Beiträge von Stern

    seit knapp 5 Monaten nüchtern, diese Zeit war für mich die Hölle.

    Der Alk. ist in meinem Kopf sehr präsent, ich denke gefühlte 24 Stunden nur an Alkohol.

    Was genau sind deine Gedanken, wenn du an Alkohol denkst?
    Kannst du die erklären, warum das so eine Hölle für dich ist, nüchtern zu sein? Was vermisst du so?

    Ich habe mir so viele Jahre so sehnlichst gewünscht, nicht mehr saufen zu müssen. Als es dann endlich soweit war, dass ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und vor allem, dass ich das jetzt auch für immer bleiben werde und ich endlich erkennen konnte, dass nur die absolute Abstinenz mich aus der Suchtspirale holen kann, was das für das größte und kostbarste Geschenk.
    Ich habe mein Geschenk als das Geschenk meines Lebens sehen können und so behandle ich es auch.

    Ich war auf Partys, Clubs, Herbstsonntage.... halt überall, wo viel Alk. konsumiert wurde, sogar für meinen Partner brachte ich Bier mit vom Einkauf 🙈

    Was machst du jetzt stattdessen?

    Trinkt dein Partner zu Hause?

    Ich habe anfangs alles hier aufgeschrieben. Jedes Detail meines neuen nüchternen Lebens habe ich ‚dokumentiert‘. Anfangs, weil ich ja auch nüchtern so viel Zeit zu füllen hatte, aber auch, weil mir die Reaktionen derer, die schon so lange nüchtern waren, so wichtig waren. Ich wollte ja nichts falsch machen. Klar gab es da auch oft ganz schön was ‚auf‘n Deckel‘ zu dem ein oder anderen Beitrag, aber letztendlich wusste ich immer, dass nichts, was mir geschrieben wurde, gegen mich persönlich gerichtet war, sondern lediglich Gefahren aufzeigen sollte. Ich habe jedem Wort in jedem Beitrag große Beachtung geschenkt. Ich habe für mich mitgenommen, was passt und erstmal liegen gelassen, was mir nicht für mich passend erschien. Und ich bin immer zurück gegangen, um das liegengelassene noch mal auf den Prüfstand zu legen.

    Es ist heute immer noch eine spannende Reise, wenn ich hier in meiner Vergangenheit lesen kann. Dann freue ich mich zu sehen, um wieviel einfacher als zunächst befürchtet das nüchterne Leben doch ist. Weil ich meine Alkokolabhängigkeit akzeptiert habe, und vor allem, weil ich akzeptiert habe, dass ich für immer Alkoholiker bleiben werde und die einzige Möglichkeit zu leben ist, dass ich nie wieder Alkohol trinke. Diskussion darüber ausgeschlossen.

    Hallo Sonne,

    Ich bin ja wieder ganz am Anfang,heute beginnt Tag 4.

    Insgesamt gesehen bist du ja gar nicht ganz am Anfang. Du hast schon viele nüchterne Erfahrungen sammeln können, die sind ja jetzt nicht weg und davon kannst du auch jetzt profitieren.

    Trotzdem werde ich die ersten 10 Tage hier nicht schreiben. Anschließend werde ich aufarbeite .

    Das finde ich gar nicht so gut….also, hier gar nix schreiben zu wollen und erst in 10 Tagen anfangen aufzuarbeiten.

    Du darfst hier schon deine Gedanken lassen, deinen Rückfall analysieren und deine geplanten Veränderungen auf den Prüfstand stellen, denn wir sind deine Selbsthilfegruppe. Jetzt ….und nicht erst in 10 Tagen.

    Ich kann stolz auf mich sein.

    Dann sei es doch auch.
    Schau in den Spiegel, lächel dich an und schau da mal ganz genau hin, was du da siehst.

    Mein Selbstwert. Ich. Mich akzeptieren. Ich bin wie ich bin und das ist gut so. Ich bin gut wie ich bin.

    Das ist so: Du bist gut so, wie du bist.

    Ich schreibe hier auch sehr wenig in anderen Threads. Ich denke oft, das steht mir nicht zu. Ich drücke mich nicht besonders gut aus usw.

    Natürlich steht dir das zu. Und ich finde überhaupt nicht, dass du dich nicht besonders gut ausdrückst.

    Mit dem Schreiben in anderen Threads ist es mir möglich geworden, mich noch besser zu reflektieren. Ich bekomme durch diesen Austausch auf viele Sichtweisen noch mal einen anderen Blick und kann sehr wertvolle Erfahrungen mit in mein Leben nehmen.

    Hallo Dietrich,

    es ist gut, dass du den Weg nochmal zu uns gefunden hast. Und ich finde es sehr mutig, hier so ausführlich von deinem Rückfall zu erzählen.

    Ich war in Oktober zuletzt voller Willensstärke hier, ich hab einen Rundumschlag in meinem Leben gemacht.

    Das hast du in der Tat. Aber war auch irgendwas dabei, was dir ganz bewusst den Weg in ein nüchternes Leben hätte ebnen können?

    Ich habe für Montag einen Termin beim HA. zwecks allem, ich werde keine Sekunde meiner Sucht verheimlichen. Meine Freundin weiß es, ich habe mir die Seele aus dem Leib geheult als ich es ihr erzählt habe. Wegen dem Alkohol, aber auch wegen dem Gedanken, meinen inneren Frieden trotz der Reise nicht gefunden zu haben.

    Klasse, dass du nochmal durchstarten willst. Beim Arzt werden die ersten Schritte besprochen und du wirst gründlich untersucht.
    Vielleicht ist eine Suchtberatung zusätzlich auch nicht das Schlechteste für dich? Wir können ja nicht beraten. Aber wir können dir Wege aufzeigen, wie wir das nüchterne Leben zufrieden leben gelernt haben. Das ist ja auch ein Prozess.

    Ich will so sehr der Normalste Mensch auf der Welt sein, aber ich kann es nicht. Ich will es lieben, zu spazieren, Enten zu füttern, und einfach abends pennen zu gehen. Ich will nichts lieber, als das normalste leben der Welt zu genießen.

    Das wirst du auch. Aber dafür musst du nüchtern sein.
    Den ersten Schritt hast jetzt wieder gemacht, indem du zurückgekommen bist.

    Mir hat es sehr geholfen, hier ganz viel zu lesen, mich mit mir selbst zu beschäftigen und hier zu schreiben….alles, was mir in den Sinn kam. Dabei konnte ich mich sehr gut sortieren, mich (neu) kennenlernen und zu mir finden. Je länger ich nüchtern war, desto mehr Frieden konnte ich in mir drin finden. Das ist mir nur gelungen, weil ich nüchtern bin.

    Bitte melde dich am Montag nach dem Arztbesuch und berichte uns, wie deine Entgiftung geplant ist.

    Dann melde dich bitte erst wieder, wenn du einen guten Arzt gefunden hast oder du bei der Beratungsstelle erfahren konntest, wie es für am Besten weiter gehen sollte.

    Bis dahin kannst du hier lesen und dir schon einiges Wertvolles für dich mitnehmen.

    Einen Arzt solltest du unabhängig der Beratungsstelle aufsuchen.

    Bis zu deinem begleitendem Entzug kannst du hier schon ganz viel lesen.
    Der eigentliche Austausch findet erst mit der begleitenden Entgiftung statt.
    Trinke bis dahin gemäßigt weiter, damit du nicht in den lebensgefährlichen kalten Entzug kommst.

    Ich drücke die Daumen, dass du recht bald einen Termin bei der Beratungsstelle bekommst und dass deine Suche nach einem Arzt schnell erfolgreich ist.

    Das nüchterne Leben ist um so viel reicher.
    Verschenke nicht so viel Zeit.

    Es ist ziemlich egal, was und wieviel du trinkst.

    Der Entzug gehört in ärztliche Behandlung und die Einsicht, dass es nie wieder Alkohol geben kann, ist die Voraussetzung, um in ein nüchternes Leben starten zu können.

    Dann bist ja seit gestern schon einen Riesenschritt weiter. 👍🏻

    Wenn du eine lebenslange Abstinenz anstrebst, kannst du hier Unterstützung finden.
    Wir begleiten hier jedoch keinen kalten Entzug, denn der ist sehr gefährlich.
    Ich lasse dir einen Link dazu hier.

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29


    Gehe bitte zum Arzt und lass dich beraten, ob er dich beim Entzug begleiten kann oder ob eine stationäre Entgiftung notwendig ist.

    Hallo ....,

    schön, dass du uns gefunden hast und auch, dass du dir schon mit einer Beratungsstelle in Verbindung gesetzt hast.

    Wie sind ja eine Selbsthilfegruppe, in der sich bekennende Alkoholiker austauschen, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Du hast schon gesundheitliche Probleme durch deinen Alkoholkonsum.
    Am besten, du gehst noch heute oder gleich morgen früh zu deinem Arzt und dort können die ersten Schritte besprochen werden.

    ich trinke nicht täglich aber wenn ich trinke meistens bis zum kompletten Totalausfall. Meine Familie leidet stark darunter

    Leidest du auch stark darunter?

    Der komplette Totalausfall geht ja mit Kontrollverlust einher, ganz typisch für Alkoholiker. Siehst du dich schon als Alkoholiker?

    Hallo Heuel,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    4 nüchterne Monate sind schon ein guter Anfang für dein nüchternes Leben.
    Herzlichen Glückwunsch dazu. 💐

    ‚Es macht mir nichts aus.‘ habe ich auch anfangs oft gesagt, wenn um mich herum die Leute Alkohol getrunken habe. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum betone ich das jetzt an dieser Stelle?
    Da wusste ich auch noch nichts von Suchtgedächnis und davon, dass es immer gefährlich werden kann, wenn Alkohol in Reichweite verfügbar ist, auch, wenn es mir für Moment nichts ausmacht.

    Ich habe angefangen, mir meine alkoholfreie Zone in meinem Kopf zu schaffen. Da musste ankommen, dass es für mich nie wieder Alkohol geben kann, wenn ich leben will. Ich will leben.

    Ich habe erkannt, dass die Welt um mich herum nicht trockener wird, nur, weil ich jetzt keinen Alkohol mehr trinke. Das ist so, das werde ich auch nicht ändern können und das habe ich akzeptiert.

    Vielleicht ist dein Kämpfen auch darin begründet, dass du noch nicht so richtig akzeptiert hast, dass du Alkoholiker geworden bist ….und vor allem, dass du das auch immer bleiben wirst?
    So jedenfalls war es bei mir ganz viele Jahre, als ich in jedem alkoholfreien Tag meine Chance sah, jetzt endlich mit dem saufen aufhören zu können….und letztendlich jeden Kampf verloren habe. Ich habe jahrelang einen Kampf geführt, den ich nur verlieren konnte. Niemand gewinnt gegen die Sucht. Sie gehört zum Alkoholiker.

    Ich wusste sehr wohl, dass ich Alkoholiker bin, konnte das aber für mich so gar nicht akzeptieren. Weil….ja, weil mein Bild vom Alkoholiker so gar nicht dem entsprach, was ich sein wollte. Aber ich bin es: Alkoholiker. Und ich werde es immer bleiben: Alkoholiker.

    Ich wünsche dir hier einen guten und hilfreichen Austausch.

    Freue dich auf dein nüchternes Leben. Du wirst so viel gewinnen.

    Scham war auch bei mir ein ganz großes Thema.
    Ich habe mich so fürchterlich geschämt, dass ich mich jahrelang nicht getraut habe, mit irgendjemanden über meine Alkoholsucht zu sprechen und so in meiner Sucht verharrt habe. Ich habe so viele Jahre schon gewusst, dass ich Alkoholiker geworden bin und einzig die Scham darüber hat mich in der Sucht gefangen gehalten. Das bedaure ich heute sehr, denn diese Scham war so überflüssig wie sie auch völlig unnötig ist.
    Niemand muss sich schämen, weil der krank geworden ist.

    Ich wünsche dir für morgen ein gutes Ankommen.

    Da ist doch ein guter Start in dein nüchternes Leben. 😀

    und mein Arzt sagt mir zu erreichbar zu bleiben

    Zögere nicht, das auch in Anspruch zu nehmen, sollte irgendwas ‚komisch‘ werden.


    Hast du noch einen Termin bekommen?
    Ich finde es ja auch wichtig, sich gründlich durchchecken zu lassen. Zumindest war ich danach sehr erleichtert, dass ich durch den vielen Alkohol noch keine Schäden erlitten hatte.


    Hallo Paz,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Die Erkennnis, Alkoholiker zu sein, ist eine Grundvoraussetzung, um sein Leben ändern zu können.
    Die Alkoholsucht ist nicht heilbar. Aber sie kann mit absoluter Abstinenz zum Stillstand gebracht werden. Ich schreibe bewusst ‚mit absoluter Abstinenz‘, weil die Alkoholsucht eben nur solange gestoppt werden, wie kein Alkohol getrunken wird.

    Ist die lebenslange Abstinenz dein Ziel?

    Dann solltest du gleich morgen zu deinem Arzt gehen und mit ihm besprechen, wie du ohne Risiken in ein alkoholfreies Leben starten kannst.

    Ich lasse dir 2 wichtige Links da. Lies sie dir in Ruhe durch.

    Wenn du gestern den letzten Alkohol getrunken hast, bist du gerade im lebensgefährlichen kalten Entzug. So solltest du dein nüchternes Leben nicht beginnen.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Nach der Reha werde ich zu den Guttemplern gehen. Ohne SHG werde ich’s nicht schaffen. Ich habe hier oft gelesen, dass manche das nicht brauchen, aber zu denen gehöre ich bestimmt nicht.

    Nimm dir alle Hilfe, die du kriegen kannst.

    Wir sind ja hier auch eine Selbsthilfegruppe, dennoch suchen sich Einige noch zusätzlich Ansprechpartner vor Ort.
    Wichtig ist, dass du das Gefühl hast, dass sich das für dich richtig anfühlt und es dir hilft, deinen nüchternen Weg zu gehen.

    Kannst du für dich benennen, warum du Zweifel an deinem bisherigen Weg hast? Oder ist die Gruppe vor Ort wie eine ‚Zusatzversicherung‘?