Beiträge von Stern

    Hallo Zwieback,

    ja, warum ist das so?
    Vielleicht, weil in den Köpfchen vieler Menschen noch immer das Bild des Alkoholikers im Kopf ist, was du vielleicht auch hattest, bevor du selbst einer wurdest?

    Du kannst ja für dich jetzt anders machen.

    Also ein "nasser Alkoholiker" belügt sich permanent selbst und sein Umfeld, und das schlimme daran, er glaubt auch noch an seine eigenen Lügen.


    Ich habe mich übrigens nie selbst belogen. Ich wusste sehr früh sehr genau, dass ich mich in die Sucht gesoffen hatte….dass ich Alkoholiker geworden bin.
    Ich habe mich schlichtweg unheimlich geschämt, jetzt genau ‚da’ dazugehören.

    Mein Umfeld habe ich belogen. Ich habe das immer sehr genau gewusst und nie meine Lügen selbst geglaubt. Das hat sich total beschissen angefühlt. Und obwohl ich so gerne daran was ändern wollte, habe ich es viele Jahre nicht geschafft, mich irgendwem anzuvertrauen.
    Das konnte ich erst hier.
    Weil ich hier sah, dass so viele Alkoholiker genau so ‚normal‘ sind wie ich auch.

    Wie geht es dir denn heute?

    Im Urlaub, im Restauran.. Überall wo andere trinken, muss ich manchmal aushalten, das diese es tun. Z. B. weil ich Bier rieche und Bier nicht riechen mag. Außer ich würde autark im Wald leben. Ist aber eher keine Option. 😃

    Dann hatte ich dich falsch verstanden.
    Ich hatte das so gedeutet, dass du dich quälen musst, weil du nichts mittrinken kannst.
    Aber es ist ja wohl mehr so ein ‚Ekelgefühl‘, welchem du dich da aussetzt, weil du eben mit den Leuten, die dann Alkohol trinken, mitgehen willst?
    Wenn dich Biergeruch stört, weil du selbst nie Bier getrunken hast, hat dich das ja sicher schon immer gestört. Wie bist du denn früher damit umgegangen? Oder ist es vielleicht doch ein bisschen, weil es Alkohol ist, der da neben dir getrunken wird?

    Autark in einem Wald leben wäre jetzt auch nicht meins. Aber ich gehe nur irgendwo mit hin, wenn ich nichts aushalten muss. Oder ich gehe dann eben wieder. Nicht immer ist es ja einzuschätzen, wie sich so ein Abend gestaltet.
    Ich halte mir auch immer die Möglichkeit offen, mich jederzeit verabschieden zu können.

    Die Atmosphäre vielleicht. Freunde ttreffen. Lockere Stimmung.

    Meinst du jetzt diese Atmosphäre, wo lautstark einer auf ‚Super fröhlich‘ gemacht wird?
    Das ist genau das, worauf ich super gut verzichten kann.

    Trinken deine Freunde bei jedem Treffen Alkohol?
    Lade doch einfach mal zum Frühstück ein. Du wirst staunen, was da für eine lockere Stimmung aufkommen kann…..ganz ohne Alkohol. 😀

    Hallo Ich51,

    schön, dass du uns gefunden hast.
    Komme gut an und lies dich hier langsam durch’s Forum.

    Du wirst sehen, dass du nicht alleine bist. Und du wirst sehen, dass es Wege gibt, damit es dir wieder besser geht.
    Hier kannst du dir deine Sorgen von der Seele schreiben. Oft sortiert das geschriebene Wort die Gedanken im Kopf.

    Ich wünsche dir einen guten hilfreichen Austausch.

    Hallo Madl,

    herzlich Willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Du hast ja schon einige Male mit dem Trinken aufgehört.
    Hattest du da auch schon so gesundheitliche Probleme und diese ‚einfach’ ignoriert?

    Kannst du sagen, warum du bisher keine stabile Anstinenz erreichen konntest?
    Ich meine, es hat ja bisher nicht funktioniert, so wie du dich auf den Weg gemacht hast. Was willst du diesmal anders machen?

    Schau mal hier:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Icj konnte es gut aushalten, das die Bier getrunken haben.

    Du konntest das gut aushalten?


    Wenn ich etwas nur ,gut aushalten kann‘ ist das nicht mein Weg.
    Auf meinem Weg will ich nichts ,gut aushalten‘.

    Vielleicht wird es irgendwann gehen, dass ich sowas auch kann, oder auch mal auf Partys bzw. in Party Locations gehe. Aber da das für mich so sher mit Alkohol verknüpft ist, sehe ich für mich gar keinen Grund darin das ausprobieren zu wollen.

    Warum denkst du darüber nach?

    Was vermisst du auf deinem nüchternen Weg?

    Da ist aber nun für mich auch ein Haken dran. Ich kann mein Umfeld nicht bis in den letzten Winkel kontrollieren, ich kann nur alles dafür tun, um richtig zu reagieren, wenn das Leben mit harten Bandagen kämpft

    Finde ich gut….dass du dich direkt aus der Situation rausnehmen konntest und auch, dass du das abhaken kannst.

    Deine Kolleginnen konnten ja aber auch nicht ahnen, dass du diesmal nicht mittrinken willst. Von daher kann ich ihr Verhalten verstehen. Vielleicht dachten sie auch einfach nur, du würdest nicht dabei sein können. weil du so viel Arbeit hast und wollten dich so dann doch wenigstens ein bisschen dabei haben.
    Hinter einem ,Angebot, was mitzutrinken‘ steckt ja -aus meiner Sicht- kein persönlicher Angriff.

    Ich erlebe das in meinem Umfeld so: Jemand, der immer mittrinkt, dem wird auch was Alkoholisches angeboten. Jemand, der mal was mittrinkt, der wird gefragt, was er möchte….und mir wird direkt ein Wasser hingestellt.

    Ich erwarte nicht, dass die Welt um mich herum sich auf mich einstellt….ich habe mir meine eigene nüchterne Welt erschaffen.

    Ich lese dich vom 1. Tag an hier und jeden Tag freue ich mich über ‚deine Zahl‘, wenn du von deinem nüchternen Tag erzählst.

    Herzlichen Glückwunsch zum 10. nüchternen Tag. 💐

    8 Monate und 2 Tage bin ich jetzt trocken. Darf ich schon trocken sagen?

    Du darfst alles sagen, was sich für dich richtig anfühlt.

    Ich persönlich mag das gar nicht sagen: Ich bin trocken. Ich bin nüchtern.
    Trocken war ich schon so mit bisschen über einem Jahr….irgendwie verbinde ich immer damit, wenn vom ‚Trockensein‘ gesprochen wird, dass ich jetzt die Windel weglassen kann …mehr noch, wenn gerätselt wird, ob wer ‚schon trocken ist‘.

    Ich lese dich sehr gerne. Ich finde es super, wie du in dich reinhorchst, hier davon berichtest und dir hier aus der Schatzkiste der Erfahrungen rausnimmst, was dir nützlich erscheint, aber auch mal liegen lassen kannst.

    Bitte nicht auslachen aber ich nutze diesen Faden jetzt konsequent als meinen sicheren Hafen und da möchte ich gern auch mal sowas „ablegen“

    Hier wird niemand ausgelacht.
    Jeder sucht sich seinen Weg, um mit der Sucht zu leben. Denn mir ihr Leben müssen wir. Und jeder Weg, der erfolgreich am Alkohol vorbeiführt, ist ein richtiger Weg.

    Sucht bleibt immer. Sucht geht nie wieder weg.
    Sucht kann aber zum Stillstand gebracht werden. Den Anfang hast du gemacht.

    Du kannst hier all deine Gedanken ablegen, sie sortieren und sogar morgen feststellen, dass sie heute anders sind.
    Wichtig ist allein, dass es keinen Alkohol mehr für dich geben kann. Nicht ausnahmsweise, nicht zur Belohnung, nicht zum Trost, nicht, weil andere das können. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

    Als ich akzeptiert habe, dass ich Alkoholiker bin, wurde es einfach, nicht mehr zu trinken.
    Ich wusste schon viele Jahre, dass ich Alkoholiker bin und ich wollte auch so gern nüchtern werden. Geschafft habe es nicht.
    Ich musste für mich akzeptieren, dass das jetzt so ist. Und wenn ich leben will, kann es für mich keinen Alkohol mehr geben. Nie wieder.

    Ich sage das immer…Für mich bitte ein Wasser. Und das wird ja auch überhaupt nicht hinterfragt.

    Dann lass dir doch auch kein Sektglas in die Hand drücken. Mit wäre das zu nah an meinem Mund.

    Wie du selbst schreibst, wird die Akzeptanz immer größer, dass es Menschen gibt, die keinen Alkohol trinken.
    Warum, ist doch da erstmal völlig Wurscht. Ich finde keine Ausreden, und trotzdem spreche ich nicht aus, dass ich Alkoholiker bin. Ich trinke keinen Alkohol. Fertig. ….und für meinen Tee nehme ich ein richtig chices Teeglas.

    Meine neueste Taktik ist, wenn mein Mann Wein trinkt und ich daneben sitze: ich fülle Pfefferminztee in ein Weinglas und sage: :prosit, mein Tee beschwingt mich total". Mittlerweile findet er es lustig und lässt mich in Ruhe meine Abstinenz genießen.

    Du füllst Pfefferminztee in ein Weinglas? :shock:

    Warum trinkst du deinen Tee nicht aus einen Teeglas?

    Fehlt dir der Alkohol manchmal noch?
    Weiß dein Mann, dass du Alkoholikerin bist?

    Gefährdet bin ich bei Anlässen, wo Sekt angeboten wird, da gilt es lustig zu sein. Ich hab auch schon mal ein volles Glas Sekt in einen Blumentopf gegossen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste. Meine Freundin hat gequiekst vor Lachen. - Oder ich hab ne Antibiotika- Behandlung simuliert und jeden Alkohol abgelehnt.

    Und warum sagst du nicht einfach:“Danke, für mich bitte ein Wasser….Saft“?

    Als ich angefangen habe, deinen letzen Beitrag zu lesen, kamen direkt Gedanken an meine ersten nüchternen Tage hoch:

    aber ich diese Watte im Kopf beunruhigt mich.

    Genauso habe ich das damals beschrieben: Watte im Kopf, Watte in den Ohren.
    Irgendwie kam alles wie durch einen Filter bei mir an.
    Das ist aber nach einigen Tagen weggegangen.

    Mir war es in der Anfangszeit ganz wichtig, immer irgendwas zu tun zu haben. Meine Gedanken weg vom Alkohol zu lenken. Nicht verdrängen, dafür habe ich hier ganz viel gelesen und geschrieben, aber doch die übrige Zeit für Veränderungen in meinem Alltag nutzen.

    Ich habe meine Schränke aufgeräumt, ordentlich ausgemistet…irgendwie so: ‚das alte Leben‘ ausmisten und etwas sichtbares für den Neuanfang schaffen.

    Es gibt Wünsche, an die man glauben und hoffen kann, dass sie in Erfüllung gehen. Bei diesem Wunsch ist es ein bisschen anders, es liegt an dir selbst, ob du nüchtern bleibst. Und an mir, an jedem von uns hier.

    Deshalb bin ich hier.😀

    Immer wieder lese ich von rückfällig Gewordenen, dass sie ihre persönliche Nachsorge vernachlässigt haben.
    Vielleicht bin ich deshalb auch so dankbar, wenn davon berichtet wird. Nur leider sind die meisten ja dann hier weg.

    Es ist ja nun mal so, dass das Nüchternsein so verständlich geworden ist, dass ich im Alltag gar nicht mehr darüber nachdenke.
    Ich laufe im Supermarkt am Weinregal vorbei und registriere, dass da nix teurer geworden ist und ärgere mich bei den Milchprodukten, wie da die Preise explodiert sind. Meine Gedanken sind dann aber bei der Butter, dem Quark und dem Joghurt….den Wein ‚bemerke‘ ich nur (weil er ja eben da auch rumsteht).
    Ich kann das gerade nicht besser erklären.

    Nun kullern ein paar Tränchen aber das ist ok. Vielen Dank Stern, ich glaube das habe ich grade gebraucht.



    Mir auch. Es berührt mich, dass du anfängst, dich zu öffnen.

    Weil es wirklich das war, was auch mich in meiner Sucht gefangen gehalten hat. Diese unsagbare Scham.
    Ich habe mich so geschämt, dass ich mich nicht mal meinem Partner anvertrauen konnte.

    Hier kann ich all meine Gedanken lassen. Hier werde ich verstanden. Hier ist auch für viele nachvollziehbar, warum ich was wie in der Vergangenheit gemacht hast …. und hier ist immer jemand, der meinen Weg auch ‚kommentiert‘. Und das muss gar nicht immer zustimmend sein.
    Ich habe jeden Tag hier gelesen und geschrieben. Was ich den ganzen Tag gemacht habe, meine Gedanken….

    Und dann? Diesen Geist bekomme ich doch nie wieder in die Flasche.

    Doch.

    Genau das wirst du machen ….diesen Geist zurück in die Flasche stecken.

    Es ist einfach für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin eine erwachsene Frau in Führungsposition, habe viel erreicht, viel Mist durchgestanden und da zwingen mich 0,75 Liter in die Knie? Das ist unheimlich schwer zu begreifen und deswegen tue ich mich sehr schwer damit, es auch Menschen in meinem Leben zu vermitteln, die mir sehr viel bedeuten


    Alkoholsucht zu verstehen ist schwer. Es ist eine Krankheit, die sich entwickeln kann, wenn zu viel Alkohol getrunken wird.
    Ich bin kein Wissenschaftler, kann die ganzen Zusammenhänge nicht gut erklären, aber wenn du hier mehr liest wirst du feststellen, dass es diesen ‚typischen Alkoholiker‘ nicht gibt.
    Ich hatte dieses Bild vom ‚typischen Alkoholiker‘ in meinem Kopf. Und deshalb fiel es mir auch so schwer, mich genau da zu sehen. Das hat es mir aber so unnötig schwer gemacht. Es hat mich jahrelang daran gehindert, meine Scham zu überwinden und mich hier anzumelden und meine Sucht endgültig in den Angriff zu nehmen.

    Mein nächster Schritt war zu lernen, dass ich genau das akzeptieren kann: Ich bin süchtig geworden. Alkoholiker. Krank.


    Je mehr ich mich hier eingelesen hatte und festgestellt habe, dass hier ganz viele Frauen sind …Fest in ihrem Job stehend, funktionierend ….alkoholabhängig. Alkholikerin.
    Das empfand ich als so befreiend: Ich bin nicht die einzige Frau, die sich in die Sucht gesoffen hat und ich werde das genau so schaffen wie all diese starken Frauen hier.

    Ich werde darüber nachdenken und wenn ich es für richtig halte, werde ich das Gespräch suchen. Ich habe vor 5 tagen den Entschluss gefasst, dass es so nicht weitergehen kann, ich habe mich meiner Ärztin anvertraut, ich habe mir Hilfe gesucht. Das ist für nicht mal eine Woche eine ganze Menge, die ich da verpacken musste.

    Du hast sogar eine richtig große Menge die du da geschafft hast in 5 Tagen.
    Ganz großen Respekt. 👍

    Und wenn diese Partnerschaft es nicht übersteht, dass ich Zeit brauche, um für mich zu verarbeiten, was die letzten 5 Tage in meinem Leben passiert ist, dann soll es so sein. Es würde mir sehr weh tun, aber es geht hier grade um nicht weniger als mein Leben.

    Du hast dich jetzt erstmal für dich hier angemeldet. Und das ist gut so. Denn nur nüchtern kannst du irgendwas gut entscheiden.
    Wann du was machst, wird sich ergeben. Erstmal ist es wichtig, dass du für dich einen Weg findest, nüchtern zu bleiben.
    Meine Partnerschaft hat genau das alles überlebt. Hätte ich weitergetrunken, hätte sie das wahrscheinlich nicht.

    Du bist jetzt erstmal für dich hier. Das Forum bietet dir eine echte Chance, dich und dein Leben wiederzufinden.
    Hier kannst du Berichte der nüchtern gewordenen Alkoholiker lesen und dir ganz viel für dich mitnehmen.

    Klar sind auch die Beiträge der Angehörigen oft hilfreich. Nur haben sie einen völlig anderen Blickwinkel auf unsere Krankheit, sie können nicht verstehen, was es heißt, abhängig trinken zu müssen und sie können auch nicht die sich daraus ergebenden Unsicherheiten verstehen.
    Genauso wie es uns nur schwer möglich ist, uns in die Angehörigen von Alkoholikern reinzuversetzen und verstehen zu wollen, warum sie ihr eigenes Leid nicht einfach beenden.

    Meine Nüchternheit an oberste Stelle zu setzen, hat mir mein Leben gerettet.
    Und es hat mir ein Leben geschenkt, in dem frei bin….frei in meinen Entscheidungen, frei in meinem Leben ….