist. Und dadurch kommen eben andere, viel bessere Situationen hinzu.

    Gib Deinem Gedächtnis noch ein wenig Zeit. Dieses Verzichtgefühl hat sich bei mir umgewandelt in ein Gefühl des Gewinnens.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    das ist das beste Beispiel dafür, dass alkoholfreier Sekt usw. absolut schlecht ist. Es triggert, es verschafft das Gefühl „richtigen“ Sekt oder Ähnliches zu trinken. Du spürst ja gerade am eigenen Leib, dass Du Dich in Gefahr begeben hast.

    Selbst wenn Du Dich das nächste Mal in so einer Situation nicht outen möchtest, solltest Du zumindest dabei bleiben, Dir Selter, Cola oder so was in der Art geben zu lassen. Niemand muss anstandshalber ein Getränk zu sich nehmen, das er/sie nicht trinken möchte.

    LG Cadda

    Muss ja nicht sofort sein :)

    Der Austausch wird Dir bestimmt grundsätzlich gut tun. Und mach Dich weiterhin gerade was die Wichtigkeit angeht, komplett auf Alkohol zu verzichten, auch in Form von Essen. Du bist völlig im Recht.

    Gute Nacht erstmal :)

    Hallo Chrissi,

    herzlich Willkommen bei uns. Super, dass Du trocken bist und auch richtig, dass Du konsequent sein möchtest und auch bist, was das Essen angeht. Das was Dein Partner da macht ist nicht richtig und es ist gut, dass Du da bei deiner Meinung bleibst. Ich kann verstehen, dass Dir das zu viel wird.

    Möchtest Du Dich hier regelmäßig austauschen? Dann bewirb Dich doch einmal kurz für den offenen Bereich, damit wir Dich freischalten können.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Guten Morgen,

    ich würde dem Vater sagen, dass Du nicht dabei zusehen möchtest, wie die Kinder leiden und dass er bitte handeln soll, weil Du das ansonsten tust.

    Wenn die Gefährdung Dir wirklich so groß vorkommt, dass Du sogar der Meinung bist, ein Jugendamt müsste sich darum kümmern, dann würde ich das Wohl der Kinder über das Wohl des Vaters stellen.

    LG Cadda