Nila, es meint hier keiner böse, es möchte dich auch keiner angreifen! Manchmal hört sich einiges sehr sehr hart an, das muss man natürlich auch erst mal sacken lassen. Aber, wenn es um Kinder geht, möchte ich hier auch manchmal schütteln und los schreien. In 98 % der Fälle schreibe ich dann nichts und halte mich zurück, bin traurig wegen der armen Kinder, die es nicht anders wissen und kennen und auch keine Möglichkeit haben, etwas zu ändern. Aber so wie du es geschrieben hast und damit ja auch so siehst, möchte ich auch mal was dazu geben. Eigentlich hat Cadda es auf den Punkt gebracht! Kein Kind würde äußern, Mama trenn dich bitte. Wie denn auch?? Sind doch die Eltern die einzigen Bezugspersonen, das heißt die einzigen, auf die ein Kind sich beziehen KANN. Es gibt für ein Kind gar keine andere Alternative, es kann die Möglichkeit Trennung und warum überhaupt und was eine Trennung für positive Änderungen mit sich bringen wird kognitiv nicht denken! dafür sind doch wir Eltern da, WIR müssen die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Das müssen wir doch täglich für unsere Kinder tun, bei den kleinsten Dingen fängt das an… nein, du bekommst keine Schokolade, weil sie macht krank/dick/süchtig etc. oder nein, ein Tablet oder Smartphone ist nichts für Kinder, denn es stumpft ab und macht empathielos etc. oder abends, jetzt geht es ins Bett (obwohl Kind bestimmt noch was anderes lieber machen möchte).
Täglich treffen eltern ( zumindest sollte das im günstigsten Fall So sein) Entscheidungen zum Wohl ihrer Kinder. Bei normalen Dingen, bei kleineren Sachverhalten, warum zum teufel nicht dann, wenn es um den verdammten Alkohol geht??? Das Leben mit einem alkoholkranken Elternteil richtet dauerhaft Schäden bei Kindern an!
Ich bin heute 44 Jahre alt, wusste bis in die zwanziger nicht mal, das ich in einer Asifamilie gelebt habe und das andere Kinder viel viel viel bessere Familien hatten als ich. Nach und nach wurde mir das erst bewusst, so richtig erst im letzten Jahr ! Jetzt in diesem letzten Jahr stelle ich mich meiner Kindheit und meiner Vergangenheit, denn ich wusste nie, warum bin ich denn so komisch, gestört, anders als Andere etc. etc etc, ich habe das nicht in Verbindung bringen können mit meiner Kindheit in einer Familie Mit alkoholikern. Ich kannte es ja nicht anders! Und ich verfluche das alles, ich betrauere derzeit meine verlorene Kindheit und die Möglichkeiten, die ich hätte haben können, wäre ich in einer gesunden Familie ( und sei es nur mit einem einzigen Menschen, egal, Hauptsache stabil und gesund) aufgewachsen.
Mensch, hört doch bitte auf zu sagen, ich tue es für die Kinder, die lieben ihren Papa und er ist soo toll zu ihnen.
Ich hab das hier schon mal in einem Thread geschrieben, ist aber schon etwas her, mein mittlerweile großer Sohn hat nach meiner Trennung von meinem Mann (da ging es nicht um Alkohol, aber es gibt ja auch noch andere dysfunktionale familienstrukturen) auf meine Frage, ob alles ok ist, was er sich wünscht, ob ich noch was besser machen kann, geantwortet: Mama, es ist alles gut. Es ist jetzt viel besser als vorher, du bist viel fröhlicher und gehst mit mir auch wieder was unternehmen und es gibt nicht mehr ständig Streit. Da war er neun! Vorher hat er aber auch nicht geäußert, ich solle mich bitte trennen… ja, so kann’s gehen
In diesem Sinne, sei bitte nicht böse, ich meine es nicht persönlich, aber ich habe grade innerlich doch sehr gekocht 😕 du bist ja bei weitem nicht die einzige die das so sieht, fast jeder der hier aufschlägt sagt Ähnliches. Daher richten sich meine Worte an alle Angehörigen mit Kindern, nicht nur an dich (dein Thread musste nur leider grade herhalten 🥴)
Vg blume