Beiträge von Stern

    Ich will weiter dran bleiben die Vorteile des nüchtern Seins zu erkennen und zu genießen (das ist der schönste Teil!).

    Das allerwichtigste und das allerschönste am Nüchternsein ist für mich, dass ich nicht mehr gefangen bin in dieser Suchtspirale….und dass ich damit wieder über mein Leben selbst bestimmen kann.

    Alles andere ist schön und angenehm. Ich nehme es gerne an….so wie kommt.
    Das nicht so schöne klar erkennen und handlungsfähig sein, ist mir da genau so wichtig und schön, wie verträumt die Wolken zu beobachten.

    Mein ganzes Leben hat sich verändert….in kleinen Schritten, und so manches auch ohne viel Zutun. Weil ich keinen Alkohol mehr trinke und ganz fest in meinem Kopf verankert habe, dass dies nur solange genau so bleiben kann, wie ich keinen Alkohol trinke.
    Ich bin Alkoholiker. Die Sucht konnte ich stoppen, mit absoluter Abstinenz…. die Sucht bleibt. Ich werde immer Alkoholiker bleiben.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.

    Ich neige eh zu Risiken und auch ab und zu zur Selbstüberschätzung- keine gute Sache im Bezug auf Alkohol…

    Überhaupt keine gute Sache, und vor allem ist es eine gefährliche Sache.


    ABER es ist wohl so. Mist! Ich dachte ich kann mich mit alkoholfreiem Bier glimpflich davon stehlen. Einfach so tun als wäre es das mit und fertig ist der Lack. Alles wie früher- nur die Flasche hat eine möglichst unauffällige 0 auf dem Etikett.

    Alles wie früher…… 🤔

    Als nüchterner Alkoholiker ist für mich wenig wie früher.
    Die grundlegende und wichtigste Veränderung fand in meinem Kopf statt. Und die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe, ist: Was aussieht wie Alkohol oder riecht wie Alkohol oder im typischen Alkoholglas serviert wird, ist für mich tabu. Alleine schon, weil es Saufdruck auslösen könnte.

    Obwohl ich selbst nie in der Öffentlichkeit getrunken habe, haben Veranstaltungen bei mir immer ‚nachgewirkt‘. Nur habe ich das damals nicht so erkannt. Heute weiß ich, dass das so ist, und deshalb überlege ich mir sehr genau, wann ich wo hingehe. Ich muss nicht überall dabei sein.

    Wie empfehlen hier, das erste Jahr des nüchternen Leben dazu zu nutzen, sich selbst erstmal zu festigen in diesem neuen nüchternen Leben. Das geht bei diesen typischen Saufveranstaltungen nicht.
    Es ist gefährlich zu denken: Bei mir ist das anders. Sucht ist immer gleich, bei jedem.
    Ich wollte das nicht ausprobieren ….ich hab’s einfach geglaubt.
    Es mag viele Wege geben, die ein nüchternen Leben ermöglichen. Leichtsinn kommt in keinem vor.

    Klingt vielleicht blöd, aber ich brauche Getränke für ‚gut‘- so wie ein Kleid dass man nur zu festlichen Anlässen trägt.

    Es gibt so viele festliche Getränke.
    Ich hatte jetzt mal einen Ananassaft mit Kokosmilch getrunken, der war echt lecker und alleine schon wegen der Kalorien kein Alltagsgetränk. Oder Bananensaft, wahlweise mit Kirschsaft. Auch was Besonderes, finde ich.

    die erste trockene Woche außerhalb der Klinik ist geschafft, hatte auch keinen besonders starken Suchtdruck.

    Allerdings auch keine schwerwiegenden Probleme, Stress oder Einsamkeit. Schaun wer mal wie das weiter geht.

    Schön, dass du die erste Woche zu Hause nüchtern bleiben konntest. 👍

    Ist es so, dass du dich so von Tag zu Tag hangelst oder warum schreibst du, ‚geschafft‘?
    Geschafft‘ klingt für mich nach anstrengend.

    Verbindest du starken Saufdruck mit verschwiegenden Problemen, Stress oder Einsamkeit?
    Ich habe hier auch oft davon gelesen, dass (starker) Saufdruck auch völlig unangemeldet kommt, wenn gerade alles so richtig schön in Ordnung ist, ein wundervoller Tag zu Ende geht oder etwas was ganz super tolles passiert ist.

    Kennst du schon unseren Notfallkoffer?
    Vielleicht findest du da einige Anregungen, was du in deinen ganz persönlichen Notfallkopper packen kannst.

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Aber irgendwie ist es was anderes beim Anstoßen auf das Brautpaar ein alkoholfreies Bier in der Hand zu haben als ein Wasser.

    Ja, es ist was anderes: Nämlich, dass du mit dem alkoholfreien Bier gefährlich nah am Alkohol dran bist. Mit Wasser (oder O-Saft) bist du das nicht. Und du zeigst dir damit, das ein Leben mit Wasser nicht nur möglich ist, sondern dass du nix anderes brauchst (was vielleicht nur den anderen zeigen soll, dass du eben nicht mit Wasser auf das Brautpaar anstößt?)
    Abgesehen davon ist ‚mit Bier anstoßen‘ auf das Brautpaar auch nicht besonders ‚edel‘.

    Klingt jetzt beratungsresistent und nach blödem ‚ich hab’s im Griff‘ Geschwätz- weiß ich.

    Das ist es auch.

    Aber wir sind hier auch nicht da, um zu beraten. Wir empfehlen dir die Grundbausteine, weil sie sich bei ganz vielen Alkoholikern bewährt haben und sie in ein nüchternes Leben begleitet haben.
    Wir können dir nur unsere Erfahrungen mitteilen. Was du daraus machst, ist deins.

    Ich weiß dass das falsch ist und auch Wasser ok ist

    Und warum willst du so bewusst Fehler machen?


    Vielleicht hast du meine Frage oben übersehen. Ich stelle sie nochmal.

    In meiner Wohnung befindet sich nur noch Alkohol den ich auch zu aktivsten Zeiten nicht angerührt hätte- gruselig süße Liköre, sherry zum kochen. Wein und Bier hab ich auf alkoholfrei umgestellt.

    Ist das noch immer so?

    Hallo Anna,

    auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    In meiner Wohnung befindet sich nur noch Alkohol den ich auch zu aktivsten Zeiten nicht angerührt hätte- gruselig süße Liköre, sherry zum kochen. Wein und Bier hab ich auf alkoholfrei umgestellt.

    Ist das noch immer so?

    Ich finde das sehr gefährlich, in der eigenen Wohnung Alkohol stehen zu haben.
    Im Prinzip ist ja Alkohol überall, egal, wo du hingehst, begegnest du ihm. Da sollte die eigene Wohnung doch der sicherste Ort sein….in sicher ist nun mal: komplett alkoholfrei.

    Wozu brauchst du Alkohol zum Kochen, wenn du das Gericht dann doch gar nicht essen kannst?
    Wozu brauchst du ‚alkoholfreie Varianten‘ von Alkohol? Es gibt so schöne Säfte oder Tees, die nicht an Alkohol erinnern.

    Hallo Specht,

    es ist gut, dass du dein künftiges Leben alkoholfrei leben möchtest.
    Alles andere geht auch gar nicht. Die Alkoholsucht geht ja nie wieder weg. Sie wird immer da sein, lediglich stoppen kannst du die Sucht - mit absoluter Abstinenz.

    Ohne Arzt zu entgiften kann sehr schnell richtig schlimm enden, bis hin zum Tod.
    Selbst irreparable Schäden, die durch einen kalten Entzug entstehen können, ist nichts, womit das eigene nüchterne Leben beginnen sollte.
    Du musst dafür in keine Klinik, entgiften geht auch ambulant. Nur sollte das in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

    Außerdem gefährdet eine solche Diagnose in der Krankenakte meine Karriere, da ich dem Arbitgeber regelmäßig meine "Zuverlässigkeit" nachweisen muss.


    Wenn du deine ‚Zuverlässig‘ nachweisen musst, wird dein Arzt auch deine ‚Zuverlässigkeit‘ bestätigen, wenn er dich für ‚zuverlässig‘ hält. Irgendwelche Diagnosen darf er dem Arbeitgeber gar nicht mitteilen.

    wie Eingangs beschrieben, ist es mir aus beruflichen Gründen nicht möglich, längere Zeit auszufallen, um bspw. eine stationäre Therapie zu machen.


    Ich persönlich habe in der Zeit, in der ich getrunken habe, bedeutend öfter bei der Arbeit gefehlt als seit dem Tag, an dem ich nüchtern wurde.
    Ich habe keine Therapie gemacht. Mir hat diese Selbsthilfegruppe immer ausgereicht.

    Du kannst alles und du musst gar nix. Du bist erwachsen und für dich selbst verantwortlich.
    Nur ist es nicht am besten, den sichersten Weg zu wählen? Und der geht nun mal über den Arzt.

    Ein neues nüchternes Leben mit so vielen Gründen beginnen zu wollen, warum was auf gar keinen Fall geht, finde ich nicht besonders hilfreich.

    Auch hier nochmal: Danke. 💐

    Ich verstehe dich und ich finde es so toll, wie gut du auf dich achtest und wie gut du auf dich aufpasst.

    Wir lesen uns hier ja trotzdem noch, und darüber freue ich mich sehr. Denn deine ruhige, sachliche und emphatische Art haben auch mich schon oft ein Stück des Weges begleitet.

    Hallo Livikiwi,

    herzlich willkommen in unserer Gruppe.

    Es ist gut, dass du dir schon psychologische Hilfe gesucht hast. Mit dem Partner über alles reden hilft ja auch immer sehr ….. für den Moment. Aber nicht immer reicht das.

    Ich wünsche dir, dass du den inneren Abstand zu deiner Mama vergrößern kannst.

    Ich bin selbst Alkoholiker und weiß, dass nur ich selbst mich aus der Suchtspirale befreien konnte. Kein einziger der mich liebenden Menschen hätte irgendetwas in mir bewegen können. Das konnte nur ich selbst.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Hallo Nanny,

    herzlich willkommen in unserer SHG.

    10 nüchterne Monate sind ein guter Anfang, herzlichen Glückwunsch dazu.

    Schreibe hier, wann immer dir danach ist, etwas loswerden zu wollen.

    Ich kann beim Schreiben meine Gedanken gut sortieren und meinen nüchternen Weg reflektieren, ihn einfach weiter gehen, aber ihn auch hinterfragen und ggf. korrigieren.
    Das hilft mir, meinen Weg zu gehen.
    Das wünsche ich dir auch.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    und die Anrufe sind grad für ihn das einzige Mittel, um irgendwie das Gefühl zu haben, die Situation kontrollieren zu können. Das kann ich nachvollziehen.

    Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Also ich für mich. Ich würde mich extrem unwohl fühlen, würde mich Jemand mit Kontrollanrufen überwachen….um mich zu kontrollieren und um seine Ängste in den Griff zu bekommen.

    Ich weiß, dass ich schuld an seinen Ängsten bin aber er muss wege für sich finden, ich welche für mich und wir welche als paar.

    Das bist du nicht. Du bist nicht Schuld an seinen Ängsten. Es sind seine Ängste. Damit muss er umgehen (lernen) ….unabhängig davon, was du machst.

    Ich finde es gut, dass ihr unabhängig voneinander an den eigenen Sachen arbeiten wollt.

    Hamlo FE_Pilot,

    schön, dass du uns gefunden hast.
    Ich finde es super, dass du deinen nüchternen Weg nach der Kliunicht alleine gehen willst. Du musst ihn auch gar nicht alleine gehen.

    Ja ich musste mir besonders in den letzten Wochen vor der Klinik eingestehen, dass ich (wieder) voll Alkoholiker bin bzw. das nie wirklich losgeworden bin. Das brauchte man mir in der Klinik dann nicht weiter zu erklären. Jetzt ist es so und ich erkenne das an.

    Du wirst auch immer Alkoholiker bleiben.
    Die Alkoholsucht geht ja nie wieder weg . Die kann lediglich gestoppt werden….mit absoluter Abstinenz. Und auch nur solange es keinen Alkohol gibt.

    Ist das auch dein Ziel?

    Mein Kopf sagt nein, er ist erwachsen und muss für sich selber handeln, mein Bauch sagt, er kann aber keine Verantwortung für sich übernehmen.

    Dein Kopf ist klüger als dein Bauch.

    Und dein Kopf sagt dir ganz deutlich: Jeder muss sich selbst aus seiner Situation retten, wenn diese als belastend empfunden wird und er sich selbst wichtig ist.

    Ist keine Veränderung für einen selbst wichtig, bleibt alles so wie es ist, im besten Fall. Der beste Fall ist allerdings nur eine Momentaufnahme….. die Suchtspirale, in der sich der trinkende Alkoholiker befindet, dreht sich immer nur nach unten. Immer….Ausnahmen gibt es nicht. Und sie zieht alle, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, da mit rein.

    Das Bauchgefühl ist ja manchmal ganz hilfreich ….. aber der Kopf ist geeigneter, Entscheidungen zu treffen.

    Ich wünsche dir, dass du deinem Kopf mehr vertrauen kannst.

    In der LZ hoffe ich, mich weiter zu festigen und die nächste Zukunft realistisch zu planen.

    Gibt es da schon konkrete Pläne für die LZ?

    Pläne für die Zukunft kannst du doch auch jetzt schon haben.
    Was wünschst du dir denn für dich und dein Leben?

    Als ich meine Wünsche formuliert hatte, begann auch schon die Veränderung. Das ging irgendwie ganz automatisch. Viel planen musste ich da gar nicht mehr ….sondern nur noch meine Wünsche Realität werden lassen.

    Hallo NovaSol,

    es freu mich, dass es dir wieder besser geht und ich finde es gut, dass du den ärztlichen Rat nicht ignorierst.

    also ein klassischer Fall von ich denke, dass sie denken, dass ich denke…

    Es gibt viele solche klassischen Fälle….
    Aber es ist doch anstrengend, sich die Gedanken von anderen zu machen, finde ich. Und ganz oft denken sie ja vielleicht auch gar nix.

    Manchmal ist es auch einfach nur Höflichkeit, warum Termine abgesagt werden.