Ich bin seit 3 Jahren mit einem Spiegeltrinker leiert. Vor etwas mehr als einem Jahr sind wir gemeinsam mit meinem Sohn zusammen gezogen. Das er gern und auch öfters etwas mehr getrunken hat habe ich schon sehr früh bemerkt, allerdings ist mir das Ausmaß wie schlimm es eigentlich ist erst aufgefallen als wir dann zusammen gezogen sind.
Das hast du in deinem 1. Post hier geschrieben.
Da lese ich heraus, dass du deinen Freund noch nie über einen längeren Zeitraum völlig nüchtern erlebt hast. Du kennst ihn nur unter mehr oder weniger Alkoholeinfluss.
Mein Lebensgefährte war ja zuletzt nur noch kalt, aggressiv, auf Kravall gebürstet und feindselig zu mir, weil ich unbequem geworden bin.
Das sind ganz häßliche Eigenschaften. Du weißt aber im Grunde ja gar nicht, ob er so durch den Alkohol geworden ist oder ob der Alkohol das nur verstärkt hat.
Ich bin ja von der anderen Seite. Alkoholiker, niemals kalt, aggressiv, auf Krawall gebürstet oder feindselig zu jemanden gewesen.
Aber ich kann von mir sagen, dass ich mein komplettes Leben und alle Menschen um mich herum dem Alkohol untergeordnet habe. Durch meine Sucht musste ich immer dafür sorgen, dass ich genug zu saufen hatte und auch möglichst ungestört saufen konnte.
Sind trockene Alkoholiker danach einsichtig dass Angehörige darunter sehr leiden und verstehen dass man eigentlich nur helfen wollte? Kommen sie auch "nüchtern" und reflektiert im Bezug auf ihr zerstörerisches Verhalten als sie noch nass waren zurück?
Alkoholiker sind ja nun mal nicht nur Alkoholiker. Alkoholiker sind sind erster Linie Menschen, die alkoholabhängig geworden sind. Und Menschen sind verschieden, niemand ist wie der Andere. Von daher finde ich solche Fragen schwierig und zielführende Antworten fast unmöglich.
Aber ich bin sicher, dass jeder Alkoholiker sich im Prozess des Nüchternwerden und -bleibens Gedanken über sich macht. Einfach nur das Glas wegstellen macht niemanden dauerhaft nüchtern.