Beiträge von Twizzler

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte heute etwas mit euch teilen.

    Thema ist Vergebung. Etwas, was bestimmt nicht nur mich betrifft, egal auf welcher Seite man steht.

    Vor etwa zwei oder drei Monaten hat eine sehr enge Freundin aus meiner SHG mir die Freundschaft gekündigt. Für mich kam das wie auch dem Nichts. Ich hatte null damit gerechnet und mir ist in dem Moment als ich es gelesen habe, fast alles aus dem Gesicht gefallen. Wir hatten etwas über ein Jahr sehr intensiven Kontakt mit manchmal (mehrmals) täglichen Telefonaten und Treffen immer mal wieder. Sie sprach von Freundschaftstattoos und wie wichtig ihr die Freundschaft zu mir ist.

    Für mich war sie eine Art Seelenverwandte.

    Vor zwei oder drei Monaten kam also die Nachricht.

    Seitdem habe ich sehr viel Groll und Wut auf diesen Menschen vor mir hergeschoben.

    Mit etwas Abstand muss ich sagen, dass es gut so war. Ich bin dabei auch in eine Art Co-Abhängigkeit gerutscht und mir meiner eigenen Grenzen nicht bewusst gewesen.

    Ich gebe zu, damit habe ich noch ein großes Problem. Bei nahestehenden Personen meine eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese dann auch zu kommunizieren.

    Der Groll war immer noch stark in mir vorhanden, das habe ich gestern wegen eines Vorfalls gemerkt.

    Später hatte ich dann noch ein längeres Gespräch mit meiner Sponsorin zum Thema Vergebung.

    Mir ist in diesen zwei/drei Monaten klar geworden, dass ich ebenfalls eine Grenze bei ihr überschritten habe und vielleicht war das der Grund warum diese Freundschaft beendet wurde. Genau weiss ich es nicht, ehrlich gesagt interessiert es mich auch gar nicht mehr.

    Meine Sponsorin und ich sprachen also über die Freiheit nach der Vergebung und ich meinte dann, dass sie ja vor einigen Wochen lediglich ihre Grenzen damit klar gemacht hat, also ich eigentlich gar nichts vergeben müsste. Ich komme mir hochmütig und falsch vor, wenn ich ihr jetzt "gnädig" vergebe.

    Mir wurde gesagt, dass Vergebung ja im Prinzip bedeutet, dass ich mich frei mache von dieser Person und der Wut die damit verbunden ist. Die verschiedenen Aspekte des Wortes Vergebung zu beleuchten steht noch auf meiner Agenda.

    Heute Morgen habe ich dann einen Text zum Thema Vergebung gehört und das, im Zusammenspiel mit dem Gespräch von gestern, hat unglaublich viel mit mir gemacht.

    Ich wusste, dass sie heute einen Eingriff im Krankenhaus vor sich hat und davor unheimliche Angst hat. Statt wie bisher in den Hochmut zu gehen, konnte ich ihr von Herzen alles Gute dafür wünschen und für sie beten, dass sie keine Angst mehr vor diesem Eingriff hat.

    Das habe ich mit jemandem geteilt, die das auch an sie heran getragen hat.

    Dadurch ist etwas sehr Schönes passiert.

    Sie hat mir eine Nachricht geschrieben und sich bei mir bedankt und ich konnte ihr sagen, dass ich ihr alles Gute und Liebe wünsche.

    Das hat insgesamt ein sehr schönes Gefühl von Freiheit und Frieden in mir gebracht.

    Ich kann diesem Menschen jetzt in einem Meeting begegnen, ohne dass Groll oder Angst in mir aufkommt.

    Die Freundschaft möchte ich nicht mehr zurück, aber es ist schön, ein friedliches Miteinander leben zu können.

    Und es ist schön vergeben zu können.

    Es hat mein Herz ein Stück frei gemacht.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende.

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Egal ob Narzisst oder nicht. Es geht um mich!

    Richtig! Genau so.

    Dein Beitrag wirkt total selbstreflektiert und das liest sich großartig. :)

    Ich persönlich würde nicht auf seine Nachrichten reagieren.

    Er darf ruhig merken, dass du es ernst meinst und keinen Kontakt möchtest.

    Sonst ist das nur wieder Futter weil er weiss, dass du auf seine Nachrichten eingehst. Dadurch wird sich das nur unnötig in die Länge ziehen.

    Und für dich wäre es bestimmt auch besser. Am besten direkt blockieren. Dann hat dein Kopf und dein Gefühl nach und nach Zeit sich aufzuräumen und wird nicht immer wieder von seinen Nachrichten durcheinander gewürfelt.

    Aber das ist nur meine Sicht der Dinge.

    Vielleicht können dir andere User da noch ein wenig besser helfen.

    Dein letzter Beitrag hat mich übrigens wieder sehr berührt. Auf eine sehr schöne Weise.

    Liebe Grüße

    Ich hatte auch direkt die HALT-Regel im Kopf :)

    Hüte dich vor diesen vier Zuständen. Diese können gerade in der Anfangszeit enormen Suchtdruck auslösen.

    Vor allem Hungry war bei mir immer extrem gefährlich.

    In den ersten Wochen Trockenheit habe ich wirklich alles gegessen worauf ich Hunger hatte.

    Lieber ein paar Kilo zunehmen als Trinken.

    Die Kilos können dann bei zunehmender Stabilität wieder abtrainiert werden. ;)

    Gehst du nebenbei noch in eine andere SHG?

    Mir hat es immer sehr gut getan zu telefonieren. Mit anderen trockenen Alkoholikern. Das gab mir Kraft.

    Standhalten gegen Saufdruck ist nur temporär. Trocken werden und bleiben wird man aus der Erkenntnis heraus Alkoholiker zu sein, der anschließende Kapitulation und der inneren Überzeugung, dass bei gewisser Situation nur die Sucht aus einem spricht.

    Das finde ich so wichtig.

    Und genau das habe ich jahrelang auch falsch gemacht.

    Nicht trinken wollen, aber sonst habe ich nichts geändert.

    Erst als ich meine Trockenheit an die erste Stelle gesetzt habe, konnte ich auch trocken werden.

    Das hieß für mich aber auch, anfangs auf Dinge zu verzichten die mir nicht gut tun.

    Auch, wenn ich sie vielleicht gerne gemacht hätte.

    Das erste Jahr habe ich mich vom alkohol fern gehalten wie der teufel vom weihwasser.

    Auch heute gehe ich, wenn zu viel Alkohol ins Spiel kommt.

    Mein suchtgedächtnis schläft nie.

    Liebe Claudia. Deine Worte berühren mich sehr.

    Du hast einen ganz tollen anfang für ein selbstimmtes und glückliches Leben gemacht.

    Hab Geduld mit dir. Es wird besser.

    Du suchst dir Hilfe und das ist ganz toll. Du kannst sehr stolz auf dich sein. Da hast du eine riesige Hürde gemeistert.

    Schreib dir hier die Finger wund. Du bist nicht alleine!

    Fühl dich gedrückt.

    Und klopf dir mal auf die Schulter für das, was du bisher durchgezogen hast.

    Liebe Grüße

    Nicole

    Hallo Jean,

    also erstmal muss ich dir sagen, wie toll ich es finde, wie reflektiert du hier rüber kommst.

    Nicht direkt auf Abwehr, sondern erstmal sacken lassen.

    Da gehst du einen guten ersten Schritt. :)


    Mit bestimmten „Sachen“ verbinde ich definitiv keinen Alkohol/Genuss

    Da gebe ich dir total recht.

    Mir macht z.B. auch eine Sektflasche viel weniger bis gar nichts aus, die Bierflasche triggert mich dann aber doch oder könnte es zumindest. Darum halte ich mich von solchen Sachen bewusst fern. Ich traue meinem Suchtgedächtnis nicht weiter als ich gucken kann. ;)

    Bestimmte Dinge triggern mich auch absolut null. Desinfektionsmittel zB., da bekomme ich auch eher einen Hustenanfall und sehe zu, dass ich möglichst schnell frische Luft atmen kann, als das Zeug zu inhalieren.

    Aber sehr gut, dass du das bei dir hinterfragst und zukünftig etwas drauf achtest. Du wirst sehr schnell raus finden, auf was genau du achten solltest.

    Und auch gebe ich dir ABER recht! Ich habe nicht formuliert, „nie wieder einen Tropfen zu trinken“.


    Die „nicht-Aussage“ macht mir gerade auch Bedenken, wenn du es aufzeigst.

    Also in meiner SHG sagen wir solche Dinge wie "nie wieder" gar nicht. Das erscheint mir viel zu groß und gewaltig.

    Wir sagen einfach "heute trinke ich keinen Alkohol".

    Bei manch einem sind es schon tausende Heute gewesen.

    Bei mir sind es jetzt gut 700 "Heute", die ich keinen Alkohol zu mir genommen habe.

    Du siehst also, du musst den Berg nicht direkt auf einmal hoch steigen. Fang mit kleinen Aufgaben an. Morgen genau das gleiche. Und so läppern sich plötzlich die Tage.

    Wenn dir "Heute" zu lang ist, kannst du es auch kürzen. Die nächste Stunde trinke ich keinen Alkohol. Und so weiter und so weiter.

    Was mir noch einfällt, hast du denn ein trockenes Umfeld? Freunde, Familie etc?

    Und was mir am Anfang sehr geholfen hat war die HALT-Regel.

    Sei niemals zu

    H ungry

    A ngry

    L onley

    T ired

    Wie war denn dein Arztbesuch? Hoffe, du hattest eine positive Erfahrung. Für viele ist das auch unglaublich erleichternd, wenn sie es das erste Mal laut vor einem anderen Menschen ausgesprochen haben.

    Viele Grüße

    Twizzler

    Hallo Jean,

    herzlich Willkommen hier bei uns. Toll, dass du dein Leben ändern möchtest.

    Ein sogenannter normaler Umgang mit Alkohol ist momentan nicht mein Ziel.

    Glaubst du denn, dass du jemals wieder die Kontrolle über den Alkohol zurück gewinnen kannst?

    Für Alkoholiker ist das ausgeschlossen und für mich hört sich das "momentan" nach einem Hintertürchen an.

    Siehst du dich als Alkoholikerin. Für uns gibt es nur zwei Wege.

    Saufen oder nicht saufen.

    Parfum mit Alkohol, der Geruch von nem "tollen" Wein etc. triggern mich nicht.

    Sei damit vorsichtig. Das haben schon viele geglaubt, nur weil es genau in dem Moment nichts gemacht hat. Die Ernüchterung kam dann oftmals Tage oder sogar Wochen später als sich der Suchtdruck einstellte.

    Fühl dich wohl hier im Forum. Nochmal: schön, dass du hier bist. :)


    Viele Grüße

    Twizzler

    Hallo Knagga,

    schön, dass du wieder zurück bist. Weniger schön ist der Anlass.

    Aber gut, dass du hierher gefunden hast und etwas ändern möchtest.

    Tatsächlich sind mir bei deinem Beitrag ein paar Fragen und auch ein paar Anmerkungen in den Kopf geschossen.

    ich fange mal an und versuche dabei möglichst nur von meinen Erfahrungen in den letzten Monaten zu sprechen.

    Ich war zum grillen eingeladen und ich dachte nach über drei Jahren ohne Alkohol könnte ich wieder ein oder zwei Bier trinken.

    Hast du dich umfassend mit deinem Krankheitsbild beschäftigt?

    Ich musste mir tatsächlich diese berühmte Hintertür vollkommen zu machen (sozusagen verriegeln), dass ich jemals wieder in meinem Leben kontrolliert Alkohol trinken kann. Das werde ich nie können, denn ich bin Alkoholiker.

    Von so vielen Menschen habe ich bereits das gleiche gehört wie jetzt von dir. Es endete immer auf genau die gleiche Weise. Mal dauerte es länger, mal kürzer. Aber unterm Strich genau gleich.


    Außerdem fallen mir in deinem Beitrag die vielen Lügen auf, in denen du jetzt drin steckst.

    Selbst jetzt klingt es so, als würdest du es lieber verheimlichen und hoffen, dass du einfach so weiter machen kannst wie bisher.

    Meine Trockenheit fing mit absoluter Ehrlichkeit an.

    Vor allem mir selber gegenüber, aber auch den anderen Menschen gegenüber die mir wichtig sind.

    Klar, ist das großer Mist. Aber es zu verschleiern, bringt dich auch in deiner Entwicklung kein Stück weiter. Steh dazu mit allen Konsequenzen, dann kannst du ein komplett neues Leben anfangen.

    Eine Frage noch: Was hast du in deiner abstinenten Zeit für deine Trockenheit getan?

    Viele schreiben: Nur nicht trinken reicht nicht.

    Eine Aussage, die ich heute absolut unterschreiben kann. Ich muss etwas dafür tun, dass ich ein glückliches trockenes Leben leben darf. Jeden Tag.

    Lesen, Meetings, Online-Meetings, Austausch mit Gleichgesinnten etc. Gezielt etwas für bzw eher gegen meine Krankheit. Das nächste Glas ist nie länger als eine Armlänge entfernt und wenn ich das schleifen lasse weiss ich, dass ich genau da lande, wo ich nicht mehr hin möchte.

    Ich habe heute in einer Gruppe zum gleichen Thema einen so tollen Satz gelesen, den ich verinnerlicht habe und den ich soo wichtig finde:

    "Ein abstinentes Leben duldet keinen Stillstand."

    Die Mengen die du konsumiert hast sind ja schon ganz schön happig. Ein Arztbesuch sollte auf jeden Fall erfolgen.

    Du steckst gerade mittendrin im kalten Entzug.

    Alles andere ist doch wieder ein durchmogeln und unehrlich.

    Was möchtest du diesmal anders machen als bisher?

    Viele Grüße

    Twizzler

    Guten Morgen an alle und einen guten Wochenstart.

    Heute ist der Tag, an dem ich ganz offiziell, nach 2 1/2 Jahren Home-Office, wieder 40% der Arbeitszeit im Büro verbringen muss.

    Die Nacht war nicht so wirklich gut.

    Und statt, wie geplant, um kurz nach sechs aufzustehen, bin ich um 7:00 hoch geschreckt in dem Wissen, dass ich total verschlafen habe ^^

    Das einzige, was ich mir für heute vorgenommen habe: nicht stressen lassen. Alles in Ruhe angehen.

    Und das gelingt mir bisher auch recht gut.

    Die schlechten Gefühle sind erstmal weg. Es ist unheimlich toll, einige Kollegen wieder zu sehen und sich auszutauschen.

    Auch wenn ich die zwei Jahre dachte, dass ich das nicht vermisst habe........doch habe ich, merke ich jetzt.

    Ich wünsche euch einen ebenso ruhigen und entspannten Wochenstart.

    Liebe Grüße

    Vielen Dank an euch, ihr Lieben. :)

    Als ich vor knapp zwei jahren bei meiner shg aufgeschlagen bin, hätte ich auch im traum nicht mit 700 tagen gerechnet.

    Es war einfach nur ein weiterer Versuch. Alles andere hatte eben nicht funktioniert.

    Ich hatte das glück, das mir dort recht schnell auch sehr verantwortungsvolle dienste zugetraut wurden. Was eigentlich nicht wirklich üblich ist nach so kurzer trockenzeit.

    Aber darin bin ich sehr aufgegangen und hatte auch jede Menge zu tun. ^^

    Ich wünsche eich einen ganz entspannten Sonntag.

    Ich bin dank meines Meetings gerade jetzt auch wieder was besser drauf.

    Liebe Grüße

    Nicole

    Liebe Cadda,

    ich habe gerade deinen Beitrag vom 26.6. gelesen und muss einfach darauf antworten.

    Denn damit hast du genau meine Empfindungen nieder geschrieben.

    Auch wenn es bei mir erst knapp zwei Jahre sind, kann ich mich in dem von dir Geschriebenen total wieder finden.

    Einen Teil davon habe ich auch gerade in meinem Thema geschrieben. Und dann lese ich hier deinen. Ich bin erfüllt von Dankbarkeit.

    Auch wenn das Leben manchmal hart und schwierig ist, muss ich dadurch nicht zur Flasche greifen.

    Es ist in der Tat ein Gefühl von Freiheit.

    Und in jedem schlechten Moment unterstützt mich genau dieser Gedanke: "Danke, dass ich jetzt gerade nicht trinken muss um das wieder weg zu machen". :)

    Liebe Grüße

    Oh je, ist das lange her, dass ich hier mal zuletzt geschrieben habe.

    Auf Seite 6 war mein Beitrag gerutscht. :huh:

    Erstmal hallo an euch.

    Gestern hatte ich meinen 700. Trockentag.

    Es ist echt der Wahnsinn.

    Das erste Jahr verging so irre langsam und jetzt ist plötzlich mein 2. DOS schon zum Greifen nahe.

    War mein erster DOS nicht erst vor wenigen Wochen?

    Könnte auch damit zusammenhängen, dass ich seit dem Ersten die Tage nicht mehr so akribisch zähle.

    Ab und an schaue ich in meine App um zu gucken wie viele Tage ich nichts mehr getrunken habe, aber ich schreibe sie nicht mehr jeden Tag in mein Tagebuch.

    Es ist aber nach wie vor sehr spannend, das alkoholfreie Leben.

    Jede Woche lerne ich wieder so viele Dinge. Über die Trockenheit, über mich etc.

    Meine Antidepressiva habe ich vor knapp vier Wochen ganz abgesetzt, nachdem ich im September mit dem kontinuierlichen Ausschleichen begonnen hatte.

    Teilweise merke ich davon noch ziemlich viel.

    Der Schlaf ist gerade nicht der Beste. Aber ich habe das Gefühl, dass es sich ganz langsam wieder regeneriert.

    Dann kam teilweise wieder diese Null-Bock-auf-Nichts-Einstellung.

    Auch das habe ich ein paar Tage akzeptiert, dann war es aber auch wieder Zeit mir etwas in den Hintern zu treten.

    Und das hat erstaunlich gut geklappt. Jedenfalls zur Zeit.

    Depressive Phasen kamen auch immer mal wieder. Da bin ich sehr froh, die Menschen aus meiner SHG und meine Meetings zu haben, die mich immer wieder auf den Boden und aus meinem Kopfkino rausholen.

    Seit ca. 4 Wochen habe ich auch eine neue Sponsorin. Wir haben einmal die Woche ein Einzelgespräch und einmal die Woche ein Family-Meeting. Gerade dieses Family-Meeting ist so ungeheuer inspirierend. Da kann ich immer unheimlich viel für mich mitnehmen.

    Seit vorgestern haben wir (nach über zwei Jahren Home-Office), eine neue Dienstvereinbarung die besagt, dass wir ab sofort 40% vor Ort im Büro arbeiten müssen.

    Am Freitag habe ich das auch erst erfahren und bin morgens ganz spontan ins Büro gefahren und habe 4,5 Stunden vor Ort gearbeitet.

    Es war sehr schön, ich habe mich wohl gefühlt und kam auch recht beschwingt nach Hause. Allerdings habe ich dann schon gemerkt, wie anstrengend das für mich war.

    Gestern war dann auch ein Tag zum wegwerfen.

    Ich habe ich mich beim Aufstehen total verkatert gefühlt. Wie früher.

    Dazu Depressionen.

    Diesen Tag habe ich dann wirklich ganz in Ruhe verbracht. Abends hatte ich noch Meeting und dort auch Dienst. Mein übliches Schema bei solchen Gefühlen ist Rückzug.

    Ich hatte auch schon das Handy in der Hand um mir eine Vertretung für das Meeting zu suchen, habe es im Endeffekt aber doch nicht gemacht.

    Ich WEISS doch, dass mir so etwas gut tut in solchen Momenten.

    Und genau so war es auch.

    Danach waren die Depris weg und ich konnte noch einen sehr entspannten Abend verbringen, bin einigermaßen früh ins Bett und war heute Morgen auch - für einen Sonntag - recht früh wach.

    Auch wenn es manchmal ein Auf und Ab ist, ist es doch schön, das alles nüchtern erleben zu dürfen.

    Das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

    Die ganze Bandbreite an Gefühlen darf wieder kommen. Ich muss sie nicht mehr weg machen. Und dafür bin ich einfach so unendlich dankbar.

    Jeden einzelnen Tag.

    Liebe Grüße an euch alle und einen entspannten Sonntag.

    Nicole

    Hallo Tirob,

    Ich kenne das auch sehr gut.

    Ich habe mich teilweise sehr rastlos gefühlt, depressiv und verloren.

    Das wurde nach einer Zeit tatsächlich besser.

    Zu dieser Zeit habe ich sehr viele Meetings meiner shg besucht. Wirklich viele. Habe Dienste dort übernommen.

    Mich beschäftigt, mir Aufgabe gesucht.

    Das hat mir persönlich sehr geholfen.

    Diese depressiven Phasen kommen auch heute noch. Gestern war bei mir so ein Tag. Niemanden sehen, niemanden hören.

    Hatte aber (leider) Dienst in einem online meeting. Zurück ziehen war also nicht so wirklich.

    Am Ende habe ich gemerkt, wie gut mir das getan hat dort zu sein, meine Empfindungen zu teilen und nützlich zu sein.

    Der Abend war dann noch sehr ausgeglichen und schön.

    Ich habe gelernt, dass ich an solchen Tagen gut und behutsam mit mir umgehen darf. Dinge, die mir Freude bereiten, essen was mir gut schmeckt.

    Und immer vor Augen halten, dass das ein momentaner Zustand ist. Der geht auch wieder vorbei.

    Am nächsten Morgen sieht die Welt oft wieder ganz anders aus.

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Hallo Veru.

    Ja, ich werde auf jeden Fall berichten. :)

    Habe in meiner Wohnung acht Stufen und die machen mir nach längerem Sitzen auch wirklich schon Probleme. Vor allem Treppe runter. Da sehe ich wohl aus, als wäre ich Jahrzehnte älter als ich es wirklich bin.

    Leider wartet man auf solche fachärztluchen Termine ja mitunter sehr lange. Aber bald ist es ja soweit.

    Ich freue mich aber für dich, dass es sich bei dir wieder regeniert hat. Das ist klasse.

    Ich hätte bei mir zB nie gedacht, dass sich meine Bauchspeicheldrüse wieder erholt. Aber das hat sie. Für mich schon ein kleines Wunder.

    Hallo Veru.

    Ich habe im September auch einen Termin beim Neurologen wegen Verdacht auf polyneuropathie.

    Bin mal sehr gespannt.

    Die Beschwerden äußern sich bei mir vor allem abends wenn ich im Bett liege. Dann brennen meine Füße wie verrückt. Als wenn sie in flammen stehen würden. Muss dann regelmäßig kühlen.

    Da das bei mir leider immer noch vorhanden ist, trotz knapp zwei Jahren Abstinenz, glaube ich auch nicht, dass das einfach so wieder weg geht. Aber wenn der Arzt mir eine Behandlungsmethode zeigt, wie die Schmerzen wenigstens erträglicher werden, bin ich sehr zufrieden. Ändern kann ich es nicht mehr.

    Ich glaube ich bin die einzige Frau auf Erden, die am besten mit eiskalten Füßen einschlafen kann. ^^