Hallo Chewie, erstmal: toll gemacht. Du hast ein Problem erkannt und um Hilfe gebeten. Und vor allem: du bist nicht rückfällig geworden.
Ich möchte dir nochmals, weil es schon etwas her ist, die HALT-Regel ans Herz legen. Hier das Zitat von Elly:
Auch die HALT-Regel, die ich erst hier kennengelernt habe, ist eine gute Hilfe!
H - Hungry - Hunger vorbeugen - Gut essen! Und auch das Trinken nicht vergessen!
A - Angry - Ärger vorbeugen oder abbauen.
L - Lonley - Sich in der SHG oder nahen Menschen anvertrauen. Nicht einsam bleiben.
T - Tired - Bei Müdigkeit sofort gegen wirken. Sich Ruhe gönnen, genügend schlafen bei Erschöpfung.
Vor allem Punkt 1 war für mich anfangs (im ersten Jahr) total wichtig. Sobald mein Magen richtig gefüllt war, war der Druck weniger bis ganz weg. Das durfte für mich auch gerne was schnelles und nicht so gesundes sein. Hauptsache der Trinkdruck wurde weniger. Und ich weiss, wie plötzlich und wie schlimm der kommen kann. Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten. Da war ich fünf Monate trocken und vorher hatte ich mich tierisch aufgeregt und war mit meiner Wut alleine. Und das auch noch an Silvester, kurz vor Mitternacht. Es kam so heftig über mich. Aber ich hatte Menschen, die ich anrufen konnte. Und der Druck ging weg. Wie bei dir.
Ich möchte dir gerne von meiner Erfahrung berichten. Vielleicht kannst du etwas für dich heraus ziehen, was dir hilft.
Ich bin Alkoholikerin. Das ist für mich kein Schimpfwort, das ist keine Niederlage, das ist kein Stempel. Es ist meine Krankheit. Eine Krankheit die ich selber zum Stillstand bringen kann. Ich werde nie wieder "normal" (was immer das auch heissen mag) trinken können (will ich heute auch gar nicht mehr
).
Aber mir das einzugestehen, war mitunter für mich der wichtigste Schritt. Denn er hat alles weitere ins Rollen gebracht. Die Trinkpausen davor, hatte ich immer nach ein paar Wochen oder Monaten im Kopf, dass ich es ja nochmal probieren könne, vielleicht jetzt weniger trinken könne, geheilt sei.
(Spoiler: konnte ich nicht, war ich nicht
)
Ich wollte einfach nicht auf Alkohol verzichten für mich weiteres Leben. Ich konnte mich nicht verabschieden. Das hat für mich den großen Unterschied einer Saufpause zur Trockenheit gemacht.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du wirklich für dich begriffen, was es bedeutet Alkoholiker zu sein? Oder gibt es da noch eine leise Stimme der Hoffnung in deinem Kopf, dass alles irgendwann nur wie ein böser Traum war und du wieder ganz "normal" trinken kannst.
Ich bin Alkoholikerin. Ich werde immer Alkoholikerin bleiben. Ich habe eine Krankheit, die mein Leben lang andauert, also muss ich auch ein Leben lang für mich daran arbeiten. Darum gehe ich in Meetings, lese und schreibe hier und tausche mich mit anderen Alkoholikern aus. Das ist die Arbeit, die ich in meine Gesundheit investiere. Diabetiker müssen auch ein Leben lang an ihrer Gesundheit arbeiten. Meine Krankheit erfordert dies ebenso.
Dann noch zu deiner Frau:
Kannst du dir vielleicht vorstellen, dass du dich mal in Ruhe mit ihr hin setzt und das Gespräch suchst? Ihr erklärst, was das für eine Krankheit ist und das es mit "trink doch einfach nicht" bei Weitem nicht getan ist? Vielleicht mag sie sich ja irgendwann einmal selbst ein wenig mit der Krankheit auseinander setzen. Dass dein Körper und Geist nach vier Monaten noch erschöpft ist, viel Neues zu lernen und zu verarbeiten hat, ist ganz normal. Das dauert seine Zeit.
Es ist für frisch Trockene wie für Langzeit-Trockene gleichermaßen wichtig:
meine Genesung steht an erster Stelle!!! Ich mache nichts, was meine Trockenheit gefährden könnte!!!
So, genug geschrieben, sorry für die Frikadelle an deinem Ohr. 
Edit: Nur für heute trinken ich keinen Alkohol.
Das hat mir in der Anfangszeit unheimlcih geholfen. Tag für Tag angehen. Nicht direkt das große Ganze sehen. Kleine Schritte