Beiträge von Twizzler

    Hallo Leonie,

    Das System macht Druck aber ich bin einfach noch nicht soweit obwohl ich es gerne wäre. Ich muss mich ständig rechtfertigen, was meine Gesundheit betrifft und um Termine kämpfen. Es ist schwierig geworden.
    Mein Körper zeigt es mir mittlerweile mehr als deutlich, wenn ich mich übernehme.
    Seelisch ist es eine Mischung aus funktionieren müssen, funktionieren wollen und als faul abgestempelt zu werden. Man sieht es ja nicht was mir fehlt.

    Ehrlich, du hast meinen großen Respekt. Ich hadere gerade genauso, eine Krankheit bei den Ärzten anzusprechen, aus genau dieser Angst. Ich gehe den Weg jetzt zwar auch, aber deine Gefühle dabei kann ich so gut nachvollziehen.

    Ich finde es toll, dass du deine Gesundheit jetzt an erste Stelle setzt. Du kümmerst dich. Das machst du gut.

    Nimm dir die Zeit die du brauchst. Unsere Körper sind keine Maschinen und unsere Psyche schon dreimal nicht.

    Gute Besserung

    Klingt in meinen Ohren sehr überheblich. Aber ist natürlich dein Ding wie du damit umgehst. Es gibt genug Fälle, in denen der Hochmut vor dem Fall kam. Menschen die ihre Sucht nicht ernst genommen haben. Die dachten, einfach nur nicht mehr trinken würde schon ausreichen.

    Die Zukunft wird es zeigen, ob du dazu gehörst oder ob es bei dir gut geht.

    Trotzdem, dass mich dein fehlender Respekt vor der Krankheit eher aufregt, wünsche ich dir alles Gute.

    Deine Text spricht mir zu 100% aus der Seele. Genau so sehe ich es auch und habe es eben auch nieder geschrieben. Ich bleibe Alkoholikerin. Heilung gibt es für mich nicht. Diese Akzeptanz hat dazu beigetragen, dass ich trocken werden durfte.

    Den Text solltest du dir abspeichern und immer mal wieder hervorholen. Gerade für neue User finde ich ihn sehr inspirierend und ich hoffe er wird oft gelesen.

    Hallo Chewie, erstmal: toll gemacht. Du hast ein Problem erkannt und um Hilfe gebeten. Und vor allem: du bist nicht rückfällig geworden.

    Ich möchte dir nochmals, weil es schon etwas her ist, die HALT-Regel ans Herz legen. Hier das Zitat von Elly:

    Auch die HALT-Regel, die ich erst hier kennengelernt habe, ist eine gute Hilfe!

    H - Hungry - Hunger vorbeugen - Gut essen! Und auch das Trinken nicht vergessen!

    A - Angry - Ärger vorbeugen oder abbauen.

    L - Lonley - Sich in der SHG oder nahen Menschen anvertrauen. Nicht einsam bleiben.

    T - Tired - Bei Müdigkeit sofort gegen wirken. Sich Ruhe gönnen, genügend schlafen bei Erschöpfung.

    Vor allem Punkt 1 war für mich anfangs (im ersten Jahr) total wichtig. Sobald mein Magen richtig gefüllt war, war der Druck weniger bis ganz weg. Das durfte für mich auch gerne was schnelles und nicht so gesundes sein. Hauptsache der Trinkdruck wurde weniger. Und ich weiss, wie plötzlich und wie schlimm der kommen kann. Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten. Da war ich fünf Monate trocken und vorher hatte ich mich tierisch aufgeregt und war mit meiner Wut alleine. Und das auch noch an Silvester, kurz vor Mitternacht. Es kam so heftig über mich. Aber ich hatte Menschen, die ich anrufen konnte. Und der Druck ging weg. Wie bei dir.

    Ich möchte dir gerne von meiner Erfahrung berichten. Vielleicht kannst du etwas für dich heraus ziehen, was dir hilft.

    Ich bin Alkoholikerin. Das ist für mich kein Schimpfwort, das ist keine Niederlage, das ist kein Stempel. Es ist meine Krankheit. Eine Krankheit die ich selber zum Stillstand bringen kann. Ich werde nie wieder "normal" (was immer das auch heissen mag) trinken können (will ich heute auch gar nicht mehr ;)).

    Aber mir das einzugestehen, war mitunter für mich der wichtigste Schritt. Denn er hat alles weitere ins Rollen gebracht. Die Trinkpausen davor, hatte ich immer nach ein paar Wochen oder Monaten im Kopf, dass ich es ja nochmal probieren könne, vielleicht jetzt weniger trinken könne, geheilt sei.

    (Spoiler: konnte ich nicht, war ich nicht ;))

    Ich wollte einfach nicht auf Alkohol verzichten für mich weiteres Leben. Ich konnte mich nicht verabschieden. Das hat für mich den großen Unterschied einer Saufpause zur Trockenheit gemacht.

    Wie sieht es bei dir aus? Hast du wirklich für dich begriffen, was es bedeutet Alkoholiker zu sein? Oder gibt es da noch eine leise Stimme der Hoffnung in deinem Kopf, dass alles irgendwann nur wie ein böser Traum war und du wieder ganz "normal" trinken kannst.

    Ich bin Alkoholikerin. Ich werde immer Alkoholikerin bleiben. Ich habe eine Krankheit, die mein Leben lang andauert, also muss ich auch ein Leben lang für mich daran arbeiten. Darum gehe ich in Meetings, lese und schreibe hier und tausche mich mit anderen Alkoholikern aus. Das ist die Arbeit, die ich in meine Gesundheit investiere. Diabetiker müssen auch ein Leben lang an ihrer Gesundheit arbeiten. Meine Krankheit erfordert dies ebenso.

    Dann noch zu deiner Frau:

    Kannst du dir vielleicht vorstellen, dass du dich mal in Ruhe mit ihr hin setzt und das Gespräch suchst? Ihr erklärst, was das für eine Krankheit ist und das es mit "trink doch einfach nicht" bei Weitem nicht getan ist? Vielleicht mag sie sich ja irgendwann einmal selbst ein wenig mit der Krankheit auseinander setzen. Dass dein Körper und Geist nach vier Monaten noch erschöpft ist, viel Neues zu lernen und zu verarbeiten hat, ist ganz normal. Das dauert seine Zeit.

    Es ist für frisch Trockene wie für Langzeit-Trockene gleichermaßen wichtig:

    meine Genesung steht an erster Stelle!!! Ich mache nichts, was meine Trockenheit gefährden könnte!!!

    So, genug geschrieben, sorry für die Frikadelle an deinem Ohr. ^^


    Edit: Nur für heute trinken ich keinen Alkohol.

    Das hat mir in der Anfangszeit unheimlcih geholfen. Tag für Tag angehen. Nicht direkt das große Ganze sehen. Kleine Schritte

    wenn er ein alkoholfreies Leben anstrebt,

    Etwas anstreben kann sich aber sehr lange hinziehen. Wo ziehst du die Grenze? Wie lange darf er es anstreben bis du die Nase voll hast?

    Irgendwie empfinde ich es als schwammige Aussage deinerseits. Vielleicht weil keine Entscheidung getroffen werden möchte? Noch nicht und nicht in naher Zukunft?

    So kommt es nur für mich rüber, dass muss keinesfalls so sein.

    Edit: @Mods, sorry, das war der falsche Thread. Hier sollte es um Sonnenschein CoA gehen. Vielleicht verschieben?

    Verbitterung? Nein, das sicher nicht.

    Und meine Erfahrungen als Kind waren nicht mal ansatzweise so schlimm wie es bei manch anderem hier der Fall ist/war.

    Aber es ist nun mal so, dass sich weder die Alkoholiker noch die Co-Abhängigen groß voneinander unterscheiden. Dazu brauchen wir dich und deine Situation gar nicht groß kennen müssen. Die Umstände sind aber nun mal bei allen sehr ähnlich.

    Das kannst du hier auch in zig anderen Beiträgen lesen. Du bist nicht der Einzelfall. Aber du bist ja hier. Was würdest du lieber lesen als die Wahrheit?

    Daher nochmal meine frage: Wie kann dieses forum dir helfen, wenn Wahrheiten nicht das sind was du hören magst.

    Kinder fressen Dinge in sich hinein, um nicht zur Last zu fallen.

    Ob dir deine Kinder alles erzählen, was unter der Woche passiert, wage ich mal - ganz dreist - zu bezweifeln.

    Genau das. Sie fressen es in sich hinein und wollen bestimmt auch nicht die Mama vor dem Papa in die Pfanne hauen indem sie alles erzählen. Die Entscheidung, wen von beiden sie jetzt belügen sollen, ist für Kinder viel zu viel Verantwortung.

    Nina, du bist ja hier, weil du mit der Situation wie sie jetzt ist, nicht klar kommst.

    Du darfst in dieser Beziehung bleiben wenn das möchtest. Du darfst weiterhin alles aushalten, dich selber klein halten und das kleine Mäuschen sein, das sich immer duckt wenn er trinkt. Keiner redet dir da rein.

    Aber da du hier bist würde ich doch annehmen, dass du viel lieber wachsen möchtest. Das du dein Leben selber leben möchtest und dir nicht von anderen reinreden lassen und dich klein halten musst.

    Hast du mal darüber nachgedacht, dass es auch die Angst vor dem Alleinsein ist, die dich bei ihm hält? Aber ich sage dir, nur alleine kannst du in deiner Situation erst richtig wachsen. Dann siehst du mal, was du alleine alles hinbekommst, dass du machen kannst was immer du möchtest. Und nicht, weil es ein anderer möchte.

    Denk mal drüber nach.

    Ich kann dir übrigens aus Erfahrung sagen (als jemand die auch nie alleine sein konnte), dass es wunderschön sein kann, wenn einem keiner mehr reinredet. Ich genieße das Allein-Sein inzwischen sehr. Aber ich musste es lernen.

    Ja ja, die böse Co ist immer schuld.

    Das Denkmuster ist geblieben. Der erstbeste Griff zu Flasche ebenso. Da frage ich mich doch wirklich, was er angeblich gelernt hat.

    Gut, dass du Abstand hälst. Du siehst ja, er will es nicht wirklich. Er konnte jetzt nach einem aufhören. Also wird so in ein paar Tagen wahrscheinlich wieder getestet. Geht vielleicht auch noch gut und der Alkoholiker wiegt sich in Sicherheit. Und schon ist er wieder mitten drin, weil er kann ja aufhören, wenn er möchte.

    Darauf bin ich übrigens 1000 mal reingefallen. Also als Alkoholikerin. Und jedesmal hat es nicht lange gedauert und ich habe wieder getrunken als gäbe es keine Morgen mehr.

    Es ist so schwer für mich auszuhalten, als „schlechter“, egoistischer Mensch dazustehen.

    Was mir in solchen Momenten immer geholfen hat:

    "Ich tue das jetzt nicht GEGEN andere, sondern FÜR MICH"

    Solange muss ich das Spiel wohl mitspielen und alles am Laufen halten.

    Ach ja?

    Ernstgemeinte Frage: Was erwartest du dir hier von diesem Forum? Du möchtest, so wie ich es verstehe, nichts an deiner Situation verändern. Was kann dieses Forum für dich tun?

    Ich finde es gerade ziemlich traurig für deine Kinder. Sie lernen gerade, dass sie Verantwortung für ihre Mutter übernehmen müssen. Das geschieht zwangsläufig. Sie sind der Trinkerin hilflos ausgesetzt. Haben keine Möglichkeit davor zu fliehen. Du kannst selber entscheiden, ob du in dem Hamsterrad weiterlaufen möchtest, sie werden dazu gezwungen.

    So etwas geht an keinem Kind spurlos vorbei. Die meisten Alkoholiker oder Co-Abhängigen sind selber in so einem Haushalt aufgewachsen. Sie lernen und leben es später wieder ihren Kindern vor. Eben ein Hamsterrad. Nur weitaus schlimmer, als du es dir jetzt vielleicht ausdenken magst. Es betrifft dann nämlich nicht nur dich, sondern auch die Generationen danach. Bis irgendwann mal einer aussteigen kann.

    Dafür, dass sie sich so sehr manipuliert, kontrolliert etc fühlt, nutzt sie aber ziemlich viele Möglichkeiten, dich zu kontaktieren. Den Brief, ihre Schwester.....

    Du siehst das schon sehr richtig. Sie merkt, dass du es ernst meinst.

    Jede Aktion jetzt deinerseits würde wieder eine Reaktion von ihrer Seite aus provozieren. Und dann geht das immer hin und her. Setze dich auf den Entzug und reagiere gar nicht mehr. Steig aus dieser Spirale aus und leb dein Leben so wie du es möchtest.

    Du kannst es ja kurz und bündig machen, ihm einen Termin nennen wann er raus sein muß und wenn er nicht geht läßt du das Wohnungsschloß auswechseln. Zuviel reden bringt eh nix das führt nur zu unangenehmen Diskussionen die dich wiederum belasten.

    Hallo Tisha,

    zu dem Text von Marie noch hinterher:

    sollte er dann vor der Tür randalieren, ruf bitte sofort die Polizei. Solche Situationen musst du ebenfalls nicht ertragen.

    Ich hoffe einfach immer noch, dass er einsichtig wird und sich Hilfe holt.

    Wie lange hoffst du das schon? Und vor allem, wie lange willst du noch hoffen?

    Manchmal wünschte ich, er würde beim fahren erwischt und verliert den Führerschein. Oder er bekommt gesundheitlich Probleme, dass der Arzt was sagt. Irgendwas einschneidendes, dass ihn wach rüttelt.

    Selbst das bringt manch einen Alkoholiker nicht dazu aufzuhören. Dann erst recht, weil jetzt ja eh alles egal ist. Ein richtiger Teufelskreis.

    Böse gedacht von mir?

    Nicht böse, sondern menschlich. Es spiegelt deine Verzweiflung wider. Die Hilflosigkeit in der du dich befindest. Du selber kannst nichts tun, dann hoffst du das etwas anderes passiert, was ihn zum Aufhören zwingt. Das ist aber häufig ein Trugschluss.

    Gut, dass du hier bist. Hier wirst du verstanden.

    Ich hoffe, du fühlst dich nicht von mir angegriffen. So war es nämlich nicht gemeint.

    Ich wollte dir nur aufzeigen, dass es sowohl für den Süchtigen als auch für den Co schwierig ist bei Abhängigkeit rationale Entscheidungen zu treffen.

    Natürlich ist das ein Prozess. Und du gehst ihn Schritt für Schritt. Bei dir ist Bewegung. Was ich bei deinem Partner in keinster Weise sehe.

    Die Gefühle sollen und wollen gefühlt werden. Sie sind wichtig für deine Entwicklung.

    Hallo Minna

    Weil er diese ungesunde Entscheidung immer wieder trifft, obwohl er weiß, was für ein Partner er dann ist.

    Dieses gilt aber nicht nur für den Süchtigen. Der Co trifft genauso ungesunde Entscheidungen für sich selber, indem er/sie dieses Spiel immer wieder mitspielt und eine neue Runde in der Endlosschleife dreht. Psychisch immer weiter in den Abgrund driftet.

    Vielleicht hilft dir das ja es etwas besser zu verstehen.

    Oder empfindest du deine Entscheidung immer weiter zu machen als gesund?

    Liebe Deli,

    es klingt ein wenig danach, als würdest du für dich eine Rechtfertigung suchen/brauchen um deine Selbstfürsorge und Wünsche durchzusetzen.

    Aber das ist falsch. Auch, dass du jetzt quasi für ihn da sein oder bei ihm sein musst, weil er weniger trinkt, ist falsch. Denn deine Gefühle sind wichtig und richtig. Ebenso deine Angst.

    Es liegt doch nicht nur an der Menge, die er gerade konsumiert.

    Er denkt vielleicht "Jetzt gebe ich ihr ihren Willen, jetzt kann sie nach Hause kommen".

    Aber monate- oder jahrelange Angst, Verlust von Vertrauen, enttäuschte Hoffnungen etc. machen etwas mit einem.

    Es kann gut sein, dass deine Liebe für ihn dabei auf der Strecke geblieben ist. Es wäre zu verstehen.

    Achte gut auf dich und deine Gefühle. Achte auf das was du brauchst. Du darfst dir alle Zeit der Welt nehmen, um für dich zu einem Ergebnis zu kommen.

    Ich hoffe, zu verstehen, warum es zu Rückfällen kommt

    Herzlich Willkommen hier.

    Das ist ganz einfach erklärt. Weil er süchtig ist. Und vielleicht ist sein Wunsch trocken zu werden, nicht so groß wie deiner damals.

    Aber im Grunde ist das für dich irrelevant.

    und wie ich damit umgehen soll.

    Das hier ist die viel interessantere Frage. Du kannst ihn nicht ändern, nur dich selber.

    Wenn er also gar nicht aufhören möchtest, kannst du entweder versuchen damit zu leben und dich unabhängiger von ihm und seinem Verhalten zu machen oder zu könntest einsehen, dass eine Beziehung zu einem nassen Alkoholiker für dich nicht die Erfüllung ist. Dann wird dir über kurz oder lang nur die Trennung bleiben.

    Darauf hoffen, dass er trocken wird, solltest du nicht. Da können sehr viele Jahre ins Land ziehen und am Ende trinkt er immer noch.