Beiträge von Twizzler

    Guten Morgen Cadda, dank dir für deine Antwort.

    Ich kann mich in dem was du geschrieben hast total wieder finden. Ich war schon immer ein Mensch, der sehr gut alleine sein konnte, zumindest in meinen trockenen Phasen (Kind, Jugendliche und jetzt). Und die Bequemlichkeit kommt hinzu.

    Ich weiss schon was ich machen könnte um neue Leute kennenzulernen. Aber dazu muss ich mich halt bewegen. ;)

    Wenn der Zeitpunkt dafür erreicht ist, werde ich es schon merken. Es gibt ja in jedem Alter genug Möglichkeiten.

    Als ich noch getrunken habe, war es natürlich super, dass ich diesen "Weltschmerz" mit anderen teilen konnte. "Alles ist ja so schlecht. Ich armer Mensch auf dieser Erde". :mrgreen:

    Jetzt funktioniert das nicht mehr. Weder das Leben, noch die Einstellung bzw. das Denken passen mehr zueinander.

    Hallo liebes Forum,

    Ich bin im Moment ziemlich nachdenklich.

    Der Grund dafür ist, dass mir in den letzten zwei Jahren etwa, nach und nach diverse Kontakte entweder ganz weg gefallen sind oder zumindest ziemlich ruhen.

    Wenige Kontakte wurden von mir unterbrochen, andere von den anderen.

    Das tut im ersten Moment schon relativ weh, da ich ein Mensch bin, der eh nie viele Kontakte hatte.

    Beim genaueren Hinsehen aber fällt mir auf, dass das alles Kontakte waren, die nicht unbedingt gesund waren. Ob es nun mein Vater war, der auch noch nasser Alkoholiker ist, eine Freundin, die den ganzen Tag kifft oder/und einfach Menschen, die sich ständig als Opfer der Gesellschaft sehen. Quasi: Die ganze Welt ist so böse und ich bin das arme Opfer.

    Im Grunde tun mir diese Kontakte auch gar nicht so wirklich gut, trotzdem ist da gerade ein Schmerz, relativ alleine da zu stehen. Nein, ich bemitleide mich jetzt nicht selber. Gerade so etwas mag ich nicht so gerne. Es schleichen sich aber doch zwischendurch Gedanken ein wie: bin ich so ein schlechter Mensch? Bin ich so unausstehlich?

    Ich selber halte mich übrigens nicht dafür. Ich bin meistens gut gelaunt, ausgeglichen und freundlich zu meinen Mitmenschen.

    Trotzdem piekt da etwas ein wenig.

    Jetzt ist es wohl an mir, mir gesündere Kontakte aufzubauen und dann zu schauen, wie diese verlaufen.

    Ich würde gerne mal eure Erfahrungen dazu hören. Habt ihr ähnliches erlebt? Habt ihr Menschen verloren/verlassen in eurer Trockenheit? Konntet ihr vielleicht nicht wirklich ungesunde Kontakte loslassen? Und warum nicht?

    Viele Grüße

    Twizzler

    Hallo Frank,

    Wir sind hier leider keine Mediziner. Und selbst dann wäre eine Ferndiagnose nicht realistisch. Ich kann dir nur raten, dich an diverse Fachärzte zu wenden und nach und nach auszuschließen was es nicht sein könnte.

    Auf jeden Fall tust du dir mit deinen Alkoholexzessen keinen Gefallen und deiner Gesundheit auch nicht. Möglich, dass du jetzt die ersten Auswirkungen spürst. Ebenso möglich, dass es ganz woanders herkommt.

    Hallo Maiblume,

    Nur ganz kurz: nein, du hast nicht überreagiert.

    Ja, du darfst deiner Wahrnehmung trauen. Um die Sucht zu verschleiern, greifen Alkoholiker tief in die Trickkiste, lügen und manipulieren.

    Sei stolz auf dich, dass du den Ausstieg aus dieser Spirale in Angriff nimmst. Es würde mit der Zeit immer schlimmer werden.

    Mare
    20. Dezember 2023 um 21:04


    Hier ist dein Thema. Die Mods fügen die beiden bestimmt gleich zusammen. :)

    habe ihm gesagt, entweder stoppt er das saufen sofort und holt sich Hilfe oder er soll morgen in ein Hotelzimmer gehen.

    Das hast du am Freitag geschrieben. Heute ist Sonntag. Warum ist er noch da?

    Wenn er saufen will, soll er das woanders tun. Dann kommst du auch nicht ständig in Erklärungsnot deinem Kind gegenüber. Dann kannst du sagen, Papa ist krank und darum erstmal nicht zu Hause.

    Was die Zeit dann bringt, müsst ihr abwarten.

    Ich würde zumindest die Bedingung setzen, dass in eurem Haus nicht getrunken wird und er betrunken dort nicht erwünscht ist. Wegen eures Kindes. Es ist schließlich auch dein zu Hause. Wenn er absolut nicht gehen will - rausschmeissen kannst du ihn ja nicht, da es auch sein Haus ist - müsst ihr gehen. Erstmal irgendwo unterkommen, vielleicht eine kleine Reise zu Bekannten oder Verwandten.

    Wie sieht es arbeitstechnisch bei dir aus? Kannst du kurzfristig Urlaub bekommen? Einfach mal für zwei Wochen weg dort um wieder Kraft zu tanken und nachzudenken, wie es weitergehen soll?

    Mit einem nassen Alkoholiker kann man kein vernünftiges Gespräch führen. Und selbst wenn er gerade mal kein Alkohol intus hat, das nasse Denken bleibt. Und genauso handelt er dann auch.

    Ich kenne das sehr gut was du beschreibst. Mein Ex war da auch sehr extrem. Leider ist er weiterhin als mein Arbeitskollege in meinem Leben. Immer noch nass, immer noch höchst aggressiv und voller Hass auf mich.

    Hättest du so weitergemacht, wärst du psychisch wahrscheinlich noch mehr an deine Grenzen gekommen und du hättest deinem Kind vermittelt, dass solch eine Beziehung normal ist. Und das prägt ein Kind ganz unglaublich.

    Sucht ist für einen Nichtsüchtigen eigentlich so ziemlich unmöglich zu verstehen.

    In mir wohnten damals auch zwei Persönlichkeiten. Die eine hat sich selber gehasst für das 'Trinken und die Taten, die sie unter Alkoholeinfluss begannen hat, die andere wollte aber spätestens nach zwei Tagen ohne, sofort wieder trinken und war unheimlich aggressiv wenn ich nichts hatte.

    Wenn jemand wirklich will und alles dafür tut, kann es funktionieren. Aber es ist Arbeit. Lebenslange Arbeit.

    Selbst wenn er jetzt in die Entgiftung geht, kann es auch wieder nur Manipulation sein. Sollte er jetzt wirklich aktiv werden, solltest du noch mindestens ein Jahr abwarten ob ihm das wirklich ernst ist oder ob er es nur macht um wieder zurück zu können.

    Das Leben mit ihm würde für dich auf jeden Fall noch viel schlimmer werden, wenn du jetzt einknickst. Und für euer Baby auch.

    Es ist super, dass du das Jugendamt eingeschaltet hast.

    Ein Kind bei einem nassen Alkoholiker zu lassen wäre natürlich höchst fahrlässig. Gut, dass du dich so gut kümmerst.

    Hallo Carli,

    puh, da hast du aber einiges durch.

    Du kannst sehr stolz auf dich sein, dass du zu deinem Wohle und dem deines Kindes gehandelt hast. Du klingst auch sehr gefestigt in deinem Entschluss und ich wünsche dir, dass es so bleibt.

    Was du erlebt hast ist absolut nicht untypisch für eine Beziehung mit einem Alkoholiker. Auch das was er jetzt macht, ist es nicht. Er verspricht und lügt, nur um wieder zu euch zurück kommen zu dürfen. Aber wie du es auch schon einmal erlebt hast, würde es genauso weitergehen.

    Nicht Worte zählen hier, sondern Taten. Und er bewegt sich keinen Millimeter. Lieber manipuliert er, versucht dir ein schlechtes Gewissen einzureden (ich muss ja jetzt auf der Straße leben....). Bitte lasse dich davon nicht beeinflussen.

    Es wird mit einem nassen Alkoholiker immer schlimmer, niemals wieder besser.

    Auch wütend auf mich selbst, dass ich so blöd war.

    Seine Aussage ist, ich muss die Vergangenheit ruhen lassen und das alles am besten vergessen. Das kann ich aber nicht.

    Weisst du welchen Spruch ich sehr schön finde:

    Das Leben sollte rückwärts verstanden aber vorwärts gelebt werden.

    Soll heissen, nimm deine Erfahrungen aus der Vergangenheit um sie möglichst nicht mehr zu wiederholen, aber lebe weiter dein Leben. Du brauchst nicht wütend auf dich selber zu sein. Du hast eine Erfahrung gemacht und deine Zeit gebraucht. Jetzt kannst du nach vorne sehen und meiner Meinung nach bist du da gerade auf einem sehr guten Weg.

    Ich kann nur von mir reden. Bin jetzt seit über 3 1/2 Jahren trocken und mein Kurzzeitgedächtnis ist manchmal richtig hinüber. Da vergesse ich Dinge innerhalb von wenigen Sekunden. Ich möchte z.B. was aufschreiben was ich noch einkaufen möchte was mir gerade eingefallen ist, zücke sofort das handy und weiss schon nicht mehr was ich machen wollte. Ich glaube, dass das aber auch viel mit meinem Allgemeinzustand zu tun hat. Je gestressten ich innerlich bin, desto weniger kann ich mir merken.

    Mein Langzeitgedächtnis funktioniert besser.

    Alles nach und nach.
    Erstmal dort raus und etwas zur Ruhe kommen. Von dort kannst du dann alles ganz in Ruhe planen, suchen, mit Ämtern sprechen etc.
    Nicht direkt den ganzen Berg anschauen sondern jede einzelne Stufe die weiter nach oben führt. Sonst überforderst dich mit deinen Sorgen und das raubt dir unnötig Kraft.

    Hallo MamamitKind,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Hier bist du richtig und ich wünsche dir, dass du viel für dich mitnehmen kannst.

    Ich muss ehrlich sagen, dass mich Themen wie deine immer etwas triggern. Ich habe selbst in solch einer Beziehung gesteckt und leider habe ich ab und an zwangsläufig immer noch Kontakt zu diesem Mann und sehe wie es weiterhin steil bergab mit ihm geht. Er ist auch sehr aggressiv, wenn er getrunken hat und es wird immer schlimmer. Inzwischen hat er Ärger mit jedem Vermieter gehabt, alle Ex-Freundinnen haben Angst vor ihm, die Familie hat sich komplett abgeschottet und Freunde haben sich alle abgewandt. Anzeigen hat er ebenfalls mehrere noch offen.

    Bei körperlicher Gewalt hört es einfach auf. Du und dein Kind ihr seid dort in Gefahr. Ich würde sogar behaupten, dass ihr in LEBENSgefahr seid. Denn ein Betrunkener hat weder Kontrolle über seine Handlungen noch über seine Kräfte. Wenn auch von ihm ungewollt, kann es durchaus passieren, dass er euch beide mal die Treppe runterschlägt. Und dann?

    Ihr solltet dort so schnell wie möglich raus. Die Grenze der körperlichen Unversehrtheit gibt es bei euch nicht mehr. Und ist diese Grenze einmal überschritten, gibt es von alleine auch kein zurück mehr. Es wird eher schlimmer, aber nicht mehr besser.

    Auch wenn er dir gerne die Schuld einreden möchte, du bist nicht schuld! Das höre ich von so vielen Alkoholikern, die einfach nicht bei sich selber hinschauen möchten. Dann sind alle anderen Schuld, dass man trinken muss. Das arme Opfer Alkoholiker kann gar nichts dafür und muss darum weiter trinken. Mich selber schließe ich da zu 100% mit ein. Ich war genauso.

    Bitte lass dich weder erpressen noch niedermachen. Das wird dich nach und nach immer mehr zermürben. Denk an deine Tochter. Sie sollte nicht mit Gewalt und Alkohol aufwachsen. Sie ist diejenige, die sich nicht wehren kann. Dafür braucht sie ihre Mama, die in der Lage ist etwas zu verändern.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

    Hallo Tobias und herzlich Willkommen hier.

    Es ist toll, dass du so gut reflektieren kannst, was dir gut tut und was nicht und entsprechend handelst. Ich wünsche dir, dass du dabei bleiben kannst.

    Der Austausch hier wird dir bestimmt gut tun.

    Wäre es denn eine Option, deine Mutter z.B. nicht zu Hause sondern außerhalb zu treffen. Ein schöner Tag beim Einkaufsbummel, einen Tag wandern gehen oder ähnliches.

    Hier hast du eine SHG in der du dich dann weiterhin mitteilen und austauschen kannst.

    Ich habe damals den Fehler gemacht, mir keine SHG zu suchen und bin in der Nachsorge der Tagesklinik wieder rückfällig geworden.

    Wichtig ist, dass Alkoholismus eine lebenslange Krankheit ist, also muss ich auch lebenslang dafür sorgen, dass ich nicht rückfällig werde.

    Hallo Beebee,

    soweit ich weiss, musst du für eine teilstationäre Therapie aber ebenfalls entgiftet sein. Ich kenne es als Tagesklinik. Dort gehst du morgens hin, musst auch pusten und nimmst dann an verschiedenen Therapien teil. Eben fast wie eine stationäre Therapie, nur dass du nachmittags nach Hause fährst. Das bedeutet also auch, dass du eine gewisse Festigkeit in deiner Nüchternheit brauchst.

    Denn abends bist du mit dir und deinen Gedanken alleine.

    Ich persönlich habe so eine Therapie auch mal gemacht. War vorher aber bereits einige Wochen vom Alkohol weg.

    Wie sieht es denn in puncto Entgiftung bei dir aus? Wann hast du zuletzt getrunken? Hast du mal mit einem Arzt gesprochen? Dich mal durchchecken lassen?

    Mal ganz davon abgesehen was das Problem ist, frage ich mich eher: Hast du ein Problem?

    Hast du ein Problem mit dem Umgang dir gegenüber? Hast du ein Problem damit, dass er dich beleidigt und nicht wirklich berechenbar ist von der Stimmung her? Hast du ein Problem wie er manchmal mit eurem Kind umgeht? Hast du ein Problem damit, ständig an deiner Wahrnehmung und deinem Verstand zu zweifeln?

    Falls nicht, sollte zumindest für dich alles ok sein. Da du hier aber geschrieben hast, gehe ich davon aus, dass für dich nicht alles ok ist.
    Warum braucht es dann den Alkohol als Grund das zu benennen?
    Du darfst auch einfach sagen, dass du dich so wie es jetzt ist, nicht wohl fühlst und das nicht ewig so weitermachen möchtest. Blicke doch mal in die Zukunft. Stand jetzt, soll der gleiche Stand in 10 Jahren sein?